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Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

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  1. Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: CraWler 18.05.14 - 12:46

    Das ist eine logische Folge des Kapitalismus, welcher danach strebt alle Arbeit abzuschaffen.

    Jeder Unternehmer ist im Freien Markt dem scharfen Konkurrenzkampf mit anderen Unternehmern ausgesetzt. Letztendlich können nur jene Unternehmen überleben welche es schaffen günstiger zu produzieren als ihre Konkurrenz. Da die Konsumenten am Markt eben dazu tendieren die günstigeren Produkte zu kaufen (mit Ausnahme von Luxusprodukten vielleicht).

    Karl Marx zufolge wird der Produktpreis bestimmt vom Wert der in ihm enthaltenen menschlichen Lohnarbeit. Also im Preis eines Autos sind alle Löhne enthalten die zu dessen herstellung notwendig waren. Von den Minenarbeitern die das Erz aus der Erde holen, von der Schmelze bish hin über die Zulieferer, Endmontage die zu entlohende Arbeit der Ingenieure und Programmierer.
    Ein Unternehmer kann diese Lohnkosten nicht drücken (sonst gehen die kompetenten Arbeiter zur Konkurrenz die besser zahlt). Je Arbeitsintensiver ein Produkt also ist desto teurer muss es auf dem Markt verkauft werden. Wird es günstiger als der im Produkt enthaltene Arbeitswert verkauft macht der Unternehmer verlust.

    Unternehmer arbeiten also ständig daran den Anteil der in ihren Produkten enthaltenen Lohnkosten zu minimieren um gegenüber der Konkurrenz die das gleiche tut nicht ins Hintertreffen zu geraten (denn das würde den Konkurs bedeuten).
    Die Marktwirtschaft führt also zu einem Wettlauf der Unternehmen darum wer die beste Rationalisierungs und Automatisierungstechnologie besitzt. Wer da nicht mithalten kann verschwindet vom Markt. Oder muss sich auf Nischenprodukte spezialisieren (z.B. Handarbeit schweizer Uhrenmacher für das Luxussegment).

    Wenn wir das mal Historisch betrachten, seit des den Kapitalismus gibt, so seit c.a 200 Jahren haben wir einen Technologischen Fortschritt der größer ist als in den vorherigen 2000 Jahren. Die Gesetze der Marktwirtschaft welchen den Unternehmer zur Rationalisierung zwingen befeuern den technischen Fortschritt.
    Im Mittelalter hat es das nicht gegeben, da alles duch Gilden, Ständeorganisationen usw reguliert wurde die den freien Konkurrenzkampf (aus gründen der sozialen Absicherung) verhindert haben.

    im Grunde ist diese kapitalistische Tendenz etwas gutes, denn die Produktpreise sinken permanent. So das sich dann auch arme Leute Produkte leisten können zu denen sie vorher keinen Zugang hatten. Ein Beispiel, in den frühen 90en wurden Computer und Handys (z.B. Siemens) in Deutschland in Handarbeit zu hohen Lohnkosten produziert. Da hat man dann aber auch für einen guten PC schonmall 10.000 Mark bezahlt, selbst primitive handys gabs nicht unter 1000 Mark.
    Heute wird das Zeug automatisiert produziert, so das Firefox nun auch sein 25$ Smartphone auf den markt bringen kann, das kann sich dann sogar selbst ein Indischer Slumbewohner leisten und bekommt so Internet Zugang. Kapitalismus und die Tendenz zur Automatisierung kann also durchaus dabei helfen Armut zu überwinden.

    Im Jahr 1900 haben im Deutschen Reich noch 40% der Leute als Bauern gearbeitet, heute sind es nur noch 1.5% (tendenz weiter sinkend). Auch die Zahl der Industriearbeiter ist weltweit sinkend. Nun bisher hatten wir immer noch gute Beschäftigungszahlen da die Rationalisierungstendenzen durch Wachstum ausgeglichen wurden.
    D.h wenn die Produktivität einer Fabrik um 100% steigt gleichzeitig aber auch der Konsum der Produkte um 100% zunimmt dann verliert niemand seinen Job. Damit das mit der Arbeit trotz des technischen Fortschritts immer noch funktioniert ist es erforderlich das ständig neue Branchen entstehen und unendliches Wachstum des Konsums besteht. Deswegen reden ja auch alle Politiker ständig nur von "Wachstum" damit Arbeitsplätze geschaffen werden.

