Abo
  1. Foren
  2. Kommentare
  3. Handy
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Smartphones: Für Huawei wird es eng

Eng werden ...

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Eng werden ...

    Autor: .02 Cents 23.09.19 - 12:48

    Ich bin kein Experte, aber ich würde vermuten, dass die Konsumer Geräte für Mobiltelefonie Sparte bei Huawei nur eine Sparte von vielen ist. Diese komplett über Bord zu schmeissen würde das Unternehmen vermutlich nicht allzu stark in Schieflage bringen.

    Von daher scheint die Überschrift schon etwas verzerrt …

    Ich würde auch langfristig mindestens so starke Probleme für die US Software Industrie und ihre weltweite Reichweite sehen. Wenn ein Präsident für seine Tagespolitik per Dekret ganze Lieferketten in Geiselhaft nehmen kann, ist das für alle Hersteller problematisch. Deutschland zum Beispiel taucht ja auch regelmässig auf dem Feindbild-Radar des aktuellen Präsidenten auf, das stark mit wirtschaftspolitischen Einzelinteressen verknüpft ist. Globale Fertigungs- und Lieferketten muss man vor dem Hintergrund schon hinterfragen. Zweifelhaft zum Beispiel, ob deutsche Autos ohne Zulieferprodukte / Patente u.ä. von US Lieferanten fahrbereit wären, oder ob die USA nicht auch deutschen Unternehmen die Nutzung ihrer eigenen "Intellectual Property" (im weitesten Sinne) untersagen könnte, wenn diese entsprechend in den USA registriert sind. Die Iran Embargos der USA sind ja vor allem deswegen so wirksam, weil hier ja auch Firmen in Haftung genommen werden, die nur im 3. oder 4. Grad an Geschäften beteiligt sind.

    Wenn man anfängt diese Art politisches Risiko in Produktplanung einzukalkulieren, muss man über kurz oder lang zu dem Schluss kommen, das eben nicht nur die Datenhaltung auf US Servern ein Risiko ist was die Einhaltung europäischer Rechtsnormen angeht. Für jede (nicht nur Software) Komponente muss man das Ausfallrisiko hinterfragen. Das war für die USA in den allermeisten Bereichen bislang nahezu 0, aber je mehr sich zeigt, wie wenig Grenzen politischer Willkür gesetzt sind, je weniger bleibt diese Annahme wahr.

    Neben dem Risiko für bestehende Lieferketten im allgemeinen ist das aber auch eine Chance für neue Lieferanten. Software von einem europäischen Hersteller (was auch entsprechende freie Software einschliessen soll …), deren Verwendung kein Dekret eines US Präsidenten verhindern kann. Das ist letztlich auch eine Chance für ein an Konsens und übernationalen Regelungen orientiertes politisches Modell im Gegensatz zu den Anglo-Amerikanischen Modellen, deren Anfälligkeiten für Willkür gerade die Weltpresse beschäftigen.

  2. Re: Eng werden ...

    Autor: fox82 24.09.19 - 14:59

    .02 Cents schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin kein Experte, aber ich würde vermuten, dass die Konsumer Geräte für
    > Mobiltelefonie Sparte bei Huawei nur eine Sparte von vielen ist. Diese
    > komplett über Bord zu schmeissen würde das Unternehmen vermutlich nicht
    > allzu stark in Schieflage bringen.

    Huawai wird natürlich nicht untergehen, da springt zur Not der Staat ein.

    Ich denke auch, dass Huawai in China selbst einige Marktanteile im Highend Segment von Apple übernehmen kann, und so Verluste zB in Europa kompensieren kann.
    Apple ist in China ja eher am absteigenden Ast, einerseits weil sie nicht mehr so innovativ sind, andererseits aus patriotischen Gründen (die regelmäßigen Beleidigungen des Twitter Präsidenten hinterlassen da ja auch ihre Spuren).

    > Ich würde auch langfristig mindestens so starke Probleme für die US
    > Software Industrie und ihre weltweite Reichweite sehen.

