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Überprüfung der Peering Policy der Deutschen Telekom

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  1. Überprüfung der Peering Policy der Deutschen Telekom

    Autor: Handle 26.10.20 - 15:18

    Die Peering Policy der Deutschen Telekom gehört IMHO auf den Prüfstand durch die Wettbewerbshüter. Die Kunden bezahlen dafür, dass sie auf Inhalte zugreifen können und die Deutsche Telekom hält dann bei den Inhalteanbietern noch einmal die Hand auf. Wer nicht bezahlt, darf sich mit Beschwerden der Telekomkunden wegen langsamer Datentransfers herumärgern, da die Telekom die Übergabepunkte zu Transitprovidern offenbar absichtlich nicht ausbaut, um ihr teures privates Peering verkaufen zu können. Bei Hetzner konnte man früher "double paid traffic" für Telekomkunden buchen, im März mussten sie dann jedoch klein beigeben und zahlen nun für ein privates Peering mit der Telekom ([www.hetzner.de]).
    Zur Info für diejenigen, die den Sachverhalt noch nicht kennen: [www.heise.de]

  2. Re: Überprüfung der Peering Policy der Deutschen Telekom

    Autor: Oktavian 26.10.20 - 17:04

    > Die Peering Policy der Deutschen Telekom gehört IMHO auf den Prüfstand
    > durch die Wettbewerbshüter.

    Gibt es denn eine gesetzliche Verpflichtung, Public Peering im großen Stile zu betreiben?

    > Die Kunden bezahlen dafür, dass sie auf Inhalte
    > zugreifen können und die Deutsche Telekom hält dann bei den
    > Inhalteanbietern noch einmal die Hand auf.

    Das ist das Geschäftsmodell eines Tier 1 Providers. Man kauft keinen Traffic hinzu sondern verdient an beiden Enden fürs durchleiten. So weit so legal.

    > Wer nicht bezahlt, darf sich mit
    > Beschwerden der Telekomkunden wegen langsamer Datentransfers herumärgern,

    Ja, wenn er diese Kundengruppe sinnvoll bedienen will, muss er dafür zahlen. Dafür ist diese Kundengruppe eben auch sehr groß.

    > da die Telekom die Übergabepunkte zu Transitprovidern offenbar absichtlich
    > nicht ausbaut, um ihr teures privates Peering verkaufen zu können.

    Telekom ist Transitprovider. Public Peering ist möglich, aber eben nur eine Möglichkeit. Wer bessere Bandbreite haben will, muss dafür zahlen. Und wenn ein Kunde damit nicht einverstanden ist, steht es ihm frei, einen anderen Provider zu wählen.

    > Bei
    > Hetzner konnte man früher "double paid traffic" für Telekomkunden buchen,
    > im März mussten sie dann jedoch klein beigeben und zahlen nun für ein
    > privates Peering mit der Telekom (www.hetzner.de).

    Genau das ist eben die Geschäftsidee eines Tier 1 Providers. Die der niedrigeren Klassen zahlen dafür, ihren Traffic loszuwerden.

  3. Re: Überprüfung der Peering Policy der Deutschen Telekom

    Autor: HammerTime 26.10.20 - 18:04

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gibt es denn eine gesetzliche Verpflichtung, Public Peering im großen Stile
    > zu betreiben?
    Sollte es für Ex-Monopolisten auf jeden Fall.

    > Das ist das Geschäftsmodell eines Tier 1 Providers. Man kauft keinen
    > Traffic hinzu sondern verdient an beiden Enden fürs durchleiten. So weit so
    > legal.
    Sie müssen keinen Traffic hinzukaufen, das heißt aber noch lange nicht, dass sie den Rest erpressen dürfen.

    > Ja, wenn er diese Kundengruppe sinnvoll bedienen will, muss er dafür
    > zahlen. Dafür ist diese Kundengruppe eben auch sehr groß.
    Liest sich wie Mafiamethoden und Erpressung.

    > Telekom ist Transitprovider. Public Peering ist möglich, aber eben nur eine
    > Möglichkeit. Wer bessere Bandbreite haben will, muss dafür zahlen. Und wenn
    > ein Kunde damit nicht einverstanden ist, steht es ihm frei, einen anderen
    > Provider zu wählen.
    Ok, liest sich nicht nur wie Mafiamethoden und Erpressung, das ist sogar so :-)

    > Genau das ist eben die Geschäftsidee eines Tier 1 Providers. Die der
    > niedrigeren Klassen zahlen dafür, ihren Traffic loszuwerden.
    Genau dagegen spricht sich der Vorposter aus, wogegen wenig einzuwenden ist.

  4. Re: Überprüfung der Peering Policy der Deutschen Telekom

    Autor: Oktavian 26.10.20 - 19:51

    > > Gibt es denn eine gesetzliche Verpflichtung, Public Peering im großen
    > Stile
    > > zu betreiben?
    > Sollte es für Ex-Monopolisten auf jeden Fall.

    Weil Du das gerne so hättest? Sollte hat so was moralisches. Ich sehe hier keinen Grund, nachträglich die Spielregeln zu ändern.

    > Sie müssen keinen Traffic hinzukaufen, das heißt aber noch lange nicht,
    > dass sie den Rest erpressen dürfen.

