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eigenes Ad-Netz födern?

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  1. eigenes Ad-Netz födern?

    Autor: wanderfalke 13.12.13 - 16:09

    Hallo zusammen,

    neben den angesprochenen NSA und Privacy-Gedanken frage ich mich bei diesen Sachen immer: Will Google wirklich den Nutzer schützen, oder Konkurrenz im Ad-Markt verdrängen. Wenn sie die relevanten Informationen und Tracker der Konkurrenz filtern, werden deren Maßnahmen wirkungslos. Dies würde potentiell dazu führen, dass sie:
    a) Kunden an Google verlieren, oder
    b) mit Google zusammenarbeiten müßten, im Sinne von hier habt ihr unser Wissen, bitte filtert uns nicht mehr

    Zugegeben, ich unterstelle damit Google böse Absichten, aber bei der Art und Weise, wie sie ihr Ad-Netz ausbauen und verteidigen kommen mir immer mehr diese Monopol-Gedanken. Den letztlich könnten ja auch gänzlich andere Dienste damit unterdrückt werden. Ich denke an eine Alarm-Information ala: Wenn der User die E-Mail nicht innerhalb von 2 Stunden gelesen hat, sende ihm eine SMS. Wäre zum Beispiel bei Flugbuchungen und der Ankündigung einer Flugzeitverschiebung nett. Ist ein simples Beispiel, aber ein komplexeres Szenario kann sich jeder sicherlich selbst ausdenken.

    Gruß

  2. Re: eigenes Ad-Netz födern?

    Autor: Egon E. 13.12.13 - 17:11

    Für das beschriebene Szenario gibt es Empfangsbestätigungen (die vom Client natürlich unterstützt werden müssen). Methoden, bei denen der Nutzer nicht mitbekommt, dass er "überwacht" wird, sind meines Erachtens sehr bedenklich.

    Wie im Artikel beschrieben, kann der zwischengeschaltete Proxy Tracking nicht verhindern, schützt aber ein Stück weit die Privatsphäre des Nutzers. Dass Google die Interessen der Nutzer wichtiger sind, als die von zweifelhaften Werbenetzwerken, kann ich nur begrüßen. Es kann sein, dass da noch andere Interessen dahinterstecken, das ist aber reine Spekulation. Es spielt aus meiner Sicht auch keine Rolle, Google geht hier zweifellos den richtigen Weg.

    PS: Ich würde empfehlen, das automatische Laden von Bilder komplett abzuschalten.

  3. Re: eigenes Ad-Netz födern?

    Autor: wanderfalke 13.12.13 - 18:30

    nun, klar ist es der bessere weg, so etwas über die empfangsbestätigung zu erledigen. allerdings ist es doch ein feature, was nicht flächendeckend unterstützt wird. zumindest kenne ich eine reihe von mailclients, die dies nicht können.

    auch sage ich ja nicht, dass der benutzer nichts mitbekommen soll. so könnte google ja stattdessen eine warnung ausgeben, im sinne anforderung enthält personenbezogene daten, wollen sie dies wirklich tun. da gibt es sicher viel spielraum und ideen.

    der schutz der privatsphäre ist sicher ein hehres ziel, jedoch glaube ich es google an der stelle nicht. wie kommst du darauf, dass googles ad-netz unzweifelhaft ist, aber ein anderes nicht? dies ist eine einordnung, die ich nicht verstehen kann. denn auch google trackt wie sau, und liegt mit seinen trackern ganz weit vorn in meinen block statistiken. also warum verweigern sie der konkurrenz, was sie selbst tun und für redlich erachten? dies wird dann mit verbesserung der nutzungserfahrung umschrieben. das ich nicht lache.

    die erinnert mich an das thema der third-party cookies. da ist google über mozilla auch ganz groß dabei, diese zu sperren, sofern der nutzer nicht schon die domain besucht hat. dumm nur, dass google jeder im laufe des tages vermutlich ansurft, sofern er google nicht absichtlich boykottiert. somit werden also ebenfalls alle cookie-tracking maßnahmen der konkurrenz blockiert. damit gewinnt auch google hier einen riesen vorteil.

    sicherlich ist es nur immer ein bisschen vom markt. hier etwas, da etwas. aber diese peanuts machen bei google milliarden aus. und sind wir doch mal ehrlich: kostenfreie angebote müssen bezahlt werden. und z.b. ein online shop kann auch redliche absichten haben, wenn er seine marketing maßnahmen optimieren will. zum beispiel mir nur newsletter mit inhalten schicken, welche mich interessieren, sprich auf welche ich reagiere.

