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Autofokus? Mit Hyperfokaler Distanz kein Problem!

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  1. Autofokus? Mit Hyperfokaler Distanz kein Problem!

    Autor: motzerator 15.10.21 - 20:15

    Man kann durchaus auch den Autofokus nutzen, um sicher auf Unendlich scharf zu stellen. Bei meiner Kamera geht das bei Brennweiten ab etwa 50 mm wie etwa meinem 70-200 mm problemlos aus freier Hand auf einen helleren Stern.

    Wichtig ist, das man nur den mittleren Autofokuspunkt benutzt, da dieser bei vielen Kameras am empfindlichsten ist.

    Vorgehensweise: Mit dem Autofokuspunkt auf den Stern zielen, Autofokus am Objektiv aktivieren, Auslöseknopf halb durchdrücken bis die Kamera das Scharfstellen bestätigt und dann sofort den Autofokus wieder deaktivieren und die Kamera vorsichtig zurück auf das Stativ. Klappt wunderbar und zuverlässig. Auch der Mond ist dafür immer wieder ein dankbares Autofokus Target.

    Bei Brennweiten unter 50 mm funktioniert das aber bei meiner Kamera nicht mehr, aber hier kann man sich anders behelfen. Wichtig ist dabei, das man die Hyperfokale Distanz für seine Objektive kennt.

    Was ist die Hyperfokale Distanz? Es ist die Entfernung, auf die man MINDESTENS scharf stellen muss, damit auch "Unendlich" (und somit Mond und Sterne) im Fokus liegt.

    Das Tolle an der Hyperfokalen Distanz ist dabei der Begriff "mindestens", weshalb ich diesen weiter oben auch fett geschrieben habe. Denn man muss nicht genau auf diese Distanz scharf stellen, man kann auch jedes Objekt nehmen, das weiter entfernt ist, das macht die Sache so praktisch und einfach in der Anwendung.

    Mal ein Beispiel: Für mein Standardobjektiv 24-70 mm 2.8 habe ich mir für den Extremfall (Einstellung 70 mm und Offenblende 2.8) die Hyperfokale Distanz von 60 Metern berechnet. Stelle ich also auf etwas scharf, das über 60 Meter entfernt ist, etwa eine Laterne irgendwo hinter mir oder ein Licht auf der anderen Seite des Sees, dann bin ich immer weit im sicheren Bereich und kann sicher gehen, das alles Scharf wird.

    Es wird aber noch besser: Für die Brennweiten 24 mm beträgt die Hyperfokale Distanz nur knapp unter 7,50 Meter, bei 35 mm sind es 15 Meter, bei 50 mm sind es 30 Meter und bei 70 mm dann eben die genannten 60 mm.

    Man kann sich also durchaus auch mehrere Entfernungen für sein Objektiv merken, vor allem im Weitwinkel kann man dann auch bei Fehlen eines brauchbaren Ziels für den Autofokus selber eines schaffen, indem man mal mit dem Ledlenser oder einem Laserpointer auf den nächsten ausreichend weit entfernten Baum leuchtet und darauf scharf stellt. (Macht das aber bitte nur, wenn ihr weit und breit alleine auf weiter Flur seid, in einem Sternenpark könnte es sonst andere Fotografen stören).

    Wie kommt man nun an diese Hyperfokale Distanz für seine Objektive. Ganz einfach: Man fragt Google nach "Hyperfokale Distanz Rechner" und bekommt eine Auswahl von Webseiten präsentiert, auf denen man nur noch die Objektivdaten eingeben muss.

    Wichtig: Je offener die Blende, also je kleiner die Blendenzahl und je höher die Brennweite, desto weiter entfernt ist die Hyperfokale Distanz. Also immer für Offenblende eingeben, damit man einen sicheren Wert erhält.

    Die Ergebnisse sind natürlich ziemlich krumme Zahlen, aber das ist kein Problem, zum bequemen Merken habe ich sie mir einfach auf etwas leicht merkbares aufgerundet, es ist ja sowieso nur ein Mindestwert. :)

    Wichtig ist dann nur: Aufofokus aktivieren, auf Ziel fokussieren, Autofokus wieder deaktivieren und Kamera VORSICHTIG zurück auf das Stativ setzen, ohne den manuellen Fokus zu berühren und auch ohne zu viel Bewegung.

    Es sei darauf hingewiesen, das diese Methode bei meinem EF 50 mm 1.8 II versagt hat, da dieses einen extrem leichtgängigen Fokus hat und dieser sich schon wieder leicht verstellt hat, wenn man die Kamera zurück aufs Stativ gesetzt hat. Das Ding ist aber wegen seines Koma sowieso für Astro an Vollformat völlig ungeeignet, an APS-C kann man es verwenden, weil dann der Bereich der schlimmsten Verzerrungen punktförmiger Lichtquellen nicht erfasst wird. Benutzt man die Scherbe auf Vollformat, glaubt man die Frogs aus der Raumpatrouille greifen an. Manche Leute haben auf solchen Fotos dann auch schon die Englein im Weltall fliegen sehen. Letztendlich sind es helle Sterne, die hier verzerrt werden.

    Durch diese Technik und regelmäßiges Scharfstellen habe ich so gut wie nie Probleme mit dem Fokus bei Nacht und Astroaufnahmen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 15.10.21 20:19 durch motzerator.

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