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  5. › Energiespeicher: Heiße Steine sind…

Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

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  1. Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: /mecki78 19.06.19 - 18:14

    Die im Artikel so abfällig erwähnten Salzspeicheranlagen, die Wärme in flüssigen Salzen speichern und die als Testanlagen schon mehrfach gebaut wurden, erreichen auch schon 45%, denn bei Wärmespeichern ist das Problem die Dampfturbine. Diese hat einfach keinen guten Wirkungsgrad:

    https://www.steag.com/de/aktuelles/einblicke/salzspeicherkraftwerk/

    Dieses Verfahren lässt sich aber mit einen Druckluftspeicher kombinieren, also man speichert die Energie primär in Form von Druck, wobei allerdings viel Wärme frei wird und diese Wärme speichert man in einen Salzspeicher. In dieser Kombination sind Wirkungsgerade von 70 bis 75% möglich:

    https://www.energie-lexikon.info/druckluftspeicherkraftwerk.html

    Das ist schon relativ nahe an einem Pumpspeicherkraftwerk, das im besten Fall etwa 85% erreichen kann, da heutige Pumpen und Turbinen über 92% erreichen. Bei Pumpspeicherkraftwerken ist nur der Flächenverbrauch ein Problem, denn das Wasser muss keineswegs Trinkwasserqualität haben, man kann also so ziemlich jedes Wasser nehmen, dass einigermaßen frei von Schwebeteilchen ist, um Pumpen und Turbinen nicht zu beschädigen.

    Die Überschrift ist BTW falsch: Heißt Steine sind nicht effizienter als ein Brennstoffzelle, denn die Brennstoffzelle alleine hat eine Effizienz von 83%. Was hier gemeint ist, aber faktisch eben nicht da steht, ist dass das Verfahren effizienter ist als zuerst Wasser durch Strom in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten, dann den Wasserstoff zu komprimieren, ihn dann zu lagern und am Ende über eine Brennstoffzelle wieder in Strom zu wandeln, da der gesamte Kreislauf aktuell maximale eine Effizienz von 43% erreichen kann... was aber auch nur 2% weniger sind als das im Artikel genannte Verfahren und aktuell forscht das Forschungszentrum in Jülich daran, diesen auf bis zu 50% zu steigern, womit es dann wieder effizienter wäre als die heißen Steine:

    https://www.sonnenseite.com/de/wissenschaft/reversible-brennstoffzelle-bricht-wirkungsgrad-rekord.html

    /Mecki

  2. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: osolemiox 21.06.19 - 13:39

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die im Artikel so abfällig erwähnten Salzspeicheranlagen, die Wärme in
    > flüssigen Salzen speichern und die als Testanlagen schon mehrfach gebaut
    > wurden, erreichen auch schon 45%, denn bei Wärmespeichern ist das Problem
    > die Dampfturbine. Diese hat einfach keinen guten Wirkungsgrad:
    >
    > www.steag.com
    >
    > Dieses Verfahren lässt sich aber mit einen Druckluftspeicher kombinieren,
    > also man speichert die Energie primär in Form von Druck, wobei allerdings
    > viel Wärme frei wird und diese Wärme speichert man in einen Salzspeicher.
    > In dieser Kombination sind Wirkungsgerade von 70 bis 75% möglich:
    >
    > www.energie-lexikon.info
    >
    > Das ist schon relativ nahe an einem Pumpspeicherkraftwerk, das im besten
    > Fall etwa 85% erreichen kann, da heutige Pumpen und Turbinen über 92%
    > erreichen. Bei Pumpspeicherkraftwerken ist nur der Flächenverbrauch ein
    > Problem, denn das Wasser muss keineswegs Trinkwasserqualität haben, man
    > kann also so ziemlich jedes Wasser nehmen, dass einigermaßen frei von
    > Schwebeteilchen ist, um Pumpen und Turbinen nicht zu beschädigen.
    >
    > Die Überschrift ist BTW falsch: Heißt Steine sind nicht effizienter als ein
    > Brennstoffzelle, denn die Brennstoffzelle alleine hat eine Effizienz von
    > 83%. Was hier gemeint ist, aber faktisch eben nicht da steht, ist dass das
    > Verfahren effizienter ist als zuerst Wasser durch Strom in Wasserstoff und
    > Sauerstoff zu spalten, dann den Wasserstoff zu komprimieren, ihn dann zu
    > lagern und am Ende über eine Brennstoffzelle wieder in Strom zu wandeln, da
    > der gesamte Kreislauf aktuell maximale eine Effizienz von 43% erreichen
    > kann... was aber auch nur 2% weniger sind als das im Artikel genannte
    > Verfahren und aktuell forscht das Forschungszentrum in Jülich daran, diesen
    > auf bis zu 50% zu steigern, womit es dann wieder effizienter wäre als die
    > heißen Steine:
    >
    > www.sonnenseite.com