    Wenn ich in den Supermarkt gehe und Essen kaufe, dann muss ich bezahlen. Wenn ich nicht bezahlen möchte, wird mit der Supermarkt kein Essen (oder Klopapier) verkaufen. Ich brauch zwar Essen, käme aber trotzdem nicht auf die Idee, das Erpressung zu nennen. Das nennt man ein Geschäft. Wer Daten durch das Netz eines Providers eines höheren Levels schicken möchte, zahlt dafür. So weit so normal.

    > > Ja, wenn er diese Kundengruppe sinnvoll bedienen will, muss er dafür
    > > zahlen. Dafür ist diese Kundengruppe eben auch sehr groß.
    > Liest sich wie Mafiamethoden und Erpressung.

    Ließt sich wie ein Geschäft. Angebot und Nachfrage. Wem die Kundengruppe zu teuer ist, muss es ja nicht tun. Wenn das Angebot, das man den Kunden zu machen hat, dermaßen attraktiv ist, werden sie die Telekom schon in Scharen verlassen.

    > Ok, liest sich nicht nur wie Mafiamethoden und Erpressung, das ist sogar so
    > :-)

    ALso alles, was nicht Planwirtschaft ist, sind Erpressungsmethoden. Ich halte es da eher mit der Freiheit.

    > > Genau das ist eben die Geschäftsidee eines Tier 1 Providers. Die der
    > > niedrigeren Klassen zahlen dafür, ihren Traffic loszuwerden.
    > Genau dagegen spricht sich der Vorposter aus, wogegen wenig einzuwenden
    > ist.

    Es ist ein System, das weltweit ziemlich gut funktioniert. Ich mag funktionierende Systeme.

  5. Re: Überprüfung der Peering Policy der Deutschen Telekom

    Autor: HammerTime 26.10.20 - 20:52

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Weil Du das gerne so hättest? Sollte hat so was moralisches. Ich sehe hier
    > keinen Grund, nachträglich die Spielregeln zu ändern.
    Nicht weil ich das gern so hätte, sondern weil es offensichtlich für Marktmissbrauch genutzt wird.

    > Wenn ich in den Supermarkt gehe und Essen kaufe, dann muss ich bezahlen.
    > Wenn ich nicht bezahlen möchte, wird mit der Supermarkt kein Essen (oder
    > Klopapier) verkaufen. Ich brauch zwar Essen, käme aber trotzdem nicht auf
    > die Idee, das Erpressung zu nennen. Das nennt man ein Geschäft. Wer Daten
    > durch das Netz eines Providers eines höheren Levels schicken möchte, zahlt
    > dafür. So weit so normal.
    Und es gibt nur einen Supermarkt, der die Preise frei diktieren kann? Nein? Na siehst du, dann ist dein Beispiel schon mal komplett für die Tonne.

    Darfst es mit einem neuen probieren, das hier war nix.

    > Ließt sich wie ein Geschäft. Angebot und Nachfrage. Wem die Kundengruppe zu
    > teuer ist, muss es ja nicht tun. Wenn das Angebot, das man den Kunden zu
    > machen hat, dermaßen attraktiv ist, werden sie die Telekom schon in Scharen
    > verlassen.
    Angebot ist ein Monopol, somit handelt es sich hier nicht um einen fairen Markt mit Wettbewerb. Daher muss es eine Regulierung geben.

    > ALso alles, was nicht Planwirtschaft ist, sind Erpressungsmethoden. Ich
    > halte es da eher mit der Freiheit.
    Planwirtschaft? Herrje, was für ein obskur dumme Behauptung.

    > Es ist ein System, das weltweit ziemlich gut funktioniert. Ich mag
    > funktionierende Systeme.
    Liest sich weder in den Links des Vorposters, noch in der engl. Wikipedia so:
    > https://en.wikipedia.org/wiki/Peering#Law_and_policy

    Wenn du mit "funktioniernd" natürlich meinst "möglichst viel Geld mit möglichst wenig Einsatz für ein paar Ex-Monopolisten", dann magst du Recht haben. Darum geht es aber kaum und das ist ja auch genau die Kritik des Vorposters.

    Erläutere doch angesichts der Situation von Hetzner, die ihren Traffic ja nicht umsonst abgegeben haben, sondern hierfür mehrere Carrier bezahlen, in Ordnung ist, wenn die Telekom ihren Kundenstamm als Geisel nutzt, um über Erpressermethoden einen direkten Vertrag mit Hetzner schließen zu können?

  6. Re: Überprüfung der Peering Policy der Deutschen Telekom

    Autor: fanreisender 27.10.20 - 07:20

    Was genau ist Dein Problem?

    Backbone-Nutzung kostet. Die Kosten kann man jetzt kaufmännisch unterschiedlich abrechnen. Kostenneutrales Peering zwischen Gleichen ist abei nur eines von vielen Geschäftsmodellel.

    Macht nur Sinn, wenn wir Beide (nur als personifiziertes Beispiel) für 4 Wochen Urlaub unsere gleich ausgestatteten Wohnungen in vergleichbarer Lage ohne jede Berechnung tauschen.

    Wenn ich in einer Baracke im Industrigebiet von Mannheim und Du in einer Villa oberhalb des Tegernsees wohnst würdest Du das mit dem kostenneutralen Urlaubstausch dann aber doch noch einmal überlegen.

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