Abo
  1. Foren
  2. Kommentare
  3. Internet
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › 50 Jahre Mondlandung: Die Krise der…

Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

    Autor: abufrejoval 20.07.19 - 00:01

    Schon die Mondmission war irrational, aber immerhin machbar, weil der Mond nunmal quasi vor der Haustür kreist.

    Signifikanter wirtschaftlicher Nutzen für regelmäßige Besuche oder gar die Umsiedelung ganzer Bevölkerungsteile wie im Falle Amerikas oder Australiens sind hingegen nicht zu erwarten.

    Beim Mars wachsen die Aufwände noch mal erheblich, um den Nutzen sieht es kaum besser aus.

    Die Science Fiction Autoren mußten regelmäßig sehr schnell so ein paar grundsätzliche Regeln der Physik außer Kraft setzen, um ansatzweise attraktive Szenarien für ihre Geschichten zu entwerfen, die ich selbst verschlungen und genossen habe.

    Aber ganz nüchtern betrachtet, sind die wirklich interessanten Fernmissionen eben ohne jene magischen Techniken nicht zu machen.

    Und durch die Erkenntnisse, welche Astronomen und andere Wissenschaftler über die unbemannte Forschung gewonnen haben, hat sich für Otto Normalverbraucher wenig geändert.

    Es gibt außerdem keinen Hinweis darauf, daß sich die wirklich großen Probleme auf unserem Planeten durch solche Weltraummissionen ändern lassen, oder große Teile der Menschheit über die Raumfahrt auf einen attraktiven Ausweichplaneten umsiedeln könnte, wenn wir diesen erst mal zugrund gerichtet haben.

    Ich würde mir noch deutlich mehr Sorgen machen, wenn die Raumfahrt nicht in einer Krise stecken würde bzw. stagnierte. Es scheint einfach realistisch, daß großartige Erfolge in Anbetracht der Distanzen und Aufwände nicht zu haben sind.

    Ich bin schon regelmäßig erstaunt, wenn einer der Leute mit den finanziellen Ressourcen große Dinge zu betreiben, nichts besseres im Kopf hat, als diesen Planeten möglichst schnell zu verlassen: Wenn Elon Musk die Erde schon abgeschrieben hat und den Mars dafür bevorzugt, hat er entweder einen an der Waffel, oder bessere Daten.

  2. Re: Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

    Autor: konsolent 20.07.19 - 07:04

    abufrejoval schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Schon die Mondmission war irrational, aber immerhin machbar, weil der Mond
    > nunmal quasi vor der Haustür kreist.

    Den rahme ich ein.
    Allerdings hatte die Apollo 11 Mission wenig von Peterchens
    Mondfahrt wie Sie sie zu verstehen scheinen.

  3. Re: Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

    Autor: Kay_Ahnung 20.07.19 - 10:59

    abufrejoval schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Schon die Mondmission war irrational, aber immerhin machbar, weil der Mond
    > nunmal quasi vor der Haustür kreist.
    >
    > Signifikanter wirtschaftlicher Nutzen für regelmäßige Besuche oder gar die
    > Umsiedelung ganzer Bevölkerungsteile wie im Falle Amerikas oder Australiens
    > sind hingegen nicht zu erwarten.
    >
    > Beim Mars wachsen die Aufwände noch mal erheblich, um den Nutzen sieht es
    > kaum besser aus.

    Naja bei der Reise zum Mars sind es ähnliche bedingungen wie bei Kolumbus. Monatelange Reise ohne zu wissen was einen erwartet ohne Nachschubmöglichkeit. Wobei die Reise zum Mars sogar einfacher und bequemer ist, sie dauert nur länger.

    Was den Nutzen angeht:
    https://www.wiwo.de/technologie/forschung/nasa-technologien-im-alltag-diese-erfindungen-verdanken-wir-der-weltraumforschung/12474036.html
    https://www.spektrum.de/news/der-mars-ist-erzreich/1317423
    https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2010-02/erde-sd-mond-rohstoffe/seite-2

    Ganz zu schweigen davon im Fall einer Katastrophe noch eine zweite option zu haben.

