Abo
  1. Foren
  2. Kommentare
  3. Internet
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Energie: Wie Mikroben Methan mit…

Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

  1. Thema
  1. 1
  2. 2
  3. 3

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: Bernd_W 23.08.19 - 13:28

    Windstrom, der durch Aus-dem-Wind-drehen der Anlagen zur Netzstabilisierung durch die Lappen geht:
    1. Quartal 2019:
    3,265 Mrd. kWh

    Dafür wurden an Entschädigungen bezahlt:
    364 Millionen Euro

    Entschädigung also: 11,15 ct / kWh

    Gaspreis in Deutschland aktuell: 2,7 ct / kWh (zzgl. Steuern; Endpreis für Endkunden ca. 6,5 ct/kWh)

    Angenommen, man könnte den Strom zum selben Preis nutzen, für Power to Gas:
    Bei 60% Wirkungsgrad:
    Preis für "CO2-neutrales Gas": 18,5 ct / kWh

    PLUS: Anlageninvestition, möglicher Profit etc.

    --> Dieses Gas ist ca. 7+x fach teurer als fossiles Gas

    Grund:
    Windkraft wird in D mit Subventionen zugeballert. Das verhindert Wettbewerb und Kosteneffizienzbestrebungen

    Lösung:

    (TRIGGER-WARNING, JEDER NUR 1 STEIN)

    .
    .
    .

    In abgeschriebenen Atomkraftwerken im Ausland kann man Strom für 0,7 ct/kWh erzeugen (kein Witz).
    Daraus kann man sehr preiswert dieses "Erd"gas erzeugen.
    Das klappt auch bei Off-Grid-Wasserkraftwerken, die man nicht mehr braucht (davon gibt es nur wenige).

  2. Re: Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: phade 23.08.19 - 13:53

    Der Preis würde doch dann dazu führen, dass sich alle, die Gas verbrennen mal eine andere Lösung suchen (Wärmepumpen z.B., Elektroheizung und Warmwasser mit PV und Akku etc).

    Das Geld für Nordstream 2 hätte man mal in Forschung und Anschaffung von solchen Anlagen stecken sollen.

  3. Re: Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: 0IO1 23.08.19 - 15:37

    Hm, leckerer Strom aus Tihange. Warum bin ich nicht selbst drauf gekommen? Jetzt, wo die Jodtabletten bundesweit ausgeliefert werden, kann ja nichts mehr passieren.

  4. Re: Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: AllDayPiano 23.08.19 - 15:57

    Ich muss da schon widersprechen. Die Stromgestehungskosten sind in Deutschland enorm hoch. Umlagen würden hier allerdings gar nicht fällig werden. Aktuell ist Solarstrom günstiger, als alle fossilen Quellen einschließlich Atomstrom (der nur so günstig ist, weil er ebenso sehr stark subventioniert ist). Ich habe eine Zahl von 9ct./kWh im Kopf.

    Bei einem Wirkungsgrad von 50% bedeutet das, dass die kWh für 18ct. produziert werden kann.

    Darüber hinaus wird man mehr Erdgas brauchen. Urplötzlich will man Ölheizungen abschaffen - wie praktisch, dass NS 2 jetzt bald fertig ist. Blöderweise heizen halt knapp 20 Mio. Deutsche mit Öl. Woher also die Energie nehmen? Wärmepumpen? Dafür ist es im Winter zu kalt, und es gibt zu wenig regenerative Quellen. Gas ist die aktuell einzig sinnvolle Lösung, wenn es nachhaltig produziert werden kann.

    Ich sags ja immer wieder: Wir brauchen ein Nord-Afrika-Abkommen, dort eine politisch stabile Situation und brauchen jede Menge PV dort unten!

  5. Re: Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: phade 23.08.19 - 16:12

    Nö, du brauchst eine Kombination aus X Techniken.

    PV auf jedem Dach. Windkraft auch in Bayern bitte. Elektrolyse und Methanisierung im Gross- und Kleinformat. Biogas. Frei wählbare Antriebe für die Verbraucher: Wasserstoff, Biogas, H2 für Autos und LKW und Wasserstoff- oder Elektroheizung für zu Hause. Ökostrom für die Bahn. BHKW, Micro-KWK, Wärmepumpen, Speicherung als Methangas, Industriesalz oder Wasserstoff. Alles heute machbar.

