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Die Deckelung der maximalen Summe klingt nach einer guten Idee
Autor: Elthy 12.06.22 - 11:15
Da könnte man sowas wie 5-15¤/Monat festlegen, davon landet niemand in der Schuldenfalle, aber gute Entwickler haben trotzdem einen Anreiz fortlaufend neue Inhalte zu produzieren und Spieler zu binden.
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Re: Die Deckelung der maximalen Summe klingt nach einer guten Idee
Autor: ManuPhennic 12.06.22 - 11:30
Wo man mal wieder bei Mutter Staat ist. Der Staat braucht mich nicht vor meiner eigenen Blödheit zu beschützen. Wenn man nicht mit Geld umgehen kann, ist das ja wohl dessen Problem bzw. hab ich schon heute die Möglichkeit ein Kreditkartenlimit von X festzulegen, wenn man über keine Impulskontrolle verfügt.
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Re: Die Deckelung der maximalen Summe klingt nach einer guten Idee
Autor: nille02 12.06.22 - 14:22
So sehr ich F2P Games auch verachte, das würde ganz gewaltig Vertragsfreiheit eingreifen ohne das es da einen Grund zu gibt.
Das über den Jugendschutz und Glücksspiel zu behandeln halte ich für besser. Beim ersten können Eltern das Risiko besser einschätzen oder es automatisch reglementieren und wenn es in das Glücksspiel fällt, schaut man den Anbietern besser auf die Finger und Betroffene von Spielsucht bekommen eher Hilfe. -
Re: Die Deckelung der maximalen Summe klingt nach einer guten Idee
Autor: Oktavian 12.06.22 - 14:52
> Da könnte man sowas wie 5-15¤/Monat festlegen, davon landet niemand in der
> Schuldenfalle, aber gute Entwickler haben trotzdem einen Anreiz fortlaufend
> neue Inhalte zu produzieren und Spieler zu binden.
Und wo wir gerade dabei sind, könnte der Staat doch gleich noch einen maximalen Brötchenpreis, Benzinpreis, Schnitzelpreis, Mietpreis oder Hauspreis festlegen.
Ich liebe den Nanny-Staat, in dem selbst denken gar nicht gerne gesehen wird. Würde man sowas für Kinder einführen, okay, warum nicht, vermindert geschäftsfähig, Taschengeldparagraph, das passt. Aber für Erwachsene? -
Re: Die Deckelung der maximalen Summe klingt nach einer guten Idee
Autor: Hotohori 12.06.22 - 17:19
ManuPhennic schrieb:
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> Wo man mal wieder bei Mutter Staat ist. Der Staat braucht mich nicht vor
> meiner eigenen Blödheit zu beschützen. Wenn man nicht mit Geld umgehen
> kann, ist das ja wohl dessen Problem bzw. hab ich schon heute die
> Möglichkeit ein Kreditkartenlimit von X festzulegen, wenn man über keine
> Impulskontrolle verfügt.
Na dann sei aber auch so konsequent und lass Unternehmen genauso machen was sie wollen. Und wenn ein Unternehmen dich betrügt, tja, was warst du auch so blöd?
Und Kinder/Jugendliche können meist nicht mit Geld umgehen. Auch das muss man nämlich erst mal lernen und dazu muss man den Wert von Geld überhaupt erst mal einzuschätzen lernen, was gar nicht so einfach ist, da es auch von den eigenen Lebensumständen und anderen Faktoren abhängt. Jemand der nur wenig Geld zum Leben hat oder hart dafür arbeitet, für den ist 5 Euro schon viel Geld, für Jemand der viel Geld hat oder wenig dafür tun muss (Kinder/Jugendliche) ist 5 Euro nicht viel mehr Wert als 1 Cent.
Unternehmen ist das alles aber scheiß egal, Hauptsache der "Kunde" gibt Geld aus, ob er sich dabei hoch verschuldet? Absolut egal, interessiert diese null.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 12.06.22 17:20 durch Hotohori. -
Re: Die Deckelung der maximalen Summe klingt nach einer guten Idee
Autor: Oktavian 12.06.22 - 18:49
> Na dann sei aber auch so konsequent und lass Unternehmen genauso machen was
> sie wollen. Und wenn ein Unternehmen dich betrügt, tja, was warst du auch
> so blöd?
Hier betrügt aber niemand. Wenn jemand nen 10er, nen 100er oder 1000 EUR rüberschiebt, dann weiß er, es kostet ihn gerade 10, 100 oder 1000 EUR. Kein Abo, keine versteckten Klauseln, kein Betrug. Es ist ganz offen und transparent.
> Und Kinder/Jugendliche können meist nicht mit Geld umgehen.
Die zu einem gewissen Grade zu schützen ist ja auch okay. Aber auch nur die. Wer sich "Erwachsener" schimpft, sollte auch Verantwortung für sein Handeln tragen. Wer das nicht kann, sollte sich um einen gesetzlichen Vormund bemühen.
