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Halb-OT: Funklöcher können hilfreich sein

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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  1. Re: Funklöcher können aber auch grausam sein!

    Autor: motzerator 15.08.16 - 01:05

    Moe479 schrieb:
    ----------------------------
    > ich fahre jährlich ein paar tage in eine solche region, auf dem
    > ich nur, wenn der wind gut steht gerade einmal auf dem Gelände
    > vielleicht unter umständen ne sms empfangen kann...

    Das machst Du aber freiwillig und nicht, weil Du von der Schule
    oder der Firma dazu verpflichtet wirst.

    Ich habe das mit meinem Mann auch schon mal gemacht, drei
    Tage in ein Hotel im Sauerland, wo kein Netz und kein Empfang
    ist. Haben uns halt viele Filme mitgenommen und die Umgebung
    habe ich vorher mit Google Maps angesehen und mir eigene Karten
    gebastelt und ausgedruckt.

    Ich finde Luftbilder einfach extrem hilfreich. Man sieht da vieles,
    was auf einer klassischen Karte nicht zu sehen ist. Beispielsweise
    wo man abseits der Wege auch laufen kann.

    Das Problem ist eben, wenn sowas nicht freiwillig sondern von
    Oben verordnet wird.

  2. Re: Freizeit heißt eben nicht: tun müssen was andere wollen!

    Autor: motzerator 15.08.16 - 01:12

    plutoniumsulfat schrieb:
    ---------------------------------------
    > Soziale Interaktion? Ja, wie schrecklich, dass man in
    > dieser Welt mit anderen Menschen reden muss.

    Es gibt Leute, für die ist das ziemlich anstrengend, ob dir
    das nun gefällt oder nicht. Das ist einfach so.

    Extrovertierte Menschen sollen ja in der Gruppe und bei
    Geselligkeiten Kraft schöpfen können, der Introvertierte
    Mensch braucht dafür Zeit für sich alleine.

    > Zwangsmaßnahme!

    Das entscheidende ist die Dosis und die Auswahl der Leute.

    Wenn man die Dosis nicht mehr selber bestimmen oder sich
    bei Bedarf zurück ziehen kann, ist es eine Zwangsmaßnahme.

  3. Re: Freizeit heißt eben nicht: tun müssen was andere wollen!

    Autor: barforbarfoo 15.08.16 - 06:23

    motzerator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Extrovertierte Menschen sollen ja in der Gruppe und bei
    > Geselligkeiten Kraft schöpfen können, der Introvertierte
    > Mensch braucht dafür Zeit für sich alleine.

    Um alleine zu sein bietet doch ein Funkloch optimale Voraussetzungen.

    > Wenn man die Dosis nicht mehr selber bestimmen oder sich
    > bei Bedarf zurück ziehen kann, ist es eine Zwangsmaßnahme.

    Auch für den Rückzug bietet doch ein Funkloch optimale Voraussetzungen.

  4. Re: Funklöcher können aber auch grausam sein!

    Autor: Peter Brülls 15.08.16 - 09:37

    Ford Prefect schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was vor 15-20 Jahren noch Alltag war, wird hier schon wie Folter
    > beschrieben.

    Und wenn man lange genug zurückgeht, landet man auch bei irgend etwas, was Du für inakzeptabel halten würdest.

    Die Zeiten ändern sich nun mal.

    > "Damals" hätte man auch vor Ort angerufen, um so eine schwerwiegende
    > Nachricht zu übermitteln. Festnetz gibt es übrigens auch heute noch.

    „Damals“ hat man allerdings die Nummer hinterlassen, weil es die einzige Möglichkeit war, jemanden zu erreichen, der rest. Egal ob Berlin oder Helgoland. Heute geht man davon aus, dass jeder, der ein Handy besitzt, über dieses auch zu erreichen ist.

  5. Re: Freizeit heißt eben nicht: tun müssen was andere wollen!

    Autor: Peter Brülls 15.08.16 - 09:43

    barforbarfoo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > motzerator schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Extrovertierte Menschen sollen ja in der Gruppe und bei
    > > Geselligkeiten Kraft schöpfen können, der Introvertierte
    > > Mensch braucht dafür Zeit für sich alleine.
    >
    > Um alleine zu sein bietet doch ein Funkloch optimale Voraussetzungen.

    Nein. Alleine sein zu wollen heißt ja nicht, von den Annehmlichkeiten des Lebens abgeschnitten sein wollen.

