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Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

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  1. Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: redmord 18.05.14 - 12:43

    Ungefähr einmal im Jahr verlinke ich dieses Interview ... ich glaube, es ist mal wieder so weit:
    http://content.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/916564_0_9223_-interview-langfristig-wird-die-arbeit-verschwinden-.html

    Statt in Panik zu verfallen, sollten wie die Möglichkeiten sehen, die mit einer solchen Entwicklung verbunden sind. Den Jobkiller Entwicklung dürfen wir nicht als den Weg in die Massenarmut sehen sondern als Befreiung des Menschen.

  2. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: DerInderInDerInderin 18.05.14 - 14:52

    Müssen sich die Leute draufeinstellen und wege finden das Massenarmut nicht eintritt, z.B. jeder bekommt kostenlos essen, viele wären damit zufrieden und würden sich den alltag mit Kunst, Musik und anderen Hobbies beschäftigen, die wir sowieso schon lange vernachlässigt haben, Arbeiten werden dann die, die sich nebenbei noch andere sachen leisten wollen und das müssen sie dann nichtmal 8 stunden am Tag, sonder vielleicht 3-4 und so mehr Zeit für Familie, weniger Stress, bessere Gesundheit.

    Roboter sind willkommen, wenn wir es schaffen uns zu verändern, vorallem die älteren Leute werden damit ihre probleme haben.

  3. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: Slurpee 18.05.14 - 15:39

    DerInderInDerInderin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Roboter sind willkommen, wenn wir es schaffen uns zu verändern, vorallem
    > die älteren Leute werden damit ihre probleme haben.


    Riesige. Hab da schon einige Gespräche geführt, viele können gedanklich Einkommen und Arbeit nicht voneinander trennen.

    "Und woher kommen dann die ganzen Waren?" "Die stellen die Roboter her."
    "Und wer bezahlt das dann alles?" *facepalm*

  4. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: Malocher 18.05.14 - 15:45

    DerInderInDerInderin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Müssen sich die Leute draufeinstellen und wege finden das Massenarmut nicht
    > eintritt, z.B. jeder bekommt kostenlos essen, viele wären damit zufrieden
    > und würden sich den alltag mit Kunst, Musik und anderen Hobbies
    > beschäftigen, die wir sowieso schon lange vernachlässigt haben, Arbeiten
    > werden dann die, die sich nebenbei noch andere sachen leisten wollen und
    > das müssen sie dann nichtmal 8 stunden am Tag, sonder vielleicht 3-4 und so
    > mehr Zeit für Familie, weniger Stress, bessere Gesundheit.
    >
    > Roboter sind willkommen, wenn wir es schaffen uns zu verändern, vorallem
    > die älteren Leute werden damit ihre probleme haben.

    Ja, das ist die Zukunft. Wenn ich mich richtig erinnere wurde dieses Modell in den 70ern in einer kleinen Region Kanadas sogar schonmal über mehrere Jahre erprobt. Hat glaube ich gleichzeitig u.a. zu einer besseren Bildung geführt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.05.14 15:46 durch Malocher.

  5. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: DrWatson 18.05.14 - 15:46

    Malocher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn ich mich richtig erinnere wurde dieses Model
    > in den 70ern in einer kleinen Region Kanadas sogar schonmal über mehrere
    > Jahre erprobt.

    Was wurde erprobt? Gratis Essen?

  6. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: Malocher 18.05.14 - 15:48

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Malocher schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Wenn ich mich richtig erinnere wurde dieses Model
    > > in den 70ern in einer kleinen Region Kanadas sogar schonmal über mehrere
    > > Jahre erprobt.
    >
    > Was wurde erprobt? Gratis Essen?

    Oh, hatte zu früh abgeschickt und noch nicht fertig geschrieben. Dort ging es um ein Grundeinkommen für alle, und diejenigen die möchten, können sich noch etwas dazu verdienen.

  7. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: DrWatson 18.05.14 - 15:53

    Malocher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oh, hatte zu früh abgeschickt und noch nicht fertig geschrieben. Dort ging
    > es um ein Grundeinkommen für alle, und diejenigen die möchten, können sich
    > noch etwas dazu verdienen.

    Wenn ich mich richtig erinnere, ging es aber um eine negative Einkommenssteuer.
    Dabei war aber nicht das Ziel, das die Leute nichts mehr machen und sich vielleicht was dazuverdienen, sondern man wollte das bisherige Sozialsystem durch eine unbürokratische negative Einkommenssteuer ersetzen. Dabei wurde aber auch nur das Existenzminimum abgedeckt.

