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Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: Hotohori 05.10.21 - 22:37
Es kann generell nicht so weitergehen. Große Unternehmen machen einfach was sie wollen um ihren Profit zu maximieren, völlig egal ob es zum negativen für die Menschheit ist. Das darf nicht mehr so weiter gehen.
Auch Unternehmen haben eine Verantwortung den Menschen gegenüber und dieser müssen sie auch nachkommen, wenn sie das nicht tun, müssen sie entweder entsprechend unter Druck gesetzt oder zerschlagen werden.
Viele unterschätzen ganz gewaltig wie viel Einfluss Unternehmen wie Facebook auf uns haben. Deren Geschäft ist es Menschen ganz genau zu kennen um deren Schwächen, unseren Schwächen, für maximalen Profit auszunutzen. Und Facebook zeigt sehr gut, dass sie Profit auch über Leichen gehen und das nicht nur sprichwörtlich.
Es reicht! Und das geht auch an deutsche Großunternehmen (z.B. jene die Politiker schmieren). -
Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: gelöscht 05.10.21 - 22:42
Ja??
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Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: Leviosa 05.10.21 - 23:03
Denke nicht das da viel passieren wird von der derzeitigen US Regierung da Facebook und co ja fleissig zensieren für die.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.10.21 23:07 durch Leviosa. -
Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: Hotohori 05.10.21 - 23:12
Leviosa schrieb:
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> Denke nicht das da viel passieren wird von der derzeitigen US Regierung da
> Facebook und co ja fleissig zensieren für die.
Ich ehrlich gesagt auch nicht. Nach unserer Wahl erst wurde nur wieder sehr deutlich wie die Gesellschaft drauf ist. Da ist Hopfen und Malz verloren und wir werden zukünftig definitiv in einer Dystrophie leben, was anderes kriegt die Menschheit nicht zustande und verdient sie wohl auch nicht. -
Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: zZz 05.10.21 - 23:30
Na dann erklär mal die Anfälle der Wutbürger, jedesmal wenn jemand "Tempolimit" sagt. Die Autoindustrie in der BRD entspricht weitgehend der Waffenindustrie bzw. der Tabakindustrie des 20. Jahrhundert in den USA. Wenn die Menschen wach wären, würden wir gar nicht über 130km/h streiten sondern würden direkt bei 110 oder 120 ansetzen.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.10.21 23:30 durch zZz. -
Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: no one 05.10.21 - 23:44
Ich biete 90, 70, 40. Reicht doch schon. Und die Wutbürger sind eh unbelehrbar. Glücklicherweise sind die in der Minderheit - dafür bedauerlicherweise sehr lautstark.
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Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: Ach 05.10.21 - 23:49
Wenn ihr die Zeit habt, dann schaut euch Francis Haugens(im Bericht verlinkte) Kongress Anhörung an (=>https://www.c-span.org/video/?515042-1/whistleblower-frances-haugen-calls-congress-regulate-facebook). Mir scheint da ein komplett anderer Wind zu wehen als noch bei Marc Zuckerbergs Anhörung(über welche der Kongress bei dieser Anhörigung urteilte, dass er damals von Zuckerberg fehlgeleitet wurde). Zudem macht Francis Haugen einen ganz hervorragenden Job. Kommt mir vielmehr so vor, als wenn der Kongress und Francis Haugen Facebook gemeinsam analysieren. Dabei wird Francis Haugen mehrere Male von Kongressmitgliedern als Amerikanische Heldin geehrt.
Das ganze ist für mich so erfrischend, dass meine einzige Anschlussfrage lautet : Warum geht sowas bitte nicht mit Snowden / Mennig in einer der diesen gerecht werdenden Form? Verdient hätten die beide Letztgenannten eine solche Behandlung und Ehrung umso dringlicher. Aber ok, bleiben wir lieber beim Thema ...
1 mal bearbeitet, zuletzt am 05.10.21 23:57 durch Ach. -
Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: Pantsu 05.10.21 - 23:50
Wir haben nun wirklich genug Aufwachen-Posts geschrieben, ob nun naiv-auffordernd oder zynisch-abkotzend (eher meine Variante) - es hilft eher, in unseren Kreisen die Alternativen bekannt zu machen, und vielleicht noch bei nicht-verbohrten Bekannten, Verwandten und Freunden - aber es ist eine unlösbare Aufgabe, die Menschheit aufwecken zu wollen, da wirste depressiv.