    Aber ich schlage einen Kompromiss vor: Seminare und Klassenfahrten werden grundsätzlich bei Orten mit Funkloch veranstaltet. Allerdings gibt es dort dann auch nur vegane Gerichte, kein Fernsehen, kein Radio, keine Musik, keine Bücher ein striktes Rauchverbot und selbstverständliche auch keine alkoholischen Getränke.

  6. Re: Funklöcher können aber auch grausam sein!

    Autor: southy 15.08.16 - 10:14

    motzerator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dadie schrieb:
    > -------------------------
    > > Es gibt gar nicht so wenige Jugendheime, Ferienwohnungen und
    > > Fortbildungsorte die explizit mit Funklöchern werben. Sinn ist,
    > > dass die Gäste sich somit dort auf die eigentlichen Veranstaltungen
    > > (z.B. Erholung, Gemeinschaft, Fortbildung) konzentrieren. Und
    > > meiner eigenen Erfahrung nach, klappt das auch super.

    Um genau zu sein: Das ist ein ganz großer Standortvorteil.
    Den die Betreiber auch kennen und den die Gäste (Lehrer und Gruppenleiter) oft genug auch ganz bewusst als ein Entscheidungskriterium werten.

    > Extrem gemein wird das Ganze aber, wenn Leute dazu gezwungen
    > sind, sich dieses Funkloch tagelang anzutun.
    > Genau diese Gefahr sehe ich bei Klassenfahrten und Fortbildungen
    > gegeben. Kein Schultag dauert 24 Stunden, kein Arbeitstag dauert
    > 24 Stunden. Warum also verwehrt man den Leuten die Nutzung der
    > ihnen zustehenden Freizeit?

    Weil eine Klassenfahrt kein Job mit Feierabend ist.
    Die "Freizeit" dient einem sozialen Zweck: Die Kinder sollen lernen in der Gemeinschaft (und zwar der nicht selbst gewählten, dort vorhandenen) zu leben und zu interagieren.
    Sie sollen Selbstständigkeit (unabhängig von den Eltern) lernen - und das geht schlecht, wenn die konstant in whatsapp rumfragen was denn los ist, wie das Essen war, ob die Zimmernachbarn nett sind etc.

    Ich könnte da jetzt ein paar Geschichten erzählen, aber lassen wir das.

    > Sicher kann man sich auch anders beschäftigen, etwa Bücher oder
    > Filme oder Games mitnehmen, die auch offline gespielt werden
    > können. Aber so eine fiese Schikane muss doch nicht sein.

    Hallo? "Fiese Schikane"? Geht's noch?
    Früher war Spüldienst und Klo putzen "fiese Schikane", heute ist es "wir haben da kein Internet". Wie sich die Dinge doch ändern.

    Abgesehen davon: Auf welcher Jugendfreizeit oder Klassenfahrt hat man denn Zeit Bücher zu lesen?


    > > Das Ganze hat leider aber auch sehr traurige Nachteile.
    >
    > Ich kann mir auch andere Szenarien vorstellen. Wenn man den
    > falschen erwischt, kann so ein Zwang auch schnell eskalieren!

    Aha?
    "traurige Nachteile"?
    "Zwang"??
    Welcher Zwang? Der Zwang, sich freiwillig auf eine Jugendfreizeit anzumelden und dann dort nicht nur allerhand andere "unangenehme" Dinge machen zu müssen (wie etwa abspülen, Klo putzen etc?

    Oder der Zwang in ein Schullandheim zu fahren und dort mal richtig etwas über seinen Horizont hinaus gefordert zu werden, etwas zu erleben, also ich meine: so richtig 360°, mit Sound? z.B. Stalldienst im Kuhstall? Oder sich mit Kompass durch den Wald schlagen?

    Ganz ehrlich - ich glaube so etwas hätte Ihnen auch mal gut getan.
    Wer solchen Stuss im Bezug auf die Lebensnotwendigkeit eines Internetzugangs ablässt, hat vom Leben wohl nicht viel mitbekommen bisher.