  8. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: Zwangsangemeldet 18.05.14 - 17:50

    redmord schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Statt in Panik zu verfallen, sollten wie die Möglichkeiten sehen, die mit
    > einer solchen Entwicklung verbunden sind. Den Jobkiller Entwicklung dürfen
    > wir nicht als den Weg in die Massenarmut sehen sondern als Befreiung des
    > Menschen.

    Ich stimme Dir zwar zu, aber da kommen wir dann an einen neuralgischen Punkt unseres kapitalistischen Systems. Es wird nämlich die Frage zu beantworten sein, ob unsere Wirtschaft allen Menschen zu dienen hat, oder ob die Menschen der Wirtschaft (bzw. denjenigen, die letztendlich Eigentümer der Big Player in der Wirtschaft sind) dienen sollen.

    Es wird auf jeden Fall eine spannende Diskussion auf uns zu kommen, denn derzeit sieht es so aus, als würden die Menschen der Wirtschaft dienen müssen, und wenn diese Dienste in immer geringerem Umfang benötigt werden, dann ist die Frage nach dem Sinn dieser Wirtschaft nicht mehr fern. Es freut mich, dass der technische Fortschritt, der immer mit dem Grad an Zivilsation verwechselt wird, jetzt endlich bald einen Punkt erreicht, wo sich die Menschheit wird entscheiden müssen: Zivilisieren wir uns wirklich, oder lassen wir es bleiben. Wenn zweiteres der Fall ist, und weiterhin technischer Fortschritt als Zivilisation angesehen wird, ohne dass die Gesellschaft entsprechend zivilisiert gestaltet wird, dann müssen große Teile der Menschheit aussterben, und das hat irgendwann zur Folge, dass auch der Rest aussterben wird. Also können wir uns nur fürs Leben entscheiden, und zugleich "Leben" oder Lebensinhalt neu definieren, eben nicht mehr über die "Erwerbstätigkeit", sondern aus dem wahren Innersten heraus. Mehr Zeit für Kreativität, für Dinge, die das Leben lebenswert machen - das wäre dann die positive Version dieser Entwicklung.

    Nur den Scheidepunkt müssen wir eben irgendwie möglichst ohne hohe Verluste an Menschenleben überstehen. Die globalen Ressourcen, vernünftig aufgeteilt (d.h. ohne Gewinnstreben, was dann einfach nicht mehr nötig sein wird), sind durchaus genug, um 7Mrd. Menschen zu versorgen, und selbst 10Mrd. wären wohl kein Problem.

    Wir müssen aber eben als erstes den Mangel besiegen. Und das ist etwas, was nur im Kopf statt finden kann, die weiteren Entwicklungen daraus ergeben sich ganz von allein.

  9. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: redmord 18.05.14 - 20:04

    Ich glaube nicht, dass wir ein Chaos stürzen. Klar kommen jetzt die Jahrzehnte der Megakonzerne, die alles unter sich aufteilen und wir werden eine wachsende Armut verstreichen können. Doch spätestenz, wenn 20 % des deutschen Arbeitsmarktes nicht vermittelbar ist, müssen wir uns fragen, wie wir überhaupt leben wollen. Das Bedinungslose Grundeinkommen ist IMHO unausweichlich und es widerspricht den kapitalistischen Lehren meiner Meinung nach auch überhaupt nicht. Unsere Gesellschaft ist ein Ökosystem und dies muss sich wandelnden Bedinungen anpassen können. Wir können nicht immer mit dem Finger auf die anderen zeigen, weil diese im sozialen System Nettoempfänger darstellen.

  10. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: Zwangsangemeldet 18.05.14 - 20:23

    So wie Du das beschreibst mit den Megakonzernen beinhaltet das aber noch nicht das, was ich als zivilisatorischen Fortschritt sehen würde - nämlich dass eben nicht mehr die Menschheit "verwaltet" wird, dass kein Machtgefälle mehr zwischen "Oben" und "Unten" besteht. Natürlich darf es dann immer noch "Reiche" geben (also Menschen, die mehr haben, als der Durchschnitt, wobei die "Basis", was Du als BGE bezeichnest, möglichst nah am Durchschnitt dran sein sollte), aber dieser Reichtum sollte sich halt nicht mehr dazu missbrauchen lassen, Macht ausüben zu können. Solange Megakonzerne die Welt unter sich aufteilen, wäre das aber noch der Fall. Damit hätten wir gesellschaftlich nichts aus dem technischen Fortschritt, der "Arbeit" unnötig macht, gelernt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.05.14 20:23 durch Zwangsangemeldet.