    Ja, langfristig. In den nächsten Jahren erwarte ich da aber kaum Änderungen, gerade in Deutschland steht die Politik ja zB fest hinter Microsoft und bleibt fröhlich in einer massiven Abhängigkeit. Auch gegen andere US Konzerne wird trotz DSGVO, US Cloud Act usw. nichts unternommen.

    > Wenn man anfängt diese Art politisches Risiko in Produktplanung
    > einzukalkulieren, muss man über kurz oder lang zu dem Schluss kommen, das
    > eben nicht nur die Datenhaltung auf US Servern ein Risiko ist was die
    > Einhaltung europäischer Rechtsnormen angeht. Für jede (nicht nur Software)
    > Komponente muss man das Ausfallrisiko hinterfragen. Das war für die USA in
    > den allermeisten Bereichen bislang nahezu 0, aber je mehr sich zeigt, wie
    > wenig Grenzen politischer Willkür gesetzt sind, je weniger bleibt diese
    > Annahme wahr.

    Die Nutzung von US Cloud Diensten sollte in der EU schlicht verboten sein, da es keinerlei Datenschutz in den USA gibt, und da der US Staat seine Cloud Unternehmen immer zur Spionage zwingt - alles bestens bekannt.

    > Neben dem Risiko für bestehende Lieferketten im allgemeinen ist das aber
    > auch eine Chance für neue Lieferanten. Software von einem europäischen
    > Hersteller (was auch entsprechende freie Software einschliessen soll
    > …), deren Verwendung kein Dekret eines US Präsidenten verhindern
    > kann. Das ist letztlich auch eine Chance für ein an Konsens und
    > übernationalen Regelungen orientiertes politisches Modell im Gegensatz zu
    > den Anglo-Amerikanischen Modellen, deren Anfälligkeiten für Willkür gerade
    > die Weltpresse beschäftigen.

    Die Öffentliche Hand sollte natürlich Open Source von einheimischen Herstellern massiv fördern - das würde dann auch der ganzen Bevölkerung zu Gute kommen. Denn was einmal als Open Source / frei Software programmiert ist das kann ja von allen genutzt werden.
    Der Staat sollte auch offene Standards massiv fördern - dann gäbe es für Firmen weniger Zwang zB immer noch mit Microsoft Formaten zu hantieren weil das ja jeder macht.

    Leider passiert exakt das Gegenteil - US Konzerne zahlen Lobbyarbeit - "motivieren" Politiker - es wird (nicht freie) US Software eingesetzt und man ist zu 100% abhängig davon.

  3. Re: Eng werden ...

    Autor: quasides 24.09.19 - 21:48

    notwendigkeit mit ms formaten zu hantieren ist ohnehin bei dem großteil gar nicht mehr gegeben, schon lange nicht mehr.
    niemand versendet mehr word dokumente, läuft eh alles über pdf oder online forms

    am ehesten wird noch per excel daten ausgetauscht, schrift form aber eher weniger.

    die sache ist nur wirkliche alternativen gibts kaum, das leigt auch nicht am geld oder ließe sich mit förderungen beheben. es ist schlciht das alte problem das produktivsoftware für kompetnte top entwickler einfach ein sehr langweiliges feld ist. das will keiner machen.

    ein altes problem in diesem bereich, kenn so einige die darüber jammern das man zwar iene menge programmierer hat die aber eher 2te klasse sind und die top leute sich nicht für das thema interresieren würden, egal wiviel geld winkt, da gibts kein incentive.

  4. Re: Eng werden ...

    Autor: fox82 27.09.19 - 15:11

    quasides schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > notwendigkeit mit ms formaten zu hantieren ist ohnehin bei dem großteil gar
    > nicht mehr gegeben, schon lange nicht mehr.
    > niemand versendet mehr word dokumente, läuft eh alles über pdf oder online
    > forms

    Ich denke Libreoffice wäre der perfekte Ersatz, würde für die meisten Büroarbeitsplätze ausreichen.

    Problematisch ist es dann, wenn Büro Software missbraucht wird um Anwendungen zu "programmieren".
    Wenn also die Gemeinde mit MS Access, Word und Excel ihre Gemeindeverwaltung zusammenschustert. Wo dann in Dokumenten Programmcode (Makros) eingebettet sind.

