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Bildungsfeindliche Einstellung?

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  1. Bildungsfeindliche Einstellung?

    Autor: derLaie 21.11.20 - 14:11

    Kann mir das mal einer erklären? Ich verstehe nicht woraus man jetzt schließt dass die US Regierung bildungsfeindlich ist und was genau da der Einfluss war. Meines Wissens nach hat die NASA zB. ein Rekord-Budget, die Space-Force wurde gegründet, die jährliche Versammlung zum Thema Raumfahrt wurde neu aufgesetzt. Die jetzige Administration scheint mir wesentlich mehr auf den Weltraum ausgerichtet als die davor. Zudem geht so ein Teleskop nicht in vier Jahren einfach mal kaputt. Da muss schon die 46 Jahre vorher was schief gelaufen sein.

    Wie bildungsfeindlich ist denn dann die EU die der ESA nur nen Viertel des Budgets der NASA gibt? Wie viele solcher Teleskope haben wir überhaupt? Das müssen ja massig viele sein!



    5 mal bearbeitet, zuletzt am 21.11.20 14:19 durch derLaie.

  2. Re: Bildungsfeindliche Einstellung?

    Autor: linc-os 21.11.20 - 15:31

    Meines Wissens wollte Trump linken Unis und Programmen staatlicher Gelder kürzen.
    Unis in den Staaten sind ziemlich politisch mit deutlichen sozialistischen Einschlag.

  3. Re: Bildungsfeindliche Einstellung?

    Autor: Pantsu 21.11.20 - 18:49

    Nicht nur in den USA. Ich habe mal ein Laberfach versucht, zu studieren, die "Studierenden" haben alle von Trump und Atomkrieg geredet, ich habe 80 ¤ gewonnen ... zum Glück hatte ich dieses Mal kein Geld zum Wetten :D
    Wie sagte schon Charlie Harper: Es ist egal, wer gewinnt; wichtig ist, dass du deine Wette gewinnst!

    Naja, es ist einfacher, an eine Uni zu gehen und Bafög zu bekommen als einen Ausbildungsplatz, und das durfte ich mit meiner Billig-Fachhochschulreife, an einer echten Universität, lol.
    Bei Informatik war's besser, keine Politik. Aber das ist lange her, damals gab es noch keine Hashtag-Hetzjagden und die Fachschaft war da, um billigen Kaffee hinzustellen, nicht um mich politisch "aufzuklären". Trump hätte der Gesellschaft einen großen Dienst erwiesen ;)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.11.20 18:50 durch Pantsu.

  4. Re: Bildungsfeindliche Einstellung?

    Autor: Jbrahms 22.11.20 - 16:51

    In absoluten Zahlen mag die NASA ein Rekordbudget haben, aber inflationsbereinigt ist es eher durchschnittliche und hat unter Trump wohl stagniert. Dazu wurden die Budget-Schwerpunkte von Grundlagenforschung zu "Vorherrschaft im Weltraum" verschoben. Wenn man das Budget in Relation zum GDP setzt, war es noch nie schlechter als jetzt. Aber auch unter Obama war das NASA-Budget nicht wirklich besser. Dass die Regierung jetzt, in ihrem letzten Jahr, ein höheres Budget will um wieder zum Mond (und später Mars) zu fliegen, ist wohl eher nicht ernst zu nehmen im Hinblick auf Bildung und Forschung. Dazu wurde der Punkt "STEM Engagement", also der Bildungsanteil im NASA Budget, im Vorschlag für 2021 komplett gestrichen.
    Die Space Force ist keine Bildungs- oder Forschungseinrichtung sondern ein neuer Arm der US Streitkräfte.
    Die Trump-Administration hat in jedem der vier Jahre Budgets vorgeschlagen, die die Ausgaben im Bereich Forschung dramatisch zusammengekürtzt hätten (außer den Bereichen Homeland Security, Militärforschung und vielleicht AI). Dass das nicht passiert ist, liegt hauptsächlich am Kongress, der das Budget genehmigen muss und so z.B. die Milliardenausgaben für die Mauer geblockt hat.

    Im Bildungsministerium sieht es noch krasser aus. Hier wurden in den letzten Jahren auf der einen Seite Kürzungen um 10-15% pro Jahr vorgeschlagen und auf der anderen Seite von dem übrig bleibenden Geld enorme Summen für die Unterstützung von Privatschulen eingeplant.