    > Die Science Fiction Autoren mußten regelmäßig sehr schnell so ein paar
    > grundsätzliche Regeln der Physik außer Kraft setzen, um ansatzweise
    > attraktive Szenarien für ihre Geschichten zu entwerfen, die ich selbst
    > verschlungen und genossen habe.
    >
    > Aber ganz nüchtern betrachtet, sind die wirklich interessanten
    > Fernmissionen eben ohne jene magischen Techniken nicht zu machen.

    Naja Fernmissionen zu fremden Sternen ja, zum Mars oder anderen Himmelskörpern kommen wir auch ohne magische Technologien. Die Reise zum Mond/Mars und co. ist nur eine Frage des Preises, der durch SpaceX und vermutlich auch Blue Origin demnächst gewaltig sinkt.

    > Und durch die Erkenntnisse, welche Astronomen und andere Wissenschaftler
    > über die unbemannte Forschung gewonnen haben, hat sich für Otto
    > Normalverbraucher wenig geändert.

    Naja Raumfahrt gehört teilweise zur Grundlagenforschung, deren Nutzen erkennt man meist erst später. Das erforschen anderer Planeten bringt teilweise erkenntnisse über die Entstehung des Universums und die Beschaffenheit der Erde.

    > Es gibt außerdem keinen Hinweis darauf, daß sich die wirklich großen
    > Probleme auf unserem Planeten durch solche Weltraummissionen ändern lassen,
    > oder große Teile der Menschheit über die Raumfahrt auf einen attraktiven
    > Ausweichplaneten umsiedeln könnte, wenn wir diesen erst mal zugrund
    > gerichtet haben.
    >
    > Ich würde mir noch deutlich mehr Sorgen machen, wenn die Raumfahrt nicht in
    > einer Krise stecken würde bzw. stagnierte. Es scheint einfach realistisch,
    > daß großartige Erfolge in Anbetracht der Distanzen und Aufwände nicht zu
    > haben sind.

    Wieso bitte machst du dir weniger sorgen weil die Raumfahrt stagniert? Sorgen über was bitte?

    > Ich bin schon regelmäßig erstaunt, wenn einer der Leute mit den
    > finanziellen Ressourcen große Dinge zu betreiben, nichts besseres im Kopf
    > hat, als diesen Planeten möglichst schnell zu verlassen: Wenn Elon Musk die
    > Erde schon abgeschrieben hat und den Mars dafür bevorzugt, hat er entweder
    > einen an der Waffel, oder bessere Daten.

    Weder Musk noch Jeff Bezos haben jemals gesagt das sie die Erde abschreiben, eher genau das gegenteil. Musk hat mehrmals betont wie wichtig ihm die Erde ist, deshalb hat er Tesla und Solarcity. Jeff Bezos hat vor die Schwerindustrie in den Weltraum zu verlagern aber weiterhin auf der Erde zu leben.
    Wenn du hier solche schrägen behauptungen aufstellst obwohl beide genau das gegenteil sagen scheinst wohl eher du einen an der Waffel zu haben.

  4. Re: Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

    Autor: Kakiss 20.07.19 - 11:02

    abufrejoval schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    >
    > Es gibt außerdem keinen Hinweis darauf, daß sich die wirklich großen
    > Probleme auf unserem Planeten durch solche Weltraummissionen ändern lassen,
    > oder große Teile der Menschheit über die Raumfahrt auf einen attraktiven
    > Ausweichplaneten umsiedeln könnte, wenn wir diesen erst mal zugrund
    > gerichtet haben.
    >

    Die Raumfahrt soll der Raumfahrt dienen in erster Linie, nicht der Bekämpfung von Ebola oder Religionskonflikten.