    Nur wie realistisch ist ewiges Materielles Wachstum ? Sind wir glücklicher wenn wir in X Jahren doppelt soviel konsumieren nur damit alle noch Arbeit haben ? Mal die ökologischen Konsequenzen außen vorgelassen stellt sich hier die Frage ob ein immer mehr an Konsum nicht die Potentiale für mehr Freiheit und Geselligkeit erstickt nur um die heilige kuh der Arbeit zu füttern ?

    An einem gewissen Punkt an dem die materiellen Bedürfnisse der Menschen befriedigt sind hören diese nämlich mit dem Konsum auf und Sparen das Geld lieber für schlechte Zeiten. Wer Haus, Auto, jährliche Urlaubsreise usw hat hat keine so große Motivation noch mehr zu kaufen. Das Geld wandert dann eher auf die Bank, wird irgendwo angelegt usw. Die Folge ist dann es es irgendwannmal mehr anlage suchendes Kapital gibt als es überhaupt sichere Anlagemöglichkeiten gibt. Die Folge, das überschüssige Kapital konkurriert um die Anlagen mit Folge das die Zinsen sinken (Weltweit in allen Industrieländern zu beobachten) oder das Kapital wird in Spekulative Objekte investiert die mehr Zinsen bringen, Staatsschuldpapiere weniegr vertrauenswürdiger Staaten, Immobilien, Finanzprodukte usw. Die Wahrscheinlichkeit von Finanzblasen steigt daher. Das System wird instabiler.

    Während gleichzeitig immer mehr Leute keinen sicheren Job mehr finden, also zunahme der Zeit, Projektarbeit usw. Längere Phasen der Arbeitslosigkeit, Aufstockung usw. Für immer mehr menschen auch Langzeitarbeitslosigkeit (s. USA, Japan, Südeuropa). Damit einhergehend die Unfähigkeit für breite Bevölkerungsschichten sich ein eigenes vermögen zu erarbeiten. Die soziale Ungleichheit steigt.
    Wenn dann noch die Notenbanken ständig neues Geld schaffen um Pleitestaaten und Banken zu stabilisieren (dieses Geld kommt ja nicht bei der Bevölkerung an sondern bei den Eliten) dann verstärkt sich das ganze nochmal weiter. Wenn man den Kapitalismus als die Geschichte des technischen Fortschritts betrachtet kann man somit denke ich auch einige Vorgänge an den Finanzmärkten gut beschreiben.

    Kapitalismus funktioniert nur gut mit ständigem Wachstum, jenem Wachstum welches er selbst erzeugt.
    Das kann man auch Mathematisch darstellen. Ein Kapitalist hat x Geldeinheiten die er investieren will. Also in Produktion, Immobilien, Dienstleistungen what ever. Das Geld mit dem nennwert x wird also in die Produktion von waren investiert, am Ende will der Kapitalist natürlich mehr Geld rausbekommen als er reingesteckt hat. (sonst würden sich investitionen ja nicht lohnen)

    Daraus entsteht die Formel G => W => G(+Profit)
    Damit die GWG Zyklen die den Kapitalismus ausmachen funktionieren braucht es permanentes Wachstum. Also damit alle Kapitalisten in ihrem Durchschnitt mit Investitionen Profit erwirtschaften können. Erwirtschaften die Kapitalisten im Durchschnitt keinen Profit mehr so macht es für sie auch keinen Sinn weiter zu investieren, dann kommt es zu einer Finanzkrise da Banken, Fonds, Anleger usw sich gegenseitig kein Geld mehr leihen und die Investitionen in die Realwirtschaft abreißen.

    Wir sehen zumindest in den westlichen Ländern das dieser Zyklus zum erliegen kommt. Deshalb denkt die EZB ja über negative Zinsen nach um jene Kapitalisten die nicht mehr investieren wollen zum investieren zu zwingen und so das System zu stabilisieren. Gleichzeitig haben die Notenbanken von japan, USA, GB, Schweiz und EU angefangen in großem Umfang Staatsschuldpapiere, Aktien, Schrottpapiere usw aufzukaufen. Die Staatlichen Institutionen übernehmen also die Rolle der privaten Kapitalisten da diese das nicht mehr tun.