    Danke für die Klarstellung! Allgemein fand ich den Artikel sehr schlecht recherchiert, tendenziell und abfällig gegenüber allen vom Autor persönlich nicht befürworteten Verfahren.

  3. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: Frank Wunderlich-Pfeiffer 21.06.19 - 15:56

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Dieses Verfahren lässt sich aber mit einen Druckluftspeicher kombinieren,
    > also man speichert die Energie primär in Form von Druck, wobei allerdings
    > viel Wärme frei wird und diese Wärme speichert man in einen Salzspeicher.
    > In dieser Kombination sind Wirkungsgerade von 70 bis 75% möglich:

    Das Problem an diesen Speichern ist, dass sie nur sehr begrenzt verfügbar sind, wenn die Kavernen nicht speziell für den Speicher ausgespült werden. Zur Speicherung einer Megawattstunde Strom müssen 400-600 Tonnen Salz ausgespült und als Salzwasser in Flüsse geleitet werden. Außerdem ist die Technik auch auf Wärmespeicher angewiesen um die hohe Effizienz zu erreichen. Das derzeit einzige deutsche Druckluftspeicherkraftwerk in Huntorf verbrennt stattdessen Erdgas, um die bei der Kompression verlorene Wärme bereitzustellen.

    Die Literatur spricht auch eher von Effizienzen um 69%.

    > Die Überschrift ist BTW falsch: Heißt Steine sind nicht effizienter als ein
    > Brennstoffzelle, denn die Brennstoffzelle alleine hat eine Effizienz von
    > 83%.

    Brennstoffzellen alleine erreichen ihre theoretische maximale Effizienz nur bei minimaler Leistung. Schon bei einem kleinen Bruchteil der Nennleistung (<1%) bricht die Effizienz stark ein, weil das entstehende Wasser an der Kathode dem Sauerstoff "im Weg steht". Das Resultat ist vergleichbar mit einem Spannungsabfall durch einen elektrischen Widerstand. Die geringere Spannung senkt die Energieausbeute aus der chemischen Reaktion und damit den Wirkungsgrad.

    In der praktischen Verwendung liegt der bei rund 50-60%. (Bezogen auf den oberen Heizwert, der hier angebracht ist. Weil die Energie des oberen Heizwerts auch die Energie ist, die zur Erzeugung des Wasserstoffs aus flüssigem Wasser eingesetzt werden muss.)

    Dazu kommen aber noch die Verluste aus der Erzeugung des Wasserstoffs und der Speicherung des Wasserstoffs. (Wenn die Effizienz der Brennstoffzelle in Bezug auf den unteren Brennwert angegeben wird, dann taucht die dort vernachlässigte Energie hier noch zusätzlich bei den Erzeugungsverlusten auf.)

    > Was hier gemeint ist, aber faktisch eben nicht da steht, ist dass das
    > Verfahren effizienter ist als zuerst Wasser durch Strom in Wasserstoff und
    > Sauerstoff zu spalten, dann den Wasserstoff zu komprimieren, ihn dann zu
    > lagern und am Ende über eine Brennstoffzelle wieder in Strom zu wandeln,

    Wenn davon ausgegangen wird, dass ein Stromspeicher mit Strom geladen wird und anschließend wieder Strom erzeugt, dann muss dieser gesamte Prozess betrachtet werden. Genauso wie beim Pumpspeicherkraftwerk auch nicht nur die Effizienz der Stromerzeugung beim Ablassen des Wassers betrachtet wird, sondern der Gesamtprozess inklusive der Verluste beim Pumpen.