Frei übersetzt aus dem Englischen: Mach dein Bett und lieg darin.
Oder werd halt wohlhabend, dann kannst du dir im System etwas Freiheit schaffen - der liberale Ansatz. Da natürlich die meisten wünschen, dass der Staat irgendwas macht, macht der Staat dann eben alles, aber nicht das, was du willst :D
Achja: Man kann natürlich auch als 3-Tage-Wach-Forist ordentlich danebenliegen. Zwar nicht bei Facebook, das ist wirklich scheisse, aber Rauchen ist doch ganz nett, und schnelle Autos auch. Erinnert an die Zeit vor Facebook.
2 mal bearbeitet, zuletzt am 05.10.21 23:52 durch Pantsu. -
Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: Hotohori 06.10.21 - 00:01
Ja, keine Frage, es ist gut, dass das jetzt dort ernster genommen wird, aber es wäre generell hilfreich wenn mehr Menschen das zu würdigen wüssten. An den Meisten wird es vorbei gehen oder sie werden es zur Kenntnis nehmen und nicht weiter darüber nachdenken. So eine Sache sollte absolut Jeden nachdenklich werden lassen. Facebook ist ja nur ein winziger Teil des Ganzen.
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Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: mfeldt 06.10.21 - 08:14
Hotohori schrieb:
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> Auch Unternehmen haben eine Verantwortung den Menschen gegenüber und dieser
> müssen sie auch nachkommen, wenn sie das nicht tun, müssen sie entweder
> entsprechend unter Druck gesetzt oder zerschlagen werden.
>
Viel Glück - zerschlage das Fratzenbuch und Insta, bytedance steht schon bereit! -
Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: demon driver 06.10.21 - 09:09
zZz schrieb:
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> Na dann erklär mal die Anfälle der Wutbürger, jedesmal wenn jemand
> "Tempolimit" sagt. Die Autoindustrie in der BRD entspricht weitgehend der
> Waffenindustrie bzw. der Tabakindustrie des 20. Jahrhundert in den USA.
> Wenn die Menschen wach wären, würden wir gar nicht über 130km/h streiten
> sondern würden direkt bei 110 oder 120 ansetzen.
Das beschreibt die heutige Situation nicht mehr, wenn es sie denn je beschrieben hat. In der Bevölkerung gibt es seit Jahren Mehrheiten für ein Tempolimit. Es sind nicht "die Menschen", die das verhindern, sondern die Regierungen, die sich in einer kapitalistischen Marktwirtschaft nicht erlauben können, etwas gegen die größten Wirtschaftszweige zu unternehmen, ohne das BIP und darüber letztlich ihre eigene Existenz in Gefahr zu bringen. -
Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: Ach 06.10.21 - 09:28
mfeldt schrieb:
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> Viel Glück - zerschlage das Fratzenbuch und Insta, bytedance steht schon bereit!
Du sprichst die schließliche Ausführung von Beschlüssen an. Dafür sind dann die Gerichte und die Polizei zuständig. In dem Fall handelt es sich aber um eine Anhörung vor dem Kongress, sprich : vor dem Gesetzgeber. Und wenn der Kongress zu einer neuen Gesetzgebung findet, die dem asozialen Treiben von FB Einhalt gebietet, dann wirkt sich diese Gesetzgebung im selben Moment auf jede existierende Firma aus. Die Position vor der Judikative und Exikutive jeder einzelnen Firma im Social Media Bereich verkürzt sich mit einem mal auf : "You can run, but you can't hide". -
Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: demon driver 06.10.21 - 09:46
Hotohori schrieb:
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> Es kann generell nicht so weitergehen. Große Unternehmen machen einfach was
> sie wollen um ihren Profit zu maximieren, völlig egal ob es zum negativen
> für die Menschheit ist. Das darf nicht mehr so weiter gehen.
>
> Auch Unternehmen haben eine Verantwortung den Menschen gegenüber und dieser
> müssen sie auch nachkommen, wenn sie das nicht tun, müssen sie entweder
> entsprechend unter Druck gesetzt oder zerschlagen werden [...]