    Die US Fed hat zuletzt 85 Milliarden $ Pro Monat "gedruckt" um zu investieren (sind so 400$ pro US Bürger/p.m) um das System am laufen zu halten. D.h wenn die neoliberalen USA die ansonsten immer so auf freien Markt usw pochen anfangen in einem solchen Umfang in den Markt einzugreifen kann man wohl nur zu dem Schluss kommen das der Kapitalismus nicht mehr so wie gewünscht funktioniert, sonst würden die Marktgläubigen USA solche Staatseingriffe wohl kaum vornehmen.

    Wenn wir also schon bei 400$ pro Bürger/Monat angekommen sind, könnte man das Geld ja auch gleich an die Leute auszahlen um so den Konsum anzukurbeln. Da das Geld ja ohnehin gedruckt wird um den Kapitalismus zu retten, why not. Wäre dann ja ein Einstieg in das Bedingungslose Grundeinkommen sowie in die Post Kapitalistische Ökonomie. Nur viel Schmerzfreier für alle als die Szenarien ala Totalcrash oder bewaffnete Revolution.

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    Piratenpartei Wähler

  2. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: MarcoBorromeo 18.05.14 - 12:56

    Die Idee ist genial: gedrucktes Geld der Notenbanken einfach demokratisch zu Verteilen. Wieso macht man das nicht?

  3. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: Admiral Ackbar 18.05.14 - 13:15

    MarcoBorromeo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Idee ist genial: gedrucktes Geld der Notenbanken einfach demokratisch
    > zu Verteilen. Wieso macht man das nicht?

    Weil geschenktes Geld mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sehr schnell an Wert verliert. Aus diesem Grund scheint auch das BGE in der Realität nicht zu funktionieren. Wenn jeder den Betrag X geschenkt bekommt, dann wird der Wert von X gegen 0 wandern.

  4. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: NeoTiger 18.05.14 - 13:17

    Weil noch sehr viele Berufszweige darauf angewiesen sind, dass Menschen die Arbeit machen (z.B. in der Medizin oder Softwareentwicklung). Würde man Menschen grundsätzlich die Existenzsorgen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen nehmen, gäbe es allerhöchstens noch Idealisten, die bereit wären die Mühen dieser Jobs auf sich zu nehmen.

    Ganz ehrlich? Wenn man mir pro Monat bedingungslos und bis zu meinem Lebensende 1000 Euro gibt, würde ich sofort meinen Job kündigen, obwohl mir der wesentlich mehr einbringt - einfach weil er mich auch gleichzeitig fast die Hälfte meiner Wach-Lebenszeit kostet.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.05.14 13:18 durch NeoTiger.

  5. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: CraWler 18.05.14 - 13:21

    Nö, Inflation tritt nur dann auf wenn durch das Geld eine zusätzliche Nachfrage geschaffen wird welche von der Realwirtschaft bzw Güterproduktion nicht mehr gedekt werden kann.

    "Weil geschenktes Geld mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sehr schnell an Wert verliert."

    Nun, die Banken, Finanzindustrie und Staaten haben ja jede Menge Geld von den Notenbanken geschenkt bekommen. Japan refinanziert sich seit über 20 Jahren zu einem Großen teil nur so. Gerade in Japan hat es trotz der Gelddruckerei eine Deflation gegeben, d.h trotz verteilen von neuen Geldes ist der Wert des Geldes sogar noch gestiegen. Japan hat ja sehr viel in Arbeitsbeschaffungsprogramme investiert um so Vollbeschäftigung zu simulieren.

    Für die Inflation ist also nur die Geldmenge relevant die tatsächlich in den Konsum fließt. Solange die Produktivität immer weiter steigt, immer mehr waren auf Halde produziert werden. (60% aller Lebensmittel werden weggeschmissen, Neuwagen irgendwo auf Halde geparkt usw) solange denke ich kann die Wirtschaft durchaus auch eine etwas höhere Nachfrage die durch verteiltes Geld entstehen würde durchaus verkraften.

