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Höchste Gebühren für schlechteste Leistungen

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  1. Höchste Gebühren für schlechteste Leistungen

    Autor: angelpage 29.12.18 - 11:21

    Verniedlicht golem.de bereits wieder eine große Sauerei der Politik? - "LTE-Versorgung in Deutschland ist im europäischen Vergleich schlecht" ist doch Schönfärberei - die gesamte Mobilfunkversorgung in Deutschland ist unzureichend und im internationalen Vergleich auf letzten Plätzen, nicht nur bei der Versorgung vieler Städte, Dörfer und Gebiete, sondern auch bei der Anzahl der Kanäle und deren Bandbreiten sowieso. Und dafür werden höchste Gebühren im Vergleich verlangt.

    Die Lösung kann nur eine zentralisierte ehrliche Beurteilung des Ist-Zustandes, eine grundsätzliche Planung, Realisierung und Entwicklung sein - so wie es die CSU endlich als erste Partei begreift.

    Beginnt einfach bei den "(Nicht-)Verfügbarkeitskarten" der Mobilfunkanbieter selbst, vervollständigt das durch eigene Messungen ...

  2. Re: Höchste Gebühren für schlechteste Leistungen

    Autor: sp1derclaw 29.12.18 - 11:59

    Bei staatlicher Infrastruktur muss man aber immer auch vorsichtig sein. Da ist der wirtschaftliche Druck nicht derart präsent wie bei privaten Unternehmen. Man schaue sich nur mal die vielen staatlichen Projekte an, deren Kosten völlig aus dem Ruder laufen. Hinzu kommen häufig völlig überbordende bürokratische Strukturen.

    Es wäre vielleicht besser, wenn man die neuen 5G-Frequenzen nicht gegen Geld, sondern gegen Auflagen versteigert. Für das eingesparte Geld lassen sich einige Mobilfunkmasten bauen. Nun soll das Geld aber erst Richtung Staat fließen, der nach den CSU-Plänen dieses mit Bürokratieabschlag wieder investiert. Völlig falscher Weg.

  3. Re: Höchste Gebühren für schlechteste Leistungen

    Autor: ubuntu_user 29.12.18 - 12:28

    sp1derclaw schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei staatlicher Infrastruktur muss man aber immer auch vorsichtig sein. Da
    > ist der wirtschaftliche Druck nicht derart präsent wie bei privaten
    > Unternehmen.

    wo haben vodafone und telekom jetzt wirtschaftlichen Druck?
    Infrastruktur ist immer eine Monopolstellung. Da kann man privat oder als staatliches Unternehmen alles verschlampen.
    Ich würde beim Staat folgende Vorteile sehen:
    - Gewinne bleiben beim Staat
    - Lobbygruppen (wie hier Auto oder Bauern) fordern gute Infrastruktur

    > Man schaue sich nur mal die vielen staatlichen Projekte an,
    > deren Kosten völlig aus dem Ruder laufen. Hinzu kommen häufig völlig
    > überbordende bürokratische Strukturen.

    Dass die Sachen aus dem Ruder laufen liegt vielleicht nicht auch an den privaten Baufirmen?
    Du findest dutzende Beispiele in der Privatwirtschaft wo Kosten aus dem Ruder laufen:
    - Personalvermittlung
    - Altenpflege
    - Dieselskandal

    > Es wäre vielleicht besser, wenn man die neuen 5G-Frequenzen nicht gegen
    > Geld, sondern gegen Auflagen versteigert. Für das eingesparte Geld lassen
    > sich einige Mobilfunkmasten bauen. Nun soll das Geld aber erst Richtung
    > Staat fließen, der nach den CSU-Plänen dieses mit Bürokratieabschlag wieder
    > investiert. Völlig falscher Weg.

    man könnte auch schlicht, statt 3 schlechter Netze und Milliarden an Förderung, einfach eine Betreibergesellschaft schaffen, die dann mit lokalen kommunalen Anbietern zusammenarbeitet.

  4. Re: Höchste Gebühren für schlechteste Leistungen

    Autor: Malloc_ 29.12.18 - 12:30

    Das wäre ja Kommunismus.

  5. Re: Höchste Gebühren für schlechteste Leistungen

    Autor: sp1derclaw 29.12.18 - 13:02

    ubuntu_user schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > wo haben vodafone und telekom jetzt wirtschaftlichen Druck?
    > Infrastruktur ist immer eine Monopolstellung.

    Ich meinte eine andere Art von Druck: den Kostendruck. Wenn die Kosten aus dem Ruder laufen, klopfen einem die Aktionäre kräftig auf die Finger. Beim Staat wird einfach Steuergeld nachgeschossen und eine Bürokraten-Nase wird durch die andere Bürokraten-Nase ersetzt. Das Telekommunikations-Oligopol in Deutschland ist tatsächlich ein Problem, weshalb ich hier die Ausbau-Auflagen sinnvoll finde. Man kann sowas alles schriftlich festhalten, inkl. zugesicherter Qualität, damit die nicht nur einfach einen Mast mit 1-MBit-Anbindung aufstellen, um ihre "Quote" zu erfüllen. In diesem Rahmen sollen die Privaten dann eine Lösung finden.

    > Dass die Sachen aus dem Ruder laufen liegt vielleicht nicht auch an den
    > privaten Baufirmen?
    > Du findest dutzende Beispiele in der Privatwirtschaft wo Kosten aus dem
    > Ruder laufen:
    > - Personalvermittlung
    > - Altenpflege
    > - Dieselskandal

    Klar, in der Privatwirtschaft läuft auch genug verkehrt. Dann werden teure Projekte aber auch einfach mal beendet, statt endlos weiter Geld reinzupumpen. Siehe die fehlgeschlagene SAP-Migration von LIDL. Ziel muss es immer sein, kein Geld zu verplempern.

