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Weg von der Arbeitnehmergesellschaft

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  1. Re: Weg von der Arbeitnehmergesellschaft

    Autor: Trockenobst 15.09.20 - 18:46

    TheNX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich kenne die IT nur so wie oben formuliert. Natürlich habe ich auch Leute
    > getroffen, die besser vom beruflichen Inhalt etwas anderes machen sollten,
    > siehe dein Beispiel oben.

    Ich war mal in einem Projekt mit beschissener Projektführung. Der PL war ein Ar****ch nach Handbuch, eine Karikatur von Mensch. Bis er vor versammelter Mannschaft anfing, Lügen über unser Team zu erzählen. Ich habe das elegant alles ignoriert und auf die Fakten verwiesen. Darauf versuchte er es dann mit billigem Mobbing und passenden Ausfällen. Bis er durch seine Unfähigkeit mit Ansage Konventionalstrafe erzwang. Darauf fristlose Kündigung, die er nicht verteidigen konnte.

    Das war ein seltener Fall wo es wirklich Konsequenzen für Schaden für die Firma gab. Wenn ständig die Hälfte deines Teams kündigt, kostet das neu trainieren Geld. Konventionalstrafen kosten Geld. Leute die im Burnout krank geschrieben sind kosten Geld. Das ist kein Kapitalismus nach Lehrbuch, dass ist ein Machtzirkus mit etwas IT drumherum. Solche Leute sollen in gar keiner Firma arbeiten, das es sie gibt verstehe ich einfach nicht. Weil sie nur Geld kosten.

    Ich bin gerne Externer. Weil ich in den meisten Fällen sehr gut behandelt werde. Vielleicht weil ich die Karrieren nicht gefährde, vielleicht hatte ich reihenweise Glück. Aber was ich häufig so lese und erfahre ist eher das Duckmäuserische. Das man einfach alles schluckt, irgendwie dankbar für den Job. Das man Dinge die passieren nicht in Frage stellen darf, auch wenn das fast gegen die Menschlichkeit und gegen die eigene Gesundheit(!) geht. Schon kleine Änderungen können große Effekte haben, man muss dann eben auch was sagen.

    Klar haben wir jetzt Krise, aber wenn es kacke ist und man überall das selbe Geld kriegt, muss man auch die Frage stellen warum man sich nicht die Mühe macht, zu schauen ob es woanders besser ist. Schlechter kann es ja nicht werden.

  2. Re: Weg von der Arbeitnehmergesellschaft

    Autor: Trockenobst 15.09.20 - 19:24

    aLpenbog schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > verbraucht) wurden dann knapp 3 Wochen und selbst da wurde noch seitens
    > Hardware und Anlagen dazwischen gegrätscht und Sachen neugestartet, Tests
    > durchgeführt oder was weiß ich, während wir eigentlich vollen Zugriff
    > darauf brauchten. Am Ende wurden aus 40 Stunden die Woche eben 100+ Stunden die Woche.

    Wer regelmäßig zu Feuerlöschaktionen geschickt wird, ist ja auch deswegen da weil man den Brandschutz nicht so ernst genommen hat ;) Wenn man ständig neue Projekte macht, dann gibt es da auch keine Lerneffekte. Tagesgeschäft, arbeiten bis jeder umkippt, fertig. Jeder will seinen Tisch sauber kriegen, das ist eben normales Chaos. Deswegen gibt es bei uns kein Google. Für gewisse Themen braucht man eine fundamental andere Ideologie, die man auch leben muss.

    Ich gehe in neue Projekte immer mit unvoreingenommen Bild, und visualisiere dann Projektstrukturen, Prozessdauer, Hotspots der Teams (wann sie selbst unter Wasser sind). Dann kriegt man im ersten Projektmeeting vom Chef die Frage: "Wo haben sie diese Informationen her?!" Ich bin nur ein aus Kartoffeln geformter Senior Entwickler, er ist der mit dem 1er Abi und Dipl-Ing aus deutscher Mittelstandfamilie. Und kann die Basics der Projektführung nicht? Autsch.

    Bei unserem vierten Deployment waren es 2 statt 3 Tage, beim 8 nur noch Samstag, ab dem 10 waren wir selber nicht mehr "anwesend", weil es Deploymentskripte übernommen hatten, bei stetigem Wachstum der Server. Das ist Qualität des Teams, die mit dem Projekt wachsen muss. Das sehe ich und höre ich leider zu selten. Entweder hat man keine Zeit, nicht die Tools oder ist so unter Druck das man auch keinerlei Interesse hat an seinem eigenen Leid was zu verbessern.

  3. Re: Weg von der Arbeitnehmergesellschaft

    Autor: TheNX 15.09.20 - 20:43

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ich bin gerne Externer. Weil ich in den meisten Fällen sehr gut behandelt
    > werde. Vielleicht weil ich die Karrieren nicht gefährde, vielleicht hatte
    > ich reihenweise Glück. Aber was ich häufig so lese und erfahre ist eher das
    > Duckmäuserische. Das man einfach alles schluckt, irgendwie dankbar für den
    > Job. Das man Dinge die passieren nicht in Frage stellen darf, auch wenn das
    > fast gegen die Menschlichkeit und gegen die eigene Gesundheit(!) geht.
    > Schon kleine Änderungen können große Effekte haben, man muss dann eben auch
    > was sagen.
    >
    > Klar haben wir jetzt Krise, aber wenn es kacke ist und man überall das
    > selbe Geld kriegt, muss man auch die Frage stellen warum man sich nicht die
    > Mühe macht, zu schauen ob es woanders besser ist. Schlechter kann es ja
    > nicht werden.

    Hast völlig recht, da kann ich nichts dagegen sagen. Nur als Anmerkung dazu, dass es nicht alle einfach auf dem Arbeitsmarkt haben, besonders nicht, wenn Behinderung, chronische Krankheit etc. dazu kommen. Dazu kommt, dass private Fortbildung zu IT-Themen faktisch wertlos ist. Hat man keine "amtliche Bescheinigung" für viel Geld erworben, dass man XY kann, dann kann man das auch nicht.

    >Bei unserem vierten Deployment waren es 2 statt 3 Tage, beim 8 nur noch Samstag, ab dem 10 >waren wir selber nicht mehr "anwesend", weil es Deploymentskripte übernommen hatten, bei >stetigem Wachstum der Server. Das ist Qualität des Teams, die mit dem Projekt wachsen muss. Das >sehe ich und höre ich leider zu selten. Entweder hat man keine Zeit, nicht die Tools oder ist so unter >Druck das man auch keinerlei Interesse hat an seinem eigenen Leid was zu verbessern.

    Ist natürlich das Optimum. Ich habe mal bei ner Firma gearbeitet, die mich eigentlich für genau solche Automatisierungen eingestellt hat. In der Praxis hat man mich dann doch immer von Hand machen lassen, weil man jetzt gerade keine Zeit für automatisieren hätte. Hat man doch irgendwie was automatisiert, wurde dann was geändert, was die Automatisierung kaputt gemacht hat. Kommentar vom Chefentwickler bei Nachfrage, warum man mir nichts sagt und warum man das überhaupt jetzt geändert hat: "Ist mir egal, darauf nehme ich doch keine Rücksicht!" Danach war Automatisierung völlig zu vergessen, weil bei jedem neuen Branch was gebrochen wurde und es dann eh von Hand gemacht werden musste.

    Da habe ich auch was gemacht und gegangen, nur sind andere AG oftmals auch nicht wirklich besser.

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