    Und ich kann dir auf der Stelle durch kurzes denken einen möglichen Nutzen sagen, denn Weltraummissionen für die Erde bieten könnte.
    Wenn sie Methoden finden auf "toter" Erde, wie auf dem Mars oder Mond Pflanzen zu züchten, könnte man dies auch hier anwenden, bei zerstörtem Boden.

    Die Menschheit muss zivilisatorisch vorankommen, wenn man da ständig gegenargumentiert mit völlig anderen Baustellen, können wir vieles gleich lassen.

    Warum bauen wir so viele Autos? Die Straßen sind eh schon voll und den hungernden in Afrika helfen die Autos nicht.

    Warum produzieren wir so viel Milch, der großteil der Asiaten verträgt sie nicht, lassen wir es.

  5. Re: Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

    Autor: plutoniumsulfat 21.07.19 - 15:30

    Kay_Ahnung schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > abufrejoval schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Schon die Mondmission war irrational, aber immerhin machbar, weil der
    > Mond
    > > nunmal quasi vor der Haustür kreist.
    > >
    > > Signifikanter wirtschaftlicher Nutzen für regelmäßige Besuche oder gar
    > die
    > > Umsiedelung ganzer Bevölkerungsteile wie im Falle Amerikas oder
    > Australiens
    > > sind hingegen nicht zu erwarten.
    > >
    > > Beim Mars wachsen die Aufwände noch mal erheblich, um den Nutzen sieht
    > es
    > > kaum besser aus.
    >
    > Naja bei der Reise zum Mars sind es ähnliche bedingungen wie bei Kolumbus.
    > Monatelange Reise ohne zu wissen was einen erwartet ohne
    > Nachschubmöglichkeit. Wobei die Reise zum Mars sogar einfacher und bequemer
    > ist, sie dauert nur länger.

    Nur dass man das Ziel und die Bedingungen heute schon kennt.


    > Ganz zu schweigen davon im Fall einer Katastrophe noch eine zweite option
    > zu haben.

    Hat man nicht. Selbst die Forschung dazu steckt bestenfalls noch in den Kinderschuhen.

    > Naja Fernmissionen zu fremden Sternen ja, zum Mars oder anderen
    > Himmelskörpern kommen wir auch ohne magische Technologien. Die Reise zum
    > Mond/Mars und co. ist nur eine Frage des Preises, der durch SpaceX und
    > vermutlich auch Blue Origin demnächst gewaltig sinkt.

    Es ist keine Frage des Preises, sondern der Machbarkeit. Wir bekommen ja nicht mal einen Rückflug hin.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.07.19 15:32 durch plutoniumsulfat.

  6. Re: Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

    Autor: plutoniumsulfat 21.07.19 - 15:31

    Kakiss schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und ich kann dir auf der Stelle durch kurzes denken einen möglichen Nutzen
    > sagen, denn Weltraummissionen für die Erde bieten könnte.
    > Wenn sie Methoden finden auf "toter" Erde, wie auf dem Mars oder Mond
    > Pflanzen zu züchten, könnte man dies auch hier anwenden, bei zerstörtem
    > Boden.

    Alles eine Frage der Umwelt. Die ist hier grundsätzlich gegeben, von daher wird hier auch immer was wachsen. Das Problem ist hier jedoch ein ganz anderes, deine Lösung ist, wenn überhaupt, nur von kurzer Dauer.

  7. Re: Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

    Autor: McWiesel 21.07.19 - 20:12

    abufrejoval schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Aber ganz nüchtern betrachtet, sind die wirklich interessanten
    > Fernmissionen eben ohne jene magischen Techniken nicht zu machen.

    Also ich glaube durchaus, dass sich in den nächsten 500 Jahren Dinge wie Kryoschlaf und deutlich schnellere Antriebe (wenngleich keine Lichtgeschwindigkeit) realisieren lassen.

    Columbus hatte 1492 sicher auch nicht gedacht, dass 500 Jahre später seine Reise in die USA in Überschallgeschwindigkeit stattfindet (oder zumindest techn. relativ problemlos stattfinden könnte).

