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  5. › Arbeit im Amt: Wichtig ist ein Talent…

Haha typisch

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  1. Haha typisch

    Autor: SuriViruS 22.10.19 - 13:35

    Ich kann's nachvollziehen und ich habe mittlerweile schon ein paar Berufsrichtugen getestet.
    Praktikum in einem Sozialamt vor der Harz-"Reform", Kreisjugend-Amt neben der Schule, Imigrations-Amt und IT während der "Flüchtlingskrise".

    Zu guter Letzt hat man ernsthaft von mir erwartet, dass ich die restlichen 4 Monate meines Vertrages nichtstuend, 8 Stunden am Tag, in meinem Büro absitze.
    Mit 3 Kollegen zusammen, die das gleiche Los ereilte XD

    Die Flitzpiepen, die behaupten "nicht jedes Amt ist gleich" tralala, sind die jenigen, die für die katastrophalen Verhältnisse mitverantwortlich sind. Behaupte ich jetzt einfach mal so.

  2. Re: Haha typisch

    Autor: Trockenobst 22.10.19 - 18:04

    SuriViruS schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Flitzpiepen, die behaupten "nicht jedes Amt ist gleich" tralala, sind
    > die jenigen, die für die katastrophalen Verhältnisse mitverantwortlich
    > sind. Behaupte ich jetzt einfach mal so.

    Wir hatten selbst indirekt mit einem kleineren Amt zu tun. Dort hat man noch Windows7+VMs im Einsatz, wo die speziellen Apps drin laufen. Wegen irgendeinen Problem mussten die Auftraggeber drei Wochen auf Dokumente warten.

    Es wurde dann dem Auftraggeber - komischerweise ganz ohne Scham - am Telefon erklärt, der Typ der die Passwörter verwaltet war im Urlaub und hatte keinen Stellvertreter ernannt. Deswegen kamen sie an die Zentraldatenbank nicht mehr ran, die sie gebraucht hätten um bestimmte Fakten zu ändern, bevor man die Dokumente ausdruckt und beglaubigen lässt.

    "Warum hat man ihn dann nicht im Urlaub angerufen?"
    "Ja das machen wir hier so nicht. Der soll sich doch ausruhen".
    Großstadt in Südwesten, kein Witz.

    Deswegen bin ich dafür, dass der Staat der Vorhalter der Daten sein sollte, aber bestimmte digitalen Dienste private Firmen erbringen können. Anders wird das nicht mehr gehen, die Strukturen sind einfach zu eingefahren, zu verloren.

  3. Re: Haha typisch

    Autor: demon driver 22.10.19 - 20:46

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > SuriViruS schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > Die Flitzpiepen, die behaupten "nicht jedes Amt ist gleich" tralala, sind
    > > die jenigen, die für die katastrophalen Verhältnisse mitverantwortlich
    > > sind. Behaupte ich jetzt einfach mal so.
    >
    > Wir hatten selbst indirekt mit einem kleineren Amt zu tun [Einzelbeispiel]

    > Deswegen bin ich dafür, dass der Staat der Vorhalter der Daten sein sollte,
    > aber bestimmte digitalen Dienste private Firmen erbringen können. Anders
    > wird das nicht mehr gehen, die Strukturen sind einfach zu eingefahren, zu
    > verloren.

    Wer aus einem Einzelbeispiel, und selbst aus vielen, während die Gesamtheit aber mehrere Größenordnungen größer ist, Regeln für diese Gesamtheit fordert, bei dem sollte die Gesellschaft sicherstellen, dass er niemals nie nicht in die Position kommt, irgendwelche wichtigen Entscheidungen zu treffen.

  4. Re: Haha typisch

    Autor: Trockenobst 23.10.19 - 13:34

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wer aus einem Einzelbeispiel, und selbst aus vielen, während die Gesamtheit
    > aber mehrere Größenordnungen größer ist, Regeln für diese Gesamtheit
    > fordert, bei dem sollte die Gesellschaft sicherstellen, dass er niemals nie
    > nicht in die Position kommt, irgendwelche wichtigen Entscheidungen zu
    > treffen.

    Das ganze Forum ist voll mit Einzelfällen. Und dein schlagendes Argument ist, ein persönlicher Angriff. Management ist easy, wenn man in der Lage ist die Prozesse zu ändern. Wenn nicht, dann gibt man sinnlos Energie für das Umsteuern und Ausweichen aus. Wenn ich dreimal in die Hände klatschen muss, damit jemand in meinem Team was macht, gibt es Ärger. Wenn der Torwart zu faul ist, dem Ball hinterzuhechten, wird er auch beim lokalen Sportclub ausgetauscht.

    Dieser "Einzelfall" ist, nach meinem juristischem Halbwissen, wahrscheinlich eine Verletzung
    von so vielen Rechtsvorschriften, dass der Leiter dieser Behörde einen Eintrag in seiner Akte hätte bekommen müssen. Notfalls fliegt man die Person aus dem Urlaub ein oder öffnet für ein paar Minuten das VPN (das ist natürlich bei IT Installationen aus 2005 nicht verfügbar).

    Ich verstehe nicht, warum man bei dem Thema so defensiv ist. Die letzten 10 Termine dich ich beim Staat hatte, waren immer (extrem) viel Warten, technischer Unzulänglichkeit, sichtlicher Überforderung mit den Bürgermassen etc. geprägt. Da hilft es nicht wenn irgendwelche Beamte sich dreimal im Kreis drehen um mit Strukturen aus Anno-Dazumal am Leben zu halten. Die brennen dann aus, deswegen ist der Krankenstand in einigen Großstädten extrem hoch.

