1. Foren
  2. Kommentare
  3. Internet
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Bundesverkehrsminister: Scheuer gibt…

Wenn das kommt, ist es eine Bremse.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Wenn das kommt, ist es eine Bremse.

    Autor: Messier 04.03.20 - 22:41

    Der Staat kann mal seine unfähigen Griffel aus der Sache raushalten. Die Vorteile der Technik sind groß genug, dass privatwirtschaftlich investiert wird. Wo die Nachfrage heute noch nicht da ist, wird eben erst in fünf oder zehn Jahren ausgebaut. SO LANGE DAUERT DAS SOWIESO! Der Staat muss und soll nur da zuschießen, wo nie eine wirtschaftliche Lösung kommen wird, und das geht ja auch schon. Die EU hindert uns in diesem Fall nur daran, uns wieder selbst in den Fuß zu schießen.

  2. Re: Wenn das kommt, ist es eine Bremse.

    Autor: Copper 05.03.20 - 07:53

    Und was macht man mit den Stellen, die nie ausgebaut werden, weil privatwirtschaftlich unrentabel? Die haben einfach Pech gehabt?
    Ich denke da in die Meldung vor einigen Wochen, als die alten Analog-/ISDN-Anschlüsse durch die Telekom gekündigt wurden, obwohl noch keine Infrastruktur für All-IP mit entsprechenden Bandbreiten vorhanden war.

    Auch an der Stelle zeigt sich, dass Infrastruktur privatisieren eben gerade nicht zu einer Verbesserung führt. Der Staat mag ineffizient sein, in der Privatwirtschaft wird die Kohle lieber den Aktionären ausgeschüttet oder in andere sinnlose und geldfressende Projekte gesteckt, als Infrastruktur auszubauen. Aber: In staatlicher Hand wird ausgebaut, von der Privatwirtschaft braucht man so gar nix erwarten.

  3. Re: Wenn das kommt, ist es eine Bremse.

    Autor: Messier 05.03.20 - 10:14

    Hast du überhaupt gelesen, worauf du antwortest? Die Förderung von "weißen Flecken" ist in Ordnung und findet auch statt. Jetzt will der Staat den FTTH-Ausbau da fördern, wo es zu wenig Nachfrage gibt, weil die Menschen sich mit ihrem VDSL eigentlich ganz gut bedient fühlen. Das nimmt Baukapazität von den Orten weg, wo privatwirtschaftlicher Ausbau möglich wäre, weil die Nachfrage heute schon groß genug ist und die Leitungen danach nicht ungenutzt herumliegen. Und schlimmer: Es zeigt allen Investoren, dass in Deutschland der Staat in Konkurrenz zu privatwirtschaftlichen Investitionen tritt. Fördern von "grauen Flecken" ist in jeder Hinsicht eine dumme Strategie.

  4. Re: Wenn das kommt, ist es eine Bremse.

    Autor: Faksimile 05.03.20 - 22:16

    Nicht, wenn es flächendekend zur "weg vom Kupfer in der öffentlichen Netzstruktur" führt. Das private Hausnetz in Kupfer als LAN ist noch lange o.K.

  5. Re: Wenn das kommt, ist es eine Bremse.

    Autor: Messier 05.03.20 - 23:08

    Es gibt Menschen, die es für vertretbar halten, dass der Staat für die gesamten Kosten eines bundesweiten FTTH-Ausbaus aufkommt. Ich nicht. Ob dadurch der Staat Eigentümer des Netzes wird, sei mal dahingestellt, aber es hat den Anschein, dass es viele begrüßen würden. Kollektivismus und Versorgungsmentalität sind gerade bei jungen Menschen wieder salonfähig. Für Erinnerungen an die Zeit der Staatsmonopolisten sind sie nicht alt genug.

    Wenn man stattdessen möchte, dass Konkurrenz entsteht, dann muss man ein politisches und wirtschaftliches Umfeld schaffen, das Investoren anlockt, anstatt sie einem Konkurrenten gegenüberzustellen, der jederzeit in die Taschen der Steuerzahler greifen kann, egal ob das nun der Staat selbst ist oder ein vom Staat protegierter "Ex"-Monopolist. Was nützt es dir, wenn es ein klares Signal zu Glas bis in die Häuser gibt, aber keiner mehr da ist, das ohne den Griff in die Steuerkasse umzusetzen?

    Fördern von grauen Flecken wird den Breitbandausbau in Deutschland abwürgen, ganz besonders in den weißen Flecken, aber nicht nur dort. Die nötigen Personal und Materialkapazitäten sind bereits ausgelastet. Mehr Geld auf das Problem zu schmeißen, beschleunigt nichts, sondern treibt nur die Preise und verteilt die Prioritäten neu: weg von den weißen Flecken und den Orten mit echter ungeförderter Nachfrage, hin zu aktuell gesättigten Orten, wo die teuer mit Steuergeld bezahlten Anschlüsse dann nicht genutzt werden.