    Sowas ist halt immer eine Generationenaufgabe und wenn man damals (so wie heute) nur die Dinge gemacht hätte, die schnelle Erfolge versprechen, wäre die Menschheit technisch nicht da, wo sie heute ist.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.07.19 20:15 durch McWiesel.

  8. Re: Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

    Autor: Muhaha 21.07.19 - 20:49

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Sowas ist halt immer eine Generationenaufgabe und wenn man damals (so wie
    > heute) nur die Dinge gemacht hätte, die schnelle Erfolge versprechen, wäre
    > die Menschheit technisch nicht da, wo sie heute ist.

    Das Witzige an solchen Aussagen ist immer der Umstand, dass die meisten der Entdecker, deren Taten hier immer als hehre Handlungen präsentiert werden, wie z.B. Columbus, all diese Mühen fast immer nur wegen der Aussicht auf persönlichen Ruhm und Reichtum unternommen haben.

    Lass einfach den Pathos weg. Die Mondlandung gab es auch nicht, weil Kennedy so ein toller Hecht war, sondern weil man den Russen Sputnik und Gagarin übelgenommen hatte und ums Verrecken die Überlegenheit des Kapitalismus beweisen musste. Menschen handeln in der Regel aus ganz biederen, ganz gewöhnlichen Gründen. Erst im Nachhinein wird das alles zu einem Mythos aufgeblasen.

  9. Re: Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

    Autor: abufrejoval 22.07.19 - 03:01

    konsolent schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > abufrejoval schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Schon die Mondmission war irrational, aber immerhin machbar, weil der
    > Mond
    > > nunmal quasi vor der Haustür kreist.
    >
    > Den rahme ich ein.
    > Allerdings hatte die Apollo 11 Mission wenig von Peterchens
    > Mondfahrt wie Sie sie zu verstehen scheinen.

    Vereinfachungen sind von Lügen oder Blödsinn manchmal schwer zu unterscheiden, aber gemessen an der Entfernung zu einem der in letzter Zeit entdeckten "erdähnlichen" Planeten, ist der Mond sehr nahe dran. Die Voyagers sind schon einige Zeit unterwegs und haben es gerade mal bis zur Abfahrt auf die Landstraße geschafft. Das nächste Dorf (anderes Sternensystem) oder das nächste Land (andere Galaxie) erreichen die möglicherweise erst, wenn unser Sternensystem untergegangen ist.

    Der Erkentnis- und Technologiegewinn durch die Mondmission und die Satellitenmissionen der letzten Jahrzehnte war enorm. Aber ähnlich große Erkenntnisse für die Zukunft liegen schlicht zu weit weg, als daß sich lohnt heute dafür Geld auszugeben.

    Man bekommt für den Preis von 10 Mondmissionen keinen vergleichbaren Gegenwert, materiell oder immateriell.

  10. Re: Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

    Autor: abufrejoval 22.07.19 - 03:51

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > abufrejoval schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Aber ganz nüchtern betrachtet, sind die wirklich interessanten
    > > Fernmissionen eben ohne jene magischen Techniken nicht zu machen.
    >
    > Also ich glaube durchaus, dass sich in den nächsten 500 Jahren Dinge wie
    > Kryoschlaf und deutlich schnellere Antriebe (wenngleich keine
    > Lichtgeschwindigkeit) realisieren lassen.
    >
    > Columbus hatte 1492 sicher auch nicht gedacht, dass 500 Jahre später seine
    > Reise in die USA in Überschallgeschwindigkeit stattfindet (oder zumindest
    > techn. relativ problemlos stattfinden könnte).
    >

    Der Pluto (4-7 Lichtstunden Entfernung) wurde erreicht und es war nicht wirklich viel los da. Immerhin gibt es wohl noch ein paar "Rockys" dahinter, aber wie viele Millionen ist diese Erkenntnis wert?

    Danach ist erst mal nichts mehr zu holen, bis man schließlich beim allernächsten Sonnensystem in etwas mehr als 4 Lichtjahren ankommt, etwa 25 Millionen mal so weit wie zum Mond.