    Und wenn du das geschickt kombinierst und förderst und in Masse herstellst, wird 100% Klimaneutralität richtig billig. Weil du ein intelligentes Baukastensystem bauen kannst, das in Echtzeit Bedarf und Erzeugung steuern kann. Zentral und dezentral. Jeder, wie er will, es bezahlen will und kann.

    PV so für ca. 15 TEUR , dazu so eine Picea-Anlage von HPS für 50 TEUR und dein EFH ist so für 65 TEUR autark. Das ganze Jahre über. Eine normale Heizung kostet so 20 TEUR. Also los ... 50% Förderung vom Staat für PV und 100% auktarke Lösungen, bei 15 TEUR Mehrkosten für mich, bin ich sofort dabei, weil es sich schon nach 5 Jahren lohnt und eben nicht wie aktuell bei einer PV ab so 15 Jahren, wenn man Glück hat.

    Du musst nur die Subventionen verschieben. Und d.h. man muss es wollen.
    Beispiel ? PV und Hausakkus werden nicht mehr gefördert. BHKW gar nicht mehr. KWK-Systeme nur noch gering. Alles eingedampft und reduziert worden. Und was wird gefördert ? Pelletheizungen, die massiv CO2 in die Umwelt pusten, anstatt die Bäume stehen zu lassen. Lachhaft.

    Und wie geil ist es denn, dass die Ingenieure in Deutschland das alles schon beherrschen und hier bauen ? Das die CDU da nicht voll drauf einsteigt, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern, schnall ich einfach nicht.



    5 mal bearbeitet, zuletzt am 23.08.19 16:28 durch phade.

  6. Re: Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: AllDayPiano 23.08.19 - 16:30

    Die verranzte Umweltpolitik (auch unter Rot/Grün!) kann man einfach in die Tonne kloppen! Man hat den kompletten EE-Sektor ruiniert, was in den letzten Jahren etwa 150.000 Arbeitsplätze gekostet hat. Obendrauf hat man noch so schwachsinnige Dinge wie den Atomausstieg beschlossen.

    Ja, Kernkraft ist scheiße, weil gefährlich, weil ein Müllproblem. Aber hätten da 30 Kastoren mehr jetzt das Kraut noch fett gemacht?

    In erster Linie hat man mal RWE & Co. in die Karten gespielt, indem man alles planiert hat, was an deren Versorgungsbereich vorbei geht. Jetzt nochmal den grandiosen Kohleausstieg bis 2045 mit Milliarden-Entschädigungen (die Kraftwerke wären zum größten Teil eh bis dahin abgeschaltet worden) "gefeiert" und hat damit indirekt die Laufzeiten sogar verlängert, weil die Anlagen jetzt bis 2045 weiter laufen werden! Und dann das geheule um 6000 Arbeitsplätze. Die wären so oder so verloren gegangen, weil kein Kraftwerk länger läuft, als es von technischer Seite aus möglich ist.

    Deutschland war damals auf einen guten weg. Aber lieber wählt man eine Weiter-so-wir-schaffen-das, anstatt jemanden zu wählen, der wirklich umgraben will - also alles, außer CDU/CSU, SPD, FDP und AfD.

    Alleine der Irrsinn mit den BHKW. Da hat man eine Zertifikatpflicht eingeführt, die dazu geführt hat, dass jetzt "zertifiziertes" Palmöl aus gerodeten Regenwaldflächen in den Kraftstoff gefüllt wird, anstatt es so zu belassen, dass deutsches Rapsöl verfeuert wird.

    Die Bauern kommen nicht umhin, einen Wechsel in der Fruchtfolge einzuhalten. Raps wäre ideal dazu gewesen. Stattdessen wird nurnnoch Getreide und Mais angepflanzt. Die Böden packen das gar nicht, und sind biologisch ohnehin schon komplett tot. Dagegen werden tonnen von Kunstdünger eingesetzt, der schon jetzt einige Landstriche in Deutschland komplett zerstört hat, und Äcker erzeugt hat, auf denen nichts mehr angebaut werden kann.