Grundsätzlich alles richtig, bis auf eins – Unternehmen haben genaugenommen keine solche Verantwortung, und haben sie nie gehabt, und das gilt so auch nicht nur für die Großen. In der kapitalistischen Marktwirtschaft haben Unternehmen nur einen einzigen Unternehmenszweck, der heißt Geldvermehrung. Je nach Jurisdiktion verstoßen Manager, die wissentlich die Unternehmensgewinne gefährden, um "den Menschen gegenüber" einer vermeintlichen "Verantwortung" gerecht zu werden, sogar gegen geltendes Recht, können sich schadensersatzpflichtig und strafbar machen.
Politiker, die an die "Verantwortung" der Wirtschaft appellieren, tun das, um die Illusion aufrecht zu erhalten, dass es eine solche Verantwortung gäbe, und um gleichzeitig der Wirtschaft zu signalisieren, dass sie weitgehend so weitermachen könne wie bisher, ohne irgendwelche profitgefährdenden Zwangsmaßnahmen befürchten zu müssen.
Im herrschenden Wirtschaftssystem lässt sich Wohlverhalten bei der Wirtschaft, wenn überhaupt, nur mit Gesetzen, Gesetzen und noch mehr Gesetzen erreichen, und außerdem nur dann, wenn die Einhaltung der Gesetze kontrolliert werden kann und wird und die Nichteinhaltung glaubhaft mit ausreichend hohen Strafen bewehrt ist, die im Ernstfall auch ausgesprochen werden.
Und das Blödeste daran ist – solche Gesetze schaden ja tatsächlich den Unternehmensprofiten und damit den Volkswirtschaftserträgen und damit wiederum potenziell dem Arbeitsplatzangebot, der Attraktivität des Industrie- und Investitionsstandorts, dem gesamtgesellschaftlichen Wohlstand, bis hin womöglich zur Finanzierbarkeit des Gemeinwesens. Diese Schreckensszenarien sind ja nicht bloß Drohgebärden neoliberaler Ideologen, sondern notwendige Folge.
Damit eine Gesellschaft wirklich ohne sich selbst ökonomisch ins Knie zu schießen verhindern könnte, dass "große Unternehmen machen, was sie wollen, um ihre Profite zu maximieren", müsste sich das Wirtschaftssystem ändern. -
Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: Ach 06.10.21 - 10:56
demon driver schrieb:
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> Grundsätzlich alles richtig, bis auf eins – Unternehmen haben
> genaugenommen keine solche Verantwortung, und haben sie nie gehabt, und das
> gilt so auch nicht nur für die Großen. In der kapitalistischen
> Marktwirtschaft haben Unternehmen nur einen einzigen Unternehmenszweck, der
> heißt Geldvermehrung. Je nach Jurisdiktion verstoßen Manager, die
> wissentlich die Unternehmensgewinne gefährden, um "den Menschen gegenüber"
> einer vermeintlichen "Verantwortung" gerecht zu werden, sogar gegen
> geltendes Recht, können sich schadensersatzpflichtig und strafbar machen.
>
> Politiker, die an die "Verantwortung" der Wirtschaft appellieren, tun das,
> um die Illusion aufrecht zu erhalten, dass es eine solche Verantwortung
> gäbe, und um gleichzeitig der Wirtschaft zu signalisieren, dass sie
> weitgehend so weitermachen könne wie bisher, ohne irgendwelche
> profitgefährdenden Zwangsmaßnahmen befürchten zu müssen.
>
> Im herrschenden Wirtschaftssystem lässt sich Wohlverhalten bei der
> Wirtschaft, wenn überhaupt, nur mit Gesetzen, Gesetzen und noch mehr
> Gesetzen erreichen, und außerdem nur dann, wenn die Einhaltung der Gesetze
> kontrolliert werden kann und wird und die Nichteinhaltung glaubhaft mit
> ausreichend hohen Strafen bewehrt ist, die im Ernstfall auch ausgesprochen
> werden.
>
> Und das Blödeste daran ist – solche Gesetze schaden ja tatsächlich
> den Unternehmensprofiten und damit den Volkswirtschaftserträgen und damit
> wiederum potenziell dem Arbeitsplatzangebot, der Attraktivität des
> Industrie- und Investitionsstandorts, dem gesamtgesellschaftlichen
> Wohlstand, bis hin womöglich zur Finanzierbarkeit des Gemeinwesens. Diese
> Schreckensszenarien sind ja nicht bloß Drohgebärden neoliberaler Ideologen,
> sondern notwendige Folge.
