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Was ist denn die Alternative?

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  1. Was ist denn die Alternative?

    Autor: Feron 26.04.13 - 13:20

    Mir mag da nichts einfallen (was absolut nichts heißen muss ;D). Und der FSF anscheinend auch nicht, denn sonst wäre man ja mit konstruktiven Vorschlägen gekommen und würde nicht einfach rumjammern.

    So wenig wie wir DRM mögen, so sehr ist es irgendwie doch nötig. Ob es was bringt, sei mal dahingestellt. Aber die Intention der Content-Industrie kann ich gut nachvollziehen. Leider werden immer die ehrlichen Kunden mit irgendwelchen neuen Problemen (Maßnahmen) behelligt. Die, die sich den Film sowieso über andere Quellen holen, bekommen das überhaupt nicht mit.

    Und diese Leute sind das Kernproblem. Wäre ich Pachtgärtner und hätte einen schönen Apfelbaum mit leckeren Äpfeln und hätte gehört, dass zwei Gärten weiter Abends immer Leute über den Zaun geklettert kommen und die Äpfel vom Baum klauen, würde ich auch darüber nachdenken meinen Zaun gegen einen höheren auszuwechseln.

    Nichts anderes ist das Problem mit der Content-Industrie. Und das größte Problem ist doch, dass es keine aussagekräftigen, wirklich unabhängigen Statistiken dazu gibt. Man weiß nicht sicher, ob der Industrie ein Schaden dadurch entsteht. Insofern ist das ein Teufelskreis. Neue Mechanismen werden immer geknackt und dann sind wir irgendwann bei unserem Stacheldrahtzaun mit Selbstschussanlage. Beide Seiten tragen da Schuld.

    Ich denke die Chain of Trust bei den HDMI-Geräten funktioniert relativ gut und stellt die Kunden nicht vor irgendwelche Probleme (im Normalfall). Sogar Silverlight ist für die Mehrheit der Nutzer ohne Probleme zumutbar. Nichtsdestotrotz ist es gut, dass Silverlight (wie auch Flash) langsam unwichtig werden.

    Was ist also die Lösung des Problems? Nur noch gute, ehrliche Menschen? Dann bräuchten wir gar keine Schutzmechanismen und alles wäre gut. Nicht realistisch. Allen Content zum Nulltarif anbieten? Nicht realistisch. Zumal die Leihfilme ähnlich wie die Musik inzwischen ein faires Preisniveau erreicht haben. Einzig die Verfügbarkeit über Ländergrenzen hinweg ist noch lausig, aber wohl weniger das Problem der Content-Industrie. Immer krassere DRM-Maßnahmen? Auch keine schöne Vorstellung. Also was ist die Alternative?

  2. Re: Was ist denn die Alternative?

    Autor: tingelchen 26.04.13 - 15:47

    Wenn das DRM System denn richtig funktionieren würde.

    Bei BR's schiebt einem der Player die Meldung durch, doch erst einmal ein Firmware Update zu machen. Sonst nix mit Filmchen gucken. Dann wird man mit Werbung und Trailern minutenlang bombadiert ohne die Möglichkeit direkt ins Menü zu springen. Bei Musik oder Büchern darf dann nur ein bestimmtes Gerät genutzt werden und wenn man es N-mal kopiert hat, wird der weitere Betrieb verweigert. Reihenweise Bücher wurden unbenutzbar, weil die DRM Server abgeschaltet wurden. Bei Spielen gibt es nur Abstürze oder Lags wegen Alway-On Mist oder das Spiel verweigert den Betrieb wegen einer obskuren Fehlermeldung (Ursache: DRM Treiber konnte nicht installiert werden. Für mich lösbar, für die meisten nicht.). Ganze Rechner werden instabil weil die Treiber nicht sauber arbeiten.

    Wenn die Lösungen wenigstens Kundenfreundlich wären und auch nur das machen würden, wozu sie da sind, ohne den Kunden mit irgend einem Scheiß zu belästigen. Wäre das alles halb so wild.

    Aber es ist nicht so.