    Die "attraktiven" Sternensysteme mit "erdähnlichen" Planeten sind dünn gesäht und selbst in der Galaxie schon wirklich weit weg. Auch mit ein paar Jahrtausenden Kryo ist da nicht wirklich viel zu schaffen und dann schaffen die Ingenieure heute ja noch nicht einmal massenhaft produzierte Technik wie Fernseher, PCs oder Handys mehr als ein paar Jahre laufen zu lassen. Immerhin: Wenn man es erst mal aus dem Sonnensystem rausgeschaft hat, ist erst mal Ruhe, aber vielleicht doch ein wenig zu kalt, um die Kryo reversibel zu halten: Bei der Technik gibt es auch noch ein paar kleine Probleme, die in den letzten Jahrzehnten keiner lösen konnte. Die Leute, die sich in den 60'er und 70'er Jahren haben einfrieren lassen, hat man wohl inzwischen leise entsorgt, weil das von den Erben keiner mehr zahlen wollte.

    Mich hat die erste Staffel von "The 100" stark beeindruckt. Da konnte man hautnah erleben, wie sich das anfühlt, wenn solideste Technik, die für vielleicht 50 Jahre ausgelegt war, nach 150 Jahren (oder ähnlich) so langsam den Geist aufgibt. Nur daß es mit den "nachwachsenden Rohstoffen" schon in der Umlaufbahn, nicht so richtig funktioniert.

    Geht im interstellaren Raum etwas kaputt, gibt es nichts aus den man Ersatzteile oder auch nur Kraftstoff herstellen könnte.

    Und wie ähnlich so ein "erdähnlicher" Planet dann aus der Nähe aussieht, ergäbe sich auch erst, wenn man dort vor Ort ist: Wer läßt sich denn auf so ein astronautisches Himmelfahrtskommando ein?

    Ich liebe die Raumfahrt seitdem ich als kleiner Junge die Mondlandung im Fernseher miterlebt habe. Ich habe auch Science-Fiction immer gern gelesen, weniger weil es realistisch war, sondern weil es inspirierte und das Hirn "dehnte".

    Aber das ändert alles nichts daran, daß die Raumfahrt stark unter "diminishing returns" leidet, die sich mal ganz schlicht aus den Entfernungen ableiten lassen. Die heute erzielbaren Grenzerkenntnisse sind gering, die Aufwänd zu größten Teilen schon operativ und materiell gigantisch. Selbst wenn da ganze Asteroiden aus reinem Platin bestehen würden, ließen sie sich wohl kaum zu sinnvollen Preisen und heil auf die Erdoberfläche holen.

    Irgendwer hat sicher schon mal den Kilopreis für Mondgestein ausgerechnet: Dürfte sich kaum lohnen.

  11. Re: Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

    Autor: abufrejoval 22.07.19 - 04:05

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > McWiesel schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Sowas ist halt immer eine Generationenaufgabe und wenn man damals (so
    > wie
    > > heute) nur die Dinge gemacht hätte, die schnelle Erfolge versprechen,
    > wäre
    > > die Menschheit technisch nicht da, wo sie heute ist.
    >
    > Das Witzige an solchen Aussagen ist immer der Umstand, dass die meisten der
    > Entdecker, deren Taten hier immer als hehre Handlungen präsentiert werden,
    > wie z.B. Columbus, all diese Mühen fast immer nur wegen der Aussicht auf
    > persönlichen Ruhm und Reichtum unternommen haben.
    >
    > Lass einfach den Pathos weg. Die Mondlandung gab es auch nicht, weil
    > Kennedy so ein toller Hecht war, sondern weil man den Russen Sputnik und
    > Gagarin übelgenommen hatte und ums Verrecken die Überlegenheit des
    > Kapitalismus beweisen musste. Menschen handeln in der Regel aus ganz
    > biederen, ganz gewöhnlichen Gründen. Erst im Nachhinein wird das alles zu
    > einem Mythos aufgeblasen.