    Zu Deinen letzten Frage: die Raumfahrtforschung ist nicht gleich der Bildung. Die ESA hat nicht so viele Teleskope, die ESO (European Southern Observatory) aber baut beispielsweise gerade das größte optische Teleskop der Welt.

  5. Aufklärungsfeindliche Einstellung!

    Autor: mfeldt 23.11.20 - 09:40

    Ein Präsident der offensichtliche Fakten leugnet muß natürlich ein Problem mit jedem haben, der rational denkt und danach handelt. Da gehört Bildung ganz allgemein natürlich dazu. Seien es die von Trump und seinen Reps hofierten Evolutionsleugner, Klimaleugner, Coronaleugner, 2+2=4-Leugner und was sie nicht sonst noch alles leugnen - sie alle bezichtigen die Wissenschaft im allgemeinen verlogen zu sein und im wesentlichen Gefälligkeitsforschung für eine nicht näher definierte "Globale Elite" zu betreiben.

    NASA Rekordbudget hin oder her - die NASA ist keine Bildungsinstitution - das sind im wesentlichen Ingenieure. Auch Deutschland konnte nach seinem Absturz aus der Weltspitze von Physik und Chemie ab 1933 noch ein paar Jahre ingenieurstechnische Glanzleistungen vollbringen, siehe Düsentriebwerk oder Raketenantriebe. Aber für Grundlagenforschung in den verteufelten Disziplinen wie Relativität und Quantentheorie hat's halt nicht mehr gereicht. Zuses Rechenmonstrum war machtlos gegen Turings Maschinen, ganz zu schweigen von theoretischen Beiträgen zur Entwicklung programmierbarer Maschinen.

    So ein Absturz geht schnell und kostet ganz schnell auch jegliche Vormachtstellung. Die Weißrussen ruinieren mit Internetzensur die heimische IT-Industrie, die Briten werden nächstes Jahr böse erwachen, die Russen können eh nur noch potemkinsche Impfstoffe und Waffensysteme herstellen. Da eine Biden-Regierung vermutlich auch keinen großen aufklärerischen Sprung wird erzeugen können, ist die Frage spannend, wozu die USA in 10 Jahren noch fähig sein werden.

    Besser kann's für die Chinesen nicht laufen. Früher hieß es immer, Demokratie sei die einzige Staatsform, die auf Dauer zu rationalem Handeln fähig und deshalb zwangsläufig überlegen sei. Aber jetzt sehen wir, das offenbar eine Diktatur das auch zu leisten vermag, während viele Demokratien sich unter dem Jubel des gemeinen Volkes aus der realen Welt verabschieden.



    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kann mir das mal einer erklären? Ich verstehe nicht woraus man jetzt
    > schließt dass die US Regierung bildungsfeindlich ist und was genau da der
    > Einfluss war. Meines Wissens nach hat die NASA zB. ein Rekord-Budget, die
    > Space-Force wurde gegründet, die jährliche Versammlung zum Thema Raumfahrt
    > wurde neu aufgesetzt. Die jetzige Administration scheint mir wesentlich
    > mehr auf den Weltraum ausgerichtet als die davor. Zudem geht so ein
    > Teleskop nicht in vier Jahren einfach mal kaputt. Da muss schon die 46
    > Jahre vorher was schief gelaufen sein.
    >
    > Wie bildungsfeindlich ist denn dann die EU die der ESA nur nen Viertel des
    > Budgets der NASA gibt? Wie viele solcher Teleskope haben wir überhaupt? Das
    > müssen ja massig viele sein!

  6. Re: Bildungsfeindliche Einstellung?

    Autor: Casio 23.11.20 - 11:26

    Pantsu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nicht nur in den USA. Ich habe mal ein Laberfach versucht, zu studieren,
    > die "Studierenden" haben alle von Trump und Atomkrieg geredet, ich habe 80
    > ¤ gewonnen ... zum Glück hatte ich dieses Mal kein Geld zum Wetten :D
    > Wie sagte schon Charlie Harper: Es ist egal, wer gewinnt; wichtig ist, dass
    > du deine Wette gewinnst!
    >
    > Naja, es ist einfacher, an eine Uni zu gehen und Bafög zu bekommen als
    > einen Ausbildungsplatz, und das durfte ich mit meiner
    > Billig-Fachhochschulreife, an einer echten Universität, lol.
    > Bei Informatik war's besser, keine Politik. Aber das ist lange her, damals
    > gab es noch keine Hashtag-Hetzjagden und die Fachschaft war da, um billigen
    > Kaffee hinzustellen, nicht um mich politisch "aufzuklären". Trump hätte der
    > Gesellschaft einen großen Dienst erwiesen ;)

    Ich muss ehrlich gesagt gestehen, dass ich fast keinen Satz von dem verstehe, was Du da äußerst. Liegt aber vielleicht daran, dass ich ein Laberfach studiert habe.

