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Austauschbare Komponenten sind den Kunden egal
Autor: kayozz 05.09.16 - 09:25
Ich spreche nicht von mir, ich verwende mein Handy immer bis gar nichts mehr geht. Aber: 90% der Leute die ich kenne haben alle ein bis zwei Jahre ein neues Handy. Und da die meisten Hersteller mittlerweile leider Display und Akku so verkleben, dass ein Austausch für den Laien eh nicht in Frage kommt.
Was wirklich Sinn mach wäre aber
a) Wechselakkus wie im LG G5 verpflichtend vorzuschreiben (so wie Oettinger das mit dem Ladekabel gemacht hat).
b) Displays wechselbar (ich sehe so oft leute mit defektem Display)
c) optional: Zusatzslots für was auch immer
damit hätte man 95% alle Fälle erschlagen. Ein wechselbarer Prozessor ist eh i.d.R. nicht praktikabel, da dann ja auch die Kühlung / der Akku darauf abgestimmt sein müssen. -
Re: Austauschbare Komponenten sind den Kunden egal
Autor: most 05.09.16 - 09:32
Richtig, Leute nutzen ihr Smartphone meist so 2-3 Jahre.
Aber das mit den unwechselbaren Komponenten kann ich nicht bestätigen.
Displays und Akkus kann man bei vielen Modellen zumindest beim Dienstleister tauschen, Im Internet gibt es für viele Modelle Anleitungen und Sets zum selber machen.
Hier z.B. das S6 Edge
https://www.youtube.com/watch?v=HSSWpvFmh4s
Das kostet je nach Modell natürlich auch mal 100¤ für den Displaytausch, Modulare Erstazkomponenten wären aber bestimmt nicht wirklich billiger. -
5-10% Nische ist doch was
Autor: miauwww 05.09.16 - 09:44
und außerdem solls ja wohl auch darum gehen, dass mehr Leute diesen Schwachsinn nicht mehr mitmachen, immer neue Geräte zu kaufen. Dementsprechend macht eine gewisse Modularität absolut Sinn. Siehe Fairphone 2: in Sachen Reparierbarkeit Spitze, und Upgrades sollen wohl bald kommen. Wenn dann die Ports für Ubuntu und Sailfish auch fertig sind, hat man sogar mehr OS-Wahlmöglichkeiten als bei jedem anderen Telefon.
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Re: 5-10% Nische ist doch was
Autor: Pjörn 05.09.16 - 10:15
Das mit dem Fairphone wird für mich erst dann interessant, wenn das Core Modul vom nächsten Modell (FP3) auch in den derzeit aktuellen Geräten integriert werden kann.
Also eine kompromisslose Nachhaltigkeit. Mindestens für eine Hardware Generation.
Ave Arvato! -
Re: 5-10% Nische ist doch was
Autor: Tamashii 05.09.16 - 10:17
Pjörn schrieb:
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> Das mit dem Fairphone wird für mich erst dann interessant, wenn das Core
> Modul vom nächsten Modell (FP3) auch in den derzeit aktuellen Geräten
> integriert werden kann.
>
> Also eine kompromisslose Nachhaltigkeit. Mindestens für eine Hardware
> Generation.
Genau so sehe ich das auch, aber solch einen Weitblick hat bisher kaum ein Hersteller bewiesen - eigentlich GAR KEINER bisher...
Ich hoffe, Fairphone hat diesen Weitblick, dann wäre mein nächstes Gerät auf jeden Fall eines... -
Re: 5-10% Nische ist doch was
Autor: Muhaha 05.09.16 - 10:22
Tamashii schrieb:
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> Ich hoffe, Fairphone hat diesen Weitblick, dann wäre mein nächstes Gerät
> auf jeden Fall eines...
Die Fairphone-Betreiber haben eine klare Vision davon, wohin sie wollen. Da geht es nicht einfach nur darum NOCH ein Smartphone auf den Markt zu werfen, sondern es geht hier um die schrittweise (!) Realisierung eines Ideals. Um zeigen, dass man es tatsächlich auch anders machen kann, dass es praktikable und umsetzbare Alternativen gibt. Wenn hier jemand Weitblick hat, dann diese Leute :) -
Golem könnte mal nachfragen...
Autor: miauwww 05.09.16 - 10:27
Pjörn schrieb:
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> Das mit dem Fairphone wird für mich erst dann interessant, wenn das Core
> Modul vom nächsten Modell (FP3) auch in den derzeit aktuellen Geräten
> integriert werden kann.