>
> Damit eine Gesellschaft wirklich ohne sich selbst ökonomisch ins Knie zu
> schießen verhindern könnte, dass "große Unternehmen machen, was sie wollen,
> um ihre Profite zu maximieren", müsste sich das Wirtschaftssystem ändern.
"Soziale Marktwirtschaft" scheint für dich ja ein absolutes Fremdwort darzustellen. Tatsächlich stellt dein Plädoyer nicht mehr da, als das billige Herumreiten auf einer kompromisslosen Extremposition.
Das Schicksal extremistischer Forderungen war und ist aber von vorne herein besiegelt als gesellschaftsuntauglicher Rohrkrepierer. Extremistische Forderungen in ihrer so leicht bezwingbaren Simplistik kann und unternimmt jeder angetrunkene Stammtischprediger, wobei sich die wirklichen und relevanten Fragen und Herausforderung schon immer zwischen den Extremen bewegt haben. Die verschiedenen Ziele und Ansprüchen so geschickt abzuwägen und miteinander zu verbinden, das sich am Ende der größte Gewinn für alle aus der Kombination ergibt und natürlich unter der dabei bestmöglichen Moral. Dafür muss man dann auch nüchtern bleiben und echten Grips einsetzen. -
Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: chefin 06.10.21 - 11:14
Hotohori schrieb:
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> Es kann generell nicht so weitergehen. Große Unternehmen machen einfach was
> sie wollen um ihren Profit zu maximieren, völlig egal ob es zum negativen
> für die Menschheit ist. Das darf nicht mehr so weiter gehen.
>
> Auch Unternehmen haben eine Verantwortung den Menschen gegenüber und dieser
> müssen sie auch nachkommen, wenn sie das nicht tun, müssen sie entweder
> entsprechend unter Druck gesetzt oder zerschlagen werden.
>
> Viele unterschätzen ganz gewaltig wie viel Einfluss Unternehmen wie
> Facebook auf uns haben. Deren Geschäft ist es Menschen ganz genau zu kennen
> um deren Schwächen, unseren Schwächen, für maximalen Profit auszunutzen.
> Und Facebook zeigt sehr gut, dass sie Profit auch über Leichen gehen und
> das nicht nur sprichwörtlich.
>
> Es reicht! Und das geht auch an deutsche Großunternehmen (z.B. jene die
> Politiker schmieren).
Wenn Facebook Einfluss auf dich hat, ist das doch eigentlich eine Entscheidung von dir, das es soweit gekommen ist. Den dich gab es vor Facebook (ich geh davon aus das du über 18 bist), daher also deine persönliche Entscheidung war, Facebook zu folgen. Ich lebe schon etwas länger und weder ich noch meine Familie oder Kinder haben viel mit Facebook am Hut. Nicht viel deswegen, weil wir Whatsapp nutzen. Also ist alles was sie über mich wissen, das ich 178 Telefonnummern in meinem Adressbuch habe. Darüber mache ich mir jetzt noch nicht viel sorgen, das ich darüber manipuliert werden könnte.
Facebook hat dort Einfluss, wo es Menschen zulassen. Das sind aber die her Naiven, leider die große Masse. Aber diese Masse rennt IMMER EINEM hinterher. Die können eben nichts eigenes. Machst du heute Facebook platt, ist es morgen ein anderer dem sie nachlaufen. Die können nicht selbst denken, die brauchen ihren geistigen Führer.
Das ist grundsätzlich ein Problem, aber keines von Facebook. in den 60er und 70er, meiner Jugendzeit, waren es die Sekten. Überall gab es Guru's, denen die Menschenmassen nachgelaufen sind. Einige gibt es heute noch. Auch Kirche ist so ein Verein. Auch die mussten erstmal aufs richtige Format gebracht werden. Inzwischen aber gehören sie dazu, haben ihre Meinung, gibt immer noch genug die denen nachlaufen, aber da das "Neue" weg ist, erlaubt man sich auch kritisch zu hinterfragen.
