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Rezyklieren heißt wieder in Umlauf bringen
Autor: AllDayPiano 02.10.20 - 08:03
Das haben sie gemacht. Der Vertrag ist also erfüllt. Moralisch.
Abgesehen davon sind die Tracking Methoden von Apple ja allerliebst... -
Re: Rezyklieren heißt wieder in Umlauf bringen
Autor: koki 02.10.20 - 08:51
AllDayPiano schrieb:
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> Das haben sie gemacht. Der Vertrag ist also erfüllt. Moralisch.
>
> Abgesehen davon sind die Tracking Methoden von Apple ja allerliebst...
Du kennst den Vertrag nicht, da wird sicherlich ganz explizit drin stehen was gemacht werden soll. -
Theoretisch
Autor: master_slave_configuration 02.10.20 - 08:53
Praktisch willst du nicht, dass dein Dienstleister die Geräte an dritte verkauft, die sie unsachgemäß entsorgen. Sonst wären die Container mit Elektroschrott in Richtung Afrika auch "rezykulieren".
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Re: Theoretisch
Autor: Salzbretzel 02.10.20 - 08:59
Wobei ich mal einwerfe das die Geräte anscheinend nicht unsachgemäß entsorgt wurden. Sie sind im Netz eingebucht - was bedeutet das Sie genutzt werden. Im Sinne des Ressourcen Management ist das eigentlich super.
Natürlich wird Apple explizit die Demontage in den Verträgen gefordert haben - weshalb es ein Vertragsbruch war. Aber wie der Eröffner schon eingeworfen hatte war dies das Optimum für Mutter Natur. Besser wie das Recycling ist in der Regel die Weiterverwendung. -
Re: Theoretisch
Autor: demon driver 02.10.20 - 09:19
Salzbretzel schrieb:
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> Wobei ich mal einwerfe das die Geräte anscheinend nicht unsachgemäß
> entsorgt wurden. Sie sind im Netz eingebucht - was bedeutet das Sie genutzt
> werden. Im Sinne des Ressourcen Management ist das eigentlich super.
>
> Natürlich wird Apple explizit die Demontage in den Verträgen gefordert
> haben - weshalb es ein Vertragsbruch war. Aber wie der Eröffner schon
> eingeworfen hatte war dies das Optimum für Mutter Natur. Besser wie das
> Recycling ist in der Regel die Weiterverwendung.
Absolut. Und gäbe es weltweit vernünftige Gesetze, wären Verträge, die eine Vernichtung von noch brauchbaren Gütern zu erzwingen versuchen, illegal und damit ungültig... Aber solche Gesetze würden ja die "Freiheit der Wirtschaftsakteure einschränken" (meint, potenziell die Profite des Großkapitals schmälern). -
Re: Rezyklieren heißt wieder in Umlauf bringen
Autor: John2k 02.10.20 - 09:22
AllDayPiano schrieb:
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> Das haben sie gemacht. Der Vertrag ist also erfüllt. Moralisch.
>
> Abgesehen davon sind die Tracking Methoden von Apple ja allerliebst...
Mir als Bastler blutet immer das Herz, wenn ich all die schönen Elektrogeräte sehe, die im E-Schrott landen.
Viele davon sind vermutlich nicht mal defekt und ein anderer Besitzer würde sich garantiert drüber freuen. Andere mit minimalem Aufwand wieder instandzusetzen oder für Erstazteilgewinnung.
Aber es darf ja nichts entnommen werden.
:-( -
Re: Rezyklieren heißt wieder in Umlauf bringen
Autor: AllDayPiano 02.10.20 - 09:38
Dito.
Warum macht niemand eine gebrauchtbörse? Funktionierende, aber ungewollte Geräte werden dort abgegeben, andere dürfen sie nehmen.
Die Gefahr ist allerdings groß, dass Primaten den größten Schrott dort abladen und "Ich kann alles"-Typen das ganze mitnehmen, erwartungsgemäß nicht alles können, und dann selbst - wohlmöglich - unsachgemäß entsorgen.