    Man darf freilich den Wert dieser Propaganda nicht unterschätzen: Die Mondmission war ein Stellvertreterkrieg, den die USA klar gewonnen haben und die Russen ebenso klar verloren.

    Und da war dieser Krieg wahrscheinlich billiger und deutlich unblutiger als der in Vietnam: Wer weiß wo die beiden sich sonst mit welchen Folgen ineinaner verbissen hätten?

    Die russischen Intelligenz hatte im Anschluß verstanden, daß man zwar die größeren Genies haben und fördern kann, aber bei der Umsetzung ein gigantisches Heer von Ingenieuren und Fertigungstechniken abrufbereit haben muß, die man eben nicht auf der grünen Wiese bauen kann, sondern von einer leistungsfähigen und florierenden Konsumgüterindustrie ableiten muß, um die Kosten weniger exorbital zu halten, als der Orbit welchen man erreichen möchte.

    Den ersten Satelit konnte man noch in einer Werkstatt herstellen, die Mondrakete und der Raumtransporter brachen den Soviets das Selbstvertrauen und das Genick.

    Heute zielt der "Schwanzvergleich" halt auf die Chinesen: Mal schauen wer diesmal gewinnt. Könnte der Wettbewerber mit der florierenden Konsumgüterindustrie werden...

  12. Re: Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

    Autor: Janquar 22.07.19 - 13:20

    Nur ein kurzer Kommentar: "Magische Techniken"

    Ja wäre hätte gedacht, das ein Handy leistungsfähiger sein wird, als sone riesen Metallkiste unterm Arbeitstisch... auch magische Technik...

  13. Re: Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

    Autor: McWiesel 22.07.19 - 21:47

    abufrejoval schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > McWiesel schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------

    > Der Pluto (4-7 Lichtstunden Entfernung) wurde erreicht und es war nicht
    > wirklich viel los da. Immerhin gibt es wohl noch ein paar "Rockys"
    > dahinter, aber wie viele Millionen ist diese Erkenntnis wert?

    Wenn wir unseren Planeten hier weiterhin runterwirtschaften, wird das Thema Terraforming und Leben unter extremen Bedingungen einen ganz anderen Druck bekommen. Da werden Projekte auf einmal durchgeführt, die bis dato vor allen Dingen unfinanzierbar waren (nicht mal so sehr die physikalische Unmöglichkeit). Entsprechend wird man sehr viele Erfahrungen mit Abbau von Tiefseeressourcen, dem Leben in gekapselten Umgebungen (evtl. unter Wasser?), der Zucht von Pflanzen in widrigen Umgebungen bis hin zum (positiven) Beeinflussen einer Atmosphäre sammeln, die dann den Grundstein dazu legen um auch dann komplett lebensfeindliche Planeten wie den Mars lebenswert zu machen.

    Ich denke das entscheidet sich in diesen Jahren .. ob wir durch den Verzicht auf nahezu alle Errungenschaften der Technik (statt deren Weiterentwicklung) wieder ins Mittelalter zurückbewegen (inkl. der vernichtenden Kriege um die letzten Ressourcen) oder es schaffen den Planeten mit High-Tec zu retten. Und diese High-Tec wird doch ganz gewaltig von der Raumfahrt getrieben, ohne die hätten wir noch nicht mal den Blick auf die Erde, wie wir ihn heute haben.

  14. Re: Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

    Autor: plutoniumsulfat 22.07.19 - 22:00

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich denke das entscheidet sich in diesen Jahren .. ob wir durch den
    > Verzicht auf nahezu alle Errungenschaften der Technik (statt deren
    > Weiterentwicklung) wieder ins Mittelalter zurückbewegen (inkl. der
    > vernichtenden Kriege um die letzten Ressourcen) oder es schaffen den
    > Planeten mit High-Tec zu retten. Und diese High-Tec wird doch ganz gewaltig
    > von der Raumfahrt getrieben, ohne die hätten wir noch nicht mal den Blick
    > auf die Erde, wie wir ihn heute haben.

