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  5. › Streit um Stream On: Die Telekom spielt…

die Telekom macht die Gesetze

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  1. die Telekom macht die Gesetze

    Autor: atarixle 17.12.17 - 12:36

    Ab dem 3.7.1995 hatte die Telekom auch den damaligen Fernsehsender MTV Music Television in ihre Netze eingespeist, obwohl dieser Sender nicht mehr frei zu empfangen war.

    Damals lautete der entsprechende Gesetzestext jedoch, dass Sender, die nur mit übermäßig aufwändiger Technik zu empfangen seien, nicht ins Kabelnetz eingespeist werden dürften. Damals galt das Kabelfernsehen wohl noch als große Gemeinschaftsanlage.

    Das traf auf MTV zu, welches über Satellit nur noch verschlüsselt ausgestrahlt wurde und nur durch den Aufwand eines Decoders zu sehen war. Das Ausgangssignal des Decoders hatte nicht ins Kabel eingespeist werden dürfen.

    Das galt aber nicht nur für verschlüsselte Sender, sondern auch für die BBC, die z.B. in den Niederlanden per aufwändigem Richtfunk aus England importiert und bei unseren Nachbarn ins Kabel gespeist wurde.

    Doch im Gegenteil: das Gesetz wurde danach(!!!!!) geändert. Nicht nur MTV, sondern auch VH-1 Deutschland wurden eingespeist, noch lang vor der Gesetzesänderung.

    Ich warne eindringlich davor, die Telekom machen zu lassen, wie sie will ... den die Konsequenz wäre, dass auch hierzulande die Netzneutralität gekippt wird, weil die Telekom es so will.

    In den USA wird nun ermöglicht, dass Provider nicht nur Streams drosseln, sondern auch komplett blockieren.
    In Deutschland hätte dies womöglich die Konsequenz, dass der eigene Internet-Server im Wohnzimmer, der jetzt bereits nur über dyndns und co erreichbar ist, komplett blockiert werden würde. Ohne Netzneutralität könnte der Provider entscheiden, dass Browseranfragen, deren Upload zum Surfen im Netz nötig sind, durchgelassen werden, während der Traffic an Port 80 vom eigenen Server komplett blockiert werden würde.
    Für mich persönlich wäre dies ein Rückschritt, denn meinen Server nutze ich aktiv für meinen Beruf, wodurch ich mir einen erheblichen Schreibaufwand nach Feierabend erspare.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.12.17 12:43 durch atarixle.

  2. Re: die Telekom macht die Gesetze

    Autor: 1e3ste4 17.12.17 - 13:41

    atarixle schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich warne eindringlich davor, die Telekom machen zu lassen, wie sie will
    > ... den die Konsequenz wäre, dass auch hierzulande die Netzneutralität
    > gekippt wird, weil die Telekom es so will.

    Die Netzneutralität kann "hierzulande" nicht gekippt werden. Sie ist eine EU-weite Richtlinie und alle Mitgliedsstaaten müssen diese in Gesetz gießen, wie man das so schön sagt.

    Wenn das nicht richtig umgesetzt wird, ist das vor dem EuGH einklagbar.

  3. Re: die Telekom macht die Gesetze

    Autor: nmSteven 17.12.17 - 14:01

    Es geht doch nicht um die Netzneutralität. Der Traffic der über StreamON kommt wird komplett gleich behandelt. Der Treaffic den du selbst bezahlst eben alles was nicht zu StreamON gehört wird sich komplett gleich behandelt. Das sind zwei verschiedene Tarifoptionen somit dürfen die jeweils auch anders behandelt werden. Meine Meinung.

    Es geht um die Roaming Freiheit und das stört die Telekom auch zurecht. Sie müssten die Traifoption StreamON auch in der EU kostenfrei anbieten & das geht halt nicht, weil zu teuer.

    Nun ist die Frage ob das sinnvoll ist ZeroRating Angebote auch unter die Roaming Freiheit zu stellen. Dann müsste man halt Gentlemens Agreement mit ausländischen Anbietern die ebenfalls ZeroRating Angebote haben schließen.

  4. Re: die Telekom macht die Gesetze

    Autor: dl01 17.12.17 - 14:33

    >Es geht doch nicht um die Netzneutralität. Der Traffic der über StreamON kommt wird komplett gleich behandelt.
    Doch, es geht um Netzneutralität. Streams werden gedrosselt, während alle anderen Inhalte nach Best Effort transportiert werden. Weiterhin werden auch Übertragungen von nicht an StreamOn teilnehmenden Dritten gedrosselt, welche mit dieser Drosselung nicht unbedingt einverstanden sein dürften.

    > Das sind zwei verschiedene Tarifoptionen somit dürfen die jeweils auch anders behandelt werden. Meine Meinung.
    Es reicht nicht Übertragungen nach Inhalten zu kategorisieren, um sie unterschiedlich abrechnen zu können. Meine Meinung.
    Wenn man dieses Vorgehen auf die Spitze treiben wollte, so könnte dein Carrier dir den unbegrenzten Highspeed-Zugang für jeden Dienst separat in Rechnung stellen: 50ct/Monat für Golem.de, 1¤/Monat für Google, 1.5¤/Monat für Whatsapp, 1.5¤/Monat für Threema, 2¤/Monat für Youtube, 2¤/Monat für Netflix, 3¤/Monat für Amazon Video, etc. Die Liste kann endlos fortgeführt werden.

    > Es geht um die Roaming Freiheit und das stört die Telekom auch zurecht.
    Warum sollte ausgerechnet StreamOn von der Regulierung ausgenommen werden?

