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Riesige Ungleichgewichte zwischen den Ländern bzgl. Breitbandförderung
Autor: Anonymer Nutzer 06.03.17 - 12:44
Bayern stellt nochmal zusätzlich Geld zur Verfügung - 1,5 Mrd. alleine für den Freistaat:
https://www.stmflh.bayern.de/digitalisierung/
auf Fördergeld vom Bund haben die bayerischen Kommunen natürlich trotzdem zusätzlichen Anspruch. So entsteht ein rundes Konzept.
Brandenburg belässt es zwar rhetorisch nicht bei 50 mbps als Förderziel, sondern spricht verheißungsvoll vom "Entwicklungskonzept Glasfaser 2020", das ganze entpuppt sich jedoch als Papiertiger, wenn man sieht, dass Brandenburg für dieses Konzept ganze 58 Mio. ¤ zur Verfügung stellt. Und zwar für den Zeitraum 2012 bis 2020. Das sind 7,25 Mio. ¤ pro Jahr.
Nun könnte man sagen, Brandenburg hat doch auch nicht viel Geld und außerdem weniger Einwohner als Bayern?! Okay.
Schauen wir NRW an.
Knapp 500 Mio. ¤, obwohl 1/3 mehr Einwohner als Bayern:
https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/minister-duin-nrw-foerdert-breitbandausbau-mit-rund-einer-halben-milliarde-euro-um
da wird schon die Grundlage für die nächste Runde im Länderfinanzausgleich gelegt, weil die Infrastruktur des 21. Jahrhunderts jetzt aufgebaut werden muss und was jetzt verpennt wird, das holt niemand mehr so schnell auf, die Konkurrenz bleibt ja auch nicht stehen.
Oder wieder anders: Bayern gibt ungefähr soviel Landesgeld für Breitbandförderung aus, wie alle anderen 15 Länder addiert.
Das wäre mal wirklich einen Artikel wert. Solche Landespolitik gehört bloßgestellt, da verspielen "Neuland"-Politiker die Zukunft und subventionieren zB lieber Stein- und Braunkohle. -
Re: Riesige Ungleichgewichte zwischen den Ländern bzgl. Breitbandförderung
Autor: windbeutel 06.03.17 - 12:58
cier schrieb:
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> Das wäre mal wirklich einen Artikel wert. Solche Landespolitik gehört
> bloßgestellt, da verspielen "Neuland"-Politiker die Zukunft und
> subventionieren zB lieber Stein- und Braunkohle.
Wenn die Bayern weiterhin die Energiewende boykottieren und sich damit ins eigene Knie schießen (s. Nord-Süd-Trasse), haben sie in 10 Jahren zwar bei jedem Kuhstall Glasfaserkabel, aber keinen Strom, um damit irgendwas zu machen. :) -
Re: Riesige Ungleichgewichte zwischen den Ländern bzgl. Breitbandförderung
Autor: Ojemine 06.03.17 - 13:06
Dir ist aber schon klar das Bayer etwas mehr als die doppelte Fläche von NRW hat. Und das macht das Kabel legen teuerer :-)
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Re: Riesige Ungleichgewichte zwischen den Ländern bzgl. Breitbandförderung
Autor: M.P. 06.03.17 - 13:33
Naja, ein Kabelpflug auf unversiegeltem Boden ist günstiger, als Microtrenching auf Asphalt. Da die zurückzulegenden Entfernungen aber unterschiedlich sind, ist der Vergleich wohl schwierig...
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Re: Riesige Ungleichgewichte zwischen den Ländern bzgl. Breitbandförderung
Autor: M.P. 06.03.17 - 13:48
Ojemine schrieb:
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> Dir ist aber schon klar das Bayer etwas mehr als die doppelte Fläche von
> NRW hat. Und das macht das Kabel legen teuerer :-)
Siedlungsdichte Brandenburg 84 Einwohner pro km²
Siedlungsdichte Bayern 182 Einwohner pro km²
Siedlungsdichte NRW 524 Einwohner pro km²
Da es Brandenburg mehr als doppelt so schwer, wie Bayern hat - sollte es pro realisiertem Anschluss auch doppelt so viel Subventionen, wie für die in Bayern geben ;-) -
Re: Riesige Ungleichgewichte zwischen den Ländern bzgl. Breitbandförderung
Autor: Dwalinn 06.03.17 - 14:44
Brandenburg ist halt arm aber Sexy :) (und im Gegensatz zu den Berlinern stimmt das sogar wirklich)
Man darf aber auch nicht vergessen wie die Dörfer so angelegt sind, in Brandenburg ist das alles relativ kompakt (Angerdörfer mit oft unter 500m Radius), was ich so von Bayern kenne hat da einfach jeder sein Haus hingebaut wo er gerade Lust hatte.