Bei Jugendlichen setzt dann das Taschengeld enge Grenzen. Wenn Filius (oder Filia) sich im Supermarkt fürs Taschengeld eine Guthabenkarte kauft und das für Edelsteine, Punkte, Taler oder was auch immer ausgibt, seis drum, genau dafür ist Taschengeld da, um Scheiß damit zu kaufen.
> Auch das muss
> man nämlich erst mal lernen und dazu muss man den Wert von Geld überhaupt
> erst mal einzuschätzen lernen, was gar nicht so einfach ist, da es auch von
> den eigenen Lebensumständen und anderen Faktoren abhängt.
Richtig, und um das zu lernen, muss man die Chance haben, so richtig pleite zu sein. Wenn man am 5. des Monats sein Taschengeld auf den Kopf gehauen hat und merkt, 25 weitere Tage ohne Kohle sind lang, dann lernt man den Wert des Geldes schätzen. Die Erfahrung haben wir alle gemacht. Da wurde das ganze Geld an der Bude umgesetzt in Comics, Plastikscheiß und Süßkram, später wurde halt am Zahltag mit Kumpels Party gemacht, und wenn man es übertrieben hat, waren die restlichen Wochenende sehr langweilig.
> Jemand der nur
> wenig Geld zum Leben hat oder hart dafür arbeitet, für den ist 5 Euro schon
> viel Geld, für Jemand der viel Geld hat oder wenig dafür tun muss
> (Kinder/Jugendliche) ist 5 Euro nicht viel mehr Wert als 1 Cent.
Alles richtig, das hat aber hiermit wenig zu tun.
> Unternehmen ist das alles aber scheiß egal, Hauptsache der "Kunde" gibt
> Geld aus, ob er sich dabei hoch verschuldet? Absolut egal, interessiert
> diese null.
Ja, das ist so, und um das zu lernen muss ein Jugendlicher die Chance haben, pleite zu sein. Mich haben meine Eltern dann zum Zeitungaustragen geschickt. Wenn man bei strömendem Regen und Wind drei Stunden Zeitung ausgetragen hat und dafür ein paar Mark bekommen hat, lernt man den Wert von 5 Mark ziemlich schätzen.
Falls sich mal ein Nachbarskind bei mir meldet, mein Rasen könnte mal wieder gemäht werden. Für ne Stunde gute Arbeit zahle ich Mindestlohn. -
Re: Die Deckelung der maximalen Summe klingt nach einer guten Idee
Autor: Greys0n 12.06.22 - 20:45
Ne Deckelung für Minderjährige halte ich für absolut in Ordnung.
Verstehe nicht warum hier gleich wieder Leute den Untergang des Abendlandes Predigen.
Sehe wirklich nicht welcher konkreten Gesellschaftliche schaden dadurch entstehen sollte. -
Re: Die Deckelung der maximalen Summe klingt nach einer guten Idee
Autor: Oktavian 12.06.22 - 21:07
> Ne Deckelung für Minderjährige halte ich für absolut in Ordnung.
So wie eine Deckelung für Comics an der Bude? Oder für Süßkram? Eine Deckelung für Lego-Sets? Oder für Nackellack und Modeschmuck?
> Sehe wirklich nicht welcher konkreten Gesellschaftliche schaden dadurch
> entstehen sollte.
Anders herum funktioniert es aber bei uns. Wenn der Staat etwas verbieten möchte, dann weil das Fehlen des Verbots großflächig schadet, und weil kein anderes, milderes Mittel hilft.
Hier sehe ich aber gleich mehrere mildere Mittel:
1. Aufklärung
2. Erziehung
3. Die natürliche Begrenzung durch das Taschengeld
4. Akzeptanz der resultierenden Lebenserfahrung
Wenn ein Jugendlicher meint, sein komplettes Taschengeld für Apps ausgeben zu wollen, soll er das tun. Genau dafür ist Taschengeld da.
Der Staat kann gerne aufklären, und ich bin absolut dafür, dass Preise transparent dargestellt werden müssen. Finde ich toll. Aber meine Kinder erziehe ich selbst, da brauche ich keinen Staat, der sie an allen Ecken in Watte packt. Ihr Taschengeld stellt die natürliche Grenze dar, wenn sie das dafür raushauen wollen, okay, ihre Sache, genau dafür bekommen sie ja Taschengeld. Sie sollen die Erfahrung machen können, was Geld bedeutet.
Ich habe hier eher den Eindruck, da wollen sie mal wieder Politiker mit Unsinn wichtig machen, die nicht verinnerlicht haben, dass auch virtuelle Güter Güter sind. Ja, natürlich ist da vieles überteuert, aber das ist Lego auch.