    Man kann das ja in kleinen schritten einführen und dabei dann immer im Auge haben wie sich die Inflationsrate entwickelt und dann gegebenenfalls die Höhe der Auszahlungen anpassen um dennoch eine Geldwertstabilität zu garantieren.

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  6. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: CraWler 18.05.14 - 13:29

    naja, 1000 sind noch nicht so viel. gehen ja noch Miete 400 und KV 200 oder so ab. Bleiben noch 400 zum Leben. Nen Auto wird man sich so nicht finanzieren können, Urlaub wäre dann wohl eher aufm Campingplatz statt Hotel angesagt usw.

    Denke eher das viele dann ihre Arbeitszeit reduzieren würden um dann so ne Art Mittelweg zu fahren. Dann würde die Arbeit auch auf mehr Leute verteilt werden, was auch Jobchancen für jene die sonst abgehängt wären eröffenen könnte.
    Das sollte bei der zu erwartenden steigenden Produkivität in den nächsten Jahrzehnten von der Wirtschaft jedoch ausgeglichen werden können.

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  7. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: Admiral Ackbar 18.05.14 - 13:31

    NeoTiger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Weil noch sehr viele Berufszweige darauf angewiesen sind, dass Menschen die
    > Arbeit machen (z.B. in der Medizin oder Softwareentwicklung). Würde man
    > Menschen grundsätzlich die Existenzsorgen mit einem bedingungslosen
    > Grundeinkommen nehmen, gäbe es allerhöchstens noch Idealisten, die bereit
    > wären die Mühen dieser Jobs auf sich zu nehmen.
    >
    > Ganz ehrlich? Wenn man mir pro Monat bedingungslos und bis zu meinem
    > Lebensende 1000 Euro gibt, würde ich sofort meinen Job kündigen, obwohl mir
    > der wesentlich mehr einbringt - einfach weil er mich auch gleichzeitig fast
    > die Hälfte meiner Wach-Lebenszeit kostet.

    Nach deiner Argumentation dürfte schon heute niemand in den sozialen und pflegenden Berufen arbeiten: harte Arbeitsbedingungen, schlechte Bezahlung. Und große Open-Source-Projekte, wie GNU/Linux, kann es nach der Logik auch nicht geben.

  8. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: thunfisch 18.05.14 - 13:39

    Die Idee mit dem Grundeinkommen befürworte ich auch sehr. Vor ein paar Jahren machte ich mir zur Gesellschaftsstruktur schon Gedanken und kam zum selbigen Schluß das es das beste wäre jeder Bürger würde eine Summe X im Monat erhalten, unabhängig seines sozialen/beruflichen/finanziellen Standes. So würde die Verwaltungsapparate entschlacken und jedem Platz geben sich zu entfalten. Ohne Druck entscheiden zu können was man tun möchte.

    Die Leute, die dann nach mehr streben könnten ja dann auch mehr verdienen. Nur wäre für eine Untergrenze gesorgt und die Wirtschaft wäre weitaus stabiler. Jedoch müsste soetwas global erfolgen, sonst würde dies zu enormen Völkerbewegungen führen.

    Ich denke aber eher das Roboter eher noch die Kluft zwischen Arm und Reich weiter aufscheren. Lediglich kreative und akademische Berufe werden noch sicher sein.

  9. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: Technikfreak 18.05.14 - 13:42

    CraWler schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist eine logische Folge des Kapitalismus, welcher danach strebt alle
    > Arbeit abzuschaffen.
    So ein Schmarrn. Erstens ist Marktwirtschaft nicht identisch mit Kapitalismus und
    zweitens will 'Arbeit' niemand abschaffen. Wenn ökonomische Gedanken die Triebfeder allen Marktwirtschaftilichen sind, dann gibt es eben Veränderungen im Job-Markt, so
    wie das in der Vergangenheit auch immer war. Flexibilität und Leistungsbereitschaft ist das Zauberwort für jeden Menschen, der in zukunft arbeiten will / muss.

  10. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: thunfisch 18.05.14 - 13:48

    Es gibt Menschen die Arbeiten mehr als 40 Stunden pro Woche und bekommen nur 1000 ¤. Ich führe an dieser Stelle einfach mal 2 Beispiele aus meinem Umfeld an - Arzthelferinnen.