    Mit einfachem "Gibt denen mehr Geld" oder "Mehr Personal" wird man das Problem nicht mehr lösen. Schweden, Finnland, Kanada und andere Länder zeigen, das es anders geht.

  5. Re: Haha typisch

    Autor: demon driver 23.10.19 - 14:46

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > Wer aus einem Einzelbeispiel, und selbst aus vielen, während die Gesamtheit
    > > aber mehrere Größenordnungen größer ist, Regeln für diese Gesamtheit
    > > fordert, bei dem sollte die Gesellschaft sicherstellen, dass er niemals nie
    > > nicht in die Position kommt, irgendwelche wichtigen Entscheidungen zu
    > > treffen.
    >
    > Das ganze Forum ist voll mit Einzelfällen.

    Wow, DAS GANZE FORUM!! Das ändert alles, wir haben hier nicht eins, sondern zwanzig Beispiele, ist also eine RIESIGE Stichprobe und ganz ausgewogen und MUSS selbstverständlich auf knapp 5 Mio. Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst übertragbar sein.

    > Und dein schlagendes Argument ist, ein persönlicher Angriff [...]

    Nein, eine wirklich notwendige Forderung, die sich sofort aus simpler Logik ergibt.

    > Dieser "Einzelfall" ist, nach meinem juristischem Halbwissen,
    > wahrscheinlich eine Verletzung von so vielen Rechtsvorschriften, dass der
    > Leiter dieser Behörde einen Eintrag in seiner Akte [...]

    Ja, Einzelfall, was sonst? Und wie jetzt, weil der so krass ist oder was, muss das im ganzen öffentlichen Dienst so sein? Was ist das für eine Logik? Ist nicht eher das Gegenteil zu erwarten? Überall Pflichtverletzungen bis zur Strafbarkeit hochrangiger Beschäftigter/Beamte? Ohne dass das jemals publik würde, oder angezeigt würde? Glaubst du das im Ernst? Das ist doch völlig realitätsfremd.

    Ich habe überhaupt keinen Grund, den öffentlichen Dienst zu verteidigen, sowenig ich einen Grund hätte, den Metallbau, die kunststoffverarbeitende Industrie, die Softwarewirtschaft zu verteidigen (ich hatte als Beschäftigter schon in manche Bereiche Einblick, und bei allen gab und gibt es genug zu kritisieren), aber ich will halt keine unzulässigen Verallgemeinerungen durchgehen lassen, vor allem, wenn sie schon faktisch diskriminierend sind. Ginge es um Ausländer, müsste man hier völlig zweifelsfrei von rassistischer Argumentation reden...

    > Ich verstehe nicht, warum man bei dem Thema so defensiv ist.

    Nicht "bei dem Thema". Bei unredlicher, tatsachenwidrig dämonisierender "Argumentation", egal welches Thema.

    > Die letzten 10 Termine dich ich beim Staat hatte [...]

    Oh! Nicht nur zwanzig Einzelfälle, sondern auch noch ZEHN TERMINE! Ich nehme alles zurück, deine Ausführungen sind zweifellos repräsentativ für den öffentlichen Dienst in Deutschland, ach was, in der ganzen Welt!

  6. Re: Haha typisch

    Autor: Trockenobst 25.10.19 - 00:31

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oh! Nicht nur zwanzig Einzelfälle, sondern auch noch ZEHN TERMINE! Ich
    > nehme alles zurück, deine Ausführungen sind zweifellos repräsentativ für
    > den öffentlichen Dienst in Deutschland, ach was, in der ganzen Welt!

    Ich kann sämtliche positiven Berichte über korrekt arbeitende, nicht überfüllte, korrekt ausgestattet Ämter bei Spiegel, Zeit, Stern und Co. kaum finden. Aber negative Berichte gibt es 100te, alleine die Bundeswehr ist ja ein Fundus.

    Nochmal: die Menschen dort machen genau das, was man ihnen vor die Füsse wirft und was die Regeln sind. Wenn dein Nachname Zacharias ist, bekommst du als Student halt als allerletztes dein Bafög bestätigt, das geht seit 15 Jahren so. Stramm von A-Z.

    Ich versuche meine Interaktion mit dem Staat so niedrig zu halten, weil ich in 10 Jahren schlechte Erfahrungen gemacht habe. Und immer wieder werden mir Ausreden präsentiert, warum ich einen ganzen Tag auf dem Amt versemmeln muss. Computer kaputt, Leute krank, immer ist was.

    Du willst eine Lanze für diese Leute brechen und das ist verständlich. Aber müsste man nicht genau die, die dann mit 55 ausgebrannt sind weil sie in hoffnungslosen Systemen stecken und sich für die Gesellschaft aufgerieben haben, nicht helfen?

    Wenn mich ein Restaurant 10 mal überfordert gibt oder gar schlecht behandelt, gehe ich nach dem dritten Mal nicht mehr hin. Beim Staat habe ich keine Wahl.

  7. Re: Haha typisch

    Autor: Tsimmi 25.10.19 - 22:38

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich kann sämtliche positiven Berichte über korrekt arbeitende, nicht
    > überfüllte, korrekt ausgestattet Ämter bei Spiegel, Zeit, Stern und Co.
    > kaum finden. Aber negative Berichte gibt es 100te, alleine die Bundeswehr
    > ist ja ein Fundus.

    Nein! Doch! Ohh...

    Ist doch offensichtlich, über Probleme wird halt Berichtet, über Dienst nach Vorschrift halt nicht. Wie stellst du dir denn bitte die Schlagzeile vor? "Breaking News: Bei Behörde XY läuft alles nach Plan!"

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