    Ja, Du hast recht - nicht DAS EINE System hätte geholfen, sondern viele. Dass man jetzt die E-Mobilität so stark forciert, obwohl Gas als Brückentechnologie so viele Probleme vermindern würde, ist mir unverständlich. Und wärend man noch diskutiert, sind einige Bungu Bungu Länder schon weitaus weiter, als wir.

  7. Re: Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: phade 23.08.19 - 16:39

    Bungu, Bungu ? Nö. Selbst die Skandinavier und Kalifornien sind in wenigen Jahren 100% klimaneutral. Island ist wohl am schnellsten dabei, aber die haben noch zusätzlich die Geothermie im Baukasten.

    Stell dir mal vor, wenn Heizung und Speicherung selbst zusammenzupuzzeln wären, dann folgt gleich darauf das Auto. Jeder, der einen Akku (egal ob jetzt Wasserstoff, Methan oder Strom) im Haus hat, plant den doch gleich so gross, dass das nächste Auto darüber betankt wird und das eBike wird zum ausprobieren doch sofort mitgekauft. Wenns billiger ist ? Und wenn das eAuto noch nicht für die Vielfahrer reicht ? Ok, fährt er halt die alte Karre auf der Langstrecke weiter, mit Bio-Gas. Die Umrüstung sollte kostenlos sein.

    Danach springen die Immobilienhaie auf den gleichen Zug und verticken Ihre Wohnungen inklusive Strom und basteln dir die Strom- oder Biogastankstelle gleich in die Tiefgarage. Biogas anstatt Gülle. Die Bauern werden zu Energiebauern.

    Alle bundeseigenen Einrichtungen werden sowieso gleich zu 100%iger klimaneutralität verdonnert. Fertigstellung in 2 Jahren bitte. Das gibt einen Schub für die Hersteller und Installateure, den ich mir gar nicht vorstellen kann. In 5 Jahren kosten dann klimaneutrale Antriebe und Anlagen weniger als konventionelle.

    In 10 Jahren könnte der Benziner ein Oldtimer sein.

    Man muss nur dabei sein wollen. Und endlich die Aktiengewinne massiv abschöpfen. Du stellst was her, was in der Kette und dem Ergebniss nicht klimaneutral ist ? Pech, gibt 30% Steuern auf deinen Gewinn. Und die klimafreundlichen Firmen werden zu 30% befreit. Die Aktienbörsen schwenken sofort und pumpen ihr Geld in die richtigen Firmen. Endlich Ökosmartphones überall. Preiswertes lokales Bio-Vegetarier-Fresschen für alle. Klamotten hier in Deutschland hergestellt, aus hier angebautem Hightech-Hanf, der dir dein Smartphone gleich per Bio-Kinetik mit auflädt. Usw.

    Das Wort "Steuern" kommt eben von steuern.



    12 mal bearbeitet, zuletzt am 23.08.19 16:57 durch phade.

  8. Re: Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: Hello_World 24.08.19 - 08:47

    0IO1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hm, leckerer Strom aus Tihange. Warum bin ich nicht selbst drauf gekommen?
    > Jetzt, wo die Jodtabletten bundesweit ausgeliefert werden, kann ja nichts
    > mehr passieren.

    Die Verteilung von Jodtabletten hat keinerlei sachliche Begründung, da die Kernkraftwerke Europas in den vergangenen Jahren faktisch immer sicherer geworden sind. In deutschen Kernkraftwerken kam es seit vielen Jahren nicht mehr zu Störfällen (INES-2 oder höher). Auch französische Kernkraftwerke wurden immer wieder nachgerüstet, um die Sicherheit zu verbessern.

    Da es also sachlich unbegründet ist, warum wird es dann gemacht? Ich kann mir nur einen Grund vorstellen: erstmals seit vielen Jahren wird wegen des Klimawandels wieder über Kernenergie diskutiert. Also müssen interessierte Kreise wieder die üblichen Ängste schüren, und was ist dazu wohl besser geeignet als die Verteilung von Jodtabletten? Denn das suggeriert ja, dass es eine unmittelbare Bedrohung gäbe. Wie man an deinem Beitrag sieht, hat es auch super funktioniert.