  7. Re: Aufklärungsfeindliche Einstellung!

    Autor: minnime 23.11.20 - 12:28

    mfeldt schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auch Deutschland konnte nach seinem
    > Absturz aus der Weltspitze von Physik und Chemie ab 1933 noch ein paar
    > Jahre ingenieurstechnische Glanzleistungen vollbringen, siehe
    > Düsentriebwerk oder Raketenantriebe. Aber für Grundlagenforschung in den
    > verteufelten Disziplinen wie Relativität und Quantentheorie hat's halt
    > nicht mehr gereicht. Zuses Rechenmonstrum war machtlos gegen Turings
    > Maschinen, ganz zu schweigen von theoretischen Beiträgen zur Entwicklung
    > programmierbarer Maschinen.

    Man kann Zuse in dem Zusammenhang nicht mit Turing vergleichen, der eine hat eine allgemeine Rechenmaschine gebaut und der andere, zu Kriegszeiten einen Spezialrechner für eine ganz bestimmte Aufgabe militärischer Natur, deswegen hat er auch die nötigen Mittel dafür bekommen. Und so gesehen war der Bau der Turingbombe genauso eine ingenieurstechnische Leistung wie der Bau einer Weltraumrakete und das war die A4.

  8. Re: Aufklärungsfeindliche Einstellung!

    Autor: mfeldt 23.11.20 - 13:16

    minnime schrieb:
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    > mfeldt schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Auch Deutschland konnte nach seinem
    > > Absturz aus der Weltspitze von Physik und Chemie ab 1933 noch ein paar
    > > Jahre ingenieurstechnische Glanzleistungen vollbringen, siehe
    > > Düsentriebwerk oder Raketenantriebe. Aber für Grundlagenforschung in
    > den
    > > verteufelten Disziplinen wie Relativität und Quantentheorie hat's halt
    > > nicht mehr gereicht. Zuses Rechenmonstrum war machtlos gegen Turings
    > > Maschinen, ganz zu schweigen von theoretischen Beiträgen zur Entwicklung
    > > programmierbarer Maschinen.
    >
    > Man kann Zuse in dem Zusammenhang nicht mit Turing vergleichen, der eine
    > hat eine allgemeine Rechenmaschine gebaut und der andere, zu Kriegszeiten
    > einen Spezialrechner für eine ganz bestimmte Aufgabe militärischer Natur,
    > deswegen hat er auch die nötigen Mittel dafür bekommen. Und so gesehen war
    > der Bau der Turingbombe genauso eine ingenieurstechnische Leistung wie der
    > Bau einer Weltraumrakete und das war die A4.

    Ähm - das Konzept der Turingmaschine schonmal gehört? KI? Jedenfalls hab' ich noch nix vom berühmten Zusetest gehört, vom Turingtest aber schon. Spezialrechenmaschine - pffft!

  9. Re: Aufklärungsfeindliche Einstellung!

    Autor: minnime 23.11.20 - 15:18

    Ich sprach von der Turing-Bombe nicht der Turingmaschine. Wobei diese auch nicht wirklich was mit KI zu tun hat, das ist eher so die gleiche Beziehung wie die eines Fliflops zu einem Mikroprozessor. Und der Turingtest ist ja auch wirklich banal, den kann sich jedes Kind ausdenken. Dass der Test überhaupt bekannt geworden ist, leigt nur daran, dass Turing damals schon eine gewisse Bekanntheit hatte.

  10. Re: Bildungsfeindliche Einstellung?

    Autor: Der Spatz 25.11.20 - 21:32

    Die deutschen Radio oder sonstwas Teleskope sind nicht Teil der ESA sondern gehören zum Budget anderer Institutionen. - Dürfte in anderen EU Ländern auch nicht anders sein, daher ist es nicht notwendig diese Infrastruktur dann nochmal von der ESA parallel nochmal zu haben.

    Effelsberg: Max-Plank-Institute https://www.mpifr-bonn.mpg.de/effelsberg
    Radom in Wachtberg bei Bonn: Frauenhofer (FGAN): https://www.fhr.fraunhofer.de/de/das-institut/technische-ausstattung/weltraumbeobachtungsradartira.html

    usw.

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