  7. Re: Freizeit heißt eben nicht: tun müssen was andere wollen!

    Autor: der_wahre_hannes 15.08.16 - 10:23

    motzerator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man guckt ja auf Google Maps nach den Dingen, die man eben nicht
    > sehen kann. Der Satellit guckt von Oben. Man kann also auch hinter
    > Hindernisse blicken.
    >
    > Man kann schauen, wo ein Weg hin geht. Oder eben abschätzen, wie
    > weit man es noch hat. Oder sich eine alternative Route aussuchen.
    >
    > Dazu muss man auch nicht ständig auf das Handy gucken. Aber hin
    > und wieder mal ein Blick und man weis eben, was man macht, wo
    > man ist und wo es langgeht.

    Die meisten Schleichwege (z.B. in einem Waldgebiet) wirst du auf Google Maps aber nicht finden.

  8. Re: Funklöcher können aber auch grausam sein!

    Autor: Peter Brülls 15.08.16 - 10:27

    southy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Abgesehen davon: Auf welcher Jugendfreizeit oder Klassenfahrt hat man denn
    > Zeit Bücher zu lesen?

    Auf jeder Klassenfahrt, an der ich teilgenommen hatte. Da ich an Saufen, Disco und Fußballspielen nicht interessiert war, habe ich mich diesen Beglückungen immer entzogen und gelesen.

    Pfadfinderlager waren was anderes, zu denen bin ich auch ja freiwillig gegangen. Natürlich hatte ich auch da immer etwas zu lesen mit, aber sie waren generell interessanter und zivilisierter.

  9. Wichtige Informationen kann man auch ohne Handy weitergeben

    Autor: flogol 15.08.16 - 10:31

    > Das Ganze hat leider aber auch sehr traurige Nachteile. Als ich einmal in einem
    > solchen Funkloch in einer Fortbildung war, ist der Vater eines guten Bekannten ins
    > Krankenhaus eingeliefert worden (und anschließend dahin geschieden). Der Bekannte
    > (der ebenfalls auf der Fortbildung war) hatte davon aber (wegen dem Funkloch) nichts
    > mitbekommen.

    > Erst nach der Abreise haben wir davon erfahren :/

    Jugendherbergen stehen auch im Telefonbuch.

    Ärzte und Handwerker findet man nach wie vor am schnellstem in den Gelben Seiten.

    Beides ist mittlerweile auch schon im Internet zu finden.

    Ich kenne auch viele, die alles immer nur noch in Google eintippen, und nicht wissen, dass man jemanden, der gerade das Handy aus hat, z.Bsp. wegen Akku, auch per Festnetz erreichen kann - und wenn der Nachbar ist - mein Gott, ne Wichtige Nachricht gelangt immer an ihren Empfänger wenn man das unbedingt will.

  10. Re: Wichtige Informationen kann man auch ohne Handy weitergeben

    Autor: Peter Brülls 15.08.16 - 11:27

    flogol schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------


    > Ich kenne auch viele, die alles immer nur noch in Google eintippen, und
    > nicht wissen, dass man jemanden, der gerade das Handy aus hat, z.Bsp. wegen
    > Akku, auch per Festnetz erreichen kann - und wenn der Nachbar ist - mein
    > Gott, ne Wichtige Nachricht gelangt immer an ihren Empfänger wenn man das
    > unbedingt will.

    Die Nachricht *gelangte* an ihren Empfänger.

  11. Re: Halb-OT: Funklöcher können hilfreich sein

    Autor: M.P. 15.08.16 - 12:40

    Hmm,
    wenn die Computer-AG mitfährt und eine portable Tooway-Satellitenschüssel sowie einen WLAN-Access-Point installiert....

  12. Re: Halb-OT: Funklöcher können hilfreich sein

    Autor: M.P. 15.08.16 - 12:44

    Dadie schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Das Ganze hat leider aber auch sehr traurige Nachteile. Als ich einmal in
    > einem solchen Funkloch in einer Fortbildung war, ist der Vater eines guten
    > Bekannten ins Krankenhaus eingeliefert worden (und anschließend dahin
    > geschieden). Der Bekannte (der ebenfalls auf der Fortbildung war) hatte
    > davon aber (wegen dem Funkloch) nichts mitbekommen.
    >
    > Erst nach der Abreise haben wir davon erfahren :/


    Naja, für solche Fällen sollte man routinemäßig die Telefonnummer der Rezeption zu Hause hinterlassen. Da man sich aber an das Mobiltelefon gewöhnt hat, sind diese alten Routinen etwas in Vergessenheit geraten.....