    Betrachtet man die Fakten, kommt man zu einem anderen Bild: Kernenergie ist eine der sichersten Energieformen überhaupt.
    https://ourworldindata.org/what-is-the-safest-form-of-energy

  9. Re: Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: phade 24.08.19 - 11:22

    Das Problem mit der Kernenergie ist, dass du aus ganz wenig Material Unmengen Energie erzeugst, die schlussendlich in Form von Wärme den Planeten weiter aufheizt.

    Die Lösung der Klimakatastrophe kann aber nur sein, dass du bereits vorhandene Wärme (und Wind ist faktisch Bewegungsenergie und somit auch wieder Wärme) nutzt und umwandelst, um sie für unsere Zwecke zu nutzen.

  10. Re: Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: TheHunter 24.08.19 - 13:01

    Ähh die Abwärme unserer Geräte hat mit dem klimaproblem gar nix zu tun das ist viel zu wenig um einen Einfluss haben



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 24.08.19 13:03 durch TheHunter.

  11. Re: Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: bombinho 24.08.19 - 14:05

    Bernd_W schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Windstrom, der durch Aus-dem-Wind-drehen der Anlagen zur Netzstabilisierung
    > durch die Lappen geht:
    > 1. Quartal 2019:
    > 3,265 Mrd. kWh
    >
    > Dafür wurden an Entschädigungen bezahlt:
    > 364 Millionen Euro
    >
    > Entschädigung also: 11,15 ct / kWh
    >[...]
    > --> Dieses Gas ist ca. 7+x fach teurer als fossiles Gas

    Hier hast du ein fast logisches Argument gebracht. Jedoch kann die Regelung eben auch vorsehen, dass die Anlagenbetreiber die Windkraft weiterhin bezahlt bekommen, wie vorher, nur dass sie den Strom stattdessen liefern muessen. Die Endkunden muessen die Umlagen dafuer ja sowieso bezahlen und bisher steht da keine Aenderung zur Debatte.

    Zusaetzliche Kosten: 0,00¤

    Energiekosten pro Kubikmeter Gas: 0,00¤ x Kubikmeter Methan = 0,00¤/Kubikmeter.

    Da aber ein wirtschaftliches Interesse besteht, kann man die Anlagenbetreiber, die das Gas liefern, zu einem Prozentsatz an den Entschaedigungen beteiligen und damit jeden beliebigen Gaspreis realisieren und dabei auch noch die Umlagen senken.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 24.08.19 14:08 durch bombinho.

  12. Re: Technisch machbar, ... meine Kritik

    Autor: bombinho 24.08.19 - 14:23

    Ich waere ja fuer die Nutzung der bereits installierten Speicher. Kein EE-Heizungs-/WW-System kommt ohne grosszuegige Speicher aus. Fast alle dieser Speicher haben Heizelemente oder koennen einfach nachgeruestet werden. Diese Speicher koennten problemlos auf Kommando ans Netz gehen und den Wind- oder Solarstrom abnehmen, der ohnehin vorhanden waere.

    Dazu braeuchte es nur einen Zaehlerwechsel. Witzigerweise werden per Gesetz in Deutschland (EU) saemtliche Energiezaehler gegen "intelligente" Zaehler gewechselt.
    Aber ach, die sind gar nicht intelligent und koennen Verbraucher zuschalten oder abwerfen, obwohl diese Technologie seit Jahrzehnten existiert (Horstmann baut sowas seit Ewigkeiten).
    Nein, die zutschen nur Strom und Daten.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.08.19 14:38 durch bombinho.

  13. Re: Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: M.P. 24.08.19 - 15:05

    Das musst Du mir erklären, wie ein Druckbehälter mit jedem abgelaufenen Betriebsjahr immer sicherer werden kann....

