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Alte Kisten gibt es überall

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  1. Alte Kisten gibt es überall

    Autor: aLpenbog 25.10.21 - 14:24

    Habe meine Eltern vor kurzen zu neuen Notebooks überreden können. Davor war da auch noch Windows XP am werkeln. Oft reicht es eben auch. Man hat hunderte Euro dafür gezahlt und es tut alles, was man möchte. Warum sollte man wechseln, wenn man nicht gezwungen ist? Weil ein Support eingestellt wird? Gründe bei meinen Eltern waren die Zunahme kleinerer Defekte, die man erstmal auch mit Workarounds umschifft hat.

    Aber auch im beruflichen Umfeld kenne ich noch viele alte Kisten. Viel teure Hardware wo dann sowas wie ein XP Embedded vorhängt. Support gibt es nicht mehr, das Produkt wird nicht mehr vertrieben. So hat man dann da Anlagen stehen die Hunderttausende oder Millionen kosten, wo vorne dran ein XP oder Windows 2000 Rechner werkelt. Da kommt keiner auf die Idee das rauszureißen und zu prüfen ob die Software da auch auf was Neuem laufen würde.

    Auch 2003er und 2008er Server findet man bei unseren Kunden noch häufiger mal oder MDE Geräte mit CE5 bis CE7. Warum soll der Kunde auch was ändern. Es funktioniert. Soll er nun neue Geräte für 100k holen, Software anpassen lassen, die Nutzer müssen sich ggf. umgewöhnen etc. pp. Sowas wird getauscht, wenn es kaputt geht und man keine Ersatzgeräte mehr kriegt und keine Reparatur mehr angeboten wird.

  2. Re: Alte Kisten gibt es überall

    Autor: Sharra 25.10.21 - 14:36

    Solange Produktionsanlagen nicht am Netz hängen, gibt es faktisch auch keinen Grund das zu wechseln. Es sei denn natürlich die Kiste verreckt irgendwann mal. Dann wirds lustig.

    Sobal aber Netzzugriff dazu kommt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis dem Laden diese alte IT um die Ohren fliegt, und dann ist das Geschrei jedes verdammte Mal gewaltig. Aber wehe man sagt vorher was. Dafür werden ITler gekündigt, weil man dem Chef ja Unfähigkeit vorwirft. Stimmt ja auch. Er IST unfähig.

  3. Re: Alte Kisten gibt es überall

    Autor: aLpenbog 25.10.21 - 15:01

    Nun bei unseren Kunden hängt relativ viel im Netz, schon alleine für Wartung, Updates und Support durch uns oder andere Gewerke. Klar hängen nicht die Services offen im Netz, da geht es ausschließlich um Intranet Anwendungen.

    Unser Standardzugang ist TeamViewer, womit wir uns auf den Server schalten. Teilweise kommen wir damit auch direkt auf andere Geräte mit Windows IPCs und ja das sind auch häufig uralte Kisten, teilweise geht es vom Hauptserver intern irgendwie weiter und die Kisten haben kein Internet.

    Machen auch so gut wie jede kundenindividuelle Lösung mit, da gibt es dann aber ne saftige Pauschale bei Supportanfragen und co. da das bei uns natürlich auch Aufwand bedeutet. Am Ende ist bei uns aber der Kunde erstmal für Hardware, Netzwerk und Betriebssystem zuständig.

    Und "Unfähigkeit" ist eher der Standard. Ich sag mal ich habe grob glaube ich mit knapp 20 Projekten und deren ITlern bzw. Abteilungen zutun gehabt. Davon war ein Einziger richtig fit, wo ich sage, da ziehe ich meinen Hut, da hat die Zusammenarbeit echt Spaß gemacht. 4-5 sind auf einem Niveau, wo ich sagen würde, mit denen kann ich mich unterhalten, die verstehen mich und wenn nicht direkt, dann kann ich was umschreiben und die kommen mit.

    Beim Rest frage ich mich, wie die Leute es in die jeweilige Position geschafft haben. Sowohl vom Know-How, dem Verständnis, als auch der Kommunikation mangelt es da vorne und hinten.