    nicht falsch verstehen. ich bin für privatsphäre und gegen die auswüchse des tracking. ich habe leider gerade auch kein besseres modell, wie man dies organisieren könnte. dennoch bin ich der meinung, dass google hier die privatsphäre als feigenblatt für brutalste marktverdrängung missbraucht.

    by the way: wozu überhaupt html mails? ich bevorzuge eh txt-mails. :D

  4. Re: eigenes Ad-Netz födern?

    Autor: Egon E. 13.12.13 - 19:25

    wanderfalke schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > auch sage ich ja nicht, dass der benutzer nichts mitbekommen soll. so
    > könnte google ja stattdessen eine warnung ausgeben, im sinne anforderung
    > enthält personenbezogene daten, wollen sie dies wirklich tun.

    So ähnlich wird es ja gemacht. Wenn Bilder blockiert werden, kann man diese selbst nachladen lassen. Und Google kann nicht feststellen, ob es sich einfach nur um "gutartige" dekorative Grafiken handelt oder um Werkzeuge zum Tracking. Also muss entweder alles blockiert werden oder gar nichts.

    > wie kommst du darauf, dass googles ad-netz
    > unzweifelhaft ist, aber ein anderes nicht?

    Das habe ich so nicht gesagt. Der Punkt ist jedoch, dass Google schlecht zwischen seriösen und unseriösen Absendern unterscheiden kann. Zumindest nicht zuverlässig. Und wer möchte schon, dass jeder Spam-Versender darüber informiert wird, mit welcher IP eine Mail geöffnet wird?

    > denn auch google trackt wie sau, und liegt mit
    > seinen trackern ganz weit vorn in meinen block statistiken. also warum
    > verweigern sie der konkurrenz, was sie selbst tun und für redlich erachten?

    Es ist ein kleiner aber feiner Unterschied, ob mein Mail-Dienstleister mein Verhalten selbst analysiert (das machen sie alle) oder ob meine Zugriffe an Dritte weitergeleitet werden. Wenn ich einen anderen Dienstleister nutze, möchte ich genauso wenig, dass Google mitschneidet, wann ich welche Mail öffne.

    > dies wird dann mit verbesserung der nutzungserfahrung umschrieben. das ich
    > nicht lache.

    Google ist kein gemeinnütziges Unternehmen. Man davon ausgehen, dass solche Entscheidungen immer im Sinne des Unternehmens sind und nicht aus reiner Nächstenliebe gefällt werden. Aber "im Sinne des Unternehmens" kann auch heißen, dass man Wert darauf legt, dass das Thema Datenschutz offensiv angegangen wird, damit die User sich gut aufgehoben fühlen.

    > dennoch bin ich der meinung, dass google hier die
    > privatsphäre als feigenblatt für brutalste marktverdrängung missbraucht.

    Tut mir leid, aber ich lese da einfach nur einen Groll gegen ein bestimmtes Unternehmen. Wenn sich andere Unternehmen dieses Themas annehmen würden, wäre das in Ordnung und die Entscheidung, die User zu schützen, wäre die richtige. Bei Google ist es egal, was sie machen. Sie machen es (in den Augen einiger Menschen) falsch. Wenn Google sich für die Aidsforschung einsetzt, wird das wahrscheinlich auch kritisiert, mit der Begründung, man wolle nur Gott spielen und kranke Menschen auf der ganzen Welt von sich abhängig machen.

    > by the way: wozu überhaupt html mails? ich bevorzuge eh txt-mails. :D

    Klar.

  5. Re: eigenes Ad-Netz födern?

    Autor: wanderfalke 13.12.13 - 19:48

    hallo nochmal, :)

    Egon E. schrieb:
    > So ähnlich wird es ja gemacht. Wenn Bilder blockiert werden, kann man diese
    > selbst nachladen lassen. Und Google kann nicht feststellen, ob es sich
    > einfach nur um "gutartige" dekorative Grafiken handelt oder um Werkzeuge
    > zum Tracking. Also muss entweder alles blockiert werden oder gar nichts.

    nun, zum beispiel könnte man über die vereinigung der werbetreibenden eine whitelist führen, welche dann abgeglichen wird. dies erfolgt ja im wesentlichen sinne über die zertifikate im browser auch.