    Wenn die Druckbehälter unserer stillgelegten Atomkraftwerke sicherer sind, als neue Druckbehälter, könnte man sie ja vielleicht noch auf dem Gebrauchtmarkt loswerden. Die Chinesen haben ja schon ganze Stahlwerke in Deutschland gekauft, demontiert und in China wieder aufgebaut ;-)

  14. Re: Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: Hello_World 24.08.19 - 19:19

    M.P. schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das musst Du mir erklären, wie ein Druckbehälter mit jedem abgelaufenen
    > Betriebsjahr immer sicherer werden kann....
    Das wird er nicht, er wird aber auch nicht unsicherer. Durch die Neutronenstrahlung versprödet der Stahl mit der Zeit, aber das wird natürlich bei der Auslegung der Druckbehälter berücksichtigt.

    Der Grund, warum die Kernkraftwerke sicherer geworden sind, liegt daran, dass man in Deutschland nach 2011 die weniger modernen Reaktoren abgeschaltet hat, so dass nur die moderneren, sicheren Anlagen übrig blieben. Ferner werden Kernkraftwerke in regelmäßigen Abständen inspiziert und ggf. an aktuelle Sicherheitsnormen angepasst. Hinzu kommen Sachen wie eine veränderte Art der Beladung des Reaktors, verbesserte Notfall-Prozeduren usw. usf..

  15. Fakten zur Kernenergie

    Autor: Hello_World 24.08.19 - 19:42

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ja, Kernkraft ist scheiße,
    Nein, Kernenergie ist die Lösung.

    > weil gefährlich,
    Nein, Kernenergie ist im Gegenteil eine der sichersten Energieformen überhaupt. Die wahren Übeltäter sind Kohlekraftwerke, allein an der Luftverschmutzung (Stickoxide, Feinstaub uvm.) sterben jedes Jahr allein in Deutschland tausende Menschen.
    Auch für dich noch einmal der Link:
    https://ourworldindata.org/what-is-the-safest-form-of-energy
    Der Mythos der unsicheren Kernenergie gehört auf den Müllhaufen der Geschichte!

    > weil ein Müllproblem.
    Dieses Problem ist lösbar. Es gibt Reaktoren, die aus dem langlebigen Atommüll (Actinoide) neuen Brennstoff machen können, sog. schnelle Brutreaktoren. Das ist keine Science Fiction, solche Reaktoren laufen seit Jahrzehnten. In Russland ist der BN-600 seit 1980 in Betrieb, Frankreich hat über viele Jahre den Phénix-Reaktor betrieben. Den neuen Brennstoff kann man dann auch wieder verbrennen usw., und ganz am Ende bleiben nur noch vergleichsweise kurzlebige Spaltprodukte übrig, die nach ca. 300 Jahren praktisch vollständig zerfallen sind.
    In Deutschland hatten wir ebenfalls einen solchen Reaktor, den SNR-300 im Kernkraftwerk Kalkar, das 1985 fertiggestellt wurde. Die Inbetriebnahme wurde dann allerdings von der Anti-Atom-Bewegung bekämpft, bis das Projekt Anfang der 90er Jahre aufgegeben wurde. Es ist also die Anti-Atom-Bewegung, die dafür gesorgt hat, dass dieses Problem nicht schon längst gelöst ist.
    Und das ist jetzt nur die heute schon existierende Technologie. In Zukunft wird da noch viel mehr passieren, insbesondere der in Deutschland entwickelte Dual Fluid Reaktor ist hochinteressant, da dieser nicht nur mit Atommüll umgehen kann, sondern auch noch ohne Brennelemente auskommt, und damit ohne die komplexe und kostspielige Brennelementefertigung.

    Und die erneuerbaren? Fakt ist: es gibt heute keine effiziente und wirtschaftliche Möglichkeit, elektrische Energie zu speichern. Das wäre aber zwingend nötig, um die Energieversorgung mit erneuerbaren sicher zu stellen. Das Power-to-Gas-Gedöns ist schlichtweg viel zu teuer und ineffizient. Mit dem heutigen Stand der Technik ist die Kernenergie die einzige Lösung, und uns geht angesichts des Klimawandels allmählich die Zeit aus, um noch auf die Revolution bei den Speichern zu warten.

