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Glasfaserausbau als Grundlage für ein 5G Netz

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  1. Glasfaserausbau als Grundlage für ein 5G Netz

    Autor: tristankobusch 01.12.16 - 21:40

    Es wurde ja vielfach gefordert Glasfaser entlich stärker zu fördern und auszubauen. Der große Trend zum optimalen FTTH ist aber bis jetzt nicht zu erkennen. Gerade die deutsche Telekom verwehrt sich der Forderung mit Verweis auf die Unwirtschaftlichkeit und baut stattdessen FTTC aus.
    Mit steigendem Interesse an einem Mobilfunk der Zukunft, betitelt mit 5G, scheinen sich die Befürworter eines FTTH-Ausbaus einmal mehr bestätigt zu fühlen, dass dieser unabdingbar sei. Wenn ich das FTTC-Konzept nun richtig verstanden habe, schließe ich, dass Glasfaserkabel an vielen besiedelten Gebieten Deutschlands nur immer ein paar hundert Meter weit weg sind. Es fehlt eben nur die letzte Meile, die aus FTTC FTTH machen würde. Man könnte also zu der Überlegung gelangen, dass 5G Internet entgegen der vielfach verlautbarten Forderung gar keinen Wechsel der Ausbaustrategie benötigt. Die Forschung zu 5G zeigt, dass der Mobilfunk der Zukunft wesentlich mehr Masten benötigt, die ein deutlich kleineres Gebiet abdecken, eher im Meter- statt Kilometerbereich, und dadurch bedingt auch kleinere Nutzerzahlen bedienen. Ich könnte mir demzufolge vorstellen, dass man diese kleienern Masten relativ kostengünstig an das bestehende, bzw. sich im Ausbau befindliche FTTC-Netz anschließt. Laternenpfahle, Kirchtürme und andere höher Gelegene Infrastruktur scheint geradezu dazu prädestiniert ein kleines Wohngebiet über Funk mit Geschwindigkeiten im Gigabitbereich zu versorgen. Das ist auf alle Fälle schneller als VDSL, G.Fast und ähnliche auf Kupfer basierende Technologie. Natürlich ist die Kapazität einer Funkzelle begrenzt und es könnte und wird zu Nengpässen kommen, das passiert aber auch im klassischen DSL-Netz, wo es insbesondere in den Abendstunden zum Einbruch der Datenrate kommen kann. Vorteile einer solchen Bewältigung der letzten Meile wären die günstigere Umsetzbarkeit als FTTC, das zusätzlich auch noch Umbaumaßnahmen an den einzelnen Häusern erfordert, und der Entfall der unsäglichen Telekomtechnikertermine.
    Es wird den FTTH-Ausbau gerade wenn es um die Anbindung von Firmen geht nicht ersetzen können. Da der 5G-Ausbau aber ohnehin erfolgen wird, könnte ich mir eine derartige Nutzung als sinnvolle Erweiterung vorstellen. Überhaupt fehlen noch Konzepte wie und wofür diese gigantischen Geschwindigkeiten genutzt werden sollen. Bereits bei der Umstellung von 50 Mbit/s auf 150 Mbit/s dürften sich viele gefragt haben was sie damit sollen, wo sie weder Anwendungsmöglichkeiten noch das das nötige Datenvolumen haben um davon zu profitieren. Ideen für die Nutzung von 5G gibt es viele: Videostreaming im ÖPNV, Zug und Auto, irgendwie für vernetzte Autos und Telemedizin. Wie genau das Aussehen soll kann jedoch keiner erklären. Typische Anwendungen die eine hohe Datenraten benötigen, wie Videostreaming in 4k, was auf kleine 10" Geräten ja eher bedingt sinnvoll ist, der Download größerer Spiele, online Backups, etc, sind ja alles eher Anwendungen, die in den eigenen 4 Wänden beheimatet sind. Es wäre möglicherweise also sinnvoller solch schnelle Verbindungen auch dort zu nutzen und sich nicht in der Vorstellung zu verlieren, man könnte das gesamte Schienen- und Straßennetz ausbauen, was ja Grundvoraussetzung für eine derart vernetzte Mobilität wäre. Mir erschließt sich jedoch auch nicht warum vernetzte Autos, Ampeln und Züge Geschwindigkeiten im zweistelligen Gigabitbereich benötigen. Ich habe das Gefühl man plant da mit 5G eine Technologie von der man noch nicht weiß wofür man sie eigentlich braucht. Aktuell bekomme ich den Eindruck das man weder den Willen dazu hat seine Tarifstruktur zu verändern noch Funk als Überbrückung für die letzte Meile von Privathaushalten einzusetzen.
    Mich würde jetzt mal interessieren ob meine Schlüsse richtig sind, meine Forderung sinnvoll ist und ob sich vielleicht doch ein Trend am Horizont abzeichnet der dazu führt, dass Geräte, die sich weder per Kabel noch W-LAN abschließen lassen mit einmal derart exorbitante Geschwindigkeiten benötigen.