Man schauen was in 30 Jahren von dieser Ära über ist und wie die sich in die Gesellschaft integriert haben. Freiheit ist eben auch die Freiheit, alles falsch zu machen. Und Mädchen die sich durch Instagramm manipulieren lassen, haben ziemliche Defizite zuhause. Mein kleiner ist 13, ein Halodri wie eben in dem Alter normal. Aber der merkt nach 2 Worten ob jemand ihm was erklärt oder ihn manipuliert. Der war kurz auf Facebook, nach 30 minuten die Seite geschlossen, taucht in seinem Browserverlauf nicht mehr auf. Youtube ist besser war sein Kommentar. Dort weis er das es Blödsinn ist, dort wird es auch als Blödsinn verkauft. Das findet er ehrlich.
Es liegt als an jedem Einzelnen, nicht am fehlenden Handeln des Staates, das Facebook diese Macht hat. -
Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: demon driver 06.10.21 - 12:00
Ach schrieb:
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> "Soziale Marktwirtschaft" scheint für dich ja ein absolutes Fremdwort
> darzustellen
Mitnichten. Es war der Versuch, in einer historischen globalökonomischen Momentsituation, in der das noch möglich war, dem Wirtschaftssystem über politische Maßnahmen einen humanen, "sozialen" Anschein zu geben. Zu einer Zeit zudem, in der der Kapitalismus noch im Wettbewerb mit dem Realsozialismus stand, was das Herstellen sozialer Gesellschaftlichkeit angeht. Im Kern ist "soziale Marktwirtschaft" eine contradictio in adjecto und war's immer gewesen. Und das hat nichts mit "extremistischen" Positionen zu tun, sondern mit den feststehenden Rahmenbedingungen und Funktionsmechanismen des bestehenden Wirtschaftssystems. Wer die kennt, kann gar nicht zu einem anderen Schluss kommen. -
Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: Ach 06.10.21 - 12:37
demon driver schrieb:
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> Mitnichten. Es war der Versuch, in einer historischen globalökonomischen
> Momentsituation, in der das noch möglich war, dem Wirtschaftssystem über
> politische Maßnahmen einen humanen, "sozialen" Anschein zu geben. Zu einer
> Zeit zudem, in der der Kapitalismus noch im Wettbewerb mit dem
> Realsozialismus stand, was das Herstellen sozialer Gesellschaftlichkeit
> angeht. Im Kern ist "soziale Marktwirtschaft" eine contradictio in adjecto
> und war's immer gewesen. Und das hat nichts mit "extremistischen"
> Positionen zu tun, sondern mit den feststehenden Rahmenbedingungen und
> Funktionsmechanismen des bestehenden Wirtschaftssystems. Wer die kennt,
> kann gar nicht zu einem anderen Schluss kommen.
Wieso bitte "war"? Wir leben nach wie vor in der sozialen Marktwirtschaft. Dass die unter den Jahrzehnte andauerndem Einfluss des Neokapitalismus und dem Aufschwung des zu seiner Zeit umwelt- und sozialradikalen Chinas teils krasse Einbußen hinnehmen musste, das war zwar unvermeidlich, bedeutet aber in keinster Weise, dass sie nicht mehr existiere. Vielmehr hat sich der Neokapitalismus aktuell in eine ideologische, politische wie praktische Sackgasse verrannt, was zusammen mit der Energiewende ein Zurückschwingen, eine Resozialisierung sowie eine Redemokratisierung des Marktes erwarten lässt. Überhaupt ist und war das demokratische Prinzip noch nie mit puren Turbokapitalismus vereinbar :
Demokratie bedeutet : "Ein Bürger - eine Stimme", wohingegen jeder Turbokapitalismus immer auf einen exklusiven Einfluss in die Politik angewiesen bleibt, also mit einer einzigen exklusiven Stimme, die entgegen dem demokratischen Grundprinzipien das Gewicht gleich sehr vieler Bürger in sich trägt, um zu verhindern, dass die Mehrheit die übertriebene Zuspitzungen von Kapital schlicht und einfach via entsprechender Gesetzgebungen fest Riegel vorschiebt. -
Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: MrTridac 06.10.21 - 13:40
zZz schrieb:
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> Wenn die Menschen wach wären, würden wir gar nicht über 130km/h streiten
> sondern würden direkt bei 110 oder 120 ansetzen.
Diese Antwort ist ja noch naiver als das Argument des OP.
A: Aufwachen muss niemand, weil alle die Probleme schon seit Jahren sehen.