    Frank Wunderlich-Pfeiffer - als freier Journalist bei Golem.de unterwegs - Raumfahrt Podcast http://countdown-podcast.de/

  4. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: Eheran 21.06.19 - 17:41

    >denn bei Wärmespeichern ist das Problem die Dampfturbine. Diese hat einfach keinen guten Wirkungsgrad:

    Kleine Korrektur: Das hat mit der Turbine nicht viel zu tun. Es wäre völlig egal, wie man Wärme in Strom umwandelt, bei den gegebenen Temperaturen wäre die Effizienz immer schlecht. Einfach zu berechnen ist dieser sog. Carnot-Wirkungsgrad nach:
    Wirkungsgrad = (Hohes Temperaturniveau minus niedriges) / hohes
    Hier im Beispiel:
    600°C - 20°C / (600°C+273K) = 66%
    Mehr geht nicht. Die Turbine (bzw. alles zusammen) erreicht also immerhin 70% des möglichen Wirkungsgrades.

    Warum ich die 273K nur unten dazu addiere? Weil sie sich oben einfach wegkürzen würden, da geht es nur um die Differenz.

  5. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: cpt.dirk 22.06.19 - 00:52

    Danke für den Beitrag - mir ging Ähnliches durch den Sinn: "das ewige Festklammern an der ach so tollen Dampfturbine!".

    Vermutlich hat es damit zu tun, dass einige Konzerne nicht ihr Know-how (und die billige Produktion, ergo: gute Gewinne) mit der guten alten Technik wegzuwerfen bereit sind, bzw. Investitionen in neue Technologien scheuen, anstatt in die Erforschung und Verbreitung neuer H2-Verfahren zu investieren (die derweil von anderen Playern, wie aus China, in Angriff genommen werden).

  6. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: cpt.dirk 22.06.19 - 01:50

    Was auffällt, ist der geradezu religiöse und eifrige Glaube an die Notwendigkeit der Steigerung der "Effizienz", bzw. des "Wirkungsgrads" zu einem gegebenen Zeitpunkt.

    Diese Begriffe sind primär kapitalistischen Ursprungs, das sollte man nicht vergessen und sie dienen nicht zuletzt der Messbarkeit einer "Leistung" - die sich monetarisieren zu lassen hat.

    Der Grundlegende Aspekt an der Energieversorgung ist aber die Versorgung mit Energie und nicht dessen Monetarisierung - besser zu sehen bei genossenschaftlichen Anlagen, bei Selbstversorgern und Stadtwerken. Wichtig ist, dass sich die Anlage "trägt", im Sinne von: dass sie "ihren Zweck" erfüllt (die Versorgung mit Energie), bei einem angemessenen und möglichst geringen Einsatz von Ressourcen.

    Alles andere dient in der Regel lediglich dem Shareholdervalue von Investoren, die einmal investieren und dann auf immer Gewinn aus einem Projekt ziehen möchten - auch dann noch, wenn sich ihre Investitionen längst amortisiert haben - ein de facto parasitäres System.

    Wenn wir von Wirkungsgrad und Effizienz sprechen, müssen wir bei den Erneuerbaren Energien ein paar grundlegend neue Denkansätze berücksichtigen, wie z. B.: ein ganzheitlicher Blick und eine klima-, ökologie- und zukunftsbasierte Neuorientierung, die ein ganz anderes Wirtschaftsmodell erfordert - die Kreislaufwirtschaft.

    In dieser spielt das heute noch sakrosankt hochgehaltene (Wirtschafts-)Wachstum naturgemäß kaum eine Rolle.

    So wird eine Effizienzssteigerung eines bestimmten Energieerzeugungsverfahrens in unserem aktuellen Wirtschaftswachstumssystem lediglich zu einer Absorption und Umwandlung der gesteigerten Effizienz in mehr Wachstum und folglich in mehr Extraktion von endlichen Ressourcen münden, die künftigen Generationen (unseren Kindern und deren Kindern) nicht mehr zur Verfügung stehen werden - einmal abgesehen von der Co2-Bilanz der nämlichen Extraktionsprozesse.

    Die Aussagekraft des Wirkungsgrads eines Verfahrens zur Energiegewinnung ist in einer Kreislaufwirtschaft zweitrangig - sehr viel wichtiger ist, ob diese Energiegewinnung in der Gesamtbilanz, vom Bau einer Anlage bis zu ihrem Rückbau, positiv und nicht-extraktiv verläuft (also möglichst ohne den destruktiven Gebrauch/Verbrauch von Ressourcen).