    1993 hatten wir

  13. Re: Freizeit heißt eben nicht: tun müssen was andere wollen!

    Autor: mambokurt 15.08.16 - 13:36

    motzerator schrieb:

    > Eine Internetsucht liegt vor, wenn der Betroffene SELBER die
    > Kontrolle über sein Surfverhalten verloren hat. Wenn er also
    > SELBER lieber weniger Surfen würde, das aber nicht schafft,
    > dann liegt eine Sucht vor.

    Wikipedia:
    "Abhängigkeit (umgangssprachlich Sucht) bezeichnet in der Medizin das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und zerstört die sozialen Bindungen und die sozialen Chancen eines Individuums."

    Dein Erlebniszustand ist Internet oder ständige Erreichbarkeit per Whatsapp, das Verlangen danach ist der regelmäßige Griff nach dem Smartphone, Mails checken, deine Fratzenbuchseiten abklappern.
    Über die sozialen Bindungen mag man streiten, aber wenn du das Ding in die Hand nimmst um beschäftigt zu wirken, damit du bloß mit keinem reden musst -> von mir aus check (ist mir dann auch egal ob du gerade mit deinen 200 Freunden bei Snaptwitbook parlierst).

    Ich hatte schon öfter mal Smombies auf sozialen Ereignissen. Zum Familiengeburtstag zwei 14 jährige am Tisch sitzen gehabt, Ankunft 14:00, Handy an, Abreise 19:00, Handy aus. Soziale Interaktion gab es 15:30: 'hat mal jemand ein Ladekabel?' (ok, zwischendurch haben sie ein Stück Kuchen und Abendessen gegessen, aber selbst da war das Handy auf dem Tisch und wurde mitgelesen).

    Ich verstünde es absolut, wenn ein Lehrer auf Klassenfahrt erstmal einen Smartphoneban bis 19:00 ausspricht (danach kann jeder machen was er will) oder nach zwei oder drei Klassenfahrten mit Smombies dann eben gleich Klassenfahrt ins Funkloch macht.

  14. Re: Freizeit heißt eben nicht: tun müssen was andere wollen!

    Autor: tokiox 15.08.16 - 14:44

    Was ist schlechtes Wetter? Sonne und 30 Grad? Ich liebe Regen.

  15. Re: Freizeit heißt eben nicht: tun müssen was andere wollen!

    Autor: motzerator 15.08.16 - 15:25

    barforbarfoo schrieb:
    -----------------------------------
    > Um alleine zu sein bietet doch ein Funkloch optimale
    > Voraussetzungen.

    Aber auch nur dann, wenn man nicht in einer Zwangsmaßnahme
    dort gelandet ist. Klassenfahrt oder Seminar.

    >> Wenn man die Dosis nicht mehr selber bestimmen oder sich
    >> bei Bedarf zurück ziehen kann, ist es eine Zwangsmaßnahme.
    > Auch für den Rückzug bietet doch ein Funkloch optimale
    > Voraussetzungen.

    Zum besseren Verständnis müsstest Du wohl den ganzen Thread
    noch mal lesen.

    Ein Funkloch kann hilfreich sein, wenn man selber dort nicht
    erreichbar sein will.

    Es kann aber zur Hölle werden, wenn man dort als Seminar
    oder Klassenfahrt hin gezwungen wird. Darum ging es in
    meiner Antwort.

  16. Re: Funklöcher können aber auch grausam sein!

    Autor: Moe479 15.08.16 - 15:33

    wer zwingt dich denn? du kannst krank machen, die kündigung einreichen, wirklicher zwang ist keiner da, höstens konsequenzen! was sind das nur alles für luschen geworden, brauchen navi aufm berg ... nicht dass man da hochsteigen und runterglotzen könnte, oder wen fragen ... die gusche ist nicht nur zum einschaufeln da! ;-)

    und selbst wenn du dich verläufst ... hier in de kommt man alle nase lang in eine ortschaft oder auf einen ausgeschilderten weg, oder könnt ihr keine 3m mehr geradeaus toben? zur not hilft ein kompass und ne papierkarte!



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.08.16 15:38 durch Moe479.

  17. Re: Funklöcher können aber auch grausam sein!

    Autor: Moe479 15.08.16 - 15:44

    diese annahme ist falsch.

  18. Re: Funklöcher können aber auch grausam sein!

    Autor: motzerator 15.08.16 - 16:11

    southy schrieb:
    --------------------------
    > Um genau zu sein: Das ist ein ganz großer Standortvorteil.
    > Den die Betreiber auch kennen und den die Gäste (Lehrer
    > und Gruppenleiter) oft genug auch ganz bewusst als ein
    > Entscheidungskriterium werten.