    Es ist nachvollziehbar, dass die Bürgermeister von Orten, die gerade die Nachfrage nach FTTH durch den VDSL-Ausbau dezimiert haben und sich dafür stolz feiern ließen, jetzt eine gewisse Katerstimmung haben. Aber die Nachfrage ist aus gutem Grund nicht mehr ausreichend für einen unmittelbar folgenden eigenwirtschaftlichen FTTH-Ausbau: Die Leute sind de facto versorgt. Hinten anstellen und warten. Der Ausbau dauert insgesamt sowieso noch zehn Jahre und diese Orte brauchen ihn weniger als andere.

  6. Re: Wenn das kommt, ist es eine Bremse.

    Autor: Prokopfverbrauch 06.03.20 - 17:38

    Du hast in den meisten Punkten schon Recht, gerade die aktuelle Förderpolitik treibt Preise in die Höhe und verunsichert teilweise Investoren.

    > Es gibt Menschen, die es für vertretbar halten, dass der Staat für die
    > gesamten Kosten eines bundesweiten FTTH-Ausbaus aufkommt. Ich nicht. Ob
    > dadurch der Staat Eigentümer des Netzes wird, sei mal dahingestellt, aber
    > es hat den Anschein, dass es viele begrüßen würden. Kollektivismus und
    > Versorgungsmentalität sind gerade bei jungen Menschen wieder salonfähig.
    > Für Erinnerungen an die Zeit der Staatsmonopolisten sind sie nicht alt
    > genug.
    >
    > Wenn man stattdessen möchte, dass Konkurrenz entsteht, dann muss man ein
    > politisches und wirtschaftliches Umfeld schaffen, das Investoren anlockt,
    > anstatt sie einem Konkurrenten gegenüberzustellen, der jederzeit in die
    > Taschen der Steuerzahler greifen kann, egal ob das nun der Staat selbst ist
    > oder ein vom Staat protegierter "Ex"-Monopolist.

    Der Markt bewegt sich, gerade bei solchen Leitungsinfrastrukturen langfristig oft in Oligopolrichtung. Und Oligopole führen empirisch belegt belegt zu hohen Kosten für die Nutzer und schlechtem Service. Und es ist ja sogar so, dass ein FTTB/H Anschluss eines Privatanbieters meist ein Quasimonopol ist. Was nützt es dir dass 100 Meter weiter ein anderer Anbieter FTTH hat, wenn jetzt FTTH bei deinem Anbieter scheiße ist. Du oder der andere Anbieter sind wohl kaum bereit 10.000 + für einen zweiten FTTH Anschluss zu bezahlen. Da gibst du dich eben lieber mit schlechter Leistung zu frieden.

    Im Moment herrscht noch eine gewisse Konkurrenz beim Wegschnappen der Ausbaurosinen, aber wenn einmal der Großteil ausgebaut ist, und die jeweilige Monopolstellung sicher ist dann kann man Gelddrucken. Wenn die Nutzer irgendwann auf hohe Gbit/s Bandbreiten angewiesen sind, dann kann man diese als privatwirtschaftlicher Anbieter melken. Da ist der Vorteil eines staatlichen Netzes da, wo private Anbieter nur die Leitungen nutzen. Es gibt einen gewissen Deckel bei den Preisen.

    Ich weiß wie schlecht das teilweise während der Zeiten der Bundespost war, also das Konstrukt müsste schon anders sein. Ich denke aber das langfristig privatwirtschaftliche Netze nicht besser sind.

    >Die Leute sind de facto versorgt

    Es geht hier meistens primär um das Thema vorbereitet zu sein in 5 bis 10 Jahren. Und nach aktueller Entwicklung sehe ich nicht das wir bis 2040 flächendeckend FTTH haben. Vermute eher auf einen starken Mix zwischen FTTB, FTTH, HFC und 5G fixed wireless access.

  7. Re: Wenn das kommt, ist es eine Bremse.

    Autor: Messier 06.03.20 - 18:35

    Praktisch alle FTTH Netzbetreiber setzen auf offene Netze, weil dadurch die Auslastung steigt. Das ist wichtig, weil ein Netz fast nur Fixkosten verursacht und folglich das wirtschaftliche Ergebnis wesentlich vom Vermarktungserfolg abhängt. Außerdem hält ein vertretbar tarifierter Netzzugang die Konkurrenz davon ab, das vorhandene Netz zu überbauen. Diese Überlegung begrenzt auch die Wholesale Preise. Natürlich müssen die Marktteilnehmer erst zueinander finden, aber die ersten Kooperationen gibt es bereits. Mir wären Baukooperationen und flächendeckender Infrastrukturwettbewerb lieber, aber solange die Netzbetreiber sich selbst zu offenen Netzen verpflichten, gibt es keinen Grund, wieder Staatsmonopole zu schaffen.

