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Eine App als Warnsystem ist keine gute Idee

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  1. Eine App als Warnsystem ist keine gute Idee

    Autor: RipClaw 16.09.20 - 22:30

    Wenn es über das Mobilfunknetz laufen soll gibt es das sogenannte Cell Broadcast. Da könnten seit mehr als 20 Jahren alle Mobilgeräte und es wurde in jeden Mobilfunkstandard seither integriert.
    Die Niederlande verwenden es z.B. für Katastrophenmeldungen.

    Der Vorteil gegenüber einer Push Benachrichtigung ist das man keine App braucht und nicht Millionen von Benachrichtigungen verteilt werden müssen sondern es wird pro Funkzelle eine Mitteilung verschickt und die empfangen dann alle eingebuchten Geräte und zeigen sie direkt auf dem Display an. Eine App oder Webseite kann dann genauere Informationen zur Verfügung stellen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.09.20 22:31 durch RipClaw.

  2. Re: Eine App als Warnsystem ist keine gute Idee

    Autor: chefin 17.09.20 - 07:48

    RipClaw schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn es über das Mobilfunknetz laufen soll gibt es das sogenannte Cell
    > Broadcast. Da könnten seit mehr als 20 Jahren alle Mobilgeräte und es wurde
    > in jeden Mobilfunkstandard seither integriert.
    > Die Niederlande verwenden es z.B. für Katastrophenmeldungen.
    >
    > Der Vorteil gegenüber einer Push Benachrichtigung ist das man keine App
    > braucht und nicht Millionen von Benachrichtigungen verteilt werden müssen
    > sondern es wird pro Funkzelle eine Mitteilung verschickt und die empfangen
    > dann alle eingebuchten Geräte und zeigen sie direkt auf dem Display an.
    > Eine App oder Webseite kann dann genauere Informationen zur Verfügung
    > stellen.


    Das ändert nichts am Datenvolumen dann. Statt einer Pushnachricht wird ein Polling gestartet. Jeder will dann auf die Webseite zugreifen. Nur tut sich ein Lastmanagement jetzt deutlich schwerer, weil die Initiative von den Menschen ausgeht. Geht sie vom Server aus, kann man die Last genau dimensionieren und alle sauber erreichen. Auch wenn das heist, das es 2 Minuten dauert bis der Letze seine Meldung bekommt.

    Hingegen wird beim Pollen jeder alle 10 Sekunden neu laden, weil er sich "vordrängeln" will. Nur dabei nicht bemerkt, das seine Zig Anfragen zusätzliche Überlastung bringen. Das ist so, als wenn ein Forum wie Golem einen Link postet zu einer kleinen Privatwebseite. Die wird instant unerreichbar. Die Firewalls der Rechenzentren werten diesen enormen Zugriffsanstieg als DDoS und blocken dann alle weg. Oder der Server mangels Schutz bricht einfach zusammen.

  3. Re: Eine App als Warnsystem ist keine gute Idee

    Autor: fulton 17.09.20 - 10:52

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ändert nichts am Datenvolumen dann. Statt einer Pushnachricht wird ein
    > Polling gestartet. Jeder will dann auf die Webseite zugreifen. Nur tut sich

    Du hast mit dem broadcast schon alle wichtigen Nachrichten erhalten, warum soll man dann noch auf eine Website? Oder: kannste machen, ist dann aber dein Privatvergnügen.

  4. Re: Eine App als Warnsystem ist keine gute Idee

    Autor: RipClaw 17.09.20 - 11:27

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > RipClaw schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Wenn es über das Mobilfunknetz laufen soll gibt es das sogenannte Cell
    > > Broadcast. Da könnten seit mehr als 20 Jahren alle Mobilgeräte und es
    > wurde
    > > in jeden Mobilfunkstandard seither integriert.
    > > Die Niederlande verwenden es z.B. für Katastrophenmeldungen.
    > >
    > > Der Vorteil gegenüber einer Push Benachrichtigung ist das man keine App
    > > braucht und nicht Millionen von Benachrichtigungen verteilt werden
    > müssen
    > > sondern es wird pro Funkzelle eine Mitteilung verschickt und die
    > empfangen
    > > dann alle eingebuchten Geräte und zeigen sie direkt auf dem Display an.
    > > Eine App oder Webseite kann dann genauere Informationen zur Verfügung
    > > stellen.
    >
    > Das ändert nichts am Datenvolumen dann. Statt einer Pushnachricht wird ein
    > Polling gestartet. Jeder will dann auf die Webseite zugreifen. Nur tut sich
    > ein Lastmanagement jetzt deutlich schwerer, weil die Initiative von den
    > Menschen ausgeht. Geht sie vom Server aus, kann man die Last genau
    > dimensionieren und alle sauber erreichen. Auch wenn das heist, das es 2
    > Minuten dauert bis der Letze seine Meldung bekommt.

    Die Mitteilung über Broadcast muss nur genug Informationen liefern damit die Leute wissen was Sache ist. Die Webseite liefert dann nur noch Zusatzinfos die aber für erste Maßnahmen unnötig sind.