  11. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: redmord 18.05.14 - 20:54

    Bin ich dabei. :)

    Die zivilisatorische Arbeit sehe ich in der Reformierung der gesellschaftlichen Werte. Momentan finden wir reine Dekadenz geil und blicken auf die herab, die unserer Meinung nach weniger leisten als wir. Dies muss sich gravierend ändern und diese Veränderung muss sich auch in der Gesetzgebung niederschlagen.
    So müssen Unternehmen z.b. irgendwann für Externalitäten (negative Folgen einer wirtschaftlichen Handlung dritten zu überlassen) zur Verantwortung gezogen werden können. Wenn der Tabakkonzern Philipp Morris in der Lage ist, den Staat Australien auf mögliche Gewinnausfälle zu verklagen, weil diese Warnhinweise auf die Zigarettenschachtel drucken lassen werden müssen, dann muss es auch möglich sein, dass z.B. ein Staat wie Griechenland Finanzinstitute verklagt, die die wirtschaftliche Situation Griechenlands bewußt geschwächt haben.

    Ich bin auch der Meinung, dass wir uns zivilisatorisch eher im Mittelalter befinden als in der Neuzeit. Doch denke ich auch, dass hier die Demokratie noch ein Segen sein wird und letztendlich muss keine Gesellschaft einer Wirtschaft dienen, wenn sie es nicht will. Problem ist nur, dass sie auch in der Lage sein muss dies zu erkennen und den Mut zu zeigen, einen alternativen Weg einzuschlagen.
    Daher müssen wir zu allererst von dieser "Top or flop"-Gesellschaft weg und dazu gehört auch im wesentlichen die Art und Weise wie wir mit einander kommunizieren.

  12. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: SeveQ 18.05.14 - 23:26

    DerInderInDerInderin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Müssen sich die Leute draufeinstellen und wege finden das Massenarmut nicht
    > eintritt, z.B. jeder bekommt kostenlos essen, viele wären damit zufrieden
    > und würden sich den alltag mit Kunst, Musik und anderen Hobbies
    > beschäftigen, die wir sowieso schon lange vernachlässigt haben, Arbeiten
    > werden dann die, die sich nebenbei noch andere sachen leisten wollen und
    > das müssen sie dann nichtmal 8 stunden am Tag, sonder vielleicht 3-4 und so
    > mehr Zeit für Familie, weniger Stress, bessere Gesundheit.
    >
    > Roboter sind willkommen, wenn wir es schaffen uns zu verändern, vorallem
    > die älteren Leute werden damit ihre probleme haben.

    EXAKT!!!

  13. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: billyx 18.05.14 - 23:40

    redmord schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ungefähr einmal im Jahr verlinke ich dieses Interview ... ich glaube, es
    > ist mal wieder so weit:
    > content.stuttgarter-zeitung.de

    Wow! Bereits vor einem Jahr!!!!!11!!1 hat redmord auf eine Interview!!!!!11!!1 von irgendeinem Traumwandler in einer kleine Zeitung!!!!!11!!1 verlinkt!

  14. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: Zwangsangemeldet 18.05.14 - 23:48

    Das Problem mit unserer Demokratie ist jedoch, dass es keine Demokratie ist, bzw. dass das Bisschen Entscheidungsfreiheit, was den Menschen zugestanden wird (die Partei zu wählen, die vorgibt, ihre Meinung am ehesten zu vertreten), wird locker durch entsprechende Propagandamaßnahmen in den Medien etc. ausgehebelt.

    Wir drehen uns da als Gesellschaft in einem gedanklichen Hamsterrad, aus dem erst mal genügend Menschen ausbrechen müssen. Doch jedem wird immer von früh bis spät das "Homo Öconomicus" Denken eingeimpft, bzw. in der Normalität des Alltags von jedem anderen vorgelebt. Wer so nicht denkt und handelt, fällt sofort auf als "ungewöhnlich" - und doch ist es dieses Denken, was uns in diese Situation gebracht hat. Denn so wurde der Wert des Geldes über alles andere gestellt. Wenn irgendwann mal alles von Maschinen erledigt wird, bräuchte man eigentlich auch gar kein Geld mehr, denn Maschinen tun und produzieren ja alles, inklusive ihrer selbst, und können mit Geld nichts anfangen. Wer könnte damit aber überhaupt dann noch was anfangen? Vielleicht sollten wir also komplett jegliche Wert-Vorstellung aufgeben und "Wert" von Grund auf neu definieren, ohne dass materielle Gegenstände einen Wert außerhalb ihres jeweils momentanen Nutzwerts erhalten können.