Wer hier eine Preisdeckelung fordert, für Lego aber nicht, der hat irgendwas falsch verstanden. -
Re: Die Deckelung der maximalen Summe klingt nach einer guten Idee
Autor: Extrawurst 12.06.22 - 22:13
Elthy schrieb:
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> Da könnte man sowas wie 5-15¤/Monat festlegen, davon landet niemand in der
> Schuldenfalle, aber gute Entwickler haben trotzdem einen Anreiz fortlaufend
> neue Inhalte zu produzieren und Spieler zu binden.
Und wie stellt man dann fest, wer ein Kind ist (und ein 15¤-Limit bekommt), und wer nicht?
In Zukunft für jedes Casual-Game auf dem Smartphone Registrierungspflicht via eID? -
Re: Die Deckelung der maximalen Summe klingt nach einer guten Idee
Autor: Astorek 12.06.22 - 23:21
Oktavian schrieb:
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> So wie eine Deckelung für Comics an der Bude? Oder für Süßkram? Eine Deckelung für Lego-Sets? Oder für Nackellack und Modeschmuck?
Ich komm hier mal mit ganz ollen Kamellen an, die man vielleicht schonwieder vergessen hat, weil es für uns Erwachsene mittlerweile völlig normal geworden ist:
Der Bezug zu Geld. Für den 12-Jährigen Klein-Anton sind bereits 20¤ 'ne Menge Geld, einen Hunderter sieht er nicht alle Tage. Wenn er an der Kasse steht mit 100¤ in der Tasche, ist ihm bei guter Erziehung hoffentlich klar, dass das eine absolute Ausnahme von den Eltern ist (oder Klein-Anton hat das Geld vom Geldbeutel der Eltern geklaut, aber diese Situation ignorieren wir mal...)
Das ist etwas völlig anderes, als einfach nur 'nen Button am Handy oder PC zu drücken, und Schwupps sind mehrere Euros weg.
Oder Nein, sogar noch besser: Man sieht nicht, wieviele Euros weg sind, stattdessen wird so eine Fake-Währung wie Edelsteine oder Mana angezeigt, damit der eigentliche Geldwert noch verschleiert wird. Aber egal, so oder so wird das eigentliche Geldausgeben entkoppelt, mit kräftiger Unterstützung der Firmen, die genau dazu verleiten wollen. Wenn der Bezug zu Geld fehlt, ist es sehr einfach sich zu denken, dass der "Einkaufen"-Knopf ein Button wie jeder andere im Spiel ist...
> Anders herum funktioniert es aber bei uns. Wenn der Staat etwas verbieten möchte, dann weil das Fehlen des Verbots großflächig schadet, und weil kein anderes, milderes Mittel hilft.
Ich mache keinen Hehl daraus dass es mir um noch etwas anderes geht: Ich habe keine Lust, dass sich Spiele hin zum Geldausgeben entwickeln. So eine Regelung hätte den netten Nebeneffekt, dass Publisher weiterhin gezwungen sind (so wie sie es seit Beginn der Heimkonsolen-Ära der 80er tun), Spiele nach qualitativen Werten auszurichten, statt Spiele als Vehikel zum Geldausgeben zu gebrauchen. Hochoptimiert übrigens, ist tatsächlich spannend mal den einen oder anderen Vortrag zum Thema Verhaltenspsychologie bei Free-2-Play-Titeln anzugucken...
> Wer hier eine Preisdeckelung fordert, für Lego aber nicht, der hat irgendwas falsch verstanden.
Dass das ein Äpfel- und Birnen-Vergleich ist, fällt dir nicht auf? Lego kann ich weiterverkaufen und -leihen wenn ich lustig bin, und es gibt Konkurrenzprodukte die dafür sorgen, dass auch Lego nicht 10¤ pro Stein verlangen kann. Wieviele Anbieter von Produkten gibts im Spiel? Genau: Einen einzigen, nämlich Blizzard. Die den Preis, die Bedingungen, den Weiterverkauf und -Verleih komplett selbst festlegen können und an keine "typischen" Beschränkungen eines Freien Marktes gebunden sind.
Die Preisgestaltung selbst ist auch so ein Thema, was bei physischen vs. digitalen Gütern schlicht nicht greift. Ein Digitales Gut stelle ich einmal her und kann es quasi zum Nulltarif kopieren, während Physisches Gut weiterhin hergestellt werden muss.
Jetzt generell gesprochen: Ich finds wirklich amüsant wie versucht wird, derartige Forderungen mit Kosten-Vergleichen in der realen Welt mit physischen Gütern zu rechtfertigen. Nein, so funktioniert das nicht... Das sind wie die obligatorischen Autovergleiche bei IT-Themen, denen man auch schon von Weitem ansieht, dass die hinken... -
Re: Die Deckelung der maximalen Summe klingt nach einer guten Idee
Autor: Hotohori 13.06.22 - 18:40
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Gut auf den Punkt gebracht. An die Sichtweise hab ich dieses mal gar nicht gedacht gehabt.



