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Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

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  1. Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: Admiral Ackbar 18.05.14 - 12:28

    ... und das ist auch gut so. Dass Maschinen, Computer und Roboter menschliche Arbeitskraft ersetzen ist nur innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise ein Problem: no job = no future. Obwohl die Regale in den Supermärkten voll sind, so viele Autos produziert werden, dass keiner mehr weiß, wohin damit [1], und eine riesige Marketing- und Werbeindustrie die Menschen fast dazu zwingen muss, Waren zu kaufen [2], sinkt der Lebensstandard selbst in den Industrienationen, und immer weniger Menschen können sich all den materiellen Reichtum leisten.

    Obwohl die zunehmende Automatisierung eine enorme Erleichterung für viele Menschen bieten könnte (weniger Arbeit, gefährliche Arbeitsschritte an Maschinen abgeben, höhere Produktivität, etc.), wird der Teufel „Arbeitslosigkeit“ an die Wand gemalt. Im „Manifest gegen die Arbeit“ heißt es dazu:

    „Je unübersehbarer es wird, daß die Arbeitsgesellschaft an ihrem definitiven Ende angelangt ist, desto gewaltsamer wird dieses Ende aus dem öffentlichen Bewußtsein verdrängt. So unterschiedlich die Methoden der Verdrängung auch sein mögen, sie haben einen gemeinsamen Nenner: Die weltweite Tatsache, daß sich die Arbeit als irrationaler Selbstzweck erweist, der sich selber obsolet gemacht hat, wird mit der Sturheit eines Wahnsystems in das persönliche oder kollektive Versagen von Individuen, Unternehmen oder “Standorten” umdefiniert. Die objektive Schranke der Arbeit soll als subjektives Problem der Herausgefallenen erscheinen.“ (http://www.krisis.org/1999/manifest-gegen-die-arbeit)

    Aber die Menschen werden sich weiter an den irrsinnigen Verhältnissen festklammern, denn sie können sich „einen Kapitalismus ohne Welt leichter vorstellen als eine Welt ohne Kapitalismus“ (Robert Kurz). Es wird auf jeden Fall noch spannend.

    [1] http://www.zerohedge.com/news/2014-05-16/where-worlds-unsold-cars-go-die
    [2] http://www.youtube.com/watch?v=hZUXNpbR6g8

  2. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: Laufburschi 18.05.14 - 12:44

    Super Beitrag! Bin voll deiner Meinung. Der Kapitalismus scheint so eine Art Religion zu werden die man nicht in Frage stellen darf.
    Gott sei Dank dass ich nicht der einzige bin der so denkt ;)

    "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." - Albert Einstein

  3. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: DrWatson 18.05.14 - 14:07

    Admiral Ackbar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Obwohl die Regale in den
    > Supermärkten voll sind, so viele Autos produziert werden, dass keiner mehr
    > weiß, wohin damit [1]

    Das Märchen, mit den Autos die niemand kauft, wird hier ganz gut widerlegt: http://skeptics.stackexchange.com/questions/20621/are-there-lots-worldwide-filled-with-thousands-of-unsold-new-cars-left-to-ruin

    Es widerstrebt auch der Marktwirtschaft, etwas zu produzieren, das keiner kauft.

  4. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: Admiral Ackbar 18.05.14 - 14:19

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Märchen, mit den Autos die niemand kauft, wird hier ganz gut widerlegt:
    > skeptics.stackexchange.com
    >
    > Es widerstrebt auch der Marktwirtschaft, etwas zu produzieren, das keiner
    > kauft.

    Warum sollte es der Marktwirtschaft widerstreben?

    1. Die Warenproduktion in der Marktwirtschaft entspringt ja nicht einem menschlichem Bedürfnis. VW baut keine Autos, damit die Menschen durch den motorisierten Individualverkehr zu mehr Mobilität kommen – VW baut Autos, um Profit zu machen. Mehr Autos = mehr Profit.

    2. Beim aktuellen Stand der Produktivkräfte ist nur eine ausgelastete Fabrik wirtschaftlich. Ein Herunterfahren der Produktion macht das ganze Vorhaben unprofitabel.