    Dabei kommt einem H2-Verfahren zugute, dass die wichtigsten Ausgangsstoffe praktisch unbegrenzt zur Verfügung stehen (H2, O2, Si und C), für anderweitige technische Nutzung einsetzbar sind - und wieder vollständig in den Kreislauf zurückgeführt werden können.
    Was notwendig ist, sind neue, echte Kreislaufverfahren, die weniger energieaufwendig sind bei der Herstellung und ein vollständiges Recycling der Erzeugeranlagen und der Infrastruktur ermöglichen. Dann gerne auch mit mehr Wirkungsgrad.

    Vor allem aber brauchen wir dringend einen Paradigmenwechsel im Denken, im Handeln und in der globalen Art und Weise zu wirtschaften:

    Das westliche Wachstumsmodell, dem heute unglücklicherweise auch noch die Schwellen- und Entwicklungsländer nach Kräften - und zu ihrem eigenen Ruin - nacheifern, hat uns, auch als Menschheit gesehen, bereits an den Rand der Klima- und Extraktionskatastrophe gebracht.
    Wir sind dabei, die nötigen Ressourcen für unser Überleben (erdgeschichtlich gesehen) in atemberaubendem Maße "zu verbrennen".

    Mit "atemberaubend" können wir nach derzeitigem Kenntnisstand wohl von wenigen Jahrzehnten bis zum "Point of no return" ausgehen.

    Ab einem gewissen Zeitpunkt wird dann auch die Gefahr globaler Konflikte um Ressourcen rapide zunehmen. Das würde dann mit einiger Wahrscheinlichkeit irgendwann in einen atomaren, Konflikt münden, möglicherweise auf globaler Ebene - und somit ein noch früheres Ende des "Anthropozäns" einläuten.

    Die letzten Überlebenden in ihren Strahlenschutzkellern würden sich dann wohl fragen, ob es nicht effizienter gewesen wäre, frühzeitig "einen Gang zurückzuschalten" und einen ganz anderen Kurs einzuschlagen - oder ob es nicht effizienter wäre, die Zyankalikapsel dem Strahlen-, bzw. Hungertod vorzuziehen.

  7. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: Eheran 22.06.19 - 09:01

    >Vermutlich hat es damit zu tun, dass einige Konzerne nicht ihr Know-how (und die billige Produktion, ergo: gute Gewinne) mit der guten alten Technik wegzuwerfen bereit sind, bzw. Investitionen in neue Technologien scheuen
    Und? Was ist denn besser als die Dampfturbine? Wie wandelt man große Mengen Wärme besser in Strom um? Wenn du das kannst, kannst du durchaus der reichste Mensch der Welt werden. Oder du veröffentlichst dieses Wissen kostenlos, wenn du so altruistisch bist, wie es klingt.
    Aber von absurden Verschwörungstheorien hat niemand was, weder das Klima noch sonstwer.

    >Wichtig ist, dass sich die Anlage "trägt", im Sinne von: dass sie "ihren Zweck" erfüllt (die Versorgung mit Energie), bei einem angemessenen und möglichst geringen Einsatz von Ressourcen.

    Keine Ahnung, was dein Hintergrund ist... aber der geringere Einsatz von Ressourcen ist eine Kernaussage einer hohen Effizienz. Wenn man von einem Rohstoff unendlich viel Hätte, würde man damit nicht sparen. Etwa Luft, da achtet niemand drauf, ob man nicht mit weniger Luft kühlen könnte und dafür der Motor etwas heißer läuft. Weil es davon schlicht "unendlich viel" gibt. Das ist bei Kohle, Solarthermie, Kernkraft, .... nicht so. Daher will man eine hohe Effizienz. Damit eben nicht mehr als 50% der Energie durch den Kühlturm verschwinden.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.06.19 09:01 durch Eheran.

  8. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: osolemiox 22.06.19 - 09:41

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Vermutlich hat es damit zu tun, dass einige Konzerne nicht ihr Know-how
    > (und die billige Produktion, ergo: gute Gewinne) mit der guten alten
    > Technik wegzuwerfen bereit sind, bzw. Investitionen in neue Technologien
    > scheuen
    > Und? Was ist denn besser als die Dampfturbine? Wie wandelt man große Mengen
    > Wärme besser in Strom um?