    Wenn da z.B. die Mitteilung kommt "Chemieunfall im Kreis X, das Haus nicht verlassen und Fenster und Türen geschlossen halten". Dann ist das für die ersten Maßnahmen eine ausreichende Mitteilung. Die Information was da genau an Chemikalien in die Luft gepustet wurde, in welche Richtung der Wind weht usw. ist dann nachrangig.
    Da kann man dann schon mal 2 Minuten darauf warten bis man diese Informationen hat. Hauptsache die Fenster und Türen sind geschlossen.

  5. Re: Eine App als Warnsystem ist keine gute Idee

    Autor: xploded 17.09.20 - 13:39

    Die gute alte Sirene ist die einzige Möglichkeit, die breite Masse zu alarmieren.
    Man kann im Katastrophenfall einfach nicht davon ausgehen, das die technischen Wege noch funktionieren.
    Nehmen wir einen Atomunfall: Das könnte dazu führen, das im betroffenen Gebiet kein Strom mehr zur Verfügung steht, damit droht dann auch der Ausfall der Mobilfunknetze. Ganz davon ab, das nicht zwingend jeder über entsprechende Telefone verfügt. Nun soll niemand sagen, das wäre alles abgesichert, die Erfahrung zu Sylvester zeigt ja schon aus, das ein Massenansturm das Netz zum teilweisen erliegen bringt. Auch beim Stromnetz kann man immer wieder sehen, wie der Ausfall von einer Anlage Folgeausfälle mit sich zieht.
    Als zusätzliche Möglichkeit mit weiteren Hinweisen kann man das ja gerne nehmen, aber als alleinige Möglichkeit? Nein.
    Aus Verteidigungssicht kann man derzeit davon ausgehen, das wir keine Alarmierung vor Augen haben, sollte sich da die Lage ändern, fällt alles mobile eh raus, das wird dann nämlich nicht mehr funktionieren.

  6. Re: Eine App als Warnsystem ist keine gute Idee

    Autor: RipClaw 17.09.20 - 13:45

    xploded schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die gute alte Sirene ist die einzige Möglichkeit, die breite Masse zu
    > alarmieren.

    Das stimmt. Allgemein sollte man immer mehrere Weg haben die Bevölkerung zu alarmieren.

    > Man kann im Katastrophenfall einfach nicht davon ausgehen, das die
    > technischen Wege noch funktionieren.

    So gesehen sind die Sirenen auch technische Wege aber ich weiß was du meinst. Sie sind das was noch am ehesten funktioniert.

    > Nehmen wir einen Atomunfall: Das könnte dazu führen, das im betroffenen
    > Gebiet kein Strom mehr zur Verfügung steht, damit droht dann auch der
    > Ausfall der Mobilfunknetze. Ganz davon ab, das nicht zwingend jeder über
    > entsprechende Telefone verfügt. Nun soll niemand sagen, das wäre alles
    > abgesichert, die Erfahrung zu Sylvester zeigt ja schon aus, das ein
    > Massenansturm das Netz zum teilweisen erliegen bringt. Auch beim Stromnetz
    > kann man immer wieder sehen, wie der Ausfall von einer Anlage Folgeausfälle
    > mit sich zieht.

    Was die Überlastung der Mobilfunknetze angeht so ist das kein Problem für Cell Broadcasting. Die Überlastung ist selten an der Zelle selbst sondern eher im Backbone. Das Cell Broadcast wird aber direkt von der Zelle ausgesendet und die Handys sind nur Empfänger. Ähnlich wie ein Radio nur die Signale empfängt aber nichts sendet.

    > Als zusätzliche Möglichkeit mit weiteren Hinweisen kann man das ja gerne
    > nehmen, aber als alleinige Möglichkeit? Nein.

    Sicher nicht als alleinige Möglichkeit. Es sollte immer mehrere Möglichkeiten parallel geben.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.09.20 13:46 durch RipClaw.

  7. Re: Eine App als Warnsystem ist keine gute Idee

    Autor: jankapunkt 17.09.20 - 15:02

    > Sicher nicht als alleinige Möglichkeit. Es sollte immer mehrere Möglichkeiten parallel geben.

    Korrekt, das ist der einzig vernünftige weg.

    - Web
    - Mobilfunk
    - TV
    - Radio
    - klassischer Funk
    - Sirene

    Man sollte nicht unterschätzen, dass eine Katastrophe mit einhergehendem Zusammenbruch des Stromnetzes (regional, überregional) zwar unwarscheinlicher aber eben auch verherender ist und daher entsprechende Strom-unabhängige Warnmöglichkeiten konzipieren.

  8. Re: Eine App als Warnsystem ist keine gute Idee

    Autor: BoMbY 18.09.20 - 15:03

    Natürlich nicht, nur kann man mit Cell Broadcast nicht so viel Geld verdienen wie in diese nutzlose App versenkt wurde.

  9. Re: Eine App als Warnsystem ist keine gute Idee

    Autor: BoMbY 18.09.20 - 15:05

    xploded schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die gute alte Sirene ist die einzige Möglichkeit, die breite Masse zu
    > alarmieren.

    Falsch. Mit Cell Broadcast erreicht innerhalb kürzester Zeit zielgerichtet einen Großteil der Bevölkerung. Und das gibt es keine Probleme mit Bandbreite oder dergleichen, weil es wie der Name schon sagt ein Broadcast ist, kein Unicast. Ein gutes und bewährtes System, was man aber in Deutschland nicht nutzen mag.

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