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Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: koflor 17.05.13 - 11:56
Die Zulieferer ohne einen Erfolgsbeweis unter Druck zu setzen, dass sie mit Verlusten liefern müssen. Man sieht es ja an Foxconn und deren Arbeitern - weder der Konzern noch die Mitarbeiter haben Anteil an dem Erfolg der iProdukte.
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Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: dabbes 17.05.13 - 11:57
Das ist nunmal Business und keine Spielplatz.
Niemand zwingt eine Firma mit Apple, oder wem auch immer, ein Geschäft zu machen. -
Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: zastamann 17.05.13 - 12:08
Apple versucht natürlich bei solchen Experimenten wie dem Iphone möglichst viel Risiko bei den Lieferanten abzuwälzen.
Sie wären ja blöd wenn sie es anders machen würden.
Da kommt es halt vor, dass ein Lieferrant dann mit seinen Kalkulationen zum Entschluss kommt, dass sich dieses Geschäft nicht lohnt. (sofern es nicht einen iPhone-Boom geben wird den man ja nicht einplanen kann) -
Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: Anonymer Nutzer 17.05.13 - 12:50
>> Die Zulieferer ohne einen Erfolgsbeweis unter Druck zu setzen, dass sie mit
>> Verlusten liefern müssen.
??? Ein Unternehmen (in diesem Fall Apple, austauschbar durch jedes andere) hat hier eine Idee für ein Produkt und benötigt dafür Komponenten. Es sondiert die Lage bei anderen Unternehmen: könnt/wollt Ihr uns X Stück des Produkty Y für Z Dollar/Euro liefern? Das Unternehmen, wo angefragt wird, muss jetzt rechnen (hier Intel).
Ja? -> Geschäft wird gemacht.
Nein? -> Geschäft kommt nicht zustande, das anfragende Unternehmen muss Alternativen suchen.
Intel hat sich hier verrechnet und abgelehnt. Folge: in den meistverkauften Telefonen (nicht nur iPhone) steckt KEINE Intel-CPU. Intel versucht verzweifelt, irgendwie in den Markt zu kommen, der seit 2007 praktisch ohne Intel stattgefunden hat. Hätte Intel richtig kalkuliert, hätten sie einen gigantischen Erfolg gehabt und stünden heute ganz woanders. Das ist, was Otellini hier sagt.
>> Man sieht es ja an Foxconn und deren Arbeitern - weder der
>> Konzern noch die Mitarbeiter haben Anteil an dem Erfolg der iProdukte.
Ich habe mir mal den Spaß gemacht und nachgelesen.
Foxconn (oder besser gesagt Hon Hai) liefert nicht nur an Apple, sondern vieles, was wir an Elektronik und Rechnern nutzen. Großkunden sind neben Apple u.a. Hewlett Packard, Nintendo und Sony. 2012 hat Hon Hai den Gewinn gegenüber 2011 um 16% gesteigert. Der Konzern scheint also Erfolg zu haben. ;)
Für Hon Hai arbeiten mehr als 1.000.000 Menschen. Seit 2010 haben sich "mehr als ein Dutzend" das Leben genommen, so heißt es in einigen Quellen. Ich möchte das nicht verharmlosen. Es ist tragisch, wenn sich Menschen das Leben nehmen. Und es ist unerträglich (und offen gesagt verrückt), wenn sie es wegen eines Jobs tun. Bei allem Sensationsjournalismus sollte man allerdings mal hinterfragen, wie viele Menschen das waren, die sich hier das Leben genommen haben. Eine Quelle spricht von 12 Selbstmorde je 100.000 Beschäftigte bei Hon Hai. Lt. WHO nehmen sich in den USA 17 von 100.000 Einwohnern das Leben. Ich will nichts relativieren. Aber manchmal hilft es, mit offenen Augen auf etwas zu schauen. Die Arbeitsverhältnisse bei Hon Hai sind nach unseren Standards nicht gut. In China herrschen aber andere Standards. Und Hon Hai ist in China durchaus ein gefragter Arbeitgeber. Apple hat sich aufgrund der andauernden Kritik an Hon Hai als Zulieferer der Fair Labor Association angeschlossen und diese mit Prüfungen von Hon Hai beauftragt (im Gegensatz zu HP, Nintendo und Sony, die sich nicht wirklich daran stören). Als Folge wurden bei Hon Hai eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen und umgesetzt. Darunter auch die Reduzierung der Arbeitsstunden pro Woche. Das hat übrigens bei nicht wenigen Arbeitern zu Kritik geführt: viele arbeiten bei Hon Hai bewusst Überstunde um Überstunde, um mit dem Verdienten schnell wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Sie sind nicht glücklich darüber, dass sie jetzt "nur" noch max. 60 Stunden arbeiten dürfen. Alles nicht so einfach.