    > Und wer möchte schon, dass jeder Spam-Versender darüber
    > informiert wird, mit welcher IP eine Mail geöffnet wird?
    in diesem fall wird (per web gmail) kann man ja den proxyansatz verwenden und über google die bilder nachladen. so würde eine ip von google verwendet. das ich google benutze, wissen sie ja bereits. oder gibt es da ein größeres hemmnis, welches ich übersehe? ok, man müßte in die mail "eingreifen" und würde sie so ändern ... mh. alternativ wäre eine art sandbox denkbar, innerhalb vom web-gmail, welche über ne art nat die anfragen in eine google anfrage ändert.

    > Es ist ein kleiner aber feiner Unterschied, ob mein Mail-Dienstleister mein
    > Verhalten selbst analysiert (das machen sie alle) oder ob meine Zugriffe an
    > Dritte weitergeleitet werden. Wenn ich einen anderen Dienstleister nutze,
    > möchte ich genauso wenig, dass Google mitschneidet, wann ich welche Mail
    > öffne.
    es ist ja nicht immer und unbedingt ein zugriff dritter, siehe mein online-shop beispiel. da habe ich über das bestellen des newsletters meine einwilligung gegeben. insbesondere sehe ich deine argumentation als nicht stichhaltig an, da google es im mailverkehr genauso macht. wenn ich dir eine email schreibe, möchte ich auch nicht, dass ein dritter diese liest. wenn du allerdings ein gmail account hast, vertritt google die auffassung, dass ich damit einverstanden bin, da ich ja als ihr nicht-kunde, es wissen müsste und damit mich einverstanden erkläre, weil ich dir ja eine mail schicke.

    > Google ist kein gemeinnütziges Unternehmen. Man davon ausgehen, dass solche
    > Entscheidungen immer im Sinne des Unternehmens sind und nicht aus reiner
    > Nächstenliebe gefällt werden. Aber "im Sinne des Unternehmens" kann auch
    > heißen, dass man Wert darauf legt, dass das Thema Datenschutz offensiv
    > angegangen wird, damit die User sich gut aufgehoben fühlen.
    dem stimme ich grundweg zu. wenn auch der letzte satz eine vermutung ist, wie die meinigen bzgl. googles absichten. :D

    > Tut mir leid, aber ich lese da einfach nur einen Groll gegen ein bestimmtes
    > Unternehmen. Wenn sich andere Unternehmen dieses Themas annehmen würden,
    > wäre das in Ordnung und die Entscheidung, die User zu schützen, wäre die
    > richtige. Bei Google ist es egal, was sie machen. Sie machen es (in den
    > Augen einiger Menschen) falsch. Wenn Google sich für die Aidsforschung
    > einsetzt, wird das wahrscheinlich auch kritisiert, mit der Begründung, man
    > wolle nur Gott spielen und kranke Menschen auf der ganzen Welt von sich
    > abhängig machen.
    nun, dem ist nicht so. ich nutze selbst google. jedoch sehe ich hier ein monopol auf vielen gebieten wachsen. und im sinne der nsa affäre ist dies vorallem bei persönlichen daten extrem gefährlich. daher plädiere ich auch für diversität aller orten: viele ad-netzwerke, viele mail-anbieter, viele suchmaschienen .... falls du verstehst. ich würde mich zwar fragen, aus was für einen grund google in die aidsforschung investieren sollte, würde dies aber nicht verteufeln. soetwas ist immer zu begrüßen. da wird mr. gates mit seiner stiftung allerdings ähnliches unterstellt. und, um den gedanken abzuschließen, auch hier kann man (google vs. ms) vielen menschen klischeedenken unterstellen. in die eine und in die andere richtung. :D

    und nochwas: du unterstellst auch gleich allen firmen die tracken negative absichten. ;) kann ja wie gesagt auch ne gewünschte beziehung sein. ok, spam ist vermutlich häufiger ... aber in der regel haben die ja die mailadresse irgendwo her. und oft, weil in jedes feld, wo mail-adresse davor steht, der deutsche auch was reinschreibt. :D

    > > by the way: wozu überhaupt html mails? ich bevorzuge eh txt-mails. :D
    >
    > Klar.
    den versteh ich nicht. sarkasmus?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.12.13 19:58 durch wanderfalke.

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