  11. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: CraWler 18.05.14 - 14:00

    >Ich denke aber eher das Roboter eher noch die Kluft zwischen Arm und Reich weiter aufscheren.

    Ich denke es wird zu großen sozialen Verwerfungen, auch Unruhen kommen.

    Als historisches Beispiel können wir da die Industrialisierung im 19 jahrhundert anschauen. Kommunistische Aufstände (Pariser Kommune), Anarchistische Attentate auf Unternehmer, Politiker, usw.
    Die sozialen Mißstände wurden so groß das selbst die Eliten um ihr Leben fürchten mussten. Vor diesem Hintergrund wurde dann ja von Bißmark im deutschen Reich die Sozialkassen eingerichtet. Als Rentenkasse, Arbeitslosenversicherung, Gesundheitssystem. Nicht aus Mitmenschlichkeit, nein die Regierenden hatten Angst vor der drohenden Kommunistischen/Anarchistischen Revolution und wollten so die soziale Lage beruhigen.

    Mit dem BGE wirds ähnlich sein, wenn die Maßenarbeitslosigkeit so unerträglich wird das dadurch die Revolution droht wird auch das Kapital und die Politik das BGE in Erwägung ziehen um die eigene Haut zu retten. Vielleicht auch schon vorher um Konsum und Absatz von Produkten anzukurbeln, je nachdem wie einsichtig die Eliten eben sein werden.

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    Piratenpartei Wähler

  12. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: SmokeMaster 18.05.14 - 15:41

    Das Problem am BGE nach Marx ist: es ist keine Lösung des Problems. Ebenso wie die Sozialversicherungen ist es nur dazu da das Proletariat zu besänftigen und damit nur geeignet die Revolution hinauszuzögern. Die Proletarier blieben damit laut Marx unfrei weil sie abhängig vom Kapital bleiben.
    Wenn wir hier schon über Marx reden dann vollständig. Ist nicht meine Ansicht der Dinge doch es muss erwähnt werden.

  13. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: currock63 18.05.14 - 16:11

    Technikfreak schrieb:

    > So ein Schmarrn. Erstens ist Marktwirtschaft nicht identisch mit
    > Kapitalismus und zweitens will 'Arbeit' niemand abschaffen.
    Das ist gelogen.

    > Flexibilität und
    > Leistungsbereitschaft ist das Zauberwort für jeden Menschen, der in zukunft
    > arbeiten will / muss.

    Wobei die Flexibilität und Leistungsbereitschaft sich so gestaltet, daß die Leute, die organisieren und entscheiden sollen das eben nicht tun und nur dumme Sprüche klopfen (prominentestes Beispiel BER/Wowereit, Siemens oder Telekom), und hauptsächlich die kleineren Firmen und deren Mitarbeiter sich die Nächte um die Ohren schlagen, damit überhaupt irgend etwas funktioniert.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.05.14 16:13 durch currock63.

  14. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: Shadow27374 18.05.14 - 16:50

    Soweit mir bekannt ist, gibt es Städte in denen bereits führerlose Bahnen fahren oder Müllwagen welche die Tonnen selbstständig ergreifen, leeren und wieder aufstellen. Es gibt Staubsaugerroboter und Roboter zum Rasen mähen. Als nächstes kommen Roboter für die Gebäudereinigung in Supermärkten und selbstfahrende Postautos etc.

    Ein BGE oder etwas ähnliches wird es definitiv geben, da führt kein Weg dran vorbei. Es sei denn man wünscht sich eine globale Katastrophe wie einen Krieg, Kometen, Aliens, Viren etc.

  15. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: spiderbit 18.05.14 - 17:15

    weil die Leute dann nicht mehr gefügig sind und in Sklavenjobs arbeiten, außerdem kann die Politik sich nicht mehr als großer Vater darstellen, der dafür sorgt das 0.001% weniger Arbietslose in einem Jahr mal da sind.

    Zu guter letzt wählen die Armen weniger wie die reichen, oder die die glauben das sie wohlhabend wären.

    Des weiteren gibt es wohl eine tief verwurtzelte Ideologie die sich sowohl aus der Bibel aber auch aus Traditionen der Nazizeit speisen, das jemand der nicht arbeitet eben nicht essen soll (sprich krepieren soll).