B: ... als wenn ein Tempolimit irgendwas ändern würde. -
Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: demon driver 06.10.21 - 13:52
Ach schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> demon driver schrieb:
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> -----
>
> > Mitnichten. Es war der Versuch, in einer historischen globalökonomischen
> > Momentsituation, in der das noch möglich war, dem Wirtschaftssystem über
> > politische Maßnahmen einen humanen, "sozialen" Anschein zu geben. Zu einer
> > Zeit zudem, in der der Kapitalismus noch im Wettbewerb mit dem
> > Realsozialismus stand, was das Herstellen sozialer Gesellschaftlichkeit
> > angeht. Im Kern ist "soziale Marktwirtschaft" eine contradictio in
> adjecto
> > und war's immer gewesen. Und das hat nichts mit "extremistischen"
> > Positionen zu tun, sondern mit den feststehenden Rahmenbedingungen und
> > Funktionsmechanismen des bestehenden Wirtschaftssystems. Wer die kennt,
> > kann gar nicht zu einem anderen Schluss kommen.
>
> Wieso bitte "war"? Wir leben nach wie vor in der sozialen Marktwirtschaft.
Die war nicht mal in den Siebzigern, als es nahezu Vollbeschäftigung gab, wirklich gegeben, und wenn sie sich noch so sehr so nannte und die sozialen Schieflagen deutlich geringer waren als heute. Das "sozial" in "soziale Marktwirtschaft" war schon in ihrer Erfindung in erster Linie (CDU-) Propaganda. Armut und Ausbeutung (in den Siebzigern dann nicht nur von Einheimischen, sondern zunehmend auch von "Gastarbeitern") waren auch damals die Kennzeichen der Gesellschaftsordnung. Wer jedoch genug davon profitierte, um auf einem sicheren Arbeitsplatz ein bequemes Auskommen zu haben, den hat's halt damals, sowenig wie vielen heute noch, nicht wirklich interessiert. Und heute wird Milllionenarbeitslosigkeit amtlich zur Vollbeschäftigung umdefiniert, Arbeitslosen droht nach kurzer Frist das Hartz-IV-Demütigungs-, Kontroll- und Überwachungsprogramm, prekäre Arbeitsverhältnisse mit katastrophalen Arbeitsbedingungen reichen kaum für eine warme Wohnung und satt zu essen. Zahlreiche Arme werden nur noch satt, weil Teile der Wirtschaft sich mithilfe der ehrenamtlich betriebenen "Tafeln" von den Entsorgungskosten ihrer organischen Abfälle befreit werden, die Freiwillige dann unentgeltlich für die "Tafeln" in Verdorbenes und Unverdorbenes sortieren dürfen. Auf der anderen Seite wächst die Schicht der Superreichen und darin ein immer perverserer Reichtum. Während die gesellschaftliche Normalität – ausschließlich wegen der Rahmenbedingungen des Wirtschaftssystems und der "Märkte" – auf allen Ebenen dem Prinzip "alle gegen alle" gehorcht, der pure Verteilungskampf um alles, angefangen mit Jobs.
Was war, und erst recht was ist daran noch "sozial"? Es gibt nur einen Grund, aus dem das Wort im Zusammenhang mit "Marktwirtschaft" noch genannt wird, nämlich um die miesen Tatsachen der gesellschaftlichen Realität zu verschleiern.
> Dass die unter den Jahrzehnte andauerndem Einfluss des Neokapitalismus und
> dem Aufschwung des zu seiner Zeit umwelt- und sozialradikalen Chinas teils
> krasse Einbußen hinnehmen musste, das war zwar unvermeidlich, bedeutet aber
> in keinster Weise, dass sie nicht mehr existiere. Vielmehr hat sich der
> Neokapitalismus aktuell in eine ideologische, politische wie praktische
> Sackgasse verrannt, was zusammen mit der Energiewende ein Zurückschwingen,
> eine Resozialisierung sowie eine Redemokratisierung des Marktes erwarten
> lässt.
Sorry, aber das ist nur heiße Luft. Die ökonomischen Realitäten heute sind nicht nicht die, die sie sind, weil die falsche Politik gemacht wurde, sondern weil sie ökonomischen Gesetzmäßigkeiten gefolgt ist, denen die Politik nichts engegenzusetzen hat, und deren Auswirkungen sie allenfalls ein klein wenig in die eine oder andere Richtung hätte abmildern können. Und denen wird sie weiter folgen, und wenn Optimisten noch so sehr auf eine "Resozialisierung" hoffen. Das wird und kann nicht funktionieren.