    3. Das Blog Querschüsse schlüsselt Verkaufszahlen in der Automobilbranche regelmäßig auf, wie z. B. bei den Autoverkäufen in den USA:

    http://www.querschuesse.de/usa-autoverkaeufe-mit-81-zum-vorjahresmonat/ (Paywall)

    Es zeigt sich, dass das „Inventory Level“ auf einem konstant hohen Niveau ist bzw. sogar stetig steigt.

    Zitat: „Der Blick auf die Inventories (Lagerbestände), denn auch die ausgelieferten Fahrzeuge an die Händler zählen für die Hersteller als Verkauf, selbst wenn noch kein Endkunde beim Händler gekauft hat.“

    Diagramm: http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2014/05/1a12.jpg

    „Der GM-Bestand an Total Light Vehicle bei den Händlern seit Dezember 2007 bis April 2014 im Chart. Im April 2014 stieg der Händlerbestand auf 825’805 Einheiten, nach 815’492 Einheiten im Vormonat und nach 720’699 Einheiten im Vorjahresmonat. [...] Klar ist, der Bestand war schon mal höher, wie hoch lässt sich auf Grund der begrenzten Datenreihe nicht nachvollziehen, allerdings manifestiert sich ein ordentliches Volumen im Händlerbestand, welches immer weiter anzieht.“



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.05.14 14:20 durch Admiral Ackbar.

  5. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: DrWatson 18.05.14 - 14:30

    Admiral Ackbar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > DrWatson schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Das Märchen, mit den Autos die niemand kauft, wird hier ganz gut
    > widerlegt:
    > > skeptics.stackexchange.com
    > >
    > > Es widerstrebt auch der Marktwirtschaft, etwas zu produzieren, das
    > keiner
    > > kauft.
    >
    > Warum sollte es der Marktwirtschaft widerstreben?
    >
    > 1. Die Warenproduktion in der Marktwirtschaft entspringt ja nicht einem
    > menschlichem Bedürfnis. VW baut keine Autos, damit die Menschen durch den
    > motorisierten Individualverkehr zu mehr Mobilität kommen – VW baut
    > Autos, um Profit zu machen. Mehr Autos = mehr Profit.

    Du hast dir deine Erklärung ja schon fast selbst geliefert.
    Nur eins hast du vergessen: Wie macht VW Profit?

    Durch den Verkauf von Autos!
    Wenn die Autos nicht gekauft werden, macht VW Verlust. Das ist auch der Grund, warum versucht wird die Lagerbestände im Verhältnis zum Umsatz möglichst gering zu halten. Zum Beispiel durch Just-In-Time Produktion.


    > 2. Beim aktuellen Stand der Produktivkräfte ist nur eine ausgelastete
    > Fabrik wirtschaftlich. Ein Herunterfahren der Produktion macht das ganze
    > Vorhaben unprofitabel.

    Eine ausgelastete Fabrik, die für die Tonne produziert (wie du behauptest), ist noch viel unprofitabler, als eine Fabrik, die nur zum Teil ausgelastet ist.


    > Es zeigt sich, dass das „Inventory Level“ auf einem konstant
    > hohen Niveau ist bzw. sogar stetig steigt.

    Im Vergleich zu was? Im Vergleich zur Nachfrage bestimmt nicht.

    > Klar ist, der Bestand war
    > schon mal höher, wie hoch lässt sich auf Grund der begrenzten Datenreihe
    > nicht nachvollziehen, allerdings manifestiert sich ein ordentliches Volumen
    > im Händlerbestand, welches immer weiter anzieht.“

    Was meinst du, wie viel Prozent der Weltbevölkerung, besitzen ein Auto?
    Wird das mit der Zeit eher mehr oder weniger?
    Wie wird sich die Nachfrage also entwickeln?
    Und wie wird sich dementsprechend der Inventory Level entwickeln?

  6. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: Wolframm 18.05.14 - 14:48

    Wenn ich Deutschlehrer wäre, dann würde ich DrWatson für seine Argumentation eine 4 geben. Keine Belege und irgendwelche Mutmaßungen ohne konkrete Beispiele. Trotzdem klingt beides plausibel. Die Wahrheit weiß bestimmt nur der VW Konzernchef :).



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 18.05.14 14:52 durch Wolframm.