    Solange alle damit einverstanden sind, ist das auch kein Problem.

    > Weil eine Klassenfahrt kein Job mit Feierabend ist. Die "Freizeit"
    > dient einem sozialen Zweck: Die Kinder sollen lernen in der
    > Gemeinschaft (und zwar der nicht selbst gewählten, dort
    > vorhandenen) zu leben und zu interagieren.

    Du bist dir aber schon bewusst, das nicht jeder in der Lage ist,
    andere Peopeletten 24 Stunden am Tag zu ertragen. Ich wurde
    mal auf eine Klassenfahrt gezwungen. Mit beinahe schlimmen
    Folgen.

    Ich versuch dir das mal so zu erklären. So eine Klassenfahrt
    kann für introvertierte Menschen eine extreme Belastung
    sein. Wenn die Belastungsgrenze überschritten ist, dann folgt
    eben der Meltdown. Sprich: Dann brennen alle Sicherungen
    durch! Und glaube mir, bei mir ist dieser Zustand bereits vor
    Ablauf von 24 Stunden erreicht!

    Vertraute Dinge können einem helfen, Stress zu reduzieren,
    dazu gehört auch der normale Zeitvertreib. Den Du mit dem
    Funkloch auch noch sabotierst.

    Ich vergleich das mal mit einem Prozessor. Auf der einen
    Seite lässt Du ihn Benchmarks rechnen. Belastest ihn total.
    Meiner bescheidenen Meinung nach ein gutes Beispiel für
    eine Klassenfahrt: Ständig andere Leute am Hals.

    Auf der anderen Seite nimmst Du ihm aber den Kühlkörper
    weg. Das Internet, das den Typ wieder etwas entspannen
    könnte.

    Dann wunderst Du dich wirklich, wenn es eine ziemlich
    unentspannte Fahrt wird?

    > Abgesehen davon: Auf welcher Jugendfreizeit oder
    > Klassenfahrt hat man denn Zeit Bücher zu lesen?

    Das ist nicht schwer. Buch nehmen, ruhige Ecke aussuchen,
    nervende Kinder weg ekeln.

    > Oder der Zwang in ein Schullandheim zu fahren und dort
    > mal richtig etwas über seinen Horizont hinaus gefordert
    > zu werden, [...]

    Diesen zwang habe ich erlebt. Zu einer Zeit, wo es noch
    keinen Mobilfunk gab.

    > Ganz ehrlich - ich glaube so etwas hätte Ihnen auch mal
    > gut getan.

    Genau so einen Blödsinn dachte der Lehrer auch. Dem ich
    sagte, das ich da auf keinen Fall hinfahren will. Auch meine
    Eltern konnte ich nicht vom gegenteil überzeugen. Ich ging
    dann gut vorbereitet in die Fahrt. Gab meinen Koffer als
    letzter ab, bekam ihn nach der Ankunft als erster.

    War der erste in dem kleinen Zimmer für die Buben. Habe
    erst das beste Bett (Oben, Hinten, Lufthoheit und Überblick)
    erobert und dann die Tür gegen ALLE verteidigt: "Geh da
    rüber".

    Wieder hat der Lehrer nicht begriffen, das ich hier nur meine
    Grenzen verteidige. Schickte mir zwei in mein Zimmer. Zum
    Glück war keiner dabei, der stärker als ich war.

    Als dann einer der Deppen auf die Idee kam, Nachts im Winter
    das Fenster zu öffnen, wurde es sehr unschön. Da ist mir nämlich
    der Geduldsfaden komplett gerissen. Ich wäre beinahe von der
    Schule geflogen.

    Das einzig gute von dem unnötigen Stress: Ich musste nie wieder
    auf Klassenfahrt mitfahren. Heute würde das sicher noch besser
    laufen, mit dem richtigen Attest würde ich ein Einzelzimmer
    bekommen und sobald ich die Menge der sozialen Interaktionen
    wieder selber kontrollieren kann und nicht überfordert werde,
    kann sowas auch Spaß machen. Vieles auf der Fahrt war ja auch
    schön, aber es war eben auch viel zu viel für mich.