    Ähm - Strom vorher gar nicht erst in Wärme umwandeln, vielleicht!? Dass der Wirkungsgrad dieses Vulkanstein-Speichers besser sei, als die Speicherung und Rückumwandlung mittels Power2Gas, ist nämlich ein reines Hirngespinst des Autors. Die hier genannten, experimentellen Gesamt-Wirkungsgrade schafft Power2Gas nämlich längst in der Praxis, die vom Autor an den Haaren herbeigezogenen angeblichen Vergleichswerte halten keiner aktuellen Überprüfung stand. Hinzu kommt die "Selbstentladung" (Wärmeverlust), was die Vulkanstein-Speicher für längerfristige Anwendungszwecke ungeeignet macht, sowie die recht hohe Anfangsinvestition.

  9. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: Eheran 22.06.19 - 12:53

    >was die Vulkanstein-Speicher für längerfristige Anwendungszwecke ungeeignet macht
    Das ist ja auch nur eine kleine Versuchsanlage...? Warum sollte die kleine Anlage schon der heilige Graal sein? 1000t Gestein sind nur eine 160m² Wohnung mit 2,5m Deckenhöhe voll. Mehr nicht. Das ist doch gar keine Größe.

    Für die Wirkungsgrade hätte ich ansonsten gerne noch eine Quelle.

  10. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: cpt.dirk 23.06.19 - 17:58

    Das mit der Skalierung / Effizienz gilt wohl ebenso bei Miniatur-Versuchsanlagen und Pilotprojekten bei H2.

    Was Quellen angeht, finde ich, man kann sich auch ruhig mal selbsttätig, z. B. auf Wikipedia schlau machen.

  11. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: Eheran 23.06.19 - 19:04

    >Das mit der Skalierung / Effizienz gilt wohl ebenso bei Miniatur-Versuchsanlagen und Pilotprojekten bei H2.

    Nein. Die Effizienz ist im Detail gering, nicht, weil irgendwas in groß besser wäre. Also sowohl die Elektrolyse als auch die rückverstromung in einer Brennstoffzelle sind intrinsisch ineffizent. Da hilft nur Forschung (Elektrolyse) bzw. eine andere Technologie (Brennstoffzelle, etwa hochtemperatur), um die effizienter zu machen.

  12. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: osolemiox 23.06.19 - 19:56

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Das mit der Skalierung / Effizienz gilt wohl ebenso bei
    > Miniatur-Versuchsanlagen und Pilotprojekten bei H2.
    >
    > Nein. Die Effizienz ist im Detail gering, nicht, weil irgendwas in groß
    > besser wäre. Also sowohl die Elektrolyse als auch die rückverstromung in
    > einer Brennstoffzelle sind intrinsisch ineffizent. Da hilft nur Forschung
    > (Elektrolyse) bzw. eine andere Technologie (Brennstoffzelle, etwa
    > hochtemperatur), um die effizienter zu machen.

    Wasserelektrolyse ist effizient genug, solange es nichts vergleichbares gibt, das ähnlich günstig und standortneutral entsprechend große Mengen an Energie über lange Zeiträume speichern kann. Die Lavasteinspeicher bilden hier bestenfalls einen Kompromiss, die Frage ist nur, ob er wirtschaftlich genug ist, um sich zwischen Power2Gas und Batterien zu positionieren.

  13. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: Eheran 23.06.19 - 20:33

    Man kann quasi die komplette Infrastruktur eines bestehendes Kraftwerks nutzen, muss nur den Speicher installieren. Das ist eine SEHR gute Möglichkeit, bestehende Technik statt mit z.B. Kohle nun mit erneuerbarer Energie einen Nutzen erbringen zu lassen. Und spart natürlich auch sehr viel Rohstoffe/Resourcen, Geld und Zeit.

  14. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: osolemiox 23.06.19 - 22:26

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man kann quasi die komplette Infrastruktur eines bestehendes Kraftwerks
    > nutzen, muss nur den Speicher installieren. Das ist eine SEHR gute
    > Möglichkeit, bestehende Technik statt mit z.B. Kohle nun mit erneuerbarer
    > Energie einen Nutzen erbringen zu lassen. Und spart natürlich auch sehr
    > viel Rohstoffe/Resourcen, Geld und Zeit.

