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  5. › Burnout im IT-Job: Mit den Haien…

Oh wie ich das kenne

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  1. Oh wie ich das kenne

    Autor: hattabatatta 14.09.20 - 16:20

    Also ich kann Herrn Golla absolut verstehen.
    Ich kann Geschichten aus meinem IT Leben erzählen, da würde Herr Golla nur noch denken "Und ich hatte wegen meinen Lappalien schon einen Nervenzusammenbruch ... das war NICHTS im Vergleich".

    So sehr ich das Programmieren liebe und es mir deswegen schon damals als Jungspung in den 80ern selbst beigebracht habe (und im Erwachsenenalter auf dem zweiten Bildungsweg dann "offiziell" angeeignet habe) ... irgendwann erkennst du, welche menschenverachtende, ausbeuterische und absolute Drecksbranche die IT ist und das es manchmal doch besser ist, wenn man nicht nur aufs gute Geld schaut (das man de facto dort verdienen kann) sondern es auch der vermeintliche "Trotteljob" sein kann, der einem den Job nicht nur als Beruf, sondern wirklich als Berufung erscheinen lässt.

  2. Re: Oh wie ich das kenne

    Autor: Peter V. 14.09.20 - 16:26

    hattabatatta schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also ich kann Herrn Golla absolut verstehen.
    > Ich kann Geschichten aus meinem IT Leben erzählen, da würde Herr Golla nur
    > noch denken "Und ich hatte wegen meinen Lappalien schon einen
    > Nervenzusammenbruch ... das war NICHTS im Vergleich".
    Sowas ist ja immer Subjektiv aber in der Tat, wer nach 2 Wochen ein Burout hinbekommt, da gibt es wohl schlimmerer Schicksale im Berufsleben.

  3. Re: Oh wie ich das kenne

    Autor: hattabatatta 14.09.20 - 16:32

    Peter V. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Sowas ist ja immer Subjektiv aber in der Tat, wer nach 2 Wochen ein Burout
    > hinbekommt, da gibt es wohl schlimmerer Schicksale im Berufsleben.

    Natürlich hast du recht damit, dass sowas immer rein subjektiv ist.
    Manche Leute können nach 40 Wochenstunden nicht mal mehr geradeaus schauen, andere denken sich bei 60 Wochenstunden "So ... Halbzeit".
    Am Ende des Tages resigniert aber einfach der Körper irgendwann ... bei einem früher, beim anderen später.
    Als ich noch Anfang 20 war, hätte ich am liebsten auch die Welt zerrissen und wollte alles am besten in einem Aufmarsch machen und hatte auch noch die Energie dazu. :D

  4. Re: Oh wie ich das kenne

    Autor: Michael H. 14.09.20 - 17:28

    hattabatatta schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also ich kann Herrn Golla absolut verstehen.
    > Ich kann Geschichten aus meinem IT Leben erzählen, da würde Herr Golla nur
    > noch denken "Und ich hatte wegen meinen Lappalien schon einen
    > Nervenzusammenbruch ... das war NICHTS im Vergleich".
    >
    > So sehr ich das Programmieren liebe und es mir deswegen schon damals als
    > Jungspung in den 80ern selbst beigebracht habe (und im Erwachsenenalter auf
    > dem zweiten Bildungsweg dann "offiziell" angeeignet habe) ... irgendwann
    > erkennst du, welche menschenverachtende, ausbeuterische und absolute
    > Drecksbranche die IT ist und das es manchmal doch besser ist, wenn man
    > nicht nur aufs gute Geld schaut (das man de facto dort verdienen kann)
    > sondern es auch der vermeintliche "Trotteljob" sein kann, der einem den Job
    > nicht nur als Beruf, sondern wirklich als Berufung erscheinen lässt.

    Geht doch nicht nur den Programmierern so. Da finde ich hast du noch mehr "Luft" als jetzt in der direkten Administration.

    Serverausfall. Backups vom Kunden noch nie gemacht, weil er denkt, dass sei dein Job.
    Ende vom Lied, du bist jetzt schuld wenn wir hier Verlust machen.

    Und das ist nicht nur Projektbedingt so, sondern oft Alltag. Du planst deine kommenden Wochen sehr soft, damit du auch mal ordentlich die Arbeit erledigen kannst. Dann kommt aber Kunde XY ums Eck geschossen, der deinen kompletten Zeitplan mit nicht verschiebbaren Terminen weil da noch andere Dienstleister dran hängen sowie Deadlines, abhängig von dir sind. Dennoch musst du schauen wie du alles unter einen Hut bekommst.

    Während man sich zerreisst wird aber noch von allen Seiten auf einen eingestochen, warum es so lange dauert und wie so etwas sein kann, während du noch nicht mal weisst was los ist.

    Du hast permanent psychischen Druck und Körperliche Belastung, da du das Zeug einfach bis zum nächsten Tag fertig kriegen musst, weil sonst Schadensersatzklagen ins Haus flattern, wegen verdienstausfall. Dabei ist aber egal, ob diese überhaupt haltbar sind... sie machen so oder so Probleme... kosten Zeit, kosten Nerven, kosten Geld und vor allem den Ruf. Also willste die so gut es geht vermeiden. Auch wenn dein Einsatz nicht vertraglich abgedeckt ist und du entsprechende Stundensätze für Nachtschichten verlangst, zehren sie an dir.

