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Genialer Schachzug!
Autor: dl01 21.11.18 - 17:36
Eines muss man der Telekom lassen: Dieser Schachzug ist wirklich genial. Sie hat mit StreamOn Tatsachen geschaffen - nämlich ein Angebot, was den Kunden in der aktuellen Form fast nur Vorteile bietet und bereits fest am Markt etabliert ist. Dass die Telekom damit durch die Hintertür die Netzneutralität untergräbt und die Grundlage für ihr mittelfristiges Ziel - kostenpflichtige und einzeln zu bezahlende "Spezialdienste" - schafft, kümmert momentan keinen.
Das wirklich perfide an dieser Masche: Die Telekom inszeniert sich als großer Gönner, dessen einziges Ziel es ist, den Kunden völlig selbstlos unbegrenzt kostenloses Streaming zu ermöglichen. Die BNetzA ist in dieser Inszenierung der Spielverderber. So schafft man es, diejenigen, die geschützt werden sollen, gegen die Behörde aufzubringen, welche diesen Schutz garantieren soll. Chapeau! -
Re: Genialer Schachzug!
Autor: CHU 21.11.18 - 17:50
exakt so ist es.
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Re: Genialer Schachzug!
Autor: Faksimile 21.11.18 - 21:27
Exakt
+1*n -
Re: Genialer Schachzug!
Autor: Richard Wahner 21.11.18 - 22:19
dl01 schrieb:
> Eines muss man der Telekom lassen: Dieser Schachzug ist wirklich genial.
Da die Telekom seit einem Jahr in jeder bisherigen Instanz verloren hat, kann es nicht "genial" sein. Allenfalls hinhaltender Widerstand. Es gibt hier drei Parteien, die von "Stream on" profitieren: Die Kunden, die Content-Anbieter und die Telekom. Auf der anderen Seite gibt es eine Gesetzeslage und den Verbraucherschutz, der nicht die Verbraucher schützt, sondern Pyrrhussiege zu erlangen trachtet. -
Re: Genialer Schachzug!
Autor: xMarwyc 21.11.18 - 22:29
Richard Wahner schrieb:
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> dl01 schrieb:
>
> > Eines muss man der Telekom lassen: Dieser Schachzug ist wirklich genial.
>
> Da die Telekom seit einem Jahr in jeder bisherigen Instanz verloren hat,
> kann es nicht "genial" sein. Allenfalls hinhaltender Widerstand. Es gibt
> hier drei Parteien, die von "Stream on" profitieren: Die Kunden, die
> Content-Anbieter und die Telekom. Auf der anderen Seite gibt es eine
> Gesetzeslage und den Verbraucherschutz, der nicht die Verbraucher schützt,
> sondern Pyrrhussiege zu erlangen trachtet.
Es geht um die Inszenierung. -
Re: Genialer Schachzug!
Autor: bombinho 22.11.18 - 12:48
Richard Wahner schrieb:
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> Da die Telekom seit einem Jahr in jeder bisherigen Instanz verloren hat,
> kann es nicht "genial" sein. Allenfalls hinhaltender Widerstand.
Naja, hier stimme ich zu, einfach gegen Gesetze zu verstossen, ist wirklich keine sonderlich geniale Idee. Ebensowenig wie die Hoffnung, damit durchzukommen.
Die geniale Idee dahinter ist allerdings, genug Volkswillen (Siehe Demokratie) zu mobilisieren, dass das Gesetz angepasst wird. Dass dieses durch permanente Verstoesse passiert, ist dabei trotzdem ahndungsfaehig, aber die zu erwartende Strafe ist vermutlich geringer als die monatlichen Ausgaben fuer Porto und Briefmarken.
> Es gibt
> hier drei Parteien, die von "Stream on" profitieren: Die Kunden, die
> Content-Anbieter und die Telekom.
Falsch, es gibt einige Kunden, die profitieren und einige Content-Anbieter, die profitieren.
Die Telekom profitiert in jedem Fall.
Allerdings hat die Telekom damit ein Instrument in der Hand um Maerkte zu lenken, die ueberhaupt nichts mit dem Geschaeftsfeld der Telekom zu tun haben.