    > Deutschland war damals auf einen guten weg. Aber lieber wählt man eine
    > Weiter-so-wir-schaffen-das, anstatt jemanden zu wählen, der wirklich
    > umgraben will - also alles, außer CDU/CSU, SPD, FDP und AfD.
    Die Grünen sind aus der Anti-Atombewegung hervorgegangen und damit Teil des Problems, nicht Teil der Lösung. Die Linke hat erst recht nichts konstruktives in der Sache zu sagen. Aus meiner Perspektive setzt *keine* der vorhandenen Parteien hier auf das richtige Pferd. Am nächsten kommt dem noch die FDP Sachsens:
    https://twitter.com/Nuklearia/status/1164810815754498048

  16. Re: Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: AllDayPiano 24.08.19 - 20:00

    Eben. Fukushima wäre niemals passiert, wenn man nicht alle neuen Sicherheitsvorschriften nach 1960 in den Wind geblasen hätte.

    Der Regierung waren alle Mängel bekannt. Hätte sie damals nicht drauf gepfiffen wäre es noch heute ein ganz normaler Reaktor ohne Loch im Dach.

  17. Re: Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: M.P. 24.08.19 - 20:32

    Hello_World schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Neutronenstrahlung versprödet der Stahl mit der Zeit, aber das wird
    > natürlich bei der Auslegung der Druckbehälter berücksichtigt.
    >

    Das hat man damals berücksichtigt, und den Behälter so ausgelegt, dass er eben während der geplanten Betriebsdauer die Stabilität ausreichend beibehält.
    Inzwischen ist aber bei manchen Atomkraftwerken in Frankreich, Belgien und anderen Ländern die Betriebsgenehmigung um teilweise 15 Jahre gegenüber der ersten Konzeption verlängert worden.

    Da beschleicht doch das mulmige Gefühl, dass man da so lange herumgerechnet hat, bis ausreichende Stabilität "nachgewiesen" war.
    Es könnte natürlich sein, dass man irgendwelche Hinweise darauf hat, dass die Alterung des Stahls langsamer vonstatten geht, als bei den ersten Berechnungen angenommen.

  18. Re: Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: phade 24.08.19 - 21:42

    Kalkar wurde wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet, nicht wegen den Grünen oder der Anti-Atomkraftbewegung. Schnelle Brüter funktionieren nicht wirklich.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 24.08.19 21:47 durch phade.

  19. Re: Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: Hello_World 24.08.19 - 23:00

    phade schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kalkar wurde wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet, nicht wegen den Grünen
    > oder der Anti-Atomkraftbewegung.
    Es wäre ja auch zu blöd, wenn das wichtigste Argument der Anti-Atom-Bewegung, nämlich der langlebige Müll, sich auf einmal in Luft auflösen würde. Also saugt man sich halt irgendwelchen Quatsch über angeblich mangelnde Sicherheit aus den Fingern, um das Projekt zu sabotieren.

    > Schnelle Brüter funktionieren nicht
    > wirklich.
    Es gab eine ganze Reihe schneller Brüter, die funktioniert haben. Angefangen beim EBR-II (erstmals kritisch 1964) über den Phénix-Reaktor bis zur BN-Serie (BN-350, BN-600, BN-800). Der BN-600 ist seit 1980 in Betrieb und funktioniert ausgezeichnet, der BN-800 seit 2016. Es ist einfach falsch, zu behaupten, dass das nicht funktioniert, da wurden schon viele TWh Energie generiert.

  20. Re: Technisch machbar, aber hierzulande aktuell nicht sinnvoll

    Autor: phade 25.08.19 - 06:47

    Es gibt (wenn ich das richtig recherchiert habe, sorry, bin nicht so in dem Thema) vier grosse Probleme mit den schnellen Brütern.

    a) das flüssige Natrium zerfrisst dir alle Leitungen
    b) erzeugt der Brüter Plutonium (was in Frankreich als Atomnation zumindest bei den Franzosen akzeptiert wird, hier in Deutschland aber echt kritisch ist)
    c) strahlen die Reaktoren ordentlich und
    d) kommt es bei Versagen der Kühlung nicht "nur" zu einer Kernschmelze, sondern höchstwahrscheinlich gleich noch zu einer mehrfachen Atomexplosion

    Warum sollte man sowas einsetzen wollen, wenn klimaneutrale Energie und deren Speicherung absolut kein technisches Problem ist ?

