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Vielleicht lieber an sich selbst arbeiten, anstelle die Verantwortung wegzuschieben ...

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  1. Vielleicht lieber an sich selbst arbeiten, anstelle die Verantwortung wegzuschieben ...

    Autor: non_existent 09.03.17 - 12:16

    95% der dortigen Menschen sind vermutlich irgendwelche Typen, deren gesamtes Leben sich um Arbeit dreht. Morgens um 6 Uhr im Büro, bis 18 Uhr bleiben, natürlich ohne Mittagspause, dann nach Hause, Arbeit noch mitgenommen, und natürlich auch während der Freizeit ständig am Telefon oder E-Mails checken. Solche Menschen kenne ich. Unmöglich, mit denen Abends oder am Wochenende etwas zu unternehmen.

    Aber ja, man kann ja die "digitale Technik" verfluchen, die macht das ja alles erst möglich. Dann sich als Bär verkleiden und sich ans Lagerfeuer setzen, dabei jubeln, wie toll das Leben ohne Technik ist. Dann gehen sie wieder raus und brauchen dasselbe in einem Jahr wieder. Ändern wird sich nix.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.03.17 12:17 durch non_existent.

  2. Re: Vielleicht lieber an sich selbst arbeiten, anstelle die Verantwortung wegzuschieben ...

    Autor: mbirth 09.03.17 - 12:45

    18 Uhr ist ja noch human. Ich hab mir sagen lassen, in z.B. der Werbebranche fragen die Kollegen, wie lange man Pause macht, wenn man um 19 Uhr seine Sachen zusammen packt. Bis 22 Uhr im Büro zu sein ist da wohl Standard. Und die Leute machen's mit. Freiwillig.

    Da finde ich den Ansatz von VW in Wolfsburg genial, wo z.B. Mitarbeitern im Urlaub der Zugang gesperrt wird, so dass die nicht mal Mails abrufen könnten, wenn sie wollten.

    Man muss halt lernen, dass man nicht jedes *pling* vom Gerät sofort beachten muss. Google Inbox geht da auch einen interessanten Weg, dass es z.B. Benachrichtigungen von Foren, Rechnungen, Newsletter, etc. in versch. Unterordner einsortiert und darüber nicht benachrichtigt. Man sieht die also erst, wenn man aktiv nachschaut.

    Genauso Benachrichtigungen über neue Kommentare oder gar Chatnachrichten. Meine Kontakte wissen genau, dass ich antworte, wenn es MIR passt. Da warten die mitunter auch mal ein paar Stunden auf eine Reaktion.

  3. Re: Vielleicht lieber an sich selbst arbeiten, anstelle die Verantwortung wegzuschieben ...

    Autor: Muhaha 09.03.17 - 12:51

    non_existent schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dann gehen sie
    > wieder raus und brauchen dasselbe in einem Jahr wieder. Ändern wird sich
    > nix.

    Angeblich ändern viele Camp-Besucher daraufhin ihr Leben.

  4. Re: Vielleicht lieber an sich selbst arbeiten, anstelle die Verantwortung wegzuschieben ...

    Autor: der_wahre_hannes 09.03.17 - 12:59

    mbirth schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da finde ich den Ansatz von VW in Wolfsburg genial, wo z.B. Mitarbeitern im
    > Urlaub der Zugang gesperrt wird, so dass die nicht mal Mails abrufen
    > könnten, wenn sie wollten.

    Da muss aber eben die Chefetage auch mitmachen.

    Die Kollegen natürlich auch. Wenn man schief angeschaut wird, weil man nach "nur" 11 Stunden schon Feierabend machen will, dann läuft etwas ganz gewaltig schief.

    Genau so, wie viele auch nicht kapieren, dass "E-Mail" eine asynchrone Form der Unterhaltung ist. Wenn mir jemand um 7 Uhr morgens ne Mail schreibt, dann kann der mit ner Antwort halt frühestens um 8 rechnen, vorher bin ich nicht im Büro.

    Aber es ist ja für einige schon unmöglich, bei z.B. WhatsApp zu sehen, dass jemand ne Nachricht gelesen hat, diese aber nicht umgehend beantwortet hat...

  5. Re: Vielleicht lieber an sich selbst arbeiten, anstelle die Verantwortung wegzuschieben ...

    Autor: CommanderZed 09.03.17 - 13:07

    Neben den beruflichen gibt es das auch im privaten. Immer auf 12 hochzeiten gleichzeitig tanzen, immer für jeden erreichbar sein, ständig irgendwas bei Facebook rumdaddeln e.t.c.

    Klar ist das nicht gesund, aber ja auch nicht die Schuld der Technik. sondern des eigenen persönlichen Umgangs mit selbiger und des lebensstils. Man kann Smartphones übrigens auch komplett auf Lautlos schalten und benachrichtigungen deaktivieren.

    Ich hab zwar z.B. dienstliche Firmenmails auf dem Smartphone verfügbar, aber es würde mir nie im Traum einfallen ausserhalb der Arbeitszeit da draufzuschauen - warum auch, schließlich habe ich Freizeit und Feierabend.

    Und wenn jemand "Meckert" das ich nicht erreichbar war, das ist aber bisher eher privat gewesen, frage ich halt konkret wie derjenige ein "recht" auf meine sofortige verfügbarkeit für ihn ableiten möchte, und ob er noch alle murmeln in der tasse hat.