  7. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: Fenix.de 18.05.14 - 14:59

    Was für ein Glück, dass du kein Lehrer bist.

  8. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: Admiral Ackbar 18.05.14 - 15:00

    Du hast natürlich Recht: die Zahl der verkauften Autos steigt weltweit gesehen und die Auslastung der Fabriken der Automobilindustrie ist seit Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise reduziert, weil es immer noch produktiver als eine volle Auslastung ist.

    Um beim Beispiel USA zu bleiben: die Autoverkäufe sind weiterhin auf einem recht hohen Niveau:
    http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2014/03/1a22.jpg

    Negativer sieht es aus, wenn man die Verkäufe ins Verhältnis zur Bevölkerungsentwicklung setzt:
    http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2014/03/1a23.jpg

    Edit: Der Bestand bei den Händler steigt in den USA insgesamt, nicht nur auf GM bezogen:
    http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2014/03/1a25.jpg
    „Die Entwicklung der unbereinigten Total Light Vehicle im Händlerbestand nur bei den Fahrzeugen aus der US-Autoproduktion und den importierten Fahrzeugen aus Kanada und Mexiko, seit Januar 1993 bis Januar 2014. Zuletzt im Januar 2014 standen 1,3292 Millionen Fahrzeuge bei den Händlern auf Halde.“

    Die Nachfrage nach Kraftfahrzeugen steigt weltweit, nur ist die Nachfrage zum überwiegenden Teil kreditfinanziert (wieder USA):
    http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2014/03/1a26.jpg

    Das heißt, hinter diesen Verkäufen steckt keine reelle Wertschöpfung sondern nur ein kreditfinanzierter Vorgriff auf zukünftige Profite, die aber nie eintreten werden. Und wenn die Blase dann platzt, stehen die ganzen Autos wieder auf Halde (insofern stimmt es natürlich: der Zero-Hedge-Beitrag ist ungenau, weil die Bilder ja wild zusammengepackt wurden – die unverkauften Autos werden überwiegend aus den Jahren 2008 bis 2010 sein).

    Das Gleiche ist auch bei den normalen Konsumentenkrediten und bei den Immobilienkrediten zu sehen. In ein paar Monaten kann man sich so ein Desaster dann z. B. in Brasilien anschauen (brazilianbubble.com gibt einen reißerischen Überblick). In UK kann es auch nicht mehr so lange dauern, wenn die Eigenkapitalquote bei der Immobilienfinanzierung heute nur noch 5% beträgt. Die EZB soll ja angeblich schon im Juni einen negativen Leitzins festlegen. Die Krise scheint im 21. Jahrhundert alt zu werden.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.05.14 15:06 durch Admiral Ackbar.

  9. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: DrWatson 18.05.14 - 15:01

    Wolframm schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn ich Deutschlehrer wäre, dann würde DrWatson für seine Argumentation
    > eine 4 geben. Keine Belege und irgendwelche Mutmaßungen ohne konkrete
    > Beispiele.

    Da war mein Vorredner kein Stück besser. Zumal ich einen Link geliefert habe, der Rest war reine Logik und Allgemeinwissen.

    Ich werde für das was ich hier schreibe auch nicht bezahlt und habe keine Lust wissenschaftliche Quellen rauszusuchen. Vielleicht möchtest du das ja tun. Youtube-Videos betrachte ich allerdings nicht als ernstzunehmende Quelle.

    Auftrag: Bitte beweisen, das die Autos auf den Bildern nicht verkauft wurden.

    Ich war selbst schon mal an einem Autoterminal, an dem mal eben tausende Autos in ein Schiff nach China geladen wurden, aber wer das nicht kennt, fällt natürlich schnell auf unseriöse Seiten wie zerohedge.com rein.

    > Trotzdem klingt beides plausibel. Die Wahrheit weiß bestimmt nur
    > der WV Konzernchef :).

    Ein bisschen nachdenken und kritisch hinterfragen hilft meistens schon.