Die chinesischen Arbeiter, Hon Hai, Apple und letztlich wir als Kunden wollen für alle für sich selbst das Beste. So läuft das nun mal. Jeder ist sich selbst der Nächste. Das sind alles keine Heiligen. Und jeder kann entscheiden, was er möchte. Der Arbeiter, ob er für Hon Hai arbeiten will. Apple, zu welchem Preis sie produzieren und verkaufen wollen. Hon Hai, ob sie für Apple produzieren wollen. Die Kunden, ob und zu welchem Preis sie das Produkt kaufen wollen.
Die Welt ist bunt...
4 mal bearbeitet, zuletzt am 17.05.13 13:03 durch chol_4C. -
Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: ichplatzegleich 17.05.13 - 12:54
koflor schrieb:
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> Die Zulieferer ohne einen Erfolgsbeweis unter Druck zu setzen, dass sie mit
> Verlusten liefern müssen. Man sieht es ja an Foxconn und deren Arbeitern -
> weder der Konzern noch die Mitarbeiter haben Anteil an dem Erfolg der
> iProdukte.
Die gibst Apple die Schuld obwohl der Intel Ex-Chef selbst zugibt, dass sie sich verkalkuliert haben? Wo ist da der Sinn? -
Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: Algo 17.05.13 - 13:37
koflor schrieb:
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> Die Zulieferer ohne einen Erfolgsbeweis unter Druck zu setzen, dass sie mit
> Verlusten liefern müssen. Man sieht es ja an Foxconn und deren Arbeitern -
> weder der Konzern noch die Mitarbeiter haben Anteil an dem Erfolg der
> iProdukte.
Siehs mal so: Wahrscheinlich hatte Apple schon ein Angebot von Samsung oder iregendeinem anderen Hersteller für eine ARM CPU. Vielleicht hätten sie lieber einen Intel Prozessor gehabt oder aber sie wären für einen günstigeren Preis gewechselt.
Du suchst doch auch das für dich Beste Angebot, wenn du z.b. Einen Fernseher, Waschmaschine oder Smartphone kaufst.
Wenn Apple keine Alternativen hätte würden sie wohl kaum einen bestimmten Preis verlangen, sonderen Fragen was würde uns der Prozessor kosten. -
Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: Tuni123 17.05.13 - 13:39
Was wundert ihr euch? Wenn es um Apple geht setzt eben bei manchen das Gehirn aus.
Resultat ist dann so ein Kommentar wie der erste hier... -
Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: Kernschmelze 17.05.13 - 13:49
Apple-User sind doch immer die Bösen. Gut, dann bin ich halt böse, wenn ich dadurch meinen Mac behalten kann.
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Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: Wechselgänger 17.05.13 - 14:27
chol_4C schrieb:
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> Intel hat sich hier verrechnet und abgelehnt. Folge: in den meistverkauften
> Telefonen (nicht nur iPhone) steckt KEINE Intel-CPU. Intel versucht
> verzweifelt, irgendwie in den Markt zu kommen, der seit 2007 praktisch ohne
> Intel stattgefunden hat. Hätte Intel richtig kalkuliert, hätten sie einen
> gigantischen Erfolg gehabt und stünden heute ganz woanders. Das ist, was
> Otellini hier sagt.
Ob ein iPhone mit Intel-CPU derselbe Erfolg geworden wäre, ist unklar.
Intel hatte damals keine CPU, die in Sachen Energieverbrauch in derselben Liga spielte wie ARM. Erst vor ein paar Monaten gab es das erste Smartphone mit Intel-CPU, das eine ARM-CPU nahtlos ersetzen kann.