  6. Re: Vielleicht lieber an sich selbst arbeiten, anstelle die Verantwortung wegzuschieben ...

    Autor: TC 09.03.17 - 13:33

    mbirth schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Genauso Benachrichtigungen über neue Kommentare oder gar Chatnachrichten.
    > Meine Kontakte wissen genau, dass ich antworte, wenn es MIR passt. Da
    > warten die mitunter auch mal ein paar Stunden auf eine Reaktion.

    nur Stunden? :)
    Ich logge mich mittlerweile nur noch 1x am Wochenede bei Facebook ein, beantworte alle Nachrichten und verschwinde dann wieder für ne Woche. Nur Whatsapp checke ich regelmäßig (außerhalb der Arbeitszeit) da sind aber nur Familie und engste Freunde...

  7. Re: Vielleicht lieber an sich selbst arbeiten, anstelle die Verantwortung wegzuschieben ...

    Autor: berritorre 09.03.17 - 18:45

    Sehe ich ähnlich. Wenn auf der Arbeit oder auch privat irgendwo mal Not am Mann ist bin ich ja auch nach den offiziellen Arbeitszeiten dabei (ich bin übrigens der Chef). Aber ich lasse mir von Kunden nicht mein Leben diktieren. Ich beantworte meine Emails, wenn ich im Büro bin (nicht vor 9 Uhr, und gerne gehen auch mal andere Emails oder Sachen vor, kann also auch mal 10 oder 11 werden). Niemand hat das Recht auf eine sofortige Antwort. Wenn ich helfen kann - sehr gerne. Aber wenn ich gerade keine Zeit habe, dann ist das so. Man kann seine Kunden auch "erziehen". Meine wissen, dass sie eigentlich immer Zeitnah eine Antwort bekommen. Aber eben in einem gewissen Rahmen. Wenn vorher abgesprochen wurde, dass etwas abends noch erledigt werden muss, OK. Aber keiner kann erwarten, dass ich ohne Vorwarnung abends um 20Uhr noch meine Emails checke. Bürozeit is Montag bis Freitag, 8-18 Uhr. Alles was ich davor oder danach beantworte ist ein Gefallen. Ich erwarte auch von meinen Mitarbeitern nicht, dass sie ständig erreichbar sind. Wir sind im Projektgeschäft, manchmal muss man ausserhalb der normalen Bürozeiten arbeiten, aber das kann man dann an einem anderen Tag ausgleichen. Und es kommt Gott sei Dank nur in absoluten Ausnahmefällen vor. Funktioniert prima. Hatte noch keinen Kunden der sich beschwert hat. Einer hatte mal die Dreistikeit nachts um 11 Uhr anzurufen. Aber der war international dauernd unterwegs und hat es vermutlich nicht gerafft. Er war aber allgemein sehr fordernd in diesen Dingen. Wir haben ihn irgendwann "gehelassen" (die Angebote wurden halt so teuer, dass er irgendwann aufgab).

  8. Re: Vielleicht lieber an sich selbst arbeiten, anstelle die Verantwortung wegzuschieben ...

    Autor: Moe479 10.03.17 - 02:24

    > Wir sind im Projektgeschäft, manchmal muss man
    > ausserhalb der normalen Bürozeiten arbeiten, aber
    > das kann man dann an einem anderen Tag ausgleichen.

    wird nicht aufgehen wenn alles schon immer gestern fertig sein soll, es keinen aufschub/ spielraum für versagen/lernen gibt, man alles schon vorher wissen soll.

    ich bin auch im projektgeschäft, alles ist ein projekt, jeder ist das, das holt vielleicht das meiste aus den menschen in der gerade anliegenden sachen raus, macht sie jedoch nicht ausgeglichener, es stresst einfach über die maßen, führt damit zu keinem glücklichem leben.

    ich bin mittlerweile zu erkenntnis gelangt, dass entschleunigung statt beschleunigung der schlüssel zu vielen problemen ist, wenn man an einer menschlichen welt festhalten möchte, und wettbewerbsfähigkeit lediglich eine standpunktfrage darstellt, im wettbewerb all ihren beschäftigten ein ein gutes leben zu ermöglichen sind die meisten betriebe leider scheiße ... sry für den pessimismus, nur ich bin zu der der überzeugung gelangt, dass immer höher, schneller, weiter einen eher ins grab bringt als in ein erflülltes sein.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 10.03.17 02:42 durch Moe479.

  9. Re: Vielleicht lieber an sich selbst arbeiten, anstelle die Verantwortung wegzuschieben ...

    Autor: berritorre 10.03.17 - 14:09

    Doch, doch, as funktioniert super. Ich kann halt Events nicht immer in die normalen Bürozeiten legen, weil da die Teilnehmer ja auch arbeiten müssen. Also finden diese Events eben bevorzugt oft nach 18 Uhr statt, damit wir auch die Teilnehmer zusammenbekommen. Da führt kein Weg drum rum.

    Aber das kommt eben auf's Zeitkonto und dann geht man eben mal an einem Freitag früher heim, hat mal einen ganzen freien Tag, etc.

  10. Re: Vielleicht lieber an sich selbst arbeiten, anstelle die Verantwortung wegzuschieben ...

    Autor: Moe479 10.03.17 - 22:38

    und wer nimmt dann konkret qualifiziert den freitaglichen kundenanruf entgegen? wie definierst du sichere geschäftszeiten mit einer diese zunehmend auflösenden realität?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 10.03.17 22:47 durch Moe479.

  11. Re: Vielleicht lieber an sich selbst arbeiten, anstelle die Verantwortung wegzuschieben ...

    Autor: berritorre 12.03.17 - 02:59

    Den Anruf nimmt halt ein Kollege entgegen. Wenn nur eine Person im Team dem Kunden weiterhelfen kann, dann ist irgendwas an der Team-Struktur falsch. Es können natürlich nicht alle am gleichen Freitag freinehmen. Und wenn es wirklich was ist, das nur dieser eine Kollege beantworten kann, dann muss der Kunden halt bis Montag warten. Was ist denn, wenn der Kollege in einem Meeting ist? Dann kann er auch nicht sofort antworten.

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