    Ob das (verglichen mit Power2Gas und dem bestehenden Erdgasnetz) wirklich Ressourcen spart, bleibt zu bewiesen. Ich lasse mich aber gerne überraschen. Schließlich ist jeder sinnvolle Baustein der Energiewende dienlich. Sinnvoll, wie gemerkt - die neuen Stromtrassen beispielsweise stellen sich als alles andere als sinnvoll und sogar als kontraproduktiv heraus und mit den aktuell geschätzten Kosten von 35 Miliarden Euro könnte man stattdessen die gesamte in Deutschland installierte Windkraft-Leistung nahezu verdoppeln - dort wo sie wirklich benötigt wird, wohlgemerkt.

  15. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: oxybenzol 23.06.19 - 23:38

    osolemiox schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Sinnvoll, wie gemerkt - die neuen Stromtrassen beispielsweise
    > stellen sich als alles andere als sinnvoll und sogar als kontraproduktiv
    > heraus und mit den aktuell geschätzten Kosten von 35 Miliarden Euro könnte
    > man stattdessen die gesamte in Deutschland installierte Windkraft-Leistung
    > nahezu verdoppeln - dort wo sie wirklich benötigt wird, wohlgemerkt.

    Mit Windkraft nicht weil NIMBY (not in my back yard). In Bayern wirst du nicht die Mengen an WKAs installieren können. Da spielt die Bevölkerung nicht mit. Wäre einfacher die stromhunrige Industrie dort fördern, wo der Strom hauptsächlich entsteht, also an der Nordsee.

  16. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: osolemiox 23.06.19 - 23:52

    oxybenzol schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > osolemiox schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Sinnvoll, wie gemerkt - die neuen Stromtrassen beispielsweise
    > > stellen sich als alles andere als sinnvoll und sogar als kontraproduktiv
    > > heraus und mit den aktuell geschätzten Kosten von 35 Miliarden Euro
    > könnte
    > > man stattdessen die gesamte in Deutschland installierte
    > Windkraft-Leistung
    > > nahezu verdoppeln - dort wo sie wirklich benötigt wird, wohlgemerkt.
    >
    > Mit Windkraft nicht weil NIMBY (not in my back yard). In Bayern wirst du
    > nicht die Mengen an WKAs installieren können. Da spielt die Bevölkerung
    > nicht mit. Wäre einfacher die stromhunrige Industrie dort fördern, wo der
    > Strom hauptsächlich entsteht, also an der Nordsee.

    Dann aber nur, weil sich die Bayern von der CSU an der Nase herumführen lassen. Nicht alle, aber viele. Traurig!

  17. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: dreamtide11 24.06.19 - 11:01

    cpt.dirk schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was auffällt, ist der geradezu religiöse und eifrige Glaube an die
    > Notwendigkeit der Steigerung der "Effizienz", bzw. des "Wirkungsgrads" zu
    > einem gegebenen Zeitpunkt.

    Vielen Dank für diesen sehr guten Post.
    Ich hätte es nicht so untermauert ausdrücken können, und bin da auch mehr im Thema "Nationenmentalität" verhaftet, aber der Impuls hier was zu schreiben, der wird hier identisch gewesen sein...

    Ich finde diese "typisch deutsche" Eigenschaft, alles zu hinterfragen nicht grundsätzlich schlecht, aber sie schießt leider viel zu oft über das Ziel hinaus und enthält so gut wie immer, niemals eine Bereitschaft, die dann folgenden, eigenen Ausführungen zu hinterfragen, ob sie wirklich sinnvoll und zielführend sind, ...bis zum bitteren Ende. Hier, bei diesem Thema, hatte ich wieder genau das Gefühl.

    Ich finde die Frage nach dem Effektivitätsgrad hier auch absolut nachrangig. Entscheidend ist für mich, dass die Technik hier einfach scheint (damit sicher auch recht kostengünstig) und ich die gewünschten Verwendungsgrößen "einfach durch zutun von mehr Steinen" (das war jetzt Absicht :) ) erziele.