>
> Also eine kompromisslose Nachhaltigkeit. Mindestens für eine Hardware
> Generation.
Wäre schön, Golem würde mal nachfragen und einen Artikel draus machen. So weit ich weiß, soll es zunächst ein paar Hardwareupgrades geben (bessere Kamera, vielleicht stärkere Batterie). Und die Diskussion um FP3 ist im Gange - und verschiedentlich wurde genau das gefordert, was Du auch forderst. Es ist recht wahrscheinlich, dass es kein eigentlich neues Gerät geben wird, genau aus dem genannten Grund. -
Re: 5-10% Nische ist doch was
Autor: Schnarchnase 05.09.16 - 10:46
miauwww schrieb:
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> Dementsprechend macht eine gewisse Modularität absolut Sinn. Siehe
> Fairphone 2: in Sachen Reparierbarkeit Spitze, und Upgrades sollen wohl
> bald kommen. Wenn dann die Ports für Ubuntu und Sailfish auch fertig sind,
> hat man sogar mehr OS-Wahlmöglichkeiten als bei jedem anderen Telefon.
Scheint auch nicht ganz abwegig zu sein, immerhin kommt mit dem Puzzlephone noch ein modulares Telefon auf den Markt, wenn auch nur bestehend aus 3 Modulen. Da wird es hoffentlich auch Sailfish OS für geben, dann gäbe es endlich mal wieder frei kaufbare SFOS-Geräte. -
Re: 5-10% Nische ist doch was
Autor: powa 05.09.16 - 10:58
Modularität macht ja nur dann Sinn, wenn das Betriebssystem auch regelmäßig und durchgehend geupdatet werden kann. Wenn man eine große Auswahl anbieten können soll und viele Module hat, dann entspricht das ganze einem Desktop-PC. Mit der nötigen Treiberentwicklung sind ja die meisten schon überfordert. Jetzt noch für Android eigene Treiber für jedes Modul herstellen zu müssen ist wahrscheinlich ein Graus.
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Re: 5-10% Nische ist doch was
Autor: wasabi 05.09.16 - 11:20
> Wenn man eine große Auswahl anbieten
> können soll und viele Module hat, dann entspricht das ganze einem
> Desktop-PC.
Den auch iummer weniger Leute haben - Notebooks haben sich durchgesetzt, das Argument "aber die kann man doch nicht aufrüsten" interessiert die Masse dabei nicht. Haben Otto-Normaluser jemals die CPU ihres Desktop-PCs gewechselt?
man schimpft auch viel über Apple (bzw. machen das andere auch zunehmend), bei deren Notebooks man bald gar nichts mehr austauschen kann. Aber die meisten interessiert das nicht. Ich kenne genügend Leute aus meinem Umfeld (die eben nicht technik/IT-addin sind), welche Notebooks hatten, bei denen man noch ganz klassisch den Akku, den Arbeitsspeicher und die Festplatte ganz einfach tauschen kann. Haben sie aber nie genutzt, stattdessen irgendwann gesagt "ach, lohnt nicht, da kauf ich mir einfach gleich ein ganz neues Notebook"
Und das gleiche Problem sehe ich auch bei aufrüstbaren Smartphones.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.09.16 11:21 durch wasabi. -
Re: 5-10% Nische ist doch was
Autor: Muhaha 05.09.16 - 11:30
wasabi schrieb:
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> Und das gleiche Problem sehe ich auch bei aufrüstbaren Smartphones.
Modulare Smartphone sind derzeit ein Nischenprodukt und nichts, was die große Masse haben will.
Aber modulare Smartphones, sobald sie sich etabliert haben, haben Einfluss auf künftige Designs für den Massenmarkt. Wechselbare Displays und Akkus WERDEN mit Sicherheit kommen. Das ist kein theoretischer Zukunftsgedanke mehr, wenn schon entsprechende Vorschriften in der Politik diskutiert werden. Andere Features werden sich vielleicht als modularer Baustein durchsetzen, vielleicht bleibt es bei Display/Akku. Weiß man noch nicht, wird sich erst herausstellen. -
Re: 5-10% Nische ist doch was
Autor: miauwww 05.09.16 - 11:45
> Scheint auch nicht ganz abwegig zu sein, immerhin kommt mit dem Puzzlephone
> noch ein modulares Telefon auf den Markt, wenn auch nur bestehend aus 3
> Modulen. Da wird es hoffentlich auch Sailfish OS für geben, dann gäbe es
> endlich mal wieder frei kaufbare SFOS-Geräte.