    > man könnte auch schlicht, statt 3 schlechter Netze und Milliarden an
    > Förderung, einfach eine Betreibergesellschaft schaffen, die dann mit
    > lokalen kommunalen Anbietern zusammenarbeitet.

    Das wäre aus technischer Sicht sicherlich optimal. Ich wäre grundsätzlich für Open-Access-Netze, auch bei Glasfaser. Dann könnten sich weitere Anbieter herausbilden, die das Oligopol aufbrechen, womit dann tendenziell auch die Preise sinken. Voraussetzung wäre allerdings, dass auf Seiten der Betreibergesellschaft wirtschaftlich gearbeitet wird. Das Netz sollte sich langfristig in der Mischkalkulation (d.h. nicht Mast für Mast berechnet, sondern in der Gesamtheit) schon selbst finanzieren können.

  6. Re: Höchste Gebühren für schlechteste Leistungen

    Autor: ubuntu_user 29.12.18 - 13:09

    Malloc_ schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das wäre ja Kommunismus.

    äh nein?
    verquere Ami-Logik?

  7. Re: Höchste Gebühren für schlechteste Leistungen

    Autor: ubuntu_user 29.12.18 - 13:15

    sp1derclaw schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich meinte eine andere Art von Druck: den Kostendruck. Wenn die Kosten aus
    > dem Ruder laufen, klopfen einem die Aktionäre kräftig auf die Finger.

    Oder man erhöht eben die Preise wie bei den Telcos.
    Ich verstehe auch nicht wieso der Staat nicht unter Kostendruck leiden würde.
    Verwaltung funktioniert doch in vielen Bereichen wunderbar. KFZ-Amt, Bürgerbüro, Rentenversicherung, etc.
    Die arbeiten doch alle recht effizient und mit relativ guten Kosten.
    Alles in Zeitarbeitsfirmen auslagern kann man auch machen. Das zerstört aber die Kaufkraft.

    > Klar, in der Privatwirtschaft läuft auch genug verkehrt. Dann werden teure
    > Projekte aber auch einfach mal beendet, statt endlos weiter Geld
    > reinzupumpen. Siehe die fehlgeschlagene SAP-Migration von LIDL. Ziel muss
    > es immer sein, kein Geld zu verplempern.

    Oder die Läden gehen Pleite, siehe Commodore, Kodak, etc.
    Willst du das für wichtige Infrastruktur?
    Im Endeffekt muss dann der Staat das teuer wieder zurückkaufen: siehe Wasser in England

  8. Re: Höchste Gebühren für schlechteste Leistungen

    Autor: GodsBoss 29.12.18 - 14:14

    > Bei staatlicher Infrastruktur muss man aber immer auch vorsichtig sein. Da
    > ist der wirtschaftliche Druck nicht derart präsent wie bei privaten
    > Unternehmen. Man schaue sich nur mal die vielen staatlichen Projekte an,
    > deren Kosten völlig aus dem Ruder laufen. Hinzu kommen häufig völlig
    > überbordende bürokratische Strukturen.

    Umgekehrt gibt es bei staatlicher Infrastruktur niemanden, der Gewinn abschöpfen will. Beispiel Privatisierung der Wasserversorgung (Impact_of_privatization):
    > The evidence concerning the impact of water privatization is mixed.
    > (...)
    > In almost all cases, water tariffs increased in the long run under privatization.

    Bei staatlichen Projekten, wo die Kosten aus dem Ruder laufen, solltest du mal schauen, wo die meiste Kohle beibt - in aller Regel bei großen Privatunternehmen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

    Das Haupt-Problem aus meiner Sicht ist immer die fehlende Verantwortung. Wenn ich für Fehlentscheidungen, die Millionen oder gar Milliarden kosten, keine Konsequenzen oder nur lächerliche Konsequenzen tragen muss, dann ist kein Wunder, wenn da geschludert wird. Jeder deutsche Kleinstelbstständige muss mit Privatinsolvenz rechnen, nicht einmal nur bei Fehlentscheidungen, sondern selbst wenn ihn nur Schicksalsschläge treffen, aber Manager, Aufsichtsräte, auch staatliche Entscheider, müssen höchstens ihre Ämter/Jobs abgeben und sich in ihre Domizile, umgeben von Bediensteten, zurückziehen.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

  9. Re: Höchste Gebühren für schlechteste Leistungen

    Autor: bombinho 31.12.18 - 16:12

    sp1derclaw schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bei staatlicher Infrastruktur muss man aber immer auch vorsichtig sein. Da
    > ist der wirtschaftliche Druck nicht derart präsent wie bei privaten
    > Unternehmen. Man schaue sich nur mal die vielen staatlichen Projekte an,
    > deren Kosten völlig aus dem Ruder laufen. Hinzu kommen häufig völlig
    > überbordende bürokratische Strukturen.

    Der Denkfehler beruht darin, zu glauben, dass derartige Projekte von der Privatwirtschaft überhaupt in Angriff genommen würden. Oder gar dass Diese besser umgesetzt würden.
    Schlussendlich ist es ja die Privatwirtschaft, die die Umsetzung übernimmt und dabei die ausufernden Kosten verursacht, nicht zuletzt aus dem Bestreben Umsatz und Gewinn zu erhöhen.

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