  10. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: henryanki 18.05.14 - 15:06

    Admiral Ackbar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ... und das ist auch gut so. Dass Maschinen, Computer und Roboter
    > menschliche Arbeitskraft ersetzen ist nur innerhalb der kapitalistischen
    > Produktionsweise ein Problem: no job = no future. Obwohl die Regale in den
    > Supermärkten voll sind, so viele Autos produziert werden, dass keiner mehr
    > weiß, wohin damit [1], und eine riesige Marketing- und Werbeindustrie die
    > Menschen fast dazu zwingen muss, Waren zu kaufen [2], sinkt der
    > Lebensstandard selbst in den Industrienationen, und immer weniger Menschen
    > können sich all den materiellen Reichtum leisten.

    Leute lasst euch nicht von Polemik einfangen, denkt selber kritisch. Der Lebensstandard _steigt_ und es wird nur produziert was auch verkauft werden kann.
    Der Grund dafür, dass (Verschwörungs)Theorien wie die obige keine allgemeine Anerkennung erhalten, ist NICHT, dass die bösen Kapitalisten durch einen geheimen Hexenzirkel die "kleinen Leute" unterdrücken, sondern ganz einfach, weil es Theorien sind, die von rational denkenden Menschen sofort falsifiziert werden können.

  11. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: MarcoBorromeo 18.05.14 - 15:08

    Liest den Link von Holmes' Assistent: das Resümee am Ende lautet: 'So, to sum it all up, yes. These are mainly unsold cars piling up, I´ve seen all of this before recently by myself. History repeating.'

  12. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: DrWatson 18.05.14 - 15:18

    Admiral Ackbar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Du hast natürlich Recht: die Zahl der verkauften Autos steigt weltweit
    > gesehen und die Auslastung der Fabriken der Automobilindustrie ist seit
    > Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise reduziert, weil es immer noch
    > produktiver als eine volle Auslastung ist.
    >
    > Negativer sieht es aus, wenn man die Verkäufe ins Verhältnis zur
    > Bevölkerungsentwicklung setzt:
    > www.querschuesse.de

    Alles in allem recht stabil, aber nimm mal nicht die USA als Beispiel sondern die ganze Welt. Dann erklärt sich auch, warum die Produktion weltweit steigt.


    > Die Nachfrage nach Kraftfahrzeugen steigt weltweit, nur ist die Nachfrage
    > zum überwiegenden Teil kreditfinanziert (wieder USA):
    > www.querschuesse.de

    Diese Grafik ist nichts Wert. Sie steht in keinem Verhältnis zur Wirtschaftsleistung und ist auch nicht Inflationsbereinigt.


    > Das heißt, hinter diesen Verkäufen steckt keine reelle Wertschöpfung
    > sondern nur ein kreditfinanzierter Vorgriff auf zukünftige Profite, die
    > aber nie eintreten werden.

    Du behauptest, die Autokredite werden nie zurückgezahlt?
    Interessante These. Leider keine Beweise.

    > Das Gleiche ist auch bei den normalen Konsumentenkrediten und bei den
    > Immobilienkrediten zu sehen. In ein paar Monaten kann man sich so ein
    > Desaster dann z. B. in Brasilien anschauen (brazilianbubble.com gibt einen
    > reißerischen Überblick).

    Brasilien hatte in den letzten 20 Jahren extrem hohes Wirtschaftswachstum und hat sehr viel nach China exportiert.
    Dadurch, dass die Chinesische Wirtschaft gerade schwächelt, gab es auch in Brasilien einen Einbruch. Das sollte man allerdings nicht überbewerten: [www.google.com]

    > Die EZB soll ja angeblich schon im Juni einen negativen Leitzins
    > festlegen. Die Krise scheint im 21. Jahrhundert alt zu werden.

    In diesem Bild siehst du die wirtschaftliche Entwicklung Südkoreas in den letzten 100Jahren:

    Den Knick, den du dort in den 90er Jahren siehst, war die sogenannte Asienkrise. Damals wurde noch eine viel schlimmere Weltuntergangsstimmung verbreitet, wie heute.
    Aber das ist das typische Verhalten bei jeder Krise.

    Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.
    –George Santayana

  13. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: DrWatson 18.05.14 - 15:22

    MarcoBorromeo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Liest den Link von Holmes' Assistent: das Resümee am Ende lautet: 'So, to
    > sum it all up, yes. These are mainly unsold cars piling up, I´ve seen
    > all of this before recently by myself. History repeating.'

