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  5. › 3D-Druck bei der Bahn: Mal eben einen…

Milchmädchenrechnung

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  1. Milchmädchenrechnung

    Autor: Sharra 16.05.17 - 15:50

    Klar, 80¤ sind erst einmal günstiger, als die Gussform anzufertigen.
    Aber wenn im Laufe der Jahre dutzende dieser Haken kaputtgehen, sind das dutzende male 80¤. Woi liegt die Grenze, bei der die Spritzgussform billiger gewesen wäre?

    Und wäre es nicht einfacher, die Haken allesamt auszutauschen? Wenn ich mir die Dinger so anschaue, werden die kaum mehr als 2-3¤ das Stück kosten. Für 80¤ könnten also schon mal direkt 26-40 Haken ersetzt werden.

  2. Re: Milchmädchenrechnung

    Autor: PhelphePhirpht 16.05.17 - 15:58

    Damit sollen nur Ersatzteile nach dem Vertraglich vereinbarten Ersatzteildienst mit dem Originalhersteller hergestellt werden. Da ist das unwahrscheinlich das die Dinger dutzendweise kaputtgehen.

  3. Re: Milchmädchenrechnung

    Autor: RvdtG 16.05.17 - 16:16

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Klar, 80¤ sind erst einmal günstiger, als die Gussform anzufertigen.
    > Aber wenn im Laufe der Jahre dutzende dieser Haken kaputtgehen, sind das
    > dutzende male 80¤. Woi liegt die Grenze, bei der die Spritzgussform
    > billiger gewesen wäre?

    Ich hatte es so verstanden, dass in den 80 ¤ auch die Erstellung der Datei mit drin ist. Der zweite haken dürfte dann vermutlich unter 10 ¤ landen. damit liegt die grenze dann vermutlich bei etlichen hundert Stück. Ergänzend kommt dann noch die Logistik dazu, die Spritzgussteile müssen gelagert und verschickt werden - die Druckdateien müssen nur auf einen von allen Werkstätten zugänglichen Server gelegt werden.

  4. Re: Milchmädchenrechnung

    Autor: gadthrawn 16.05.17 - 17:15

    Form zu fertigen ist teilweise extrem teuer.

    Aber rechne mal andersrum. Die Waggons halten sagen wir 40 Jahre.
    Nach 10 Jahren produziert der Hersteller nichts mehr, da seine Vertragspflicht abgelaufen ist und es sich nicht mehr lohnt, Teile auf Lager ist gebundenes Kapital, kostet Platz und Lager und jedes Jahr Inventurkosten.

    Gedruckte Teile = kaum Lager, kaum Platzbedarf.

  5. Re: Milchmädchenrechnung

    Autor: Filius 16.05.17 - 17:23

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Woi liegt die Grenze, bei der die Spritzgussform
    > billiger gewesen wäre?
    >
    > Und wäre es nicht einfacher, die Haken allesamt auszutauschen? Wenn ich mir
    > die Dinger so anschaue, werden die kaum mehr als 2-3¤ das Stück kosten. Für
    > 80¤ könnten also schon mal direkt 26-40 Haken ersetzt werden.

    Warum sollte man alle Haken austauschen, wenn nur einer kaputt gegangen ist, und die anderen Haken keine Alterserscheinungen zeigen? Das ist ja auch alles ein Aufwand.

    Die Spritzgussform selbst müsste man dann ja auch für die Zukunft lagern, und auch so verwalten, dass man dann wieder weiß, dass man sie überhaupt hat und wo sie ist. Oder man produziert damit gleich mal ein paar Tausend Haken, aber die muss man auch lagern, und besser werden die über die Jahre auch nicht. Da gibt es schon ganz schön viele Zusatzkosten.

  6. Re: Milchmädchenrechnung

    Autor: Sharra 16.05.17 - 17:43

    Weil ich mal schwer davon ausgehe, dass die Bahn die Haken einheitlich haben will. Sonst wäre der ganze Kram von vornherein Schwachsinn, und man könnte einfach irgend einen anderen Haken an die Stelle des gebrochenen setzen. Sieht aber eben nach nichts aus.

  7. Re: Milchmädchenrechnung

    Autor: lgo 16.05.17 - 20:48

    Das sind recht spezielle Klapphaken, die kannste auch nicht im Baumarkt kaufen.