    Zu guter letzt gibt es auch menschliche Reaktionen, das Leute die ihrerseits geschlagen wurden oft auch ihre Kinder schlagen.

    Auf das BGE herunter gebrochen würde das heißen, ich musste hart buckeln dafür das ich finanziel in trockenen Tüchern bin, die Jugend soll dieses Martürium auch durch machen müssen. Wieso solls denen besser gehen wir mir.

  16. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: CraWler 18.05.14 - 17:16

    Kommt immer auf die Sichtweise an, ja einige Linksradikale lehnen den Sozialstaat ab weil dieser die Verelendung der Massen und somit auch den Aufstand eben dieser verhindert. (Eine sehr zynische Sichtweise). Ich wüsste jetzt nicht wo Marx sowas formuliert hätte, solche Sichtweisen sind ja selbst mit Linken/Sozialdemokratischen Ansätzen unvereinbar.

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    "Während also die entlaufenen Leibeignen nur ihre vorhandenen Existenzbedingungen frei entwickeln und zur Geltung bringen wollten und daher in letzter Instanz nur bis zur freien Arbeit kamen, müssen die *"Proletarier, um persönlich zur Geltung zu kommen, ihre eigene bisherige Existenzbedingung, die zugleich die der ganzen bisherigen Gesellschaft ist, die Arbeit, aufheben." Karl Marx, Friedrich Engels, Die deutsche Ideologie. (Geschrieben 1845-1846.)

    „Das Reich der Freiheit beginnt in der Tat erst da, wo das Arbeiten, das durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört; es liegt also der Natur der Sache nach jenseits der Sphäre der eigentlichen materiellen Produktion“

    "Die “Arbeit” ist ihrem Wesen nach die unfreie, unmenschliche, ungesellschaftliche, vom Privateigentum bedingte und das Privateigentum schaffende Tätigkeit. Die Aufhebung des Privateigentums wird also erst zu einer Wirklichkeit, wenn sie als Aufhebung der “Arbeit” gefaßt wird."(Karl Marx, Über Friedrich Lists Buch “Das nationale System der politischen Ökonomie”, 1845)

    "Der Arbeiter fühlt sich daher erst außer der Arbeit bei sich und in der Arbeit außer sich. Zu Hause ist er, wenn er nicht arbeitet, und wenn er arbeitet ist er nicht zu Haus. Seine Arbeit ist daher nicht freiwillig, sondern gezwungen, Zwangsarbeit. Sie ist daher nicht die Befrieidgung eines Bedürfnisses, sondern sie ist nur ein Mittel, um Bedürfnisse außer ihr zu befriedigen. Ihre Fremdheit tritt darin rein hervor, daß, sobald kein physischer oder sonstiger Zwang existiert, die Arbeit als eine Pest geflohen wird."(Karl Marx, Ökonomisch-philosophische Manuskripte, 1844)

    "Die Arbeit der Proletarier hat durch die Ausdehnung der Maschinerie und die Teilung der Arbeit allen selbständigen Charakter und damit allen Reiz für die Arbeiter verloren." - Karl Marx, Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, I.

    ----------------------------
    Piratenpartei Wähler

  17. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: spiderbit 18.05.14 - 17:25

    "es scheint nicht zu funktionieren" rofl... kannst mir mal das Land nennen wo ein echtes BGE eingefürht wurde und es gescheitert ist? Wäre mir nicht bekannt das es das gab.

    Inflation ist so ne Sache, das hängt immer davon ab wieivel Gegenwert da ist. Frag mal deinen Bäcker an der Ecke ob es für ihn schwer wäre seine Produktion in nem Monat nur durch neue Maschienen oder auslasten der alten um 50% zu erhöhen? ich denke nicht.

    Des weiteren soll auch das BGE in die Löhne hinein wachsen, man kann sich über die konkrete Umsetzung streiten, aber das ist der hinter gedanke. Es kann schon sein, das sich nur die Zahlen erhöhen aber der Wert der gleiche bleibt.

    Um mal so ein dummes System als beispiel zu nehmen, das ginge dann aber wohl nicht in einem Staat alleine.