Das Puzzlephone verzögert sich leider von Jahr zu Jahr... jetzt heißt es: vielleicht 2017 -
Re: 5-10% Nische ist doch was
Autor: RicoBrassers 05.09.16 - 11:55
wasabi schrieb:
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> Haben Otto-Normaluser jemals die CPU ihres Desktop-PCs gewechselt?
Wie denn, wenn der Platzhirsch (Intel) alle 2 Jahre andere Sockel nutzt? :D
Falls KabyLake für 1151 kommen sollte, wird spätestens die Nachfolge-Generation einen neuen Sockel bekommen. -
Re: 5-10% Nische ist doch was
Autor: Schnarchnase 05.09.16 - 12:29
Muhaha schrieb:
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> Modulare Smartphone sind derzeit ein Nischenprodukt und nichts, was die
> große Masse haben will.
Das weißt du woher? Wieviele gibt es am Markt zu kaufen?
Ich weiß nicht ob es für mich Modular sein muss, aber so ein leicht zu reparierendes Gerät wie das Fairphone 2 ist für mich definitiv ein starkes Kaufargument. -
Re: 5-10% Nische ist doch was
Autor: Schnarchnase 05.09.16 - 12:39
miauwww schrieb:
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> Das Puzzlephone verzögert sich leider von Jahr zu Jahr... jetzt heißt es:
> vielleicht 2017
Ja leider. Ich schätze mal neben dem Geld fehlt es in so kleinen Firmen an mancher Stelle auch an Know-How. Das ist für die Wartenden zwar ärgerlich, aber für mich durchaus nachvollziehbar. Mich ärgert das schlechte Angebot im Smartphone-Markt schon länger, aber nachdem ich gesehen habe was nötig ist um selbst ein Gerät auf den Markt zu werfen, habe ich die Idee wieder verworfen. -
Re: 5-10% Nische ist doch was
Autor: wasabi 05.09.16 - 12:59
> Aber modulare Smartphones, sobald sie sich etabliert haben, haben Einfluss
> auf künftige Designs für den Massenmarkt. Wechselbare Displays und Akkus
> WERDEN mit Sicherheit kommen.
Aber warum sollen sie sich etablieren? Bei Notebooks ist das Aufrüsten noch naheligender, aber auch da haben es nur die wenigstens Leute gemacht. Und jetzt geht der Trend eben deshalb davon sogar weg. Wenn man also bei PCs zunehmend von abgkommt, die Geräte modular zu machen, warum sollte man das dann bei Smartphones einführen?
> Das ist kein theoretischer Zukunftsgedanke
> mehr, wenn schon entsprechende Vorschriften in der Politik diskutiert
> werden.
Klar, mit Gewalt (also Politik) kann man das machen. Aber warum fängt die nicht bei Apple-Notebooks an?
> Andere Features werden sich vielleicht als modularer Baustein
> durchsetzen, vielleicht bleibt es bei Display/Akku.
Bei Akkus war es normal, dass man wechseln konnte, mittlerweile kommt man davon wieder ab. OK, das könnte als "wiederkommen". Beim Display wüsste ich nicht, warum das von Otto-Normaluser gewechselt werden könnten. Solange eine Reparatur beim "iPhone-Doktor" für nicht zuviel Geld machbar ist, sehe ich da keinen Grund für. -
Re: 5-10% Nische ist doch was
Autor: Muhaha 05.09.16 - 13:07
Schnarchnase schrieb:
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> Das weißt du woher? Wieviele gibt es am Markt zu kaufen?
Modulare Smartphones sind schon aus Prinzip ein Nischenprodukt, weil eine Erhöhung der Auswahlmöglichkeiten den Kundenkreis einschränkt. Diese Erfahrungen hat man aus vielen Jahrzehnten im dem Consumer-Bereich gesammelt. Je mehr Auswahlmöglichkeiten ein Kunde bei einem Produkt hat, desto weniger wird dieses Produkt gekauft. Vor allem, wenn zur richtigen Auswahl extensives Wissen über Spezialgebiete nötig ist. Die Masse stellt sich deswegen keinen PC aus sorgsam aufeinander abgestimmten Komponenten zusammen, sondern kauft einfach einen Rechner von der Stange. Kaufen, einschalten, benutzen. Was kaputt? Neuer Komplettrechner kaufen. Weil einfacher, schneller, bequemer.