    Diesen Planeten rettet man nur mit einer Sache, nämlich weniger High-Tech.

  15. Re: Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

    Autor: plutoniumsulfat 22.07.19 - 22:01

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Columbus hatte 1492 sicher auch nicht gedacht, dass 500 Jahre später seine
    > Reise in die USA in Überschallgeschwindigkeit stattfindet (oder zumindest
    > techn. relativ problemlos stattfinden könnte).

    Tat und tut ;)

  16. Re: Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

    Autor: McWiesel 22.07.19 - 22:24

    plutoniumsulfat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > McWiesel schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------

    >
    > Diesen Planeten rettet man nur mit einer Sache, nämlich weniger High-Tech.

    Wie kommt man - mit Verlaub - zu solch einem Blödsinn?

    Verzichten wir auf High-Tec, leben wie im Mittelalter, holzen also für ein bisschen Heizung jeden auffindbaren Baum ab, rotten jegliche Wildtiere aus und können auf diese Weise die 8 Milliarden Menschen vielleicht für 2 Jahre ernähren, bis der Planet kollabiert. Damals haben es weit weniger Menschen geschafft fast komplett Europa zu entwalden, weil sie mangels Technik nicht anders überleben konnten. Der Low-Tec-Wahnsinn (Holz & Kohle für Energie zu verfeuern) hört leider selbst im 21. Jahrhundert immer noch nicht auf.

    Oder wir machen uns die gewaltige Sonnenenergie, die täglich auf die Erde knallt, endlich mal auf alle erdenklichen Möglichkeiten zu Nutze. Zum Beispiel in dem wir zumindest daraus mal Strom gewinnen, den wir im Winter für die Heizung nutzen können, ohne dafür Ressourcen zu verfeuern. Oder für Wasserstoff, um damit Mobilität zu realisieren. Ja, genau sowas kann High-Tec, leider leben eben viele Leute immer noch geistig wie der mittelalterliche Holzfäller ("nach mir die Sintflut").



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.07.19 22:25 durch McWiesel.

  17. Re: Attraktivität der Ziele sinkt mit der Entfernung

    Autor: plutoniumsulfat 27.07.19 - 18:37

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > plutoniumsulfat schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > McWiesel schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > >
    > > Diesen Planeten rettet man nur mit einer Sache, nämlich weniger
    > High-Tech.
    >
    > Wie kommt man - mit Verlaub - zu solch einem Blödsinn?
    >
    > Verzichten wir auf High-Tec, leben wie im Mittelalter, holzen also für ein
    > bisschen Heizung jeden auffindbaren Baum ab, rotten jegliche Wildtiere aus
    > und können auf diese Weise die 8 Milliarden Menschen vielleicht für 2 Jahre
    > ernähren, bis der Planet kollabiert. Damals haben es weit weniger Menschen
    > geschafft fast komplett Europa zu entwalden, weil sie mangels Technik nicht
    > anders überleben konnten. Der Low-Tec-Wahnsinn (Holz & Kohle für Energie zu
    > verfeuern) hört leider selbst im 21. Jahrhundert immer noch nicht auf.
    >
    > Oder wir machen uns die gewaltige Sonnenenergie, die täglich auf die Erde
    > knallt, endlich mal auf alle erdenklichen Möglichkeiten zu Nutze. Zum
    > Beispiel in dem wir zumindest daraus mal Strom gewinnen, den wir im Winter
    > für die Heizung nutzen können, ohne dafür Ressourcen zu verfeuern. Oder für
    > Wasserstoff, um damit Mobilität zu realisieren. Ja, genau sowas kann
    > High-Tec, leider leben eben viele Leute immer noch geistig wie der
    > mittelalterliche Holzfäller ("nach mir die Sintflut").

