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Das Grundprinzip von Zero-Rating

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  1. Das Grundprinzip von Zero-Rating

    Autor: Thargon 21.01.20 - 14:55

    ... ist es doch eben bestimmte Dienste/Angebote anders zu behandeln als andere!

    Während die meisten Dienste als generische Internetverbindung behandelt werden, können andere zu besonderen Konditionen genutzt werden. Egal ob durch den Provider technische Parameter (z.B. Datenrate) manipuliert werden, oder ein anderes Kostenmodell angewendet wird, ein Dienstanbieter wird immer gegenüber einem anderen benachteiligt.

    Ich verstehe nicht, warum das ganze Thema so unklar ist, dass es bis zum EuGH getragen werden muss. Netzneutralität betrifft nicht nur Endverbraucher sondern auch Anbieter und Zero-Rating diskriminiert in erster Linie letztere. Zumal die Provider solche Angebote auch auf die Spitze treiben könnten:
    "Für nur 99,99¤ im Monat erhälst du 500MB Datenvolumen inklusive, wobei du über die <Provider>-Media&Mail-App folgende Dienste unbegrenzt nutzen kannst*: [...] *<Provider> behält sich vor, die über die <Provider>-Media&Mail-App nutzbaren Dienste jederzeit anzupassen."

    Und wer jetzt denkt "Was interessieren mich die Dienstanbieter? Hauptsache ich habe meine YouTube-Flat!", der schneidet sich ebenfalls ins eigene Fleisch. Jeder Dienst ist immer nur so gut, wie es der Konkurrenzdruck verlangt. Wenn durch Zero-Rating immer weniger alternative Dienste genutzt werden, können diese sich nicht finanzieren, es gibt keine Weiterentwicklung und schlussendlich kann sich der verbleibende de facto Monopolist sogar erlauben, das Angebot ganz im Sinne der Gewinnmaximierung immer weiter zu verschlechtern. Und plötzlich gibt es 2030 nichts anderes mehr als YouTube anno 2005.

  2. Re: Das Grundprinzip von Zero-Rating

    Autor: presspause 22.01.20 - 09:59

    Hatte hier vor etwa einem Jahr etwas ähnliches geposted. Die interessierte Golem-Meute schimpfte mich mit folgender Argumentation aus: Es steht mir ja als Anbieter etwaiger Dienste mich bei der Telekom zu melden und dort Zero-Rating zu erhalten. Wenn ich also einen Netflix-Konkurrenten aufbaue, dann kann ich zur Telekom gehen und dort bzgl. Zero-Rating verhandeln. Die Telekom garantiert wohl, dass jeder diesbezüglich gleiche Chancen und Möglichkeiten hat ins Programm aufgenommen zu werden.

    Überzeugt mich 0. Das ist eine reine Fiktion. Als ob Tante Rosis Kochapp genau so häufig angefragt wird wie das Zero-Rating Pendant vom zigfach größeren Anbieter. Erstere hat dann auch gar nicht mehr die Chance sich irgendwie durchzusetzen.

  3. Re: Das Grundprinzip von Zero-Rating

    Autor: Thargon 22.01.20 - 11:29

    Ich habe hier genau die gleiche Erfahrung machen müssen.

    Das größte Problem bei dieser Argumentation sehe ich in der Machtposition der Provider.
    1) Nur weil jeder mit den Providern in Verhandlung treten kann, bedeutet das noch lange nicht, dass jeder deren Auflagen erfüllen und somit in das ZeroRating-Programm aufgenomen werden kann.
    2) Wer kann garantieren, dass die "Garantie der Chancengleichheit für alle Anbieter" in Zukunft weiterhin gilt? Einen rechtlichen Anspruch gibt es jedenfalls nicht.
    3) Wenn wirklich jeder Dienst in das Programm aufgenommen werden kann, warum geschieht das nicht automatisch für alle? Wenn tatsächlich jeder Dienst Teil des ZeroRating-Angebots wäre, dann hätten wir eine de facto Flatrate, was die Provider aber offensichtlich nicht zu diesem Preis anbieten möchten/können.