  8. Re: Milchmädchenrechnung

    Autor: Apfelbrot 17.05.17 - 02:27

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Weil ich mal schwer davon ausgehe, dass die Bahn die Haken einheitlich
    > haben will. Sonst wäre der ganze Kram von vornherein Schwachsinn, und man
    > könnte einfach irgend einen anderen Haken an die Stelle des gebrochenen
    > setzen. Sieht aber eben nach nichts aus.

    Ja natürlich und davon dass Mitarbeiter gerne Geld haben möchten für die Zeit in der sie Arbeiten hast du auch noch nichts gehört?

    Mal abgesehen davon dass Formen wirklich teuer herzustellen sind, und eben auch gelagert werden müssen, Maschinen eingerichtet etc... willst du also auch noch ein paar Tausend Euro Personalkosten pro Zug aufbringen um alle Haken zu tauschen?
    Nur damit sie exakt gleich aussehen?

    Mit dir an der Spitze wäre die Bahn in einem Jahr insolvent.....

  9. Re: Milchmädchenrechnung

    Autor: Füchslein 17.05.17 - 09:11

    https://www.memoplast.de/?gclid=CjwKEAjw6e_IBRDvorfv2Ku79jMSJAAuiv9Y_7wcwHA39fqcaQMW5K-8a7rKDGbSIR2lu1tC56GnthoCAv7w_wcB

    Die hier bieten Spritzgussteile und Kleinserien schon ab 999¤ an. Das sind 13 Haken.
    Da das aber nur ihr Vorzeige Billigprodukt ist, würde ich auch denken, dass die Teile, die du wirklich haben willst ein Vielfaches von dem Preis kosten.

    Jetzt müsste man gucken, wie viele alte Züge die Bahn hat. Denn bei neuen gibt's die ganz normalen Lieferanten, die die Ersatzteile liefern.
    Bei der Baureihe 103 sind das z.B. zwei Züge (https://de.wikipedia.org/wiki/DB-Baureihe_103).
    Diese Züge fahren in der Regel nur bei Sonderfahrten und nicht mehr im Regelbetrieb. Daher brechen da auch nicht so oft Haken ab. Ich deklariere einen Kaputten Haken pro Jahr. Dann dauert es also 13 Jahre, bis sich das Spritzgussverfahren rentiert hätte. Plus Lagerkosten und Versandt sind wir bei 15 Jahren.

    Von daher würde ich sagen, dass die Bahn sich dabei wirklich was gedacht hat.

  10. Re: Milchmädchenrechnung

    Autor: Avdnm 17.05.17 - 11:54

    Ich hatte das jetzt auch so verstanden das die Anfertigung des Modells hier vor allem die Kosten getrieben hat. Ich denke wenn das Modell erst mal existiert ist ein Nachdruck lächerlich billig.

  11. Re: Milchmädchenrechnung

    Autor: matzems 17.05.17 - 12:02

    gadthrawn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Form zu fertigen ist teilweise extrem teuer.
    >
    > Aber rechne mal andersrum. Die Waggons halten sagen wir 40 Jahre.
    > Nach 10 Jahren produziert der Hersteller nichts mehr, da seine
    > Vertragspflicht abgelaufen ist und es sich nicht mehr lohnt, Teile auf
    > Lager ist gebundenes Kapital, kostet Platz und Lager und jedes Jahr
    > Inventurkosten.
    >
    > Gedruckte Teile = kaum Lager, kaum Platzbedarf.

    ganz deiner Meinung+ bei speziellen Einzelteilen oder geringen Mengen bietet 3D sehr viel Flexibilität. Denke mal das in Zukunft noch viel mehr werden, auch bei anderen Firmen. Einer der sich damit auskennt hat in einigen Minuten das 3D Model im PC erstellt. Dann zack mal eben 20 Ersatzteile​ der Werkstatt drucken, einbauten und der Waggon ist fertig repariert und kann wieder in den Einsatz. Bisher muss oft vieles er bei Firmen bestellt werden, die produzieren dann das Bauteil...und nach 2Wochen z.b kann dann alles erst eingebaut werden und der waggon Stand 2Wochen wegen 20 Kleiderhaken in der Halle.
    Total ineffizient.
    3D Druck kann echtes just in Time bringen.