    Aber andererseits, wenn wir der maschinellen Intelligenz, die ja irgendwann unsere übersteigen soll, dasselbe Homo Öconomicus-Denken eingeimpft haben, wie wir es selbst an den Tag legen, dann könnten die Maschinen auch irgendwann auf die Idee kommen, uns nicht mehr zu brauchen ;-)

  15. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: DrWatson 19.05.14 - 00:29

    Zwangsangemeldet schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn irgendwann mal alles von Maschinen
    > erledigt wird, bräuchte man eigentlich auch gar kein Geld mehr, denn
    > Maschinen tun und produzieren ja alles, inklusive ihrer selbst, und können
    > mit Geld nichts anfangen. Wer könnte damit aber überhaupt dann noch was
    > anfangen? Vielleicht sollten wir also komplett jegliche Wert-Vorstellung
    > aufgeben und "Wert" von Grund auf neu definieren, ohne dass materielle
    > Gegenstände einen Wert außerhalb ihres jeweils momentanen Nutzwerts
    > erhalten können.

    Es gab sogar wirklich mal ein Land, in dem man versucht hat Geld abzuschaffen.

  16. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: Zwangsangemeldet 19.05.14 - 01:28

    DrWatson schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gab sogar wirklich mal ein Land, in dem man versucht hat Geld
    > abzuschaffen.

    Welches war das denn?

    Aber, dass das heute noch nicht zugelassen wird, ist ja eigentlich klar. Noch sind wir als Menschheit ja nicht frei von Unterdrückung, und das Geld ist das Mittel, mit dem diese Unterdrückung realisiert wird, also würde jedes Land, was das erfolgreich durchzieht, spätestens wenn klar wird, dass so eine Reform durchgeführt wird, sofort daran gehindert werden - und zwar mit aller Macht, notfalls wohl sogar in Grund und Boden gebombt werden.

    Und noch leben wir ja auch nicht in einer Welt, in der Maschinen jegliche Arbeit übernehmen. Wenn das der Fall ist, dann wird jedoch völlig offensichtlich, dass Geld keine Verwendung mehr hat, außer die Freiheit des Einzelnen durch seine Nichtverfügbarkeit einzuschränken.

  17. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: DrWatson 19.05.14 - 01:37

    Zwangsangemeldet schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > DrWatson schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Es gab sogar wirklich mal ein Land, in dem man versucht hat Geld
    > > abzuschaffen.
    >
    > Welches war das denn?

    Kambodscha

  18. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: redmord 19.05.14 - 08:43

    http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Kambodschas#Diktatur_der_Roten_Khmer_.281975.E2.80.931979.29 ?

  19. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: Zwangsangemeldet 19.05.14 - 12:43

    Das ist natürlich was ganz anderes, als das, was ich meinte - klar.

    Wenn Maschinen alle Arbeit erledigen, jedes Produkt herstellen und jede Dienstleistung leisten, wird allerdings spätestens nach einer Generation nicht mehr verständlich sein, warum Produkt X soviel kostet und Produkt Y soviel. Klar, man könnte nach dem Produktionsaufwand in Form von Rohstoffen und/oder Energie gehen, aber wenn Energie regenerativ ist, und Rohstoffe von Maschinen gefördert werden, ergibt das trotzdem keinen Sinn. Man könnte nach der Komplexität gehen, oder dem Zeitaufwand, aber das würde bedeuten, dass Fleisch, Obst und Gemüse mit zu den teuersten Produkten gehören, die hergestellt werden. Außerdem, wenn eine "Parallelgesellschaft" autonomer Maschinen sich um die Erhaltung und Versorgung der Menschheit kümmert, dann ist es auch irgendwann nicht mehr vermittelbar, dass diese Maschinen irgendjemandem gehören sollten (zumal, wenn sie sich auch selbst erhalten/warten/ersetzen können), und nicht zum Gemeinwohl als Allgemeingut behandelt werden, was allen und niemandem gehört...

