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Immer wieder dieser Bewußtseinsglaube

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  1. Immer wieder dieser Bewußtseinsglaube

    Autor: adjust-IT 25.09.19 - 03:21

    Es ist doch faszinierend wie sich der Glaube an eine Seele und ein übergeordnetes (sic! - hier sind wir wieder bei der "Ordnung") Wesen in wiederkehrenden Erklärungsversuchen wiederfindet.
    Wer sich das Geschehen in der Welt tagtäglich ansieht, kann doch nicht der Auffassung sein, dass es hier ein "verstecktes Ziel" gibt, so wie es in diesem Artikel impliziert wird.

    Vielmehr sollte man sich fragen: "Ist mein eigenes Bewusstsein eine Simulation?" - und wer ein wenig der Hirnforschung folgt, kommt sehr schnell drauf, dass diese Frage mit einem deutlichen "Ja" zu beantworten ist. - Die ist sogar so gut, dass sie erst auffällt, wenn etwas nicht funktioniert - oder man sieht sich das Ganze bei einem anderen Individuum an.

    Das etwas hilflose esotherische Herumrudern mit: "Denken benötigt quantenmechanische Empfänger der Seele", oder sogar "Photosynthese ist ohne einen Maxwell'schen Dämon nicht denkbar" sind wohl eher Ausflüchte um der "Simulation Selbstbewusstsein" den Anschein zu geben real zu sein.

    Mit dem an sich interessanten Denkansatz einer Wahrscheinlichkeitsrechnung der simulativen Existenz geht aber einher, dass es keine Energie kostet diese Simulation zu betreiben. - Und jetzt kann man sich einfach fragen was einfacher (im Sinne von energie-, oder auch informations-aufwändiger) ist: ein in sich verschachteltes Universum für ein paar verlorene Seelen zu simulieren, oder dass sich ein Organismus aus dem evolutiven Prinzip der Selbsterhaltung heraus einbildet herausragende Eigenschaften zu haben.

    Faszinierend ist das ganze, weil die Einbildung der eigenen Existenz so überzeugend ist, dass sie nicht nur über die täglichen Lücken in der Kontinuität seiner selbst (das beginnt schon bei der Ergänzung von Beobachtungen, wie dem Verschwinden und Wiederauftauchen von Gegenständen hinter einem Lattenzaun, über die Verschleierung von Übergängen zwischen Aufmerksamkeitsmomenten, bis hin zum täglichen Abschalten im Schlaf und sogar hin zu dem Aufbau von Religionen, bei denen Individuen ihre Existenz über den physischen Rahmen hinaus erweitern wollen. - die Übertragung der Seele - die hier gerne mit Bewusstsein gleichgesetzt wird in eine Simulation ist ja ein noch sehr realer Wunsch des evolutiven Überlebenstriebs.

    Schließlich ist die größte Einsicht, dass man selbst nicht existiert, sondern nur einer für die Selbsterhaltung notwendigen Illusion aufsitzt wohl der große Schritt, den uns die Evolutionstheorie und die Aufklärung näher gebracht haben. - Aber wider besseren Wissens "glauben" wir lieber an ein simuliertes Universum, als an unsere Selbstbeschränktheit.
    - Und das wird auch der Grund sein warum wir uns selbst auslöschen werden, bevor wir die fernen Sterne erreichen. (wie vielleicht Milliarden Zivilisationen vor und neben uns)
    - man sieht ja auch wie erfolgreich die Egomanen ihre eigene (Um)Welt und damit die eigene Existenz zerstören. - Wir sind eine sterbende Welt, nur wollen wir es nicht wahrhaben - warum sonst impliziert die "simulierte Universenkaskade", die auf einem ökonomischen Scheingesetz (Moore's law) aufgebaut ist, exponentielles Wachstum der Information, dass es nirgendwo in der Realität gibt?

    P.S.: Wer behauptet, dass die wachsenden Belletristikangebote wirklich einen Informationsgewinn darstellen, lebt wirklich in einem simulierten Universum - made by Marvell und Co.

  2. Re: Immer wieder dieser Bewußtseinsglaube

    Autor: freundlicherGnom 26.09.19 - 16:02

    Interessanter Beitrag, danke schon mal dafür. Ich gehe aber nicht auf alle Punkte ein.

    adjust-IT schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es ist doch faszinierend wie sich der Glaube an eine Seele und ein
    > übergeordnetes (sic! - hier sind wir wieder bei der "Ordnung") Wesen in
    > wiederkehrenden Erklärungsversuchen wiederfindet.
    > Wer sich das Geschehen in der Welt tagtäglich ansieht, kann doch nicht der
    > Auffassung sein, dass es hier ein "verstecktes Ziel" gibt, so wie es in
    > diesem Artikel impliziert wird.

    Die Welt ist ziemlich kaputt, das stimmt. Aber so muss es wohl sein, wenn Menschen ihren eigenen Begierden nacheifern. Sonst hätte Jesus aber auch nicht kommen müssen.

    > ein in sich verschachteltes Universum für ein paar verlorene Seelen zu
    > simulieren, oder dass sich ein Organismus aus dem evolutiven Prinzip der
    > Selbsterhaltung heraus einbildet herausragende Eigenschaften zu haben.

    Die Sache mit der Evolution ist ja schon etwas unglaubliches an sich. Dass sich aus Chaos Information bilden können soll, ist ja schon etwas weit her geholt.

    maxpower@liebt-dich.info

  3. Re: Immer wieder dieser Bewußtseinsglaube

    Autor: adjust-IT 26.09.19 - 21:51

    Warum es weit hergeholt sein soll, dass sich aus Chaos Ordnung bilden soll ist alles andere als weit hergeholt. (Wie denn sonst?)
    Interessant er ist vielmehr die Frage warum die durch den evolutiven Selbsterhaltungstrieb eigentlich zu vermeidende Selbstzerstörung einer Spezies trotzdem der dominierende Mechanismus im Universum sein dürfte der verhindert, dass Zivilisationen mehr als ein paar Jahrtausende die Kommunikation zwischen Sternensystemen aufrecht erhalten können.
    - Es ist schon spannend dabei sein zu dürfen wie sich die hiesige sogenannte Zivilisation wieder selbst zerstückelt. (Der Mensch frisst sich selber auf) - und das ganze mit einem Glauben an eine "bessere Welt danach" untermalt, aber den an die nächste Minute meint...

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