  12. Re: Milchmädchenrechnung

    Autor: norinofu 17.05.17 - 13:47

    das wird wohl nicht so sein denn im Artikel steht:
    "und dann, je nach Teil, mit dem passenden Druckverfahren hergestellt."

    das würde bedeuten, dass in jeder Werkstatt ggf. mehrere Drucker stehen müssten.

    Weiter steht da:
    "Die Bahn will nicht selbst zum Druckexperten werden, sondern will bestehende Kapazitäten bei verschiedenen Anbietern nutzen und die Drucke dort in Auftrag geben. "3D-Druck ist eine deutsche Technologie", sagte Brickwede, ein Mangel an Anbietern bestehe daher nicht."

    Danach fällt das Thema Logistik nicht weg und ggf. die Lagerung auch nicht. So ein Dienstleister dürfte Interesse daran haben, die Teile so effizienz wie möglich zu drucken, also wenn der Drucker mal läuft gleich mehrere Teile zu produzieren.

    Aber für die Bahn ist es ja auch günstiger ihre Services in der Public Cloud zu betreiben.

  13. Re: Milchmädchenrechnung

    Autor: RvdtG 17.05.17 - 14:00

    Stimmt, den Dienstleister-Teil habe ich übersehen.

    Aber wenn sie alles auslagern, warum sollten sie dann einen extra Lehrberuf 3d-Drucker wollen?

  14. Re: Milchmädchenrechnung

    Autor: VigarLunaris 24.05.17 - 10:02

    Während meines Studiums habe ich das so gelernt :

    Ein Teil kostet dich als Material 10 DM.

    Das Teil wird in Gussverfahren hergestellt und in deine Firma erzeugt.

    Material + Gussform für ca. 10.000 Teile ( danach ist die Form meist hinüber wenn Sie überhaupt so lange hält ) sind dann pro Teil schon Minimum 12,50 DM

    Dazu kommen Arbeitskosten, Lagerkosten für Form, Reinigungskosten, neu Entwicklung und Nachfertigung der Form.

    Danach war die Rechnung dann bei 18,50 DM angekommen. Dazu kam dann später natürlich Teilelagerung und Logistik welche normalerweise so ca. 30% ausmachen.
    Somit warst am Ende dann bei ca. 25 DM angekommen für das Teil.

    Danach ging es dann an VK errechnen ;)

    So nun mal für Bahn das ganze : Das Teil kostet uns 80 Euro, lassen wir es mal ohne Modellscan & Erstellung 20 Euro sein.

    Ich habe eine Anzahl X Werkstätten mit jeweils Y Lagerstätten. Ich muss also Teile noch Transferieren und dort einlagern. Sie auf dem Lager verfrachten und dann einbauen.

    Es dürfte real "günstiger" sein ein Teil zu drucken und dann auf Req. für eine Reparatur bereits zu stellen, als den ganzen Logistik Aufwand zu betreiben. Denn merke : Du sparst dir einen Lagerarbeiter, des weiteren erstellst du den Beleg für die "Entnahme" auch direkt bei dem Druck und man lagert nur noch eine "Masse" X an Rohstoff ein.

    Müsste man natürlich genau bis auf 3-4 Stelle Nachkomma berechnen, aber es wird billiger sein. Die ganzen Features das man Teile "Customizen" kann, das man Kleinigkeiten direkt "fixen" kann sind hier natürlich nicht berücksichtigt.

    Ergo ich sehe da schon eine Zukunft. Die Bahn "posaunt" es halt hinaus in die Welt aber seien wir Ehrlich, es ist absehbar das irgendwann eine KFZ Werkstatt KEINE Schrauben und Teile mehr vor Ort hat oder Ordert, sondern diese "gedruckt" werden, wenn es denn von Nöten sein wird.

  15. Re: Milchmädchenrechnung

    Autor: Apfelbrot 25.05.17 - 20:53

    RvdtG schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Stimmt, den Dienstleister-Teil habe ich übersehen.
    >
    > Aber wenn sie alles auslagern, warum sollten sie dann einen extra Lehrberuf
    > 3d-Drucker wollen?

    Weil sie indirekt davon profitieren wenn es ausgebildete Experten für diesen Bereich gibt, auch wenn sie selbst keine Einstellen?

    Wir haben in der Firma auch keinen Dreher, aber nutzen Dinge welche Dreher hergestellt haben.

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