Und ein iPhone mit deutlich kürzerer Laufzeit und/oder schwerer und/oder heisser wäre nicht unbedingt der Renner geworden. -
Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: M.P. 17.05.13 - 15:06
Nachhilfe in Geschichte:
Der StrongARM von Digital Equipment wurde im Apple Newton eingesetzt.
> https://de.wikipedia.org/wiki/ARM_StrongARM
Über eine Ecken hat dann Intel die Rechte von DEC bekommen, das Produkt weiterentwickelt, und nach XScale umbenannt
> https://de.wikipedia.org/wiki/Xscale
(Meine Theorie)
Statt in 2006 bei den Verhandlungen mit Apple diesen Auftrag als Rettungsanker für die eigene ARM-Linie zu sehen, hat man sich anders entschieden, und die ARM-Sparte an Marvell verkauft. -
Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: IpToux 17.05.13 - 18:48
Ich denke schon das Intel 2006/2007 eine CPU hatte, sonst wäre Apple doch gar nicht erst auf die zugegangen.
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Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: sav 17.05.13 - 18:54
"Eine Quelle spricht von 12 Selbstmorde je 100.000 Beschäftigte bei Hon Hai. Lt. WHO nehmen sich in den USA 17 von 100.000 Einwohnern das Leben. Ich will nichts relativieren. Aber manchmal hilft es, mit offenen Augen auf etwas zu schauen."
Der Vergleich ist aber auch nicht ganz glücklich, weil Selbstmorde von Beschäftigte nicht unbedingt mit Selbstmorden von (allen) Einwohnern gleichgesetzt werden können. Bei den Einwohnern allgemein werden sicherlich viele Dabei sein die ihren Job verlieren und keine Perspektive mehr im Leben sehen, während man bei Beschäftigten die gründe ggf. wo anders suchen muss. -
Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: hei_zen 18.05.13 - 00:34
koflor schrieb:
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> Man sieht es ja an Foxconn und deren Arbeitern -
> weder der Konzern noch die Mitarbeiter haben Anteil an dem Erfolg der
> iProdukte.
Frag doch mal einen Chinesen wie die das sehen. Eine breite Gesellschaftsschicht ist froh um die vergleichsweise gut bezahlten Jobs dort.
Und wie viele Milliarden der Konzern allein mit Apple scheffelt, sowie so ziemlich allen Branchengrößen (die unter den selben Bedingungen wie Apple dort fertigen lassen), kannst du dir eigentlich selbst ausmalen.
Aber naja, Hauptsache mal geflamed oder? -
Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: Suedfrucht 18.05.13 - 09:47
hei_zen schrieb:
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> koflor schrieb:
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> > Man sieht es ja an Foxconn und deren Arbeitern -
> > weder der Konzern noch die Mitarbeiter haben Anteil an dem Erfolg der
> > iProdukte.
>
> Frag doch mal einen Chinesen wie die das sehen. Eine breite
> Gesellschaftsschicht ist froh um die vergleichsweise gut bezahlten Jobs
> dort.
Du glaubst wirklich was Du da schreibst, oder?
Die vergleichsweise GUT??? bezahlten Jobs da?
Der Durchschnitssverdienst liegt in China bei 502 ¤ pro Monat
http://german.china.org.cn/business/txt/2012-04/06/content_25077521.htm
Foxcon zahlte zuerst weit weniger als der regoniale Mindestlohn von 80 Dollar im Monat, nachdem dies publik wurde ist dies erhöht worden auf irgendwas um die 244 Dollar was nun aktuell so ziemlich exakt beim Mindestlohn liegt.
Seit die 60 Stunden Woche eingeführt wurde haben sich noch ein paar Leute das Leben genommen weil sie mit der "geringen" Stundenanzahl nicht mehr das Geld verdienen um der Familie das überleben zu sichern.
Aber ist klar, die Chinesen sind happy das Foxxcon sooo fürstlich bezahlt...
Die Friseure hier in Deutschland sind bestimmt auch total glücklich mit 5 Euro die Stunde, reicht doch locker zum leben...
> Und wie viele Milliarden der Konzern allein mit Apple scheffelt, sowie so
> ziemlich allen Branchengrößen (die unter den selben Bedingungen wie Apple
> dort fertigen lassen), kannst du dir eigentlich selbst ausmalen.
>
> Aber naja, Hauptsache mal geflamed oder?