  3. Re: Was ist denn die Alternative?

    Autor: Schnarchnase 26.04.13 - 16:25

    Die Alternative ist: Kein DRM. War das so schwer darauf zu kommen? Das haben wir aktuell im Netz genau so und es funktioniert hervorragend. Schwarzkopien wird man niemals unterbinden können, durch keine Technik der Welt. Es zu versuchen ist verschwendete Zeit und Geld.

  4. Re: Was ist denn die Alternative?

    Autor: knallivd 26.04.13 - 16:38

    @feron: Die Alternative ist "kein DRM".

  5. Re: Was ist denn die Alternative?

    Autor: mnementh 26.04.13 - 16:48

    Feron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mir mag da nichts einfallen (was absolut nichts heißen muss ;D). Und der
    > FSF anscheinend auch nicht, denn sonst wäre man ja mit konstruktiven
    > Vorschlägen gekommen und würde nicht einfach rumjammern.
    >
    > So wenig wie wir DRM mögen, so sehr ist es irgendwie doch nötig. Ob es was
    > bringt, sei mal dahingestellt. Aber die Intention der Content-Industrie
    > kann ich gut nachvollziehen. Leider werden immer die ehrlichen Kunden mit
    > irgendwelchen neuen Problemen (Maßnahmen) behelligt. Die, die sich den Film
    > sowieso über andere Quellen holen, bekommen das überhaupt nicht mit.
    >
    Hmm, DRM ist also nötig. Schauen wir mal. Wenn man einen Besen kauft, dann funktioniert er auch in den Händen von anderen Personen als denen des Käufers. Das kann natürlich von gemeinen Dieben maßlos ausgenutzt werden. Deshalb steht ja die Besenindustrie auch vorm Bankrott und Tausende Arbeitsplätze sind bedroht.

    > Und diese Leute sind das Kernproblem. Wäre ich Pachtgärtner und hätte einen
    > schönen Apfelbaum mit leckeren Äpfeln und hätte gehört, dass zwei Gärten
    > weiter Abends immer Leute über den Zaun geklettert kommen und die Äpfel vom
    > Baum klauen, würde ich auch darüber nachdenken meinen Zaun gegen einen
    > höheren auszuwechseln.
    >
    Nene, das ist kein DRM. DRM ist, dass Du Deine Äpfel vergiftest und mit dem Apfel das nötige Gegengift verkaufst. Damit nicht die Diebe einen Apfel kaufen und dann Deinen Garten leerfressen, muss jeder Apfel natürlich individuell vergiftet werden. Das erfordert natürlich ein geeignetes DRM-System, welches immer das richtige Gegengift dem Apfel zuordnen kann, aber von Kleinigkeiten lassen wir uns nicht aufhalten.

    Übrigens, dies ist meine Idee, versuchst Du damit Deine Apfel-Plantage zu schützen ohne an mich Lizenzgebühren zu zahlen, dann hetze ich Dir die Apple-Anwälte auf den Hals.

    > Nichts anderes ist das Problem mit der Content-Industrie. Und das größte
    > Problem ist doch, dass es keine aussagekräftigen, wirklich unabhängigen
    > Statistiken dazu gibt. Man weiß nicht sicher, ob der Industrie ein Schaden
    > dadurch entsteht. Insofern ist das ein Teufelskreis. Neue Mechanismen
    > werden immer geknackt und dann sind wir irgendwann bei unserem
    > Stacheldrahtzaun mit Selbstschussanlage. Beide Seiten tragen da Schuld.
    >
    Mein Apfel-DRM ist unknackbar. Alles andere ist Legende. Dennoch will ich natürlich dass ein Umgehen meines DRM unter Strafe gestellt wird.

    > Ich denke die Chain of Trust bei den HDMI-Geräten funktioniert relativ gut
    > und stellt die Kunden nicht vor irgendwelche Probleme (im Normalfall).
    > Sogar Silverlight ist für die Mehrheit der Nutzer ohne Probleme zumutbar.
    > Nichtsdestotrotz ist es gut, dass Silverlight (wie auch Flash) langsam
    > unwichtig werden.
    >
    Genau, die Chain funktioniert super. Niemand braucht Open-Source-Player für legal erworbene Medien.