Dazu kommt dass Risiko, auf dem Schrott als Veranstalter sitzen zu bleiben, und gewerblich entsorgen zu müssen. Vielleicht entsteht auch eine WEEE-Registrierungspflicht, da man zum Inverkehrbringer wird. -
Re: Rezyklieren heißt wieder in Umlauf bringen
Autor: AllDayPiano 02.10.20 - 09:39
Das letzte Wort gelesen?
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Re: Rezyklieren heißt wieder in Umlauf bringen
Autor: Casio 02.10.20 - 10:20
Grundsätzlich ist es tatsächlich Mist, wenn funktionierende Geräte "verwertet" werden. Aber ehrlicherweise, gibt es manchmal Gründe warum manche Regelungen so sind wie sie sind und nicht alle Gründe sind "Kapitalismus rulez, der Markt regelt alles, den Schmiergeldkoffer bitte hier abstellen".
Bei Elektrogeräten mit Datenspeichern gilt schonmal einfach aus Datenschutzgründen, das Geräte sollte vernichtet werden, wenn der Besitzer das möchte.
Ein enger Freund von mir, hat Elektroschrott vermeintlich fachgerecht entsorgen lassen. Ein paar Tage später hatte er tatsächlich eine Mail von einem Unbekannten, der ihm seine eigenen entsorgten Daten geschickt hat. -> Um so etwas zu verhindern darf ich erwarten, dass wenn ich ein Gerät zur fachgerechten Entsorgung gebe, dieses auch entsorgt wird.
Wir lassen hier in der Firma regelmäßig unseren Datenmüll abholen, da will ich auch nicht, dass der zertifizierte Entsorger sich sagt. "hmm, die Rückseiten der Personalverträge/Pflegedokumentation ist ja noch top in Schuss. Die verkaufen wir mal als Schmierzettel weiter." Oder noch schöner die Verkaufen wir an interessierte Dritte weiter.
Und auch die Verwertungswege müssen klar sein, es kann nicht sein, dass sich der Verwerter nur die paar Prozent lohnendes Material raus zieht und den Rest auf nimmerwiedersehen im Wald vergräbt.
Und zu guter Letzt gibt es etwas, dass nennt sich Eigenverantwortung. Wenn ich ein funktionstüchtiges Gerät habe, dass ich nicht mehr brauche, kann ich es bei Kleinanzeigen reinstellen oder an einen rebuyer gebe. Wenn ich es aber zur "Altgeräteannahme"/Entsorgung gebe, erwarte ich, dass es entsorgt wird.
In diesem speziellen Fall weiß ich nicht, wie das gelaufen ist. Aber in der Tendenz möchte ich auch als Käufer von einem gebrauchten Gerät (das diese so deklariert wurden setze ich mal voraus), dass mir gesagt wird "Hallo potentieller Käufer, das Display wurde gegen einen 30cent Nachbau getauscht". Gleiches gilt für Apple, die vermutlich keine Lust auf das mediale Echo haben, wenn über 100.000 Geräte mehr oder minder fachgerecht instandgesetzt von einem Dritten in Umlauf gebracht werden und der Akku/das Display/ der Homebutton nach 3 Monaten den Geist aufgeben. -
Re: Rezyklieren heißt wieder in Umlauf bringen
Autor: John2k 02.10.20 - 10:33
Casio schrieb:
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> Bei Elektrogeräten mit Datenspeichern gilt schonmal einfach aus
> Datenschutzgründen, das Geräte sollte vernichtet werden, wenn der Besitzer
> das möchte.
> Ein enger Freund von mir, hat Elektroschrott vermeintlich fachgerecht
> entsorgen lassen. Ein paar Tage später hatte er tatsächlich eine Mail von
> einem Unbekannten, der ihm seine eigenen entsorgten Daten geschickt hat. ->
> Um so etwas zu verhindern darf ich erwarten, dass wenn ich ein Gerät zur
> fachgerechten Entsorgung gebe, dieses auch entsorgt wird.
Sowas entsorgt man aber nicht beim Wertstoffhof. Das ist eigene Dummheit. Die sind garantiert keine zertifizierten Entsorgungsunternehmen für Datenträger. Solange man das nicht in eine verschlossene Datentonne packt, ist es halt nicht nachhaltig, datensicher entsorgt.
Da hat dein enger Freund wieder mal was gelernt.