Auf lange Sicht bei Einfuehrung weiterer "Dienste" kann die Telekom das auf nahezu saemtliche Maerkte ausweiten.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht im Sinne der Kunden und Anbieter ist und schon gar nicht im Sinne der Demokratie, ein solches Instrument in die Haende von Privatfirmen zu legen.
In der Konsequenz koennen wir ja dann die Steuerbehoerde auch noch privatisieren. Die Telekom wird das sicher mit Freuden uebernehmen. :(
> Auf der anderen Seite gibt es eine
> Gesetzeslage und den Verbraucherschutz, der nicht die Verbraucher schützt,
> sondern Pyrrhussiege zu erlangen trachtet.
Diese Behauptung beruht auf ... [bitte vervollstaendigen]
1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.11.18 12:53 durch bombinho. -
Re: Genialer Schachzug!
Autor: dl01 22.11.18 - 19:11
> Die geniale Idee dahinter ist allerdings, genug Volkswillen (Siehe Demokratie) zu mobilisieren, dass das Gesetz angepasst wird.
So ist es. Die Telekom wird das Produkt wohl kaum blauäugig auf den Markt geworfen haben. Die hauseigene Rechtsabteilung hat solche Auseinandersetzungen sicher kommen sehen. Umso praktischer, dass sie vorgesorgt hat und die Kunden bereits auf ihrer Seite weiß - schließlich lässt sich niemand gerne etwas vom Staat wegnehmen, auch wenn es nur kostenloses Streaming ist.
Dass die Manipulation der Kunden ihre Wirkung nicht verfehlt, lässt sich in den Kommentarbereichen IT-ferner Nachrichtenseiten erahnen. Dort ist die Stimmung relativ einhellig "pro Telekom". Dass das Handeln der Telekom möglicherweise doch nicht annähernd so altruistisch ist, wie es erscheinen mag, hinterfragt niemand. Die BNetzA hingegen wird wahlweise als Handlanger von Vodafone/o², Neidhammel (der den Kunden den Spaß an kostenlosen Videos nicht gönnt) oder als um sich schlagendes Bürokratiemonster wahrgenommen - siehe auch:
> Auf der anderen Seite gibt es eine Gesetzeslage und den Verbraucherschutz, der nicht die Verbraucher schützt, sondern Pyrrhussiege zu erlangen trachtet.
> Es gibt hier drei Parteien, die von "Stream on" profitieren: Die Kunden, die Content-Anbieter und die Telekom.
In der momentanen Form des Angebots profitieren wohl nur Content-Anbieter und Kunden. Die Telekom kann durch StreamOn zwar sicher auch einen Kundenzuwachs verzeichnen - aber ob der die Kosten durch die zusätzliche Netzlast wieder wett macht?
Die Situation wird aber sicher nicht so bleiben. Ich bin gespannt, wann die Telekom den Vorhang fallen lässt und den Inhalteanbietern "ein Angebot unterbreitet, dass sie nicht ablehnen können" - nämlich einen "Spezialdienst": eine kostenpflichtige StreamOn-Partnerschaft, in welcher der Inhalteanbieter die Kosten für das Zero Rating trägt.
Auch hier muss man der Telekom wohl leider wieder Respekt zollen: Die Inhalteanbieter können gar nicht anders, als an diesem Programm teilnehmen, wenn sie nicht Kunden an ihre teilnehmenden Wettbewerber verlieren wollen. Gleichzeitig kann die Telekom beliebig an der Preisschraube drehen, ohne ihren Kunden auch nur einen Euro mehr in Rechnung zu stellen und sie so zu vergraulen. Diesen Part hat sie ja bereits an Netflix, Amazon und co. ausgelagert. -
Re: Genialer Schachzug!
Autor: Richard Wahner 22.11.18 - 22:34
bombinho schrieb:
>> Es gibt hier drei Parteien, die von "Stream on" profitieren: Die Kunden, die
>> Content-Anbieter und die Telekom.
> Falsch, es gibt einige Kunden, die profitieren und einige Content-Anbieter,
> die profitieren.
Dummes Zeug: "Stream on" ist optional für Contentprovider und Nutzer.