    > Was ist also die Lösung des Problems? Nur noch gute, ehrliche Menschen?
    > Dann bräuchten wir gar keine Schutzmechanismen und alles wäre gut. Nicht
    > realistisch. Allen Content zum Nulltarif anbieten? Nicht realistisch. Zumal
    > die Leihfilme ähnlich wie die Musik inzwischen ein faires Preisniveau
    > erreicht haben. Einzig die Verfügbarkeit über Ländergrenzen hinweg ist noch
    > lausig, aber wohl weniger das Problem der Content-Industrie. Immer krassere
    > DRM-Maßnahmen? Auch keine schöne Vorstellung. Also was ist die Alternative?
    Wie wäre es damit, den ehrlichen Kunden zu vertrauen und die Diebe rechtlich zu belangen. So wie bei den Besen. Wie langweilig.

  6. Re: Was ist denn die Alternative?

    Autor: Feron 26.04.13 - 18:03

    Jetzt macht aber mal halblang. Ich finde DRM auch nicht toll, aber einige scheinen bei diesem Thema (wohl auch aus gutem Grund) völlig auf Rot zu schalten und alle Fakten auszublenden.

    Das mit dem Besen ist ja mal eines der schlechtesten Beispiele. Hätte das nicht wenigsten ein Auto-Beispiel sein können?! xD

    Einen Besen kann man kaum mit immateriellen Gütern vergleichen. Das sollte jedem klar sein. Den Besen gibt es einmal. Es ist deiner. Du kannst ihn verbrennen und dem nächstbesten über die Rübe ziehen. So ist es mit einer Blu Ray. Es ist deine. Du kannst sie als Spiegel benutzen oder sie in kleine Scheibchen vor dein Fenster hängen. Was dir nicht gehört ist der Film darauf. Mit einem Buch erwirbst du ebenso nicht den Inhalt bzw. die Rechte am Text, sondern eine Kopie davon, die du lesen darfst. Oder verleihen oder auf dem Dachboden vergammeln lassen.

    Wer dafür ist das Eigentum anderer Leute, von dem man lediglich eine Kopie für den Eigenbedarf erworben hat, beliebig zu kopieren und weiter zu verteilen, der sollte seinen Unrechtsdetektor vielleicht mal ein wenig kalibrieren. Es ist nichts falsch daran, dass die Urheber versuchen ihre Werke zu schützen. Und da heute jeder 14 Jährige Weltmeister im kopieren ist, ist das auch verständlich.

    Sicher, DRM geht an vielen Stellen zu weit und ist für einige Benutzer ein Ärgernis (die Mehrheit der Leute stört sich aber nicht daran, weil sie kein Linux haben oder Open Source Player benutzen), aber die Mehrheit dürfte keine Probleme mit ihren Blu Rays haben.

    Wichtig ist, dass die DRM Maßnahmen sich nicht restriktiver werden. Bei Silverlight war das doch gut gelöst. Der Nutzer hat eine Lizenz erworben und kann sich den Film 48 Stunden lang ansehen. Ich finde nicht, dass es hier Probleme gibt, die völlig gegen DRM sprechen.

    Kein DRM ist aber sicher keine Lösung. Denn dann kann ich ja online alles problemlos angucken. Und nachdem ich den Film einmal geliehen habe bei meinen Freunden rumgeben. So sind die Menschen, das ist die Realität.

  7. Eben und deshalb bleibt die einzige Alternative: Verzicht dieser Luxusgüter

    Autor: Anonymer Nutzer 27.04.13 - 08:02

    tingelchen schrieb:
    -----------------------------------------------------
    > Wenn die Lösungen wenigstens Kundenfreundlich wären und auch nur das machen
    > würden, wozu sie da sind, ohne den Kunden mit irgend einem Scheiß zu
    > belästigen. Wäre das alles halb so wild.
    >
    > Aber es ist nicht so.

    Absolute Zustimmung.
    Und genau deshalb bleibt die einzige Alternative: Verzicht dieser Luxusgüter, dann spare ich mir Nerven und Geld.

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