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Anzahl der Zugriffspunkte, Bedarf?

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  1. Anzahl der Zugriffspunkte, Bedarf?

    Autor: postb1 19.08.18 - 10:28

    Ein landesweites weiteres GF-Haupnetz schön und gut...eines von vielen.
    Die Leitungen in den neuen Kabelkanälen verlaufen aber weitestgehend nur entlang von Hauptstrecken - Nebenbahnen werden vielerorts inzwischen völlig kabellos betrieben; dort wird Telefon und Datenverkehr zur Steuerung örtlicher Technik nur noch ausschließlich übers bahneigene GSM-R abgewickelt.

    Ob es für ein derartiges weiteres GF-Haupnetz überhaupt einen Bedarf gibt?
    Selbst wenn die Bahnlinie an einem abgelegenen unterversorgten Dorf vorbeiführt, klemmt man sich da ja nicht einfach auf freier Strecke drauf.
    Das Problem dürfte die Dichte der Zugriffspunkte sein. Wie auch bei anderen Anbietern, Beispiel GasLine mit GF entlang von Erdgastrassen, dürfte die Anzahl der technischen Zugangspunkte sehr übersichtlich sein.
    Und selbst das dichte Netz vom Platzhirsch Telekom in dem nahezu jede der mehr als 7.500Vst einen Zugangspunkt darstellt, reicht nicht aus bzw. ist nicht dicht genug für eine bezahlbare "FTTB"-Verglasfaserung der Republik.

  2. Re: Anzahl der Zugriffspunkte, Bedarf?

    Autor: Prokopfverbrauch 20.08.18 - 08:27

    postb1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ob es für ein derartiges weiteres GF-Haupnetz überhaupt einen Bedarf gibt?
    > Selbst wenn die Bahnlinie an einem abgelegenen unterversorgten Dorf
    > vorbeiführt, klemmt man sich da ja nicht einfach auf freier Strecke drauf.
    > Das Problem dürfte die Dichte der Zugriffspunkte sein. Wie auch bei anderen
    > Anbietern, Beispiel GasLine mit GF entlang von Erdgastrassen, dürfte die
    > Anzahl der technischen Zugangspunkte sehr übersichtlich sein.

    +1

    Oft wird in Betrachtungen einfach "Linie auf Linie gezeichnet". Da ist ja Glas, da kann man sich ja aufknippsen (irgendwie). Die Realität sieht meistens anders aus. Zumal die Einrichtung und das Antragsverfahren eben auch Geld und Zeit kosten.

  3. Re: Anzahl der Zugriffspunkte, Bedarf?

    Autor: RipClaw 20.08.18 - 10:31

    Prokopfverbrauch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > postb1 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Ob es für ein derartiges weiteres GF-Haupnetz überhaupt einen Bedarf
    > gibt?
    > > Selbst wenn die Bahnlinie an einem abgelegenen unterversorgten Dorf
    > > vorbeiführt, klemmt man sich da ja nicht einfach auf freier Strecke
    > drauf.
    > > Das Problem dürfte die Dichte der Zugriffspunkte sein. Wie auch bei
    > anderen
    > > Anbietern, Beispiel GasLine mit GF entlang von Erdgastrassen, dürfte die
    > > Anzahl der technischen Zugangspunkte sehr übersichtlich sein.
    >
    > +1
    >
    > Oft wird in Betrachtungen einfach "Linie auf Linie gezeichnet". Da ist ja
    > Glas, da kann man sich ja aufknippsen (irgendwie). Die Realität sieht
    > meistens anders aus. Zumal die Einrichtung und das Antragsverfahren eben
    > auch Geld und Zeit kosten.

    Geld und Zeit kosten die Einrichtung und das Antragsverfahren auch wenn man via Tiefbau ein eigenes Glasfaserkabel verlegt. Das macht keinen großen Unterschied.

    Der Unterschied liegt in den Tiefbaukosten und der Zeit die für die Verlegung nötig sind.

  4. Re: Anzahl der Zugriffspunkte, Bedarf?

    Autor: postb1 20.08.18 - 16:21

    RipClaw schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Geld und Zeit kosten die Einrichtung und das Antragsverfahren auch wenn
    > man via Tiefbau ein eigenes Glasfaserkabel verlegt. Das macht keinen großen
    > Unterschied.
    >
    > Der Unterschied liegt in den Tiefbaukosten und der Zeit die für die
    > Verlegung nötig sind.