Dass es nicht so laufen sollte, seis drum. Aber der Betrieb ist ja auch nicht zertifiziert. Sobald das bei einem zertifizierten betrieb passiert, wäre das schon etwas anderes.
Dass derjenige die Daten nicht einfach gelöscht hat, wenn er das Gerät schon wieder in Umlauf bringt, ist genauso eigene Dummheit. So zerstört er sich seinen Nachschub durchaus nachhaltig.
Hab schon auch Geräte rausgefischt, sicher gelöscht und wieder verkauft. Warum auch nicht? Was soll ich mich noch mit langweiligem Kram von Anderen beschäftigen :-/ -
Re: Rezyklieren heißt wieder in Umlauf bringen
Autor: John2k 02.10.20 - 10:36
AllDayPiano schrieb:
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> Dito.
>
> Warum macht niemand eine gebrauchtbörse? Funktionierende, aber ungewollte
> Geräte werden dort abgegeben, andere dürfen sie nehmen.
Das könnte rein theoretisch auch vom Wertstoffhof organisiert werden oder für kleine Beträge weiterverkauft werden. Alles was länger steht, geht halt in den Container und weg.
Mir würde es schon reichen, wenn man die dort wieder mitnehmen könnte. Gerne mit Nachweis des Verbleibs. -
Re: Rezyklieren heißt wieder in Umlauf bringen
Autor: demon driver 02.10.20 - 10:49
AllDayPiano schrieb:
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> Warum macht niemand eine gebrauchtbörse? Funktionierende, aber ungewollte
> Geräte werden dort abgegeben, andere dürfen sie nehmen.
Weil das eine Menge unentgeltliche Arbeit bedeutet, wenn damit keine Profiterzielungabsicht verbunden ist und es trotzdem funktionieren soll. Wer sowas macht, sollte von der Gemeinschaft für den Aufwand entschädigt werden... zumal sowas ja eigentlich eine "öffentliche Aufgabe" im besten Sinne ist. -
Re: Rezyklieren heißt wieder in Umlauf bringen
Autor: MrAndersenson 02.10.20 - 10:53
In Europa gibts seit 2012:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kreislaufwirtschaftsgesetz
Daraus ergibt sich beim Umgang mit Abfällen folgende Zielhierarchie:
Vermeidung
Vorbereitung zur Wiederverwendung
Recycling (stoffliche Verwertung)
Sonstige Verwertung, insbesondere energetische Verwertung und Verfüllung
Beseitigung
Heisst: Alle die nicht zuerst vermeiden und Wiederverwenden machen sich strafbar. Einfach mal Mülltonnen aufmachen und schauen wer gern Verklagt werden möchte. -
Re: Rezyklieren heißt wieder in Umlauf bringen
Autor: demon driver 02.10.20 - 15:35
MrAndersenson schrieb:
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> In Europa gibts seit 2012:
>
> [Kreislaufwirtschaftsgesetz]
>
> Daraus ergibt sich beim Umgang mit Abfällen folgende Zielhierarchie:
>
> Vermeidung
> Vorbereitung zur Wiederverwendung
> Recycling (stoffliche Verwertung)
> Sonstige Verwertung, insbesondere energetische Verwertung und Verfüllung
> Beseitigung
>
> Heisst: Alle die nicht zuerst vermeiden und Wiederverwenden machen sich
> strafbar. Einfach mal Mülltonnen aufmachen und schauen wer gern Verklagt
> werden möchte.
Das Kreislaufwirtschaftgesetz dafür herzunehmen, um die Verbraucher*innen zu kriminalisieren, weil Hersteller ihren Konsumdreck bewusst unreparierbar machen und seine Wiederverwendung erschweren, mag natürlich bestimmten Interessengruppen entgegenkommen, aber sicher nicht dem erklärten Ziel des Gesetzes. Leider ist es aber traurige Realität im Kapitalismus, dass solche Gesetze schon von vornherein so konzipiert werden, dass sie sowas wie aktuell die Nummer mit Apple schlicht nicht verhindern oder gar Apple in die Verantwortung dafür nehmen, obwohl sie genau das tun müssten, würden sie konsequent das bewirken, was sie vorgeben zu bewirken.