  5. Re: die Telekom macht die Gesetze

    Autor: RipClaw 17.12.17 - 14:36

    nmSteven schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es geht doch nicht um die Netzneutralität. Der Traffic der über StreamON
    > kommt wird komplett gleich behandelt. Der Treaffic den du selbst bezahlst
    > eben alles was nicht zu StreamON gehört wird sich komplett gleich
    > behandelt. Das sind zwei verschiedene Tarifoptionen somit dürfen die
    > jeweils auch anders behandelt werden. Meine Meinung.

    Das stimmt so nicht.

    Die Telekom sagt zwar das die Videos in SD (DVD) Qualität übertragen werden aber die Telekom transcodiert die Videos nicht live oder hat irgend eine Schnittstelle zu den Anbietern um deren Servern zu sagen sie sollen mal das ganze in SD ausliefern.
    Technisch ist StreamOn wesentlich simpler umgesetzt.

    Der Videotraffic wird Traffic Shaping auf 1,7 Mbit/s gedrosselt wird um eine langsame Verbindung zu simulieren. Dadurch schalten die Streamingserver auf die geringere Qualität so das am Ende die gewünscht Qualität raus kommt.

    [telekomhilft.telekom.de]

    Du merkt davon nichts da die anderen Verbindung mit der normalen Geschwindigkeit laufen. Entsprechend wird Videotraffic anders behandelt als anderer Traffic.

    Würde die Telekom hingegen sämtlichen Traffic entsprechen drosseln dann wäre der Punkt vom Tisch.

  6. Re: die Telekom macht die Gesetze

    Autor: nmSteven 18.12.17 - 11:53

    dl01 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Es geht doch nicht um die Netzneutralität. Der Traffic der über StreamON
    > kommt wird komplett gleich behandelt.
    > Doch, es geht um Netzneutralität. Streams werden gedrosselt, während alle
    > anderen Inhalte nach Best Effort transportiert werden. Weiterhin werden
    > auch Übertragungen von nicht an StreamOn teilnehmenden Dritten gedrosselt,
    > welche mit dieser Drosselung nicht unbedingt einverstanden sein dürften.
    >
    > > Das sind zwei verschiedene Tarifoptionen somit dürfen die jeweils auch
    > anders behandelt werden. Meine Meinung.
    > Es reicht nicht Übertragungen nach Inhalten zu kategorisieren, um sie
    > unterschiedlich abrechnen zu können. Meine Meinung.
    > Wenn man dieses Vorgehen auf die Spitze treiben wollte, so könnte dein
    > Carrier dir den unbegrenzten Highspeed-Zugang für jeden Dienst separat in
    > Rechnung stellen: 50ct/Monat für Golem.de, 1¤/Monat für Google, 1.5¤/Monat
    > für Whatsapp, 1.5¤/Monat für Threema, 2¤/Monat für Youtube, 2¤/Monat für
    > Netflix, 3¤/Monat für Amazon Video, etc. Die Liste kann endlos fortgeführt
    > werden.
    >

    Ja das wäre in Ordnung und würde nicht gegen die Netzneitraliät verstoßen. Es geht nur darum das unterschiedliche Inhalte innerhalb eines Tarifes unterschiedlich behandelt werden. Wenn ich einen Tarif für YouTube zu 2¤/Monat abschließe dann muss aller Content von YouTube gleich behandelt werden. Wenn die Behandlung auch zwischen verschiedenen Tarifen gleich sein muss, dann würde das komplette Tarifsystem gegen die Netzneutralität verstoßen. Es müsste jeder Anbieter die max. verfügbare Brandbreite zur Verfügung stellen.


    > > Es geht um die Roaming Freiheit und das stört die Telekom auch zurecht.
    > Warum sollte ausgerechnet StreamOn von der Regulierung ausgenommen werden?

    Sollen sie nicht. Es gibt eben nur keine FairUse Regelung in dem Gesetz. Daher sind auch unlimitierte Tarife in Deutschland so unbezahlbar, bei der Telekom immerhin 199¤/Monat. Die Roaming Freiheit ist einfach nicht zu Ende gedacht.

  7. Re: die Telekom macht die Gesetze

    Autor: ibsi 19.12.17 - 10:30

    Und auch nicht JEDER Videostream, sondern nur die die angemeldet sind. Und wenn da jemand meint, da könnte ja jeder kommen, der irrt sich. Versucht doch mal euren lokalen Server zu Hause dort freizuschalten, so das ihr unterwegs Videos von zu Hause streamen könnt ;)

  8. Re: die Telekom macht die Gesetze

    Autor: Paule 19.12.17 - 10:37

    nmSteven schrieb:
    ----------------------------------------------------------
    > > Warum sollte ausgerechnet StreamOn von der
    > > Regulierung ausgenommen werden?
    >
    > Sollen sie nicht. Es gibt eben nur keine FairUse Regelung in
    > dem Gesetz.

    Im EU Roaming Gesetz/Verordnung?

    Doch in der Verordnung gibt es die Möglichkeit für Provider bei "Daten" eine fair-use Option einzubauen. Da steht auch genau drin wie sich das Roaming-Freivolumen berechnet aus dem Vertragspreis und Großhandelspreisen (inkl. Änderungen daran in den nächsten Jahren).

    Darüber hinausgehendes Volumen darf dann pro MByte abgerechnet werden.

    Ein "unlimited" Tarif im Heimnetz muss im Roaming daher nicht unlimited sein.

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