    Du hast was übersehen: Unfortunately, personal experience isn't sufficient for answers.

    Der wichtigere Teil war aber dieser: The next thing to notice is that most of the pictures are of working ports. Ports generally have lots of cars parked around them at the best of times, because of the way they work. A ship shows up, and all the cars are unloaded (often thousands of them). Then the cars are dispersed gradually to dealers served by the port. A thousand cars certainly isn't of itself a sign that there is a surplus of cars. It may just mean a ship recently arrived.

    Aber man kann auch aus einer Fliege eine Elefanten machen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.05.14 15:23 durch DrWatson.

  14. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: Admiral Ackbar 18.05.14 - 15:23

    henryanki schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Leute lasst euch nicht von Polemik einfangen, denkt selber kritisch. Der
    > Lebensstandard _steigt_ und es wird nur produziert was auch verkauft werden
    > kann.

    Den meisten dürfte bekannt sein, dass sich der Lebensstandard in Deutschland nicht signifikant erhöht (technischer Fortschritt, wie z. B. durch billige Flachbildfernser, ist kein Zeichen für erhöhten Lebensstandard!). Immer mehr Menschen sind erwerbslos oder unterbeschäftigt, die Zahl der ALG-2-Empfänger und Aufstocker steigt. Fast 25 % der deutschen Beschäftigten arbeiten mittlerweile im Niedriglohnsektor.

    In den USA ist die Entwicklung noch viel drastischer. Fast 48 Millionen Amerikaner sind von Lebenmittelmarken (Foodstamps) abhängig:
    http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2013/09/1a48.jpg

    Die Arbeitslosenquote näher sich der 25-%-Marke:
    http://www.shadowstats.com/alternate_data/unemployment-charts

    Die Zahl der Menschen, die aus der Statistik gerechnet werden steigt ununterbrochen:
    http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2014/05/1a21.jpg
    („Die saisonbereinigte Zahl der dem Arbeitsmarkt“ – angeblich! – „nicht zu Verfügung stehenden Erwerbsfähigen, Erwachsene ab 16 Jahre (Not in Labor Force) seit Januar 1977 bis April 2014“)

    Fast 105 Millionen Amerikaner ab 16 Jahren haben kein festes Einkommen:
    http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2014/05/1a25.jpg

    Die Studentenkredite haben in den USA mittlerweile die Summe von 1,2 Billionen Dollar erreicht. Es gibt sogar Rentner, die immer noch Studentenkredite abbezahlen, weil man sie selbst durch eine Privatinsolvenz nicht los wird!

    USA: Verschuldung der Studenten wächst: http://www.heise.de/tp/artikel/41/41778/1.html

    „1100 Milliarden Dollar haben sich Studenten dort derzeit bei Banken geliehen”: http://www.welt.de/finanzen/article127929984/Gigantische-Kreditblasen-bedrohen-das-Finanzsystem.html

    Die Arbeitslosen, Unterbeschäftigten, Multi-Jobber und Überschuldeten können ein Lied davon singen, wie der Lebensstandard steigt ...

  15. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: DrWatson 18.05.14 - 15:41

    Admiral Ackbar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > technischer Fortschritt, wie z. B. durch billige Flachbildfernser, ist kein Zeichen für erhöhten Lebensstandard!).

    Ach nein?

    Wie kommst es, dass du gerade diesen Text geschrieben hast? Wahrscheinlich selbst mit einem gekühlten Getränk vor einem dieser Flachbildschirme sitzt und über dein VDSL schreibst, dass das alles nichts mit Lebensstandard zu tun hätte.

    Oder würdest du dein Smartphone mal eben gegen ein Faxgerät eintauschen?

    Wenn technischer Fortschritt nichts mit Lebensstandard zu tun hat, was dann?


    > Die Arbeitslosenquote näher sich der 25-%-Marke:
    > www.shadowstats.com

    shadowstats… naja.

  16. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: Slurpee 18.05.14 - 15:46

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es widerstrebt auch der Marktwirtschaft, etwas zu produzieren, das keiner
    > kauft.