  20. Re: Einstellung zur Arbeit muss sich ändern

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 19.05.14 - 13:58

    billyx schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wow! Bereits vor einem Jahr!!!!!11!!1 hat redmord auf eine
    > Interview!!!!!11!!1 von irgendeinem Traumwandler in einer
    > kleine Zeitung!!!!!11!!1 verlinkt!

    Vorsicht, jetzt folgt eine länger anthroposophische Betrachtung. Wenn du es gerne etwas älter und berühmter hättest, wie wäre es denn beispielsweise mit dem Nibelungenlied? Es gibt auch frühere Ansatzpunkte, aber die sind nicht in deutscher Sprache, also begnügen wir uns mal damit, hm?

    Im Nibelungenlied ist schon in der Eingangstrophe zu lesen:

    "Uns ist in alten mæren / wunders vil geseit
    von helden lobebæren, / von grôzer arebeit, [...]"

    Nun muss man des Mittelhochdeutschen nicht einmal mächtig sein um zu ahnen, dass mit "arebeit", von dem sich unser heutiges "Arbeit" ableitet, ursprünglich kein abhängiges Beschäftigungsverhältnis zum Zweck des Lebensunterhalts und zum parallelem Aufbau einer kapitalgedeckten Altersvorsorge gemeint war.

    Das mittelhochdeutsche "arebeit" bedeutet soviel wie "Mühe", "Plage" oder sogar "Not", die man in erster Linie erleidet, aber natürlich als heldenhafter Recke auch (halbwegs) freiwillig auf sich nimmt, beispielsweise um die Mädels zu beeindrucken oder um der Nachwelt in ruhmvoller Erinnerung zu bleiben. Aber selbst das ist nicht unbedingt, was man mit Maloche in Verbindung bringt, selbst wenn diese - was ja durchaus punktuell der Fall sein soll - in sich selbst erfüllend, befriedigend und für die Nachwelt prägend sein kann.

    Schuld am Bedeutungswandel sind ausnahmsweise mal nicht die Kapitalisten, Imperialisten, sondern die Protestanten. Denn die haben "Arbeit" erstmalig ausschließlich als etwas angesehen, was den Menschen adelt und ihm das Himmelreich öffnet. Zur ihrer Verteidigung sei gesagt, dass das hauptsächlich zur Abgrenzung gegenüber katholischer Bonzen und deren Prunk diente, für die der einfache Mensch buckeln musste und womöglich trotzdem in die Hölle kam, weil er unehelich gepimpert hat oder der Plackerei ein selbstgewählt ein vorzeitiges Ende setzte. Doch ich schweife ab.

    Die meiste Zeit in der menschlichen Geschichte wurde Arbeit als etwas betrachtet, was man sich nur dann antun sollte, wenn es umständehalber unvermeidlich ist. Selbst die Wissenschaft betrachtet Arbeit als etwas, dass verrichtet wird und nicht als etwas, um dass man sich bemühen muss, um ein guter Mensch zu sein. Nach jetziger Lesart muss man nämlich Arbeit verrichten um Arbeit zu bekommen und dann Arbeit zu haben, die man wieder verrichten muss, um seine Arbeit zu behalten.

    Das ist ganz schön viel logischer Hirnfick in einem Satz, reduzieren wir es also auf den brennenden Kern: Arbeit ist etwas Unangenehmes, dass man zum Überwinden einer dummen Situation oder zum Erreichen eines Ziels hinter sich bringen muss - und das vorzugsweise, bevor man seine kümmerliche staatliche Rente kassiert oder in die Kiste steigt und jemand ein paar Hände Erde draufwirft.
    Das ist eine gesunde Einstellung zur Arbeit, wie schon die ollen Nibelungen wussten.

    Es wussten auch schon die ollen Griechen, aber das würde jetzt ernsthaft zu weit führen. Man könnte sich aber darauf einigen, dass es sinnvoll ist, Arbeit in etwas zu investieren, was einem zukünftig Arbeit erspart, wie zum Beispiel die Entwicklung von Maschinen, die Arbeit nicht nur erleichtern, sondern gleich komplett übernehmen und somit dem Menschen die Möglichkeit geben, tatsächlich nur noch die Arbeit zu verrichten, die er freiwillig verrichten will und nicht die, die er notgedrungen verrichten muss.

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