    Das ist dann so falsch, dass es auch von Open Source nicht gerichtet werden kann (man gibt keinen Programmcode in ein Dokument).

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Friedrich Schütt + Sohn Baugesellschaft mbH & Co. KG, Lübeck
  2. Allgeier Experts Pro GmbH, Essen
  3. Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG, Neckarsulm
  4. INIT Group, Karlsruhe

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-55%) 44,99€
  2. 4,99€
  3. (-75%) 9,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


IT-Sicherheit: Auch kleine Netze brauchen eine Firewall
IT-Sicherheit
Auch kleine Netze brauchen eine Firewall

Unternehmen mit kleinem Geldbeutel verzichten häufig auf eine Firewall. Das sollten sie aber nicht tun, wenn ihnen die Sicherheit ihres Netzwerks wichtig ist.
Von Götz Güttich

  1. Anzeige Wo Daten wirklich sicher liegen
  2. Erasure Coding Das Ende von Raid kommt durch Mathematik
  3. Endpoint Security IT-Sicherheit ist ein Cocktail mit vielen Zutaten

Inside Bill's Brain rezensiert: Nicht nur in Bill Gates' Kopf herrscht Chaos
Inside Bill's Brain rezensiert
Nicht nur in Bill Gates' Kopf herrscht Chaos

Einer der erfolgreichsten Menschen der Welt ist eben auch nur ein Mensch: Die Netflix-Doku Inside Bill's Brain - Decoding Bill Gates zeichnet das teils emotionale Porträt eines introvertierten und schlauen Nerds, schweift aber leider zu oft in die gemeinnützige Arbeit des Microsoft-Gründers ab.
Eine Rezension von Oliver Nickel

  1. Microsoft Netflix bringt dreiteilige Dokumentation über Bill Gates

Akku-FAQ: Vergesst den Memory-Effekt - vorerst!
Akku-FAQ
Vergesst den Memory-Effekt - vorerst!

Soll man Akkus ganz entladen oder nie unter 20 Prozent fallen lassen - oder garantiert ein ganz anderes Verhalten eine möglichst lange Lebensdauer? Und was ist mit dem Memory-Effekt? Wir geben Antworten.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Müll Pfand auf Fahrrad-Akkus gefordert
  2. Akku-FAQ Wo bleiben billige E-Autos?
  3. Echion Technologies Neuer Akku soll sich in sechs Minuten laden lassen

  1. Supply-Chain-Angriff: Spionagechips können einfach und günstig eingelötet werden
    Supply-Chain-Angriff
    Spionagechips können einfach und günstig eingelötet werden

    Ein Sicherheitsforscher zeigt, wie er mit Equipment für unter 200 US-Dollar mit einem Mikrochip eine Hardware-Firewall übernehmen konnte. Damit beweist er, wie günstig und realistisch solche Angriffe sein können. Vor einem Jahr berichtete Bloomberg von vergleichbaren chinesischen Spionagechips.

  2. IT an Schulen: Intelligenter Stift zeichnet Handschrift von Schülern auf
    IT an Schulen
    Intelligenter Stift zeichnet Handschrift von Schülern auf

    Stabilo und der Bund wollen einen Stift entwickeln, der Kinder bei Defiziten mit der Handschrift unterstützt. Mit Hilfe von Machine Learning und einer mobilen App analysiert das System das Geschriebene und passt Übungen an. Das Projekt ist mit 1,77 Millionen Euro beziffert.

  3. No Starch Press: IT-Verlag wirft Amazon Verkauf von Schwarzkopien vor
    No Starch Press
    IT-Verlag wirft Amazon Verkauf von Schwarzkopien vor

    Der Fachverlag No Starch Press wirft Amazon vor, Schwarzkopien von Büchern aus seinem Verlagsangebot zu verkaufen. Dabei handele es sich explizit nicht um Drittanbieter, sondern Amazon selbst als Verkäufer. Das geschieht nicht das erste Mal.


  1. 16:54

  2. 16:41

  3. 16:04

  4. 15:45

  5. 15:35

  6. 15:00

  7. 14:13

  8. 13:57