  2. Re: Glasfaserausbau als Grundlage für ein 5G Netz

    Autor: Balloo 01.12.16 - 22:19

    Diese ganze Funk kram ist kacke weil unsere Regierung zulässt das die Provider ihre Angebote mit bis zu 100mbit Bewerben können. Und somit sie gerade soviel Geld in ihre Antennen stecken das es läuft...... aber mit Sicherheit nicht zu jeder Zeit die volle Bandbreite ankommt weil es immer nur scheiß Shared-Medium ist und bleibt.


    Absoluter Mist!

  3. Re: Glasfaserausbau als Grundlage für ein 5G Netz

    Autor: RipClaw 01.12.16 - 22:32

    FTTC bringt zwar einige der Vorteile von Glasfaser was die Geschwindigkeit angeht aber es haften immer noch viele der Nachteile von Kupfer an wie z.B. das die Verbindungen sehr anfällig für elektromagnetische Störungen sind und die Reichweite begrenzt.

    Viele sehen in Glasfaser nur die Geschwindigkeit aber sie übersehen dabei das Verbindungen über Glasfaser um einiges stabiler sind als Verbindungen über Kupfer. Das reduziert den Wartungsaufwand und langfristig gesehen auch die Kosten.
    Zudem erhält jeder der angeschlossenen Haushalte die gleiche Geschwindigkeit unabhängig davon ob er 10m oder 10km vom Verteiler entfernt liegt.

    Und was die hohen Geschwindigkeiten von 5G angeht von denen du nicht weist wie man die Geschwindigkeit überhaupt nutzen soll so übersiehst du dabei das diese Geschwindigkeiten immer für die ganze Funkzelle gelten.
    Die 150 Mbit/s die du für 4G genannt hast teilen sich hunderte oder tausende von Nutzern. Sagen wir mal 100 Nutzer die an einer Funkzelle angemeldet wollen sich gleichzeitig eine Film angucken. Das bedeutet pro Nutzer bleiben gerade mal 1,5 Mbit/s übrig was für nicht mal einen Stream in 480p reicht.
    Das einzige was aktuell verhindert das die Funkzellen derartig überlastet werden sind die Tarife die die Nutzer im Zaum halten.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.12.16 22:46 durch RipClaw.

  4. Re: Glasfaserausbau als Grundlage für ein 5G Netz

    Autor: johnripper 02.12.16 - 02:06

    FTTB ist nicht gleich FTTH. Im EFH vllt, aber in den meisten MFH gehen die Problem dann erst richtig los.

  5. Re: Glasfaserausbau als Grundlage für ein 5G Netz

    Autor: Ovaron 02.12.16 - 09:49

    tristankobusch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es wurde ja vielfach gefordert Glasfaser entlich stärker zu
    > fördern und auszubauen. [...]
    > Gerade die deutsche Telekom verwehrt sich der Forderung
    > mit Verweis auf die Unwirtschaftlichkeit und baut stattdessen
    > FTTC aus.

    Schon nach zwei Sätzen der erste massive Fehler. Telekom setzt auf FTTC und FTTC bedeutet das die Glasfaser-Strecke bis in die Straße errichtet wird.

    > Mit steigendem Interesse an einem Mobilfunk der Zukunft,
    > betitelt mit 5G, scheinen sich die Befürworter eines FTTH-
    > Ausbaus einmal mehr bestätigt zu fühlen, dass dieser
    > unabdingbar sei.

    Komplett falsch. Aber sowas von falsch...
    Für 5G brauchst Du keine Glasfaser in der Wohnung sondern Glasfaser in der Straße. 5G bestätigt also wenn überhaupt das Konzept FTTC.

    > Laternenpfahle, Kirchtürme und andere höher Gelegene
    > Infrastruktur scheint geradezu dazu prädestiniert ein kleines
    > Wohngebiet über Funk mit Geschwindigkeiten im
    > Gigabitbereich zu versorgen. Das ist auf alle Fälle schneller
    > als VDSL, G.Fast und ähnliche auf Kupfer basierende
    > Technologie.

    5G wird natürlich sehr viel mehr Bitrate liefern als ein DSL-Anschluß mit
    seinen 100, 250 Mbit. Allerdings wird die Bitrate einer Zelle immer geteilt durch die Anzahl der Teilnehmer die gerade eingebucht sind. Im Zweifelsfall stehst Du also genau wie heute da und schaust den Bits zu wie sie einzeln eintreffen.

    Warum aber sollte man das eine lassen müssen wenn man das andere tut? Der Hybrid-Router der Telekom funktioniert bei mir hervorragend. Wenn ich künftig 200 Mbit per DSL plus bis zu 1 Gbit über eine dann gar nicht mehr so stark belastete Funkzelle (denn die Grundlast der eingebuchten Kunden bis einschließlich Streaming geht ja über DSL) erhalte reicht mir das dicke aus.