    Realistischer ist ein System wo es irgendwie angerechnet wird. Der arbeitslose kriegt nicht alg2 + bge sondern statt dessen das bge.

    Der Beamte bekommt nicht 1000,- oben drauf sondern eben die erstne 1000,- heißen dann bge der rest lohn.

    Man sieht an diesen Beispielen schon das das Geld zu großen Teilen heute schon da ist und man das Geld nicht mal drucken müsste.

    Beim Durchschnittsarbeiter könnte man sich vorstellen, das er im Schnitt eben 1000,- mehr steuern zahlen muss dafür aber 1000,- aus gezahlt bekommt. was dann niedriglohngruppen dazu bringen würde das sie mehr kriegen und reichere das sie weniger bekommen und mehr zusätzliche steuern zahlen als die höhe des bges ist.

    Die einzigen die "neues" geld bräuchten oder durch zusätzliche Steuern die nicht direkt wieder übers bge zurück gegeben werden, sind heute obdachlose, und Studenten vielleicht, wobei man da die kosten fürs Bafög zumindest teilweise auch dei Belastung senken würde.

    Es wären also so ca. 10-20 Milliarden zusätzlicher Finanzierungsaufwand (gibt ne Doktorarbeit die sich damit beschäftigt und zu den zahlen kommt) das sind glaub auch so summen die mit der Mütterrente auch diskutiert werden also peanuts für das was ein bge an positivem bewirken würde.

    Ich persönlich bin aus dem Grund wie CraWler ja schon die Steuern und Löhne und alles erklrät haben und das das alles eh in den Preisen landet für eine generelle umstellung auf die MwSt. durch das BGE hätte man quasi eine Art Steuerfreibetrag in der MwSt. und eine Progression. Aber ja das ist für viele schwerer zu begreifen, daher kann man das auch außen vor lassen, sonst muss ich wieder 10x hin und her schreiben um das halbwegs zu erklären ^^

  18. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: DrWatson 18.05.14 - 17:37

    spiderbit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Des weiteren soll auch das BGE in die Löhne hinein wachsen, man kann sich
    > über die konkrete Umsetzung streiten, aber das ist der hinter gedanke. Es
    > kann schon sein, das sich nur die Zahlen erhöhen aber der Wert der gleiche
    > bleibt.
    >
    > Realistischer ist ein System wo es irgendwie angerechnet wird.

    Meinst du vielleicht sowas: [de.wikipedia.org]

  19. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: spiderbit 18.05.14 - 17:44

    Naja du kannst es so oder so sehen, sagen wirs so... die Bürger anderer Länder würden dann natürlich schreien, wenn das sagen wir Deutschland kann wieso sollten wir das nicht können, selbst die Wirtschaft würde dann sofort aufschreien in den Ländern und sagen wir können Preislich nimmer gegen die Konkurieren, da sie ja qausi Lohnsubventionen haben.

    Und ok jeh nach steuermodell (wenn man gleichzeitig noch auf die MwSt. statt Lohnsteuer umsatteln würde) würden wir nicht mal unsere Steuern exportieren über die Endpreise. in denen die Lohnsteuern ja drin sind heute.

    Dann würde die Wirtschaft der anderen Länder dafür sorgen das dort zügig auch ein BGE eingerichtet wird.

  20. Re: Vom Kapitalismus zum Bedingungslosen Grundeinkommen

    Autor: nille02 18.05.14 - 17:46

    Shadow27374 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Soweit mir bekannt ist, gibt es Städte in denen bereits führerlose Bahnen
    > fahren oder Müllwagen welche die Tonnen selbstständig ergreifen, leeren und
    > wieder aufstellen. Es gibt Staubsaugerroboter und Roboter zum Rasen mähen.
    > Als nächstes kommen Roboter für die Gebäudereinigung in Supermärkten und
    > selbstfahrende Postautos etc.

    Und alles funktioniert noch nicht sonderlich gut. Bei uns können nur etwa die Hälfte der Mülltonnen automatisch gefasst werden und in der Stadt ist es fast unmöglich. Roboter zum Stabsaugen und Rasenmähen funktionieren nur in einzelnen Fällen hervorragend. In einem durchschnittlichen Haushalt sind die Ergebnisse ernüchternd.

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