In meiner Gegend hat die Telekom auch bereits ausgebaut wodurch ich nun statt den 55¤ für LTE (Telekom) nun 45¤ für VDSL bei der Telekom lasse. Ganz nebenbei hat sich mein Speed auch von den ca. 6-8 Mbit auf 48-50 Mbit verbessert, der Ping von 70-300 auf 36ms und mein Trafik von 60GB auf über 600GB. -
Re: Riesige Ungleichgewichte zwischen den Ländern bzgl. Breitbandförderung
Autor: garaone 06.03.17 - 15:44
Dwalinn schrieb:
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> Man darf aber auch nicht vergessen wie die Dörfer so angelegt sind, in
> Brandenburg ist das alles relativ kompakt (Angerdörfer mit oft unter 500m
> Radius), was ich so von Bayern kenne hat da einfach jeder sein Haus
> hingebaut wo er gerade Lust hatte.
Das wuerde ich so nicht unterschreiben. Das im Artikelbild referenzierte Burg (Spreewald) ist mit 55 qkm meines Wissens sogar das flaechenmaessig groesste Dorf Deutschland.
Streusiedlungen sind in Brandenburg durch die Landschaft und auch durch die Landwirtschaft sehr verbreitet. Siehe auch Siedlungsdichte -
Re: Riesige Ungleichgewichte zwischen den Ländern bzgl. Breitbandförderung
Autor: Schrödinger's Katze 06.03.17 - 19:56
Anonymer Nutzer schrieb:
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> Bayern stellt nochmal zusätzlich Geld zur Verfügung - 1,5 Mrd. alleine für
> den Freistaat:
>
> www.stmflh.bayern.de
>
> auf Fördergeld vom Bund haben die bayerischen Kommunen natürlich trotzdem
> zusätzlichen Anspruch. So entsteht ein rundes Konzept.
Nicht wirklich, die Masse in Bayern wird mit Vectoring ausgebaut (aka Sackgasse) und ein typischer Ausbau sieht so aus: 80% der Gemeinde erhalten 30 MBit, der Rest was halt noch übrig bleibt. Ganz ehrlich: Da bleibe ich lieber bei 16 MBit und bekomme meinen Anteil an den staatlichen Subventionen bar auf die Kralle. Ein rundes Konzept ist das genausowenig wie in Brandenburg. Lediglich ein “wir schenken der Telekom Geld und werben mit Hochgeschwindigkeitsinternet“. -
Re: Riesige Ungleichgewichte zwischen den Ländern bzgl. Breitbandförderung
Autor: spezi 06.03.17 - 22:08
Schrödinger's Katze schrieb:
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> Nicht wirklich, die Masse in Bayern wird mit Vectoring ausgebaut
Jein. Vectoring darf ja derzeit bei geförderten Projekten nicht eingesetzt werden (in den ersten 7 Jahren). Natürlich hofft man, dass Vectoring noch eher freigegeben wird. Aber die Mindestanforderungen (siehe unten) müssen erstmal ohne Vectoring erreicht werden.
> (aka Sackgasse) und ein typischer Ausbau sieht so aus: 80% der Gemeinde erhalten
> 30 MBit, der Rest was halt noch übrig bleibt.
Die Mindestanforderung in den Ausschreibungsgebieten ist 30 Mbit/s. Wie gut oder schlecht alle Haushalte dabei wegkommen hängt davon ab, wie die Gemeinde die Ausschreibungsgebiete definiert.
Und mittlerweile setzen immer mehr Gemeinden auf Mindestanforderungen von 100 Mbit/s oder mehr, zumindest für einen Teil des Gemeindegebietes. Das erfordert dann FTTB/H-Ausbau. Typisch ist z.B. mindesten 30 Mbit/s für den relativ kompakten Hauptort, und 100 Mbit/s oder mehr für das zersiedelte Umland, wo VDSL sowieso nur sehr begrenzt tauglich ist. -
Re: Riesige Ungleichgewichte zwischen den Ländern bzgl. Breitbandförderung
Autor: Dwalinn 07.03.17 - 10:30
Am Ende des Tages zählt für den Kunden nur das Ergebnis, vorher gab es LTE von Telekom oder Vodafon und nun bekomme ich 50/10 Mbit/s und das für 10¤ weniger im Monat. Von Vodafon bekomme ich immer noch regelmäßig Post ob ich nicht lieber LTE bei denen buchen will... ein Brief mit "für verlegen Kabel" war noch nicht dabei.
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Re: Riesige Ungleichgewichte zwischen den Ländern bzgl. Breitbandförderung
Autor: Ovaron 07.03.17 - 21:34
Schrödinger's Katze schrieb:
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> Nicht wirklich, die Masse in Bayern wird mit Vectoring ausgebaut (aka
> Sackgasse) und ein typischer Ausbau sieht so aus: 80% der Gemeinde erhalten
> 30 MBit, der Rest was halt noch übrig bleibt.
Nein, das ist eben nicht der typische Ausbau. Die mindestens 30 Mbit sind die Anforderung und nicht für 80% sondern für mindestens95% wenn ich nicht irre.
Edit: Ich habe auf die schnelle nur http://www.breitband-lk-ebersberg.de/index.php/breitbandausbau gefunden, da wird immer wieder von "50 Mbit für einen Teil, mindestens aber 30 Mbit für alle" geschrieben.
Du kannst doch sicher belege dafür bringen das die von Dir an die Wand gemalten Werte den typischen Ausbau repräsentieren? Dann immer her damit, dann haben wir alle etwas davon.