    Sei es Hardware die ewig nicht geupdated wird, weil man Angst hat in einer Update-Loop zu hängen, weil man sowas schon mal hatte und deshalb einen Produktionsausfall erzeugt hat, bis hin zu Läden, bei denen die IT aufgesplittet ist in mehrere Abteilungen, die einen externen Menschen brauchen um bei Besprechungen zu moderieren, die sich dann vor einem zickig streiten, sich die Schuld in die Schuhe schieben oder Anekdoten bringen, was der jeweilig andere falsch gemacht hat. Da sitzt man dann am Tisch und ist peinlich berührt und probiert nicht zu lachen.

    Oder andere Gewerke, mit denen man eine gemeinsame Schnittstelle hat, die einfach mal in der Produktion was debuggen und dabei die Daten zerschießen. Kollege der Person hat das dann aber auch so am Telefon kommuniziert. "Oh ich glaub ich weiß wie das Zustande gekommen ist. Herr X hat da eben was debuggt im Produktivsystem, weil wir hier in der Entwicklung keine Daten haben, vermutlich hat der deshalb alles dreimal gesendet".

    Von Sachen wie falsch konfigurierten Rechten, den Windows Standard Shares und co. will ich gar nicht anfangen. Also viel was ich im beruflichen Umfeld sehe ist zum Schreien. Da sind die alten Geräte das geringste Problem.

  4. Re: Alte Kisten gibt es überall

    Autor: psyemi 25.10.21 - 15:12

    aLpenbog schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auch 2003er und 2008er Server findet man bei unseren Kunden noch häufiger
    > mal oder MDE Geräte mit CE5 bis CE7. Warum soll der Kunde auch was ändern.
    > Es funktioniert. Soll er nun neue Geräte für 100k holen, Software anpassen
    > lassen, die Nutzer müssen sich ggf. umgewöhnen etc. pp. Sowas wird
    > getauscht, wenn es kaputt geht und man keine Ersatzgeräte mehr kriegt und
    > keine Reparatur mehr angeboten wird.

    Ist genau die Sichtweise nicht falsch? Investitionen bringen unternehmen weiter. Hab mal gelernt das hier viele Unternehmen nach dem Krieg plötzlich so Erfolgreich waren weil alles Kaputt war und sie es ersetzen mussten. Die Konkurrenz hat noch Jahrzehnte mit den alten Anlagen weitergearbeitet weil sie noch funktioniert haben.

  5. Re: Alte Kisten gibt es überall

    Autor: aLpenbog 25.10.21 - 15:19

    Da ging es aber doch um komplett neue Produktionsmaschinen, die Sachen automatisiert haben, die vorher nicht automatisiert waren oder auf komplett andere Weise oder im größeren Maßstab automatisiert haben.

    Wenn du 50 MDE Geräte mit CE5 einstampfst, dir 50 Android MDE Geräte holst, die einrichten lässt, die Software darauf zuschneiden lässt, dann hast du hunderttausende an Euros ausgegeben, um das gleiche zu kriegen wie vorher.

    Das ist aus Entwicklersicht ggf. toll und angenehmer aber der Kunde gewinnt dabei doch nix. Der hat heute ggf. ein Bildschirm, der ein wenig größer und heller ist und ggf. startet das Gerät am Anfang der Schicht etwas schneller. An den Umstieg verdient er aber nix.

    Gleiche mit den Servern usw. Da zahlt er immer drauf und das an vielen Stellen, ist ja nicht nur die Hardware.

  6. Re: Alte Kisten gibt es überall

    Autor: psyemi 25.10.21 - 16:17

    OK MDE Geräte sind jetzt nicht das Beste Beispiel. Hab aber oft das Gefühl das an vielen Stellen im Unternehmen zu viel gespart wird weil es ja noch geht und dann plötzlich Probleme bekommt mit Wettbewerbern die einfach besser und günstiger produzieren können weil sie viel früher modernisiert haben.
    Sobald man das erkennt ist es halt oft schon ziemlich spät.

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