    Wer nur ganz kurz einmal über das Geschäftsmodell nachdenkt, was ZeroRating-Angeboten zugrunde liegt, sollte sehr schnell nachvollziehen können, dass diese Praktiken nicht mit Netzneutralität vereinbar sein können.

  4. Re: Das Grundprinzip von Zero-Rating

    Autor: Easypeasy 22.01.20 - 13:22

    presspause schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Überzeugt mich 0. Das ist eine reine Fiktion. Als ob Tante Rosis Kochapp
    > genau so häufig angefragt wird wie das Zero-Rating Pendant vom zigfach
    > größeren Anbieter. Erstere hat dann auch gar nicht mehr die Chance sich
    > irgendwie durchzusetzen.

    Wenn Tante Rosi Koch Videos in ihrer App anbietet und der erzeugte Mobilfunk Traffic als "Tante Rosis Koch Video" identifiziert werden kann, wäre es genau so möglich für Tante Rosi StreamOn Partner zu werden. Es ist nicht von irgendwelchen Klickzahlen abhängig, der Contenanbieter muss nur proaktiv auf die Telekom zugehen und mitteilen woran bzw. wie der Traffic eindeutig für das zero rating identifiziert werden kann und das er urheberrechtlich diesen Content auch bereitstellen darf.

  5. Re: Das Grundprinzip von Zero-Rating

    Autor: Schnarchnase 22.01.20 - 13:27

    So und warum sollte man das jetzt mit jedem Anbieter verhandeln müssen? Warum sollte mancher Traffic anders behandelt werden? Was ist für micht als Nutzer der Vorteil gegenüber eine Flat wo einfach alles drin ist? Und was hat der Anbieter davon, wenn wirklich jeder da mitmachen kann? Das erschließt sich mir absolut nicht!

  6. Re: Das Grundprinzip von Zero-Rating

    Autor: Thargon 22.01.20 - 13:38

    > Wenn Tante Rosi Koch Videos in ihrer App anbietet [...] wäre es genau so möglich für Tante Rosi StreamOn Partner zu werden.

    Wer garantiert Tante Rosi dieses Recht? Wer garantiert, dass dieses Recht sowie die damit verbundenen Konditionen in Zukunft genau so bestehen bleiben?

    > [...] der Contenanbieter muss nur proaktiv auf die Telekom zugehen [..]

    Wieso der Aufwand? Kann das nicht automatisiert für alle Anbieter eingerichtet werden, die die Voraussetzungen erfüllen? Oder wollen die Provider vielleicht garnicht, dass zu viele Dienste via ZeroRating genutzt werden können? Falls ja, warum?

    Wenn das alles so easy-peasy wäre, dann müssten auch Grenzfälle denkbar und möglich sein. Ein solcher Grenzfall ist eine vollwertige Datenflatrate (sämtliche Dienste sind im ZeroRating enthalten), welche es aber bislang - wenn überhaupt - nur zu wesentlich höheren Kosten gibt.

  7. Re: Das Grundprinzip von Zero-Rating

    Autor: Easypeasy 22.01.20 - 15:03

    Es ist aktuell halt ein Kompromiss zu einer echten Flat die halbwegs bezahlbar ist.

    Zero Rating für alle Streaming Dienste automatisch einzuführen, sehe ich eher als technisch nicht umsetzbar an. Es muss ja schon eine gewisse Kooperation mit dem Content-Anbieter stattfinden um eben den Streaming Inhalt entsprechend identifizieren zu können. Alternative wäre halt nur den kompletten Traffic nicht anzurechnen.

    Da O2 gerade günstige "echte" Flat Tarife Vorgestellt hat, wird sich hier in näherer Zukunft sicher auch bei Telekom und Vodafone preislich noch etwas tun. Wobei ich mich ernsthaft frage, ob man unterwegs wirklich so viel Datenvolumen benötigt, da mit StreamOn im Grunde schon alle wichtigen und auch kleinere Streaming-Dienste abgedeckt sind.

  8. Re: Das Grundprinzip von Zero-Rating

    Autor: TrollNo1 23.01.20 - 08:06

    Die leute haben daheim dann einfach kein DSL mehr. Wird vom Smartphone gestreamt und wenn man unterwegs ist, gehts eben munter weiter.

    Menschen, die mich im Internet siezen, sind mir suspekt.

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