    Dann versucht man es eben mit geplanter Obsoleszenz, oder die Mutti organisiert mal wieder ne Abwrackprämie, oder alle Autos müssen Bauteil XY haben, um die Umwelt zu schützen. Gibt genug Möglichkeiten.

    henryanki schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Grund dafür, dass (Verschwörungs)Theorien wie die obige keine
    > allgemeine Anerkennung erhalten, ist NICHT, dass die bösen Kapitalisten
    > durch einen geheimen Hexenzirkel die "kleinen Leute" unterdrücken, sondern
    > ganz einfach, weil es Theorien sind, die von rational denkenden Menschen
    > sofort falsifiziert werden können.


    Irgendwann wird Polemikern wie dir auch nicht mehr das Gefasel von Verschwörungstheorien helfen.

    Was der gute Mann da oben schreibt ist absolut richtig, da kannst du dich an dein sterbendes Weltbild klammern, soviel du willst.

  17. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: Admiral Ackbar 18.05.14 - 15:50

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Alles in allem recht stabil, aber nimm mal nicht die USA als Beispiel
    > sondern die ganze Welt. Dann erklärt sich auch, warum die Produktion
    > weltweit steigt.

    Weil in einigen Schwellenländern der Lebensstandard einiger Bevölkerungsteile durchaus noch steigt und diese sich dann Kraftfahrzeuge leisten können (BRIC). In den USA und in Europa sieht das aber bereits anders aus. Die Entwicklung der saisonbereinigten PKW-Neuzulassungen in der EU28:
    http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2014/04/1a182.jpg

    > Diese Grafik ist nichts Wert. Sie steht in keinem Verhältnis zur
    > Wirtschaftsleistung und ist auch nicht Inflationsbereinigt.
    Und die Wirtschaftsleistung (BIP) soll wohl eine Aussagekraft darüber haben, wie der Lebensstandard und die Einkommensentwicklung der breiten Bevölkerung aussieht. Wenn Deutschlands BIP steigt, bekommen die Erwerbstätigen natürlich auch gleich mehr Geld vom Chef überwiesen.

    Einzelhandelsumsätze in Deutschland:
    http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2014/04/1a254.jpg

    Reallohnindex:
    http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2014/02/1a250.jpg

    > Du behauptest, die Autokredite werden nie zurückgezahlt?
    > Interessante These. Leider keine Beweise.
    Da habe ich keine (direkten) Beweise. Das private Kreditvolumen steigt aber stetig und die Zahl der Privatinsolvenzen nimmt auch nicht ab. Irgendwo gibt es sicher auch eine Statistik darüber wie viele Autokredite von den Finanzierern abgeschrieben werden müssen.

    > Brasilien hatte in den letzten 20 Jahren extrem hohes Wirtschaftswachstum
    > und hat sehr viel nach China exportiert.
    > Dadurch, dass die Chinesische Wirtschaft gerade schwächelt, gab es auch in
    > Brasilien einen Einbruch. Das sollte man allerdings nicht überbewerten:
    > www.google.com

    Da werden wir ja bereits in naher Zukunft sehen, wer Recht behält. Ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

    > In diesem Bild siehst du die wirtschaftliche Entwicklung Südkoreas in den
    > letzten 100Jahren: upload.wikimedia.org
    >
    > Den Knick, den du dort in den 90er Jahren siehst, war die sogenannte
    > Asienkrise. Damals wurde noch eine viel schlimmere Weltuntergangsstimmung
    > verbreitet, wie heute.
    > Aber das ist das typische Verhalten bei jeder Krise.

    Die BIP-Entwicklung sagt aber nichts über die Entwicklung des Lebensstandards aus. Sieht doch in den USA nicht anders aus: Google. Das Pro-Kopf-Einkommen steigt dort auch, weil einfach der Mittelwert gerechnet wird und die Statistik dann an der Realität vorbei geht.

  18. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: currock63 18.05.14 - 15:57

    Mein lieber Watson.
    Die Leute, die nichts von der angeblichen Steigerung des Lebensstandards haben, können sich hier gar nicht äußern, da sie sich keine Geräte dafür leisten können.
    Bei denen geht es darum, ob sie im Winter essen oder heizen wollen, weil sie sich beides gleichzeitig nicht leisten können. Und einen Breitbandzugang schon mal gar nicht.