    Für mich ein System, dass ich spontan als "massiv Weiterverfolgbar" einstufen würde und es würde mich schon ärgern, wenn es damit nicht schnell weiter ginge. Und noch mehr, wenn es absehbar nur wegen der "Bedenkenträger" nicht dazu käme.

  18. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: osolemiox 24.06.19 - 11:28

    dreamtide11 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > cpt.dirk schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Was auffällt, ist der geradezu religiöse und eifrige Glaube an die
    > > Notwendigkeit der Steigerung der "Effizienz", bzw. des "Wirkungsgrads"
    > zu
    > > einem gegebenen Zeitpunkt.
    >
    > Vielen Dank für diesen sehr guten Post.
    > Ich hätte es nicht so untermauert ausdrücken können, und bin da auch mehr
    > im Thema "Nationenmentalität" verhaftet, aber der Impuls hier was zu
    > schreiben, der wird hier identisch gewesen sein...
    >
    > Ich finde diese "typisch deutsche" Eigenschaft, alles zu hinterfragen nicht
    > grundsätzlich schlecht, aber sie schießt leider viel zu oft über das Ziel
    > hinaus und enthält so gut wie immer, niemals eine Bereitschaft, die dann
    > folgenden, eigenen Ausführungen zu hinterfragen, ob sie wirklich sinnvoll
    > und zielführend sind, ...bis zum bitteren Ende. Hier, bei diesem Thema,
    > hatte ich wieder genau das Gefühl.
    >
    > Ich finde die Frage nach dem Effektivitätsgrad hier auch absolut
    > nachrangig. Entscheidend ist für mich, dass die Technik hier einfach
    > scheint (damit sicher auch recht kostengünstig) und ich die gewünschten
    > Verwendungsgrößen "einfach durch zutun von mehr Steinen" (das war jetzt
    > Absicht :) ) erziele.
    >
    > Für mich ein System, dass ich spontan als "massiv Weiterverfolgbar"
    > einstufen würde und es würde mich schon ärgern, wenn es damit nicht schnell
    > weiter ginge. Und noch mehr, wenn es absehbar nur wegen der
    > "Bedenkenträger" nicht dazu käme.

    Na, dann sollte aber auch erst einmal Power2Gas (mit seinen prinzipbedingten Vorteilen und entgegen der Aussage des Artikels keinem geringeren Wirkungsgrad, im Gegenteil) weiter ausgebaut werden, statt diese Technologie systematisch zu blockieren, beispielsweise durch eine Doppelbesteuerung, wie das leider schon über 10 Jahre lang der Fall ist. Das bedeutet nicht, dass für mittellange Speicherzeiträume nicht vielleicht auch die hier vorgestellten Vulkanstein-Speicher sinnvoll wären, unbedingt notwendig für die Energiewende sind sie aber nicht (falls zu teuer), weil es ja auch noch andere Lösungen gibt - die aber allesamt von der Politik blockiert werden, da sind wird dann wieder gleicher Meinung.

  19. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: dreamtide11 24.06.19 - 13:21

    osolemiox schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Na, dann sollte aber auch erst einmal Power2Gas (mit seinen
    > prinzipbedingten Vorteilen und entgegen der Aussage des Artikels keinem
    > geringeren Wirkungsgrad, im Gegenteil) weiter ausgebaut werden, statt diese
    > Technologie systematisch zu blockieren, beispielsweise durch eine
    > Doppelbesteuerung, wie das leider schon über 10 Jahre lang der Fall ist.

    Auch hier bin ich voll dabei.
    Das ist aber auch "nur" ein Teil der kompletten Problematik vieler unverständlicher Dinge, die bei dem Thema in Deutschland so passieren. Also kurz, diese Blockade-Geschichten, oder von mir aus auch Subventionsstreichungen, die hier so stattfinden lösen bei mir auch diverse Facepalms aus. Manchmal mag man schon erzweifeln :).

    Es ist aber schon mal schön, dass es einen leider noch kleinen Teil gibt, der ähnliches Empfinden hat. Das kann ja der Anfang zu einer Verbesserung werden.