> Ich weiß nicht ob es für mich Modular sein muss, aber so ein leicht zu
> reparierendes Gerät wie das Fairphone 2 ist für mich definitiv ein starkes
> Kaufargument.
Für mich auch, deswegen kommt demnächst ein FP2 ins Haus, aber unser Wunsch IST die Nische. Da sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Die Masse hat an sowas kein Interesse. Sogar in Punkto wechselbarem Display und Akku schafft es die Masse nicht genügend Druck auf die Hersteller auszuüben, sondern kauft sich weiterhin neue Geräte mit verklebten Komponenten. Weil es dann doch nicht so wichtig ist. Und man doch lieber das neue, coolere Smartphone haben möchte.
Die Masse hat kein Interesse an modularen Smartphones und viele Hersteller haben kein Interesse ihrer größten Zielgruppe Geräte aufzuschwatzen, die diese nicht haben will. -
Re: 5-10% Nische ist doch was
Autor: Muhaha 05.09.16 - 13:13
wasabi schrieb:
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> Aber warum sollen sie sich etablieren?
Weil es dafür einen Markt gibt. Der zwar nicht allzu groß sein wird, aber es besteht schon ein substanzielles Interesse an modularen Smartphones. Genug, damit sich das rentieren könnte.
> Klar, mit Gewalt (also Politik) kann man das machen. Aber warum fängt die
> nicht bei Apple-Notebooks an?
Weil Apple-Notebooks nicht so zahlreich in der Bevölkerung vertreten sind im Vergleich zu Smartphones?
> Bei Akkus war es normal, dass man wechseln konnte, mittlerweile kommt man
> davon wieder ab. OK, das könnte als "wiederkommen". Beim Display wüsste ich
> nicht, warum das von Otto-Normaluser gewechselt werden könnten. Solange
> eine Reparatur beim "iPhone-Doktor" für nicht zuviel Geld machbar ist, sehe
> ich da keinen Grund für.
Hast Du Dich mal in der Öffentlichkeit umgeschaut, wieviele Leute da mit kaputten Displays herumlaufen? Weil kaum jemand sein Smartphone zur Reparatur weggeben (!) möchte. Wenn man aber das Display mit ein, zwei simplen Handgriffen selber austauschen könnte ... da muss sich niemand mehr von seinem zentralen Bewusstseinauslagerungsgerät verabschieden. Man kauft ein neues Display, *ratschclick* und das neue Display steckt auf dem Smartphone. Fertig, Thema erledigt. -
Re: 5-10% Nische ist doch was
Autor: wasabi 05.09.16 - 13:21
> Wie denn, wenn der Platzhirsch (Intel) alle 2 Jahre andere Sockel nutzt?
> :D
Ja, da ist was dran. Aber selbst wenn es nicht so wäre: Unser erster "richtiger" PC war 1998 ein Pentium II 233. Ich dachte zunächst noch, dass es ja aufrüsttechnisch sinnvoll ist, das kleinste Modell eines Sockels zu bekommen. Ich glaube dass man da theoretisch noch einen Celeron 733 hätte drauf machen können, das wäre schon ein ordentlicher Schub gewesen. Aber auch das haben wir nicht gemacht. Das Ding war nicht als Spiele-PC gedacht. Und nach vielen Jahren wurde dann stattdessen ein ganz neuer gekauft, weil das aufrüsten nicht gelohnt hätte. -
Re: 5-10% Nische ist doch was
Autor: stiGGG 05.09.16 - 13:42
Muhaha schrieb:
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> Hast Du Dich mal in der Öffentlichkeit umgeschaut, wieviele Leute da mit
> kaputten Displays herumlaufen? Weil kaum jemand sein Smartphone zur
> Reparatur weggeben (!) möchte. Wenn man aber das Display mit ein, zwei
> simplen Handgriffen selber austauschen könnte ... da muss sich niemand mehr
> von seinem zentralen Bewusstseinauslagerungsgerät verabschieden. Man kauft
> ein neues Display, *ratschclick* und das neue Display steckt auf dem
> Smartphone. Fertig, Thema erledigt.
Unsinn. Woher sollen denn die gleichen Leute, welche die 150¤ für den iPhone Doktor schon gerade nicht parat haben, plötzlich die 250¤ für das neue Steckdosplay herzaubern?