Ich weigere mich, den Rest zu lesen, denn alles, was auf einer einer falschen Voraussetzung fußt, ist beliebig:
Wahrheitstabelle für "aus A folgt B", rwa=1, bbh=0
A B A»B
-----------
1 1 rwa
1 0 bbh
0 1 bbh
0 0 bbh -
Re: Genialer Schachzug!
Autor: bombinho 22.11.18 - 23:09
dl01 schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> In der momentanen Form des Angebots profitieren wohl nur Content-Anbieter
> und Kunden.
Nein, nur einige wenige Kunden und einige wenige Contentanbieter
> Die Telekom kann durch StreamOn zwar sicher auch einen
> Kundenzuwachs verzeichnen - aber ob der die Kosten durch die zusätzliche
> Netzlast wieder wett macht?
Durch den Verkauf entsprechend teurer Vertraege koennte die Telekom durchaus profitieren ;)
> Die Situation wird aber sicher nicht so bleiben. Ich bin gespannt, wann die
> Telekom den Vorhang fallen lässt und den Inhalteanbietern "ein Angebot
> unterbreitet, dass sie nicht ablehnen können" - nämlich einen
> "Spezialdienst": eine kostenpflichtige StreamOn-Partnerschaft, in welcher
> der Inhalteanbieter die Kosten für das Zero Rating trägt.
Genaugenommen gibt es ja bereits Bezahldienste, aber bisher hat mindestens der Kunde das Vergnuegen, diese durch Aufpreise zu tragen.
> Auch hier muss man der Telekom wohl leider wieder Respekt zollen: Die
> Inhalteanbieter können gar nicht anders, als an diesem Programm teilnehmen,
> wenn sie nicht Kunden an ihre teilnehmenden Wettbewerber verlieren wollen.
> Gleichzeitig kann die Telekom beliebig an der Preisschraube drehen, ohne
> ihren Kunden auch nur einen Euro mehr in Rechnung zu stellen und sie so zu
> vergraulen. Diesen Part hat sie ja bereits an Netflix, Amazon und co.
> ausgelagert.
Genaugenommen hat mir noch Niemand glaubhaft darlegen koennen, dass die Anlieferung der Daten nicht ueber eine Telekomleitung (Premiumpreis) erfolgen muss. -
Re: Genialer Schachzug!
Autor: bombinho 22.11.18 - 23:20
WIe schoen, dass Alles wahr zu werden scheint, wenn man nur die Voraussetzungen beliebig schoenredet.
[ ] Koennen alle Telekomkunden Stream On buchen?
[ ] Sind alle Anbieter verfuegbar (und welchen Sinn wuerde es machen, wenn alle Anbieter verfuegbar waeren)?
Solltest Du irgendwo ein Kreuzchen machen muessen, ist deine Tabelle leider schon futsch, weil es nur eine 0 gibt. Da aber beide Kreuzchen rein muessen, bleibt von deiner Tabelle ohnehin nur der letzte Eintrag uebrig.
Hint: 0,5 x true <> true.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.11.18 23:24 durch bombinho. -
Re: Genialer Schachzug!
Autor: das_mav 23.11.18 - 00:51
Richard Wahner schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> bombinho schrieb:
>
> >> Es gibt hier drei Parteien, die von "Stream on" profitieren: Die Kunden,
> die
> >> Content-Anbieter und die Telekom.
>
> > Falsch, es gibt einige Kunden, die profitieren und einige
> Content-Anbieter,
> > die profitieren.
>
> Dummes Zeug: "Stream on" ist optional für Contentprovider und Nutzer.
>
> Ich weigere mich, den Rest zu lesen, denn alles, was auf einer einer
> falschen Voraussetzung fußt, ist beliebig:
>
> Wahrheitstabelle für "aus A folgt B", rwa=1, bbh=0
>
> A B A»B
> -----------
> 1 1 rwa
> 1 0 bbh
> 0 1 bbh
> 0 0 bbh
Hä?
Zitat=404.
Dass das Dass mit das verwechselt wird, führt irgendwann dazu, dass das Dass das nicht mehr erträgt und dass das Dass das Das dann tötet.