Ein wenig Gegensteuern, das geht noch, wie's etwa Biden gerade versucht, und selbst das Bisschen braucht extreme ökonomische Anstrengungen, die schnell negative Gesamtwirkung entfalten können. Das Steuer wirklich nochmal herumreißen lässt sich nicht. Weil der Kapitalverwertungsprozess auf volkswirtschaftlicher Ebene, egal wie doll wir uns das wünschen, nicht mehr hergibt als das, was wir haben. Und gerade in den Regionen des größten industriellen Fortschritts zu immer weniger in der Lage ist, unter anderem weil derselbe Ausstoß immer weniger Arbeitskraft braucht, der erwirtschaftete und am Ende verteilbare ökonomische Wert aber unmittelbar von der investierten Arbeitskraft abhängt.
> Überhaupt ist und war das demokratische Prinzip noch nie mit puren
> Turbokapitalismus vereinbar :
Es gibt keinen "puren Turbokapitalismus", es gibt nur Kapitalismus. Der "Turbokapitalismus" ist nur die normale Fortentwicklung des Kapitalismus infolge fortschreitender Globalisierung und kontinuierlichen Rationalisierungsfortschritts. Die Zumutungen dieses Prozesses lassen sich politisch allenfalls ein bisschen mehr oder ein bisschen weniger in die richtige Richtung abfedern, aber das kann die Tendenz nicht aufhalten. Ein Zurück ist nicht möglich, und alle ernsthaften nationalen Versuche werden automatisch mit drastischen Nachteilen im globalen Wettbewerb erkauft sowie infolgedessen der Reduktion des nationalen Wohlstands, des Erwerbsarbeitsangebots, der Finanzausstattung von Staat und Gesellschaft inklusive Bildung, Wissenschaft, Sozialwesen, Gesundheitswesen, Sicherheit.
> Demokratie bedeutet : "Ein Bürger - eine Stimme", wohingegen jeder
> Turbokapitalismus immer auf einen exklusiven Einfluss in die Politik
> angewiesen bleibt, also mit einer einzigen exklusiven Stimme, die entgegen
> dem demokratischen Grundprinzipien das Gewicht gleich sehr vieler Bürger in
> sich trägt, um zu verhindern, dass die Mehrheit die übertriebene
> Zuspitzungen von Kapital schlicht und einfach via entsprechender
> Gesetzgebungen fest Riegel vorschiebt.
Das interessiert das Wirtschaftssystem aber nicht. Das bestraft Riegel, die einen Rückgang des Profits bewirken, gnadenlos mit Verringerung des gesamtgesellschaftlichen Wohlstands, und letztlich auch der Existenzbedingungen des Einzelnen.
Die kapitalistische Marktwirtschaft lässt sich nicht per Demokratie schön machen, dann, ja, das demokratische Prinzip ist nicht mit dem Kapitalismus vereinbar. Dass die Demokratie an den Werkstoren aufhört, was ja schon immer galt, war dafür eigentlich auch schon immer ein untrüglicher Hinweis. Und eine Demokratie, die den Namen verdient, wird es, kann es in der kapitalistischen Marktwirtschaft gar nicht geben.
2 mal bearbeitet, zuletzt am 06.10.21 13:57 durch demon driver. -
Re: Die Menschen müssen endlich mal aufwachen
Autor: der_dude 06.10.21 - 13:54
Hotohori schrieb:
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> Es kann generell nicht so weitergehen. Große Unternehmen machen einfach was
> sie wollen um ihren Profit zu maximieren, völlig egal ob es zum negativen
> für die Menschheit ist. Das darf nicht mehr so weiter gehen.
>
Wenn man diesen Post liest würde man meinen, dass überhaupt nichts reguliert ist. Stimmt nur nicht. Ich sage nicht dass es kein Verbesserungsbedarf gibt aber FB ist eben im Vergleich zu anderen Branchen "Neuland", daher (noch) nicht stark reguliert. Klar geht es zu langsam und es ist lächerlich dass es regulierungstechnisch immer noch Neuland ist, aber gleich zu sagen dass alle Unternehmen machen können was sie wollen ist mMn überzogen.



