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Muss es überhaupt ein Kabel sein?
Autor: PeteMeat 09.09.15 - 13:45
Ernstgemeinte Frage: Sind wir in Zukunft überhaupt noch darauf angewiesen, Kabel zu legen?
Glasfaser ist besser als Kupfer, klar, aber müssen wir langfristig tatsächlich überall den Boden aufreißen, Kabel verlegen und Häuser anschließen? Das ist in der Tat eine sehr teure und langwierige Sache.
Sollte nicht viel eher in die kommenden Mobilfunkstandards investiert werden? Ich kann mir durchaus vorstellen, wie es mittelfristig normal sein wird, dass es nicht mehr "mobiles" Internet und Internet "aus der Wand" gibt, sondern es normal sein wird, dass alles gleich "durch die Luft" versorgt wird. -
Re: Muss es überhaupt ein Kabel sein?
Autor: PiranhA 09.09.15 - 14:58
Jain. Das Problem bei kabellosen Übertragungen ist halt, dass es sich um ein Shared-Medium handelt. Insbesondere in dicht besiedelten Gebieten wird es daher mittelfristig noch besser sein auf Kabel zu setzen. Vor allem für ländliche Gebiete ist es aber eine valide Option. Vor allem auch der Hybrid-Betrieb.
Der nächste Nachteil ist aber, dass Kabel weniger anfällig für Störungen sind. Da muss das Kabel schon irgendwo durchtrennt werden. Zum anderen werden LTE Verbindungstürme auch meistens per Glasfaser angebunden. Würde man das Signal komplett per Funk weiterreichen, wären die Latenzen weitaus schlechter. Die theoretische Bitrate der Funktechnologien hört sich zwar immer nett an. In einem dicht besiedelten Gebiet, kommt davon aber nicht mehr viel an. Und die Anforderungen steigen ja ständig an. Da ziehe ich es lieber vor, genauso gut angebunden zu sein, wie der Funkturm, als über den Funkturm zu gehen. -
Re: Muss es überhaupt ein Kabel sein?
Autor: tingelchen 09.09.15 - 16:06
Zumal die Latenzen ja jetzt schon ein Problem sind. Teils dauert der Verbindungsaufbau so lange das die Anwendungen aufgeben. Alleine um einen Slot zu bekommen dauert es teils mehrere Sekunden. Eine sehr lange Zeit in der IT.
Das ist gerade beim Abruf von Seiten immer sehr schlecht. Da diese viele einzelne Verbindungen aufbauen müssen (wegen unterschiedlicher Quellen) um die ganzen Resourcen nach zu laden. So kann der Seitenaufruf teils 10 bis 30 Sekunden dauern. Und das nicht wegen zu wenig Bandbreite.
Wenn da auf einmal alle über Funk laufen, müsste eine Zelle nicht nur mehrere tausend Slots gleichzeitig abarbeiten sondern auch mit einer Technologie Arbeiten die weit mehr als 1GBit schafft um alle Clients mit der nötigen Bandbreite versorgen zu können. LTE ist dafür ungeeignet. -
Re: Muss es überhaupt ein Kabel sein?
Autor: plutoniumsulfat 09.09.15 - 16:13
Die GBit werden ja auch über die Glasfaser geschickt, über die der Turm angebunden ist.
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Re: Muss es überhaupt ein Kabel sein?
Autor: tingelchen 09.09.15 - 16:25
I know... oder sollte man sagen.. hoffentlich. Ansonsten bringt einem die beste Funk Technik nichts ;) Die Funktechnik muss halt nur entsprechend ausgelegt sein. Denn es ist nun einmal ein Shared Medium. Hier hängt es schlicht an der Limitierung der Art und Weise des physikalischen Grundprinzips der Form wie wir funken.
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Re: Muss es überhaupt ein Kabel sein?
Autor: PiranhA 09.09.15 - 17:03
tingelchen schrieb:
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> Zumal die Latenzen ja jetzt schon ein Problem sind. Teils dauert der
> Verbindungsaufbau so lange das die Anwendungen aufgeben. Alleine um einen
> Slot zu bekommen dauert es teils mehrere Sekunden. Eine sehr lange Zeit in
> der IT.
Wobei man schon sagen muss, dass man teilweise auch schon mit LTE zocken kann. Pings unterhalb von 60ms sind da schon möglich. Mit 5G sollen ja auch die Latenzen nochmal besser werden, was bei LTE ja schon im Vergleich zu 3G verbessert wurde. Aber ja, man nähert sich nur langsam dem an, was bei DSL schon lange zum Standard gehört. Von Glasfaser ganz zu schweigen.
Letztendlich hängt das auch einfach vom Anwendungsfall ab. Für die Grundversorgung wird in Zukunft vielleicht auch kabellos reichen. Kabel wird es aber so schnell nicht ersetzen. -
Re: Muss es überhaupt ein Kabel sein?
Autor: Cok3.Zer0 09.09.15 - 17:08
LTE flächendeckend mit Glasfaserverbindungen kostet schon fast einen dreistelligen Mrd-Betrag.
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Re: Muss es überhaupt ein Kabel sein?
Autor: plutoniumsulfat 09.09.15 - 19:15
Falsch, selbst flächendeckender GF-Ausbau in jedes Haus kostet nur einen zweistelligen Milliardenbetrag.
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Re: Muss es überhaupt ein Kabel sein?
Autor: Cok3.Zer0 10.09.15 - 01:22
Da steht im Artikel, dass der Investitionsbedarf 93 Mrd. beträgt. Ob damit der Investitionsbedarf insgesamt (also auch der Haushalte mit Anschlusskosten, inklusive Hardware) gemeint ist oder die Kosten für den Provider, ist nicht ganz klar ;)
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Re: Muss es überhaupt ein Kabel sein?
Autor: plutoniumsulfat 10.09.15 - 09:10
Der Provider wälzt die Kosten ohnehin gem auf dem Kunden um. Damit sind wohl die Gesamtkosten gemeint, unabhängig von LTE.