Zu deinem letzten Satz sag ich nach dem Inhalt deines Postings jetzt lieber nichts... -
Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: Gamma Ray Burst 18.05.13 - 10:50
ichplatzegleich schrieb:
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> koflor schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
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> > Die Zulieferer ohne einen Erfolgsbeweis unter Druck zu setzen, dass sie
> mit
> > Verlusten liefern müssen. Man sieht es ja an Foxconn und deren Arbeitern
> -
> > weder der Konzern noch die Mitarbeiter haben Anteil an dem Erfolg der
> > iProdukte.
>
> Die gibst Apple die Schuld obwohl der Intel Ex-Chef selbst zugibt, dass sie
> sich verkalkuliert haben? Wo ist da der Sinn?
Apple ist immer schuld, weil Apple grundsaetzlich boese ist, nennt sich dogmatische Verblendung.
Samsung/Google uneingeschränkt gut Apple uneingeschränkt boese.
Grund: Apple zerstört die Vorstellung das Technik und Design sich ausschließen, in der Folge gehen Weltbilder ganzer Informatiker Kohorten unter, das so etwas wie User Interface ueberfluessig ist.
Apple hat klar gemacht das Design Erfolg bedeuten kann seit dem haben es auch die letzten Geschaeftsfuehrer verstand, und die verlangen nun von ihren IT Abteilungen viel mehr Simplicity.
Die Verneinung des Sinnes von User Interfaces, hat in der IT ganze Karrieren gepraegt. In dem Sinne bedroht Apple die Karriere, das Selbstbild und auch den eigenen Wohlstand.
Google und Samsung sind der Erde naeher und geben den ganzen IT Handwerkern einen Sinn.
Sorry fuer die lange Antwort. Aber ich kann diesen Irrationalismus nicht anders erklaeren. -
Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: Cohaagen 18.05.13 - 13:16
Suedfrucht schrieb:
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> Der Durchschnitssverdienst liegt in China bei 502 ¤ pro Monat
> german.china.org.cn
Lies den Artikel besser noch mal durch: "Die Löhne wurden nicht in normalem Dollar berechnet sondern in Kaufkraft. Der Wert eines Dollars in Kaufkraft gerechnet entspricht dem, was ein Arbeiter für einen Dollar in den Vereinigten Staaten kaufen könnte."
Der tatsächliche Durchschnittsverdienst in China (also ohne Berücksichtigung der niedrigeren Lebenshaltungskosten) wird weit unter den 502 ¤ liegen. -
Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: Suedfrucht 18.05.13 - 13:37
Cohaagen schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Suedfrucht schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
> -----
> > Der Durchschnitssverdienst liegt in China bei 502 ¤ pro Monat
> > german.china.org.cn
>
> Lies den Artikel besser noch mal durch: "Die Löhne wurden nicht in normalem
> Dollar berechnet sondern in Kaufkraft. Der Wert eines Dollars in Kaufkraft
> gerechnet entspricht dem, was ein Arbeiter für einen Dollar in den
> Vereinigten Staaten kaufen könnte."
>
> Der tatsächliche Durchschnittsverdienst in China (also ohne
> Berücksichtigung der niedrigeren Lebenshaltungskosten) wird weit unter den
> 502 ¤ liegen.
Dann lies meinen Beitrag mal zu Ende.
Foxxcon zahlt grade den Mindestlohn.
Von "gut bezahlt" kann also keine Rede sein -
Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: DrWatson 18.05.13 - 14:16
Suedfrucht schrieb:
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> Dann lies meinen Beitrag mal zu Ende.
> Foxxcon zahlt grade den Mindestlohn.
> Von "gut bezahlt" kann also keine Rede sein
In China gibt es einen Mindestlohn? -
Re: Kein Wunder bei der Arroganz Apples...
Autor: der_Volker 20.05.13 - 14:46
sav schrieb:
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> Der Vergleich ist aber auch nicht ganz glücklich, weil Selbstmorde von
> Beschäftigte nicht unbedingt mit Selbstmorden von (allen) Einwohnern
> gleichgesetzt werden können.
Dann musst du aber auch berücksichtigen, dass die ja auf dem Werksgelände leben. Die arbeiten weit weg von zuhause. Ein Selbstmord mit Autoabgasen in der Garage fällt da aus.