  20. Re: Druckwärmespeicher schaffen 70-75%

    Autor: osolemiox 24.06.19 - 14:57

    dreamtide11 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > osolemiox schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Na, dann sollte aber auch erst einmal Power2Gas (mit seinen
    > > prinzipbedingten Vorteilen und entgegen der Aussage des Artikels keinem
    > > geringeren Wirkungsgrad, im Gegenteil) weiter ausgebaut werden, statt
    > diese
    > > Technologie systematisch zu blockieren, beispielsweise durch eine
    > > Doppelbesteuerung, wie das leider schon über 10 Jahre lang der Fall ist.
    >
    > Auch hier bin ich voll dabei.
    > Das ist aber auch "nur" ein Teil der kompletten Problematik vieler
    > unverständlicher Dinge, die bei dem Thema in Deutschland so passieren. Also
    > kurz, diese Blockade-Geschichten, oder von mir aus auch
    > Subventionsstreichungen, die hier so stattfinden lösen bei mir auch diverse
    > Facepalms aus. Manchmal mag man schon erzweifeln :).
    >
    > Es ist aber schon mal schön, dass es einen leider noch kleinen Teil gibt,
    > der ähnliches Empfinden hat. Das kann ja der Anfang zu einer Verbesserung
    > werden.

    Nun, auch die Fridays for Future Bewegung macht auf diese politischen Fehlentscheidungen und diverse Rückschritte bei den Erneuerbaren Energien (in Deutschland) aufmerksam.

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MINT: Werden Frauen überfördert?
MINT
Werden Frauen überfördert?

Es gibt hierzulande einige Förderprogramme, die mehr Frauen für MINT begeistern und in IT-Berufe bringen möchten. Werden Männer dadurch benachteiligt?
Von Valerie Lux

  1. Recruiting Wenn das eigene Wachstum zur Herausforderung wird
  2. Recruiting Alle Einstellungsprozesse sind fehlerhaft
  3. LoL Was ein E-Sport-Trainer können muss

HP Pavilion Gaming 15 im Test: Günstig gut gamen
HP Pavilion Gaming 15 im Test
Günstig gut gamen

Mit dem Pavilion Gaming 15 bietet HP für 1.000 Euro ein Spiele-Notebook an, das für aktuelle Titel genügend 1080p-Leistung hat. Auch Bildschirm und Ports taugen, dafür nervt uns die voreingestellte 30-fps-Akku-Drossel.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Gaming-Notebooks Asus ROG mit Core i9 und fixen oder farbstarken Displays

Umwelt: Grüne Energie aus der Toilette
Umwelt
Grüne Energie aus der Toilette

In Hamburg wird in bislang nicht gekanntem Maßstab getestet, wie gut sich aus Toilettenabwasser Strom und Wärme erzeugen lassen. Außerdem sollen aus dem Abwasser Pflanzennährstoffe für die Landwirtschaft gewonnen werden. Dafür müssen aber erst einmal die Schadstoffe aus den Gärresten gefiltert werden.
Von Monika Rößiger

  1. Fridays for Future Klimastreiks online und offline

  1. Beatbox: Das Pappmischpult zum Selberbauen
    Beatbox
    Das Pappmischpult zum Selberbauen

    Kickstarter ist auch eine Plattform für sonderbare Produkte. Die Beatbox ist beispielsweise ein programmierbares MIDI-Mischpult, das von Nutzern zusammengebaut wird. Das Chassis ist aus Pappe konstruiert. Die Buttons stammen von Arcade-Automaten.

  2. iPhone 11 Pro Max: Das neue iPhone hat 4 GByte RAM und wesentlich mehr Akku
    iPhone 11 Pro Max
    Das neue iPhone hat 4 GByte RAM und wesentlich mehr Akku

    Auch beim iPhone 11 Pro Max lässt sich iFixit eine komplette Demontage nicht entgehen: Das Gerät nutzt wohl tatsächlich 4 GByte RAM. Außerdem waren die Bastler vom wesentlich größeren Akku und gleich zwei Ladekabeln überrascht.

  3. Fairtube: Google lädt die Youtuber-Gewerkschaft zu Gesprächen ein
    Fairtube
    Google lädt die Youtuber-Gewerkschaft zu Gesprächen ein

    Mehr Transparenz, mehr Entscheidungsrecht und eine Anlaufstelle: Fairtube fordert von Googles Videoplattform Youtube bessere