  19. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: Admiral Ackbar 18.05.14 - 16:01

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wie kommst es, dass du gerade diesen Text geschrieben hast? Wahrscheinlich
    > selbst mit einem gekühlten Getränk vor einem dieser Flachbildschirme sitzt
    > und über dein VDSL schreibst, dass das alles nichts mit Lebensstandard zu
    > tun hätte.

    Die Produktion eines Flachbildfernsehers ist heute viel billiger als die eines Röhrenfernsehers vor 30 Jahren. Man kann jetzt darüber diskutieren, inwiefern die Bauart zur Lebensqualität beiträgt, Tatsache ist aber, dass man mit beiden das selbe tut: fernsehen.

    Auf der anderen Seite müssen die Menschen immer größere Teile ihres Einkommens für Miete, Lebensmittel, Gesundheitsversorgung, Bildung, Kultur etc. ausgeben – und schlussendlich selektieren. Darauf bezogen stagniert oder sinkt sogar der Lebensstandard. Nur weil wir immer mehr in immer kürzer Zeit produzieren, heißt das nicht, dass die Menschen am Reichtum auch partizipieren können.

    > Oder würdest du dein Smartphone mal eben gegen ein Faxgerät eintauschen?

    Die Frage ist sinnlos, weil der technische Fortschritt das Smartphone hervorgebracht hat und es dieses vor 20 Jahren noch nicht gab. Außerdem besitze ich keins.

    > Wenn technischer Fortschritt nichts mit Lebensstandard zu tun hat, was
    > dann?

    Das der (potentielle) Reichtum der Gesellschaft zunimmt. Nur kommt der bei den meisten Menschen nicht an.

  20. Re: Der Kapitalismus erstickt an seiner Produktivität ...

    Autor: DrWatson 18.05.14 - 16:07

    Admiral Ackbar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Weil in einigen Schwellenländern der Lebensstandard einiger
    > Bevölkerungsteile durchaus noch steigt und diese sich dann Kraftfahrzeuge
    > leisten können (BRIC).

    Der Lebensstandard misst sich doch nicht ausschließlich über die Anzahl der Autos, die gekauft werden.


    > Und die Wirtschaftsleistung (BIP) soll wohl eine Aussagekraft darüber
    > haben, wie der Lebensstandard und die Einkommensentwicklung der breiten
    > Bevölkerung aussieht.

    BIP nach Kaufkraftparität ist zumindest eine Objektive Möglichkeit, den Lebensstandard zu messen.

    > Wenn Deutschlands BIP steigt, bekommen die
    > Erwerbstätigen natürlich auch gleich mehr Geld vom Chef überwiesen.

    Beides korreliert stark, wobei die Lohnquote in den letzten 50 Jahren sogar tendenziell gestiegen ist.

    > www.querschuesse.de
    Was hast du denn ewig mit deinen "Querschüssen"?
    Destatis kennst du oder?

    > > Du behauptest, die Autokredite werden nie zurückgezahlt?
    > > Interessante These. Leider keine Beweise.
    > Da habe ich keine (direkten) Beweise. Das private Kreditvolumen steigt aber
    > stetig und die Zahl der Privatinsolvenzen nimmt auch nicht ab.

    Das Kreditvolumen steigt mit der Wirtschaftsleistung. Es macht aber überhaupt keine Aussage über die Ausfallwahrscheinlichkeit, wie du behauptest.



    > Da werden wir ja bereits in naher Zukunft sehen, wer Recht behält. Ich
    > lasse mich gerne eines besseren belehren.

    Dann werden wir uns wahrscheinlich schon lange nicht mehr in diesem Forum hier herumtreiben, aber gerne: Sprech mich in 10 Jahren noch einmal auf Brasilien an.


    > Die BIP-Entwicklung sagt aber nichts über die Entwicklung des
    > Lebensstandards aus. Sieht doch in den USA nicht anders aus: Google. Das
    > Pro-Kopf-Einkommen steigt dort auch, weil einfach der Mittelwert gerechnet
    > wird und die Statistik dann an der Realität vorbei geht.

    Und der Lebensstandard hat sich seit den 80er Jahren nicht verändert? Hast du damals auch schon im Golem-Forum geschrieben?

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