    Du fragst dich sicher, wie ich Bundeswehr und Seminare im
    späteren Berufsleben überstanden habe? Ersteres mit einem
    ärztlichen Gutachten (T5) und letzteres, indem ich immer schon
    im Vorfeld strikt auf einem Einzelzimmer bestanden habe und
    mir das auch immer schriftlich bestätigen habe lassen.
    Nur einmal musste ich das dann vor Ort verteidigen, da war
    so eine "Frau Oberschlau von Gruppendynamik", die meinte
    den Fakt, das eine gerade Anzahl an männlichen und eine
    ungerade Anzahl an weiblichen Teilnehmern anwesend war
    als Angriffsvektor auf mein Einzelzimmer zu nehmen.

    > Wer solchen Stuss im Bezug auf die Lebensnotwendigkeit
    > eines Internetzugangs ablässt, hat vom Leben wohl nicht
    > viel mitbekommen bisher.

    Ein Internetzugang ist nicht lebensnotwendig. Das habe ich
    auch nirgendwo geschrieben. Aber er kann auf einer Klassen-
    fahrt etwas Druck vom Kessel nehmen.

    Lies den ganzen Thread, hier ging es nicht nur um Funklöcher
    sondern eben auch um diese Zwangsmaßnahmen, wo man
    versucht, die Leute zur Gruppenbildung zu zwingen, indem
    man ihnen alle Alternativen nimmt, sich die Zeit zu vertreiben.

  19. Re: Funklöcher können aber auch grausam sein!

    Autor: motzerator 15.08.16 - 16:31

    Moe479 schrieb:
    ----------------------------
    > wer zwingt dich denn?

    Im Bezug auf das Schullandheim damals die Eltern, die Lehrer.
    Damals gab es zwar noch keinen Mobilfunk und daher auch
    kein Funkloch, aber schon damals wurde versucht, soziale
    Interaktionen durch Wegnahme von Alternativen zu erzwingen.
    Bis es dann halt zu viel war und sich alle wunderten, wie sich
    ein kleiner, ruhiger Klassenbester bildlich gesprochen in einen
    "Werwolf" verwandeln kann.

    Daran musste ich halt denken, als wieder diese Vorschläge kamen,
    Klassenfahrten bewusst im Funkloch zu machen.

    > du kannst krank machen, die kündigung einreichen, wirklicher
    > zwang ist keiner da, höchstens konsequenzen!

    Ich habe es immer mit Worten geschafft. Bei meinen Chefs sowieso,
    die kannten meine Leistungen ja und ich war schlau genug, mir
    immer was schriftliches mitgeben zu lassen.

    > was sind das nur alles für luschen geworden, brauchen
    > navi aufm berg ... nicht dass man da hochsteigen und
    > runterglotzen könnte, oder wen fragen ... die gusche ist
    > nicht nur zum einschaufeln da! ;-)

    Ach, wie gern würde ich mal wieder richtig schöne Berge sehen :)

    Bergsteigen in den Dolomiten habe ich als Kind geliebt.
    Nirgendwo ist die Natur so schön und zumindest damals
    auch fast Menschenleer.

    Trotzdem würde ich heute vorher und auch gerne Unterwegs
    bei der Brotzeit mal schauen, wo ich bin und wo es weiter
    geht und da ist Google Maps eine tolle Hilfe.

    Ich liebe es zu Planen, ich mache nichts ohne Plan. Einfach
    irgendwo hinlaufen und das war dann falsch, würde mich
    extrem nerven.

    Natürlich könnte man zur Not auch andere fragen, aber
    mein Verständnis von Bildern ist 1000 mal besser als das
    von Worten. Luftbild gesehen, alles klar. Erklärung gehört,
    nur "bla bla bla" im Kopf. :)

    > und selbst wenn du dich verläufst...

    Nein, das mache ich nicht. Das ist mir nie passiert. Ich habe
    mich immer so gut informiert, das ich alles wusste, wo ich
    langlaufen muss. Ich brauche immer Pläne. :)

  20. Re: Funklöcher können aber auch grausam sein!

    Autor: plutoniumsulfat 15.08.16 - 16:56

    Das ist ja sehr toll, wenn das deine Erfahrungen sind, aber die Menschen sind verschieden. Auch du solltest einsehen, dass du selbst zu einer Minderheit gehörst und nicht jeder, der Tendenzen in diese Richtung zeigt, nicht auch etwas vom Leben draußen mitbekommen soll (wie es eben auf Klassenfahrten so ist).

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