    Während du dir den Kopf zerbrichst, warum hier etwas nicht geht, machst du dir sorgen dass es bis morgen nicht fertig wird... während du dir Sorgen machst und unter Hochdruck dran arbeitest, sammeln sich die Nachrichten auf dem AB, mit Beschwerden, warum du nicht erreichbar bist.

    Wenn de Pech hast, haste den Zustand von dem im Artikel angesprochenen Herrn nicht erst nach zwei Wochen, sondern eher nach zwei bis drei tagen... am ersten tag denkste dir noch, ok, muss erst reinkommen. Am zweiten Tag, wird ja nicht immer so sein... und dann resignierst du innerlich.

    Schuld ist da aber auch oft die unglaublich illusorische Erwartungshaltung der Kunden.
    Es ist halt nicht immer klickiklicki läuft.
    Nur weil der Kunde sagt, er braucht es bis Montag, heisst das nicht, dass da nicht noch 892 andere Kunden sind, die auch noch was brauchen und man nicht auch noch die nächsten Tage komplett verplant ist.

    Letztens war ein Kunde sogar stinksauer, weil ich unseren Telefon-Termin absagen musste, weil ich einen massiven Gichtanfall im Fußgelenk/Mittelfußknochen hatte und alleine unter schmerzen 20 Minuten von meinem Bett bis zur Toilette gebraucht habe. Wie es denn sein kann, dass ich den jetzt einfach so kurzfristig absage. Ja sorry digga... ich hab mir diesen impulsiven Schmerz am Morgen auch anders vorgestellt... aber war jetzt halt so.. (ohne Witz, nochmal jeden meiner bislang erlebten 7 Knochenbrüche und 5 Bänderrisse auf einmal spüren wäre vermutlich angenehmer gewesen).

    Aber da schnautzt der meinen Kollegen an, dass ich jetzt meinen Arsch bewegen soll.

    Da wundert es mich nicht, dass Leute krank werden dadurch.
    Ich hab ne dicke Haut. Körperlich sowie mental. Ich sag nicht, dass man sich dran gewöhnen kann. Sollte auch niemand. Ich kann´s halt, werde das aber auf lange Sicht gewiss nicht mehr in der Form mitmachen. (ich bin Anfang 30 - und ja, auch da kann man schon Gicht haben :P scheiss gene)

    Aber wegen zwei Wochen würd ich mir absolut keine Gedanken machen. Da wäre ich sogar noch soweit dabei, dass ich sage, ich gehe einfach.

  5. Re: Oh wie ich das kenne

    Autor: Trockenobst 14.09.20 - 20:35

    Michael H. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > erledigen kannst. Dann kommt aber Kunde XY ums Eck geschossen, der deinen
    > kompletten Zeitplan mit nicht verschiebbaren Terminen weil da noch andere
    > Dienstleister dran hängen sowie Deadlines, abhängig von dir sind. Dennoch
    > musst du schauen wie du alles unter einen Hut bekommst.

    Das geht aber nur, weil der Kunde deinen Zeitplan als unwichtig und seinen als wichtig definiert.
    Als ich bei einem Projekt einen offenen Kalender mit meiner Planung rum geschickt hatte, wollten einige gar nicht akzeptieren(!) das ich eine eigene Planung hatte. Ein kurzer Termin mit ihrem Chef und meinem Chef im selben Raum hat dann diese Einstellung aber ganz schnell weggeräumt.

    Des weiteren schaue ich immer, was genau anliegt und welche Usecases die Kunden haben.
    Das was so lange dauert ist meistens das man keine Tools hat die Sachen automatisieren oder optimieren können und man so viel Handarbeit anlegen muss.

    > Du hast permanent psychischen Druck und Körperliche Belastung, da du das
    > Zeug einfach bis zum nächsten Tag fertig kriegen musst, weil sonst
    > Schadensersatzklagen ins Haus flattern, wegen verdienstausfall. Dabei ist
    > aber egal, ob diese überhaupt haltbar sind... sie machen so oder so
    > Probleme... kosten Zeit, kosten Nerven, kosten Geld und vor allem den Ruf.

    Verstehe ich und hatte ich auch. Aber das liegt auch an der großen Unsicherheit was alles zu tun ist. Wenn jede Minute jeder bei dir anklingeln kann weil nichts geplant ist, heißt das einfach: du bist auf dem Schleudersitz und die warten nur bis du scheiterst. Dem kann man mit Selbstbewusstsein entgegnen. Und nicht DU zahlst die Konventationalstrafe sondern dein Chef.
    Letztendlich kann einem mehr als eine Kündigung und ALG2 nicht passieren. Aber das muss man sehr früh klar machen. Später geht das nicht.

    > Aber wegen zwei Wochen würd ich mir absolut keine Gedanken machen. Da wäre
    > ich sogar noch soweit dabei, dass ich sage, ich gehe einfach.

    Viele hatte mal den Chef, der wegen seiner Scheidung alle Leute bis um 19 Uhr im Büro hielt. Bis eben einer den Mund aufmacht. Mein Bruder hat in einer guten IT Firma gearbeitet und sie hatten einen Kalender mit fixen täglichen Terminen für Anrufe und Selfservice Portal. Das hat 80% der Standardprobleme beseitigt. Er ist dann leider gegangen, weil die wollten das er den Kunden scheiße verkauft die sie nicht gebraucht haben.

    Ich bin jedes mal erschrocken was mir Leute für Stories aus der IT-Kohlemine erzählen. Ich hatte echt Glück bisher.

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