    Eben.
    Ich habe hier im Landkreis (wenn ich grad keine unterschlagen habe) 14 Vst der Telekom. Trotz dieser Dichte der Zugriffspunkte aufs GF-Netz ist es ungeheuer teuer, abgelegene Orte auszubauen. Und das, obwohl nicht nur klassische Vst-Standorte rangezogen werden dafür sondern zusätzlich (etwa für nachträgliche geförderte Ausbauten abgelegener Ortsteile) auch bereits bestehende DSLAM bzw. MSAN-Außenstandorte in Multifunktionsgehäusen.

    Ich habe demgegenüber hier im gleichen Landkreis eine einzige Station des Anbieters GasLine, die als GF-Zugangspunkt definiert ist. Und die liegt dann auch noch in äußerst ungünstiger Randlage: Ein GF-Uplink dort wäre in den meisten Fällen wegen des stark erhöhten Aufwands schlicht unbezahlbar.

    Und vermutlich wirds beim bahneigenen Netz nicht viel anders aussehen.

  5. Re: Anzahl der Zugriffspunkte, Bedarf?

    Autor: derjockel 20.08.18 - 17:02

    postb1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein landesweites weiteres GF-Haupnetz schön und gut...eines von vielen.
    > Die Leitungen in den neuen Kabelkanälen verlaufen aber weitestgehend nur
    > entlang von Hauptstrecken - Nebenbahnen werden vielerorts inzwischen völlig
    > kabellos betrieben; dort wird Telefon und Datenverkehr zur Steuerung
    > örtlicher Technik nur noch ausschließlich übers bahneigene GSM-R
    > abgewickelt.
    >
    > Ob es für ein derartiges weiteres GF-Haupnetz überhaupt einen Bedarf gibt?
    > Selbst wenn die Bahnlinie an einem abgelegenen unterversorgten Dorf
    > vorbeiführt, klemmt man sich da ja nicht einfach auf freier Strecke drauf.
    > Das Problem dürfte die Dichte der Zugriffspunkte sein. Wie auch bei anderen
    > Anbietern, Beispiel GasLine mit GF entlang von Erdgastrassen, dürfte die
    > Anzahl der technischen Zugangspunkte sehr übersichtlich sein.
    > Und selbst das dichte Netz vom Platzhirsch Telekom in dem nahezu jede der
    > mehr als 7.500Vst einen Zugangspunkt darstellt, reicht nicht aus bzw. ist
    > nicht dicht genug für eine bezahlbare "FTTB"-Verglasfaserung der Republik.

    Das ist so nicht korrekt. GSM-R unterstützt ja nicht einmal GPRS, wie sollen da ganze Stellwerke oder anderer Datenverkehr darüber abgewickelt werden? Einzig bei ETCS werden - auf einigen Hauptstrecken - die Signale via GSM-R übermittelt, ansonsten läuft über GSM-R reine Telefonie. Aber auch die GSM-R Masten benötigen eine Anbindung per Kabel.

    Kommende digitale Stellwerke werden im Gegenteil eher mehr Kabel-Kapazitäten benötigen, insofern wird es auch in entlegene Ortschaften Glasfaserverbindungen geben müssen, da dieser Datenverkehr erst recht nicht via GSM-R abgewickelt werden kann.

    Und Zugangspunkte an bestehende Glasfaser kann man auch nachträglich schaffen, das sollte das kleinste Problem sein.

  6. Re: Anzahl der Zugriffspunkte, Bedarf?

    Autor: postb1 21.08.18 - 15:35

    derjockel schrieb:
    ----
    > Das ist so nicht korrekt. GSM-R unterstützt ja nicht einmal GPRS, wie
    > sollen da ganze Stellwerke oder anderer Datenverkehr darüber abgewickelt
    > werden? Einzig bei ETCS werden - auf einigen Hauptstrecken - die Signale
    > via GSM-R übermittelt, ansonsten läuft über GSM-R reine Telefonie. Aber
    > auch die GSM-R Masten benötigen eine Anbindung per Kabel.
    >
    > Kommende digitale Stellwerke werden im Gegenteil eher mehr
    > Kabel-Kapazitäten benötigen, insofern wird es auch in entlegene Ortschaften
    > Glasfaserverbindungen geben müssen, da dieser Datenverkehr erst recht nicht
    > via GSM-R abgewickelt werden kann.
    >
    > Und Zugangspunkte an bestehende Glasfaser kann man auch nachträglich
    > schaffen, das sollte das kleinste Problem sein.