    Nun, ich habe mich etwas kurz gefasst. Selbstverständlich benötigt man High-Tech, aber nicht überall. Heute wird aufwändig nach komplizierten technischen Lösungen gesucht für Dinge, die die Natur längst gelöst hat.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, Dresden, Berlin
  2. INSYS MICROELECTRONICS GmbH, Regensburg
  3. Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
  4. DRÄXLMAIER Group, Vilsbiburg bei Landshut

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Top-Angebote
  1. 44,53€ (Exklusiv!) @ ubi.com
  2. 25,00€ (Bestpreis!)
  3. (u. a. MSI MPG Z390 Gaming Edge AC für 149,90€, MSI MPG Z390 Gaming Pro Carbon AC für 180,90€)
  4. (u. a. Sandisk Ultra 400 GB microSDXC für 56,90€, Verbatim Pinstripe 128-GB-USB-Stick für 10...


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


IT-Arbeit: Was fürs Auge
IT-Arbeit
Was fürs Auge

Notebook, Display und Smartphone sind für alle, die in der IT arbeiten, wichtige Werkzeuge. Damit man etwas mit ihnen anfangen kann, ist ein anderes Werkzeug mindestens genauso wichtig: die Augen. Wir geben Tipps, wie man auch als Freiberufler augenschonend arbeiten kann.
Von Björn König

  1. Sysadmin "Man kommt erst ins Spiel, wenn es brennt"
  2. Verdeckte Leiharbeit Wenn die Firma IT-Spezialisten als Fremdpersonal einsetzt
  3. IT-Standorte Wie kann Leipzig Hypezig bleiben?

Harmony OS: Die große Luftnummer von Huawei
Harmony OS
Die große Luftnummer von Huawei

Mit viel Medienaufmerksamkeit und großen Versprechungen hat Huawei sein eigenes Betriebssystem Harmony OS vorgestellt. Bei einer näheren Betrachtung bleibt von dem großen Wurf allerdings kaum etwas übrig.
Ein IMHO von Sebastian Grüner


    OKR statt Mitarbeitergespräch: Wir müssen reden
    OKR statt Mitarbeitergespräch
    Wir müssen reden

    Das jährliche Mitarbeitergespräch ist eines der wichtigsten Instrumente für Führungskräfte, doch es ist gerade in der IT-Branche nicht mehr unbedingt zeitgemäß. Aus dem Silicon Valley kommt eine andere Methode: OKR. Sie erfüllt die veränderten Anforderungen an Agilität und Veränderungsbereitschaft.
    Von Markus Kammermeier

    1. Arbeit Hilfe für frustrierte ITler
    2. IT-Arbeitsmarkt Jobgarantie gibt es nie
    3. IT-Fachkräftemangel Freie sind gefragt

    1. UMTS: 3G-Abschaltung kein Thema für die Bundesregierung
      UMTS
      3G-Abschaltung kein Thema für die Bundesregierung

      Nutzer, die kein LTE in ihren Verträgen festgeschrieben haben, sollten wechseln, da 3G zunehmend abgeschaltet werde. Das erklärte das Bundesverkehrsministerium und sieht keinen Grund zum Eingreifen.

    2. P3 Group: Wo die Mobilfunkqualität in Deutschland am niedrigsten ist
      P3 Group
      Wo die Mobilfunkqualität in Deutschland am niedrigsten ist

      Die Qualität des Mobilfunks in Deutschland ist in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich. Dort, wo Funklöcher gerade ein wichtiges Thema sind, ist die Versorgung gar nicht so schlecht.

    3. Mecklenburg-Vorpommern: Funkmastenprogramm verzögert sich
      Mecklenburg-Vorpommern
      Funkmastenprogramm verzögert sich

      Wegen fehlender Zustimmung der EU ist das Geld für ein Mobilfunkprogramm in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht verfügbar. Dabei hat das Bundesland laut einer P3-Messung große Probleme.


    1. 18:00

    2. 18:00

    3. 17:41

    4. 16:34

    5. 15:44

    6. 14:42

    7. 14:10

    8. 12:59