  8. Re: Wenn das kommt, ist es eine Bremse.

    Autor: Faksimile 06.03.20 - 23:12

    Nur eben 10 bis 15 Jahre zu spät

  9. Re: Wenn das kommt, ist es eine Bremse.

    Autor: Prokopfverbrauch 07.03.20 - 00:20

    Messier schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Praktisch alle FTTH Netzbetreiber setzen auf offene Netze, weil dadurch die
    > Auslastung steigt. Das ist wichtig, weil ein Netz fast nur Fixkosten
    > verursacht und folglich das wirtschaftliche Ergebnis wesentlich vom
    > Vermarktungserfolg abhängt.

    Es ist kein komplett offenes Netz wie ich es meine. Es steht jedem offen, aber es hängt von den Preisen ab.

    Noch steht man in echter Konkurrenz zu DSL, HFC oder sogar FWA (Internet über LTE/5G). Sollte es irgendwann in 10 Jahren der Fall sein, dass eine Glasfaserleitung unverzichtbar ist, ebenso wie die Bandbreiten, dann sieht die Lage schnell mal anders aus. Dann ist das wie das Wasser was du zum Duschen benutzt. Wenn da der Preis verdoppelt wird, hast du immer noch keine Wahl und musst das schlucken. Auch wird das deinen Konsum kaum beeinflussen, da es immer noch relativ nicht soviel ist, wenn es zu viel wird wirst du dann natürlich irgendwann dich mit Supermarkt wasser duschen. Bei Wasser passiert das aber nicht, weil die meisten Wassernetze in Deutschland kommunal sind und maximal kostendeckend agieren. Das ist ja auch so ein Grund, wieso Nestle und Co. auf Wasserrechte so abgeiern, das sind langfristge Goldgruben. Dasselbe sind FTTH Netze.

  10. Re: Wenn das kommt, ist es eine Bremse.

    Autor: Messier 07.03.20 - 09:31

    FTTH-Netze sind nicht das selbe. Es ist gänzlich unpraktikabel, mehrere Wasseranschlüsse im Haus zu haben. Mehrere Glasfaseranschlüsse sind dagegen überhaupt kein Problem. Die Möglichkeit, dass ein FTTH-Netz durch einen Konkurrenten überbaut wird, ist jederzeit gegeben. Dagegen spricht rechtlich und technisch überhaupt nichts. Wirtschaftlich steht dem nur entgegen, dass sich dadurch die Nachfrage aufteilt. Aber wenn ein Betreiber unrealistische Wholesale Preise vorgibt, dann werden Konkurrenten einen eigenen Netzbau erwägen. Doppelausbau hat es schon mehrfach gegeben.

    Das geht natürlich nur, wenn es Konkurrenten gibt, die investieren wollen. Wenn es nur einen staatlichen Netzbetreiber gibt, bist du wirklich aufgeschmissen. Woher kommt die Vorstellung, dass ein Monopolnetz günstig würde? Das würde teuer gebaut werden, weil es mit Steuergeld bezahlt wird, und von Menschen verwaltet werden, deren Qualifikation darin besteht, gewählt zu werden, und die nicht fürchten müssen, dass die Kunden zur Konkurrenz wechseln, weil es keine gibt.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), München
  2. Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG, Schorndorf
  3. Proximity Technology GmbH, Düsseldorf
  4. HYDRO Systems KG, Biberach

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-62%) 18,99€
  2. 59,99€ (USK 18)
  3. 9,99€
  4. (-10%) 17,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Star Trek - Der Film: Immer Ärger mit Roddenberry
Star Trek - Der Film
Immer Ärger mit Roddenberry

Verworfene Drehbücher, unzufriedene Paramount-Chefs und ein zögerlicher Spock: Dass der erste Star-Trek-Film vor 40 Jahren schließlich doch in die Kinos kam, grenzt an ein Wunder. Dass er schön aussieht, noch mehr.
Von Peter Osteried

  1. Machine Learning Fan überarbeitet Star Trek Voyager in 4K
  2. Star Trek - Picard Hasenpizza mit Jean-Luc
  3. Star Trek Voyager Starke Frauen und schwache Gegner

Bodyhacking: Prothese statt Drehregler
Bodyhacking
Prothese statt Drehregler

Bertolt Meyer hat seine Handprothese mit einem Synthesizer verbunden - das Youtube-Video dazu hat viele interessiert. Wie haben mit dem Psychologieprofessor über sein Projekt und die Folgen des Videos gesprochen.
Ein Interview von Tobias Költzsch


    Buglas: Corona-Pandemie zeigt Notwendigkeit der Glasfaser
    Buglas
    Corona-Pandemie zeigt Notwendigkeit der Glasfaser

    Mehr Datenupload und Zunahme der Sprachtelefonie bringe die Netze unter Druck. FTTB/H-Betreiber bleiben gelassen.
    Eine Exklusivmeldung von Achim Sawall

    1. Coronavirus Funktion zur Netflix-Drosselung war längst geplant
    2. Coronakrise China will Elektroautoquote vorübergehend lockern
    3. Corona-Krise Palantir könnte Pandemie-Daten in Europa auswerten