    Die Nebenbahnen hier werden seit mindestens 8 Jahren genau so betrieben:
    Betriebsart ist der Zugleitbetrieb. In Streckenmitte (Kreuzungsbahnhof) befand sich vorrher der Zugleiter. Jetzt nach Umbau auf technisch unterstützten Zugleitbetrieb (System Pintsch Tiefenbach) befindet sich dieser irgendwo im Umkreis von 100km auf einem Stellwerk mit zusätzlichem PC-Arbeitsplatz dafür. Die Kreuzungsweichen wurden auf Rückfallweichen-Bauart umgestellt.
    Zugmeldungen werden via GSM-R abgegeben. Die u.a.im Kreuzungsbahnhof befindlichen Gleismagnete ausfahrseitig werden ebenfalls via GSM-R freigeschaltet, angezeigt wird das durch ein Leuchtmeldesystem mit blauen LED.
    Eine direkte Verdrahtung zum Zugleiter gibt es nicht. Die alte Fernmeldetechnik, bestehend aus klassischen Telegraphen-Freileitungen wurden damals ersatzlos entfernt. GSM-R ist hier das einzige Kommunikationsmittel für Telefonie und Daten.
    Es gibt bei knapp 30km Streckenlänge auf freier Strecke 7 GSM-R Masten, keiner davon ist übrigens per Daten-Kabel angebunden.

    Das andere hierzulande gebräuchliche System für technisch unterstützten Zugleitbetrieb, AZBplus, unterstützt inzwischen ebenfalls die Steuerung per GSM-R.

  7. Re: Anzahl der Zugriffspunkte, Bedarf?

    Autor: derjockel 21.08.18 - 15:51

    postb1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > derjockel schrieb:
    > ----
    > > Das ist so nicht korrekt. GSM-R unterstützt ja nicht einmal GPRS, wie
    > > sollen da ganze Stellwerke oder anderer Datenverkehr darüber abgewickelt
    > > werden? Einzig bei ETCS werden - auf einigen Hauptstrecken - die Signale
    > > via GSM-R übermittelt, ansonsten läuft über GSM-R reine Telefonie. Aber
    > > auch die GSM-R Masten benötigen eine Anbindung per Kabel.
    > >
    > > Kommende digitale Stellwerke werden im Gegenteil eher mehr
    > > Kabel-Kapazitäten benötigen, insofern wird es auch in entlegene
    > Ortschaften
    > > Glasfaserverbindungen geben müssen, da dieser Datenverkehr erst recht
    > nicht
    > > via GSM-R abgewickelt werden kann.
    > >
    > > Und Zugangspunkte an bestehende Glasfaser kann man auch nachträglich
    > > schaffen, das sollte das kleinste Problem sein.
    >
    > Die Nebenbahnen hier werden seit mindestens 8 Jahren genau so betrieben:
    > Betriebsart ist der Zugleitbetrieb. In Streckenmitte (Kreuzungsbahnhof)
    > befand sich vorrher der Zugleiter. Jetzt nach Umbau auf technisch
    > unterstützten Zugleitbetrieb (System Pintsch Tiefenbach) befindet sich
    > dieser irgendwo im Umkreis von 100km auf einem Stellwerk mit zusätzlichem
    > PC-Arbeitsplatz dafür. Die Kreuzungsweichen wurden auf
    > Rückfallweichen-Bauart umgestellt.
    > Zugmeldungen werden via GSM-R abgegeben. Die u.a.im Kreuzungsbahnhof
    > befindlichen Gleismagnete ausfahrseitig werden ebenfalls via GSM-R
    > freigeschaltet, angezeigt wird das durch ein Leuchtmeldesystem mit blauen
    > LED.
    > Eine direkte Verdrahtung zum Zugleiter gibt es nicht. Die alte
    > Fernmeldetechnik, bestehend aus klassischen Telegraphen-Freileitungen
    > wurden damals ersatzlos entfernt. GSM-R ist hier das einzige
    > Kommunikationsmittel für Telefonie und Daten.
    > Es gibt bei knapp 30km Streckenlänge auf freier Strecke 7 GSM-R Masten,
    > keiner davon ist übrigens per Daten-Kabel angebunden.
    >
    > Das andere hierzulande gebräuchliche System für technisch unterstützten
    > Zugleitbetrieb, AZBplus, unterstützt inzwischen ebenfalls die Steuerung per
    > GSM-R.


    Danke fürs "aufgleisen" - wieder was dazugelernt!

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