    > Natürlich ist die Kapazität einer Funkzelle begrenzt und es
    > könnte und wird zu Nengpässen kommen, das passiert
    > aber auch im klassischen DSL-Netz, wo es insbesondere in
    > den Abendstunden zum Einbruch der Datenrate kommen
    > kann.

    Diese Einbrüche gibt es, sie sind aber im Gegensatz zu denen der
    Funkzelle zu nahezu 100% vermeidbar. Der DSLAM ist per Glasfaser angebunden,
    die Übertragungskanäle können bei Bedarf von 1x1Gbit auf nx1Gbit bis nx10 Gbit hochgerüstet werden. Die Auslastung des DSLAM wird hierzu ständig überwacht und meines Wissens wurden auch bereits einzelne DSLAM auf 2x1Gbit hochgerüstet.

    Alle mir bekannten Berichte über überlastete DSLAM stammen von den alten ATM-DSLAM der ersten Generation die noch mit lediglich 155 Mbit angebunden waren. Die werden gerade im Zuge der All-IP-Umstellung ausgetauscht.

    > Vorteile einer solchen
    > Bewältigung der letzten Meile wären die günstigere Umsetzbarkeit als FTTC,

    Ja, wie schon oben geschrieben: Wenn überhaupt dann ist 5G eine Bestätigung der FTTC-Strategie.

    > Es wird den FTTH-Ausbau gerade wenn es um die Anbindung von Firmen geht
    > nicht ersetzen können.

    Och, sind wir nun wieder auf dem Schulhof-Pausengeschwätz-Niveau angekommen wo der Spediteur unbedingt symetrische 10 Gbit per Glasfaser braucht um seine Aufträge per Email abzuwickeln? Dann steige ich hier mal aus..

    > Mich würde jetzt mal interessieren ob meine Schlüsse richtig sind, meine
    > Forderung sinnvoll ist

    Deine Schlüsse basieren auf fehlenden oder Halbwissen und falschen Annahmen. Sie sind zwangsläufig falsch.

    Forderungen hast Du keine gestellt, daher läßt sich schwer sagen ob sie falsch sein werden wenn Du sie denn mal äußerst.

  6. Re: Glasfaserausbau als Grundlage für ein 5G Netz

    Autor: tristankobusch 02.12.16 - 11:53

    Dein Kabel ist genauso shared. Das ist ein generelles Problem, aber keine konzeotionelle, unlösbare Schwäche.

  7. Re: Glasfaserausbau als Grundlage für ein 5G Netz

    Autor: tristankobusch 02.12.16 - 15:32

    Zum ersten Kritikpunkt. Ich gebe zu unglücklich ausgedrückt. Ich meinte, dass sich die Telekom einem FTTH-Ausbau verwehre. Mir ist, wie hoffentlich im folgenden Text deutlich wird, durchaus bewusst, das FTTC Glasfaser ist. Dass in mehreren in jüngerer Zeit veröffentlichte Artikel, die sich mit 5G Ausbau beschäftigen unterschwellig die Forderung nach FTTH mitschwingt und diesbezüglich Kritik an der Telekom geübt wird, war alles was ich in dem von dir zitierten Absatz deutlichachen wollte. Er war deskriptiv nicht normativ gemeint. Sollte ich bei dir richtig herausgelesen haben, dass du einem FTTH-Ausbau für 5G als unsinnig erachtest kann ich dem nur zustimmen. Ll

  8. Re: Glasfaserausbau als Grundlage für ein 5G Netz

    Autor: tristankobusch 02.12.16 - 16:12

    Wie auch dir sicherlich bewusst ist, besteht unsere Wirtschaft nicht nur aus Speditionen. Es gäbe da z.B. IT-Dienstleister, Firmen die auf parallele Videokonferenzen angewiesen sind, solche die eine große Menge externen auf netzwerinterne Ressourcen zugreifen lassen wollen oder einfach Gastronomiebetriebe, die ihren Kunde gerne ein schnelles W-LAN zur Verfügung stellen möchten. Ob eine DSL-Leitung durch eine stark belastete Mobilfunkzelle unterstützt schafft wage ich mal zu bezweifeln.
    Um mit halbgaren Halbwissen weiterzumachen möchte ich anmerken, dass ich bis jetzt davon ausging, dass man die Kapazität einer Mobilfunkzelle durch die Nutzung größerer Frequenzbänder und Mehrantennentechnologie ebenso steigern könnte. Außerdem sollte bedacht werden, dass eine 5G Zelle aufgrund der ihrer geringeren Reichweite auch weniger Nutzer versorgen muss. Meine Forderung besteht darin 5G von Anfang an primär als Überbrückungtechnologie für die letzte Meile zu konzeptieren und auszubauen. Zum Thema Pausenhof. Das kommt in etwa hin, nur für den Hof ist es dieser Tage ein bisschen kalt.

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