  1. Thema
  1. 1
  2. 2
  3. 3

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Zum Login

Stellenmarkt
  1. VBL. Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder, Karlsruhe
  2. GRASS GmbH, Höchst (Österreich), Reinheim
  3. Schwarz Dienstleistung KG, Neckarsulm
  4. Deutsche Forschungsgemeinschaft e. V., Bonn

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-12%) 52,99€
  2. 4,99€
  3. 4,56€
  4. (-80%) 6,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Elektrautos auf der IAA: Die Gezeigtwagen-Messe
Elektrautos auf der IAA
Die Gezeigtwagen-Messe

IAA 2019 Viele klassische Hersteller fehlen bei der IAA oder zeigen Autos, die man längst gesehen hat. Bei den Elektroautos bekommen alltagstaugliche Modelle wie VW ID.3, Opel Corsa E und Honda E viel Aufmerksamkeit.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. Umfrage Kunden fühlen sich vor Elektroautokauf schlecht beraten
  2. Batterieprobleme Auslieferung des e.Go verzögert sich
  3. ID Charger VW bringt günstige Wallbox auf den Markt

TVs, Konsolen und HDMI 2.1: Wann wir mit 8K rechnen können
TVs, Konsolen und HDMI 2.1
Wann wir mit 8K rechnen können

Ifa 2019 Die Ifa 2019 ist bezüglich 8K nüchtern. Wird die hohe Auflösung wie 4K fast eine Dekade lang eine Nische bleiben? Oder bringen kommende Spielekonsolen und Anschlussstandards die Auflösung schneller als gedacht?
Eine Analyse von Oliver Nickel

  1. Kameras und Fernseher Ein 120-Zoll-TV mit 8K reicht Sharp nicht
  2. Sony ZG9 Erste 8K-Fernseher werden bald verkauft
  3. 8K Sharp schließt sich dem Micro-Four-Thirds-System an

Mobile-Games-Auslese: Superheld und Schlapphutträger zu Besuch im Smartphone
Mobile-Games-Auslese
Superheld und Schlapphutträger zu Besuch im Smartphone

Markus Fenix aus Gears of War kämpft in Gears Pop gegen fiese (Knuddel-)Aliens und der Typ in Tombshaft erinnert an Indiana Jones: In Mobile Games tummelt sich derzeit echte und falsche Prominenz.
Von Rainer Sigl

  1. Mobile-Games-Auslese Verdrehte Räume und verrückte Zombies für unterwegs
  2. Dr. Mario World im Test Spielspaß für Privatpatienten
  3. Mobile-Games-Auslese Ein Wunderjunge und dreimal kostenloser Mobilspaß

  1. Adyen: Ebay Deutschland kassiert nun selbst
    Adyen
    Ebay Deutschland kassiert nun selbst

    Ebay verspricht seinen Verkäufern, dass die Kosten für sie sinken würden. Der Austausch von Paypal als wichtigsten Zahlungsabwickler läuft an.

  2. Android: Vivo stellt Smartphone mit ultraschmalem Display-Rahmen vor
    Android
    Vivo stellt Smartphone mit ultraschmalem Display-Rahmen vor

    Das neue Nex 3 von Vivo kommt wahlweise nicht nur mit 5G-Unterstützung, sondern auch mit einem auffälligen Display: Der Hersteller gibt den Anteil des Bildschirms an der Frontfläche mit 99,6 Prozent an. Möglich machen das ein stark gekrümmter Display-Rand und der Verzicht auf Knöpfe.

  3. BSI: iOS-App der Telekom für vertrauliche Gespräche freigegeben
    BSI
    iOS-App der Telekom für vertrauliche Gespräche freigegeben

    Neben Kryptohandys dürfen Behördenmitarbeiter nun auch auf iPhones Vertrauliches miteinander besprechen - vorausgesetzt, sie verwenden eine App der Telekom.


  1. 19:09

  2. 17:40

  3. 16:08

  4. 15:27

  5. 13:40

  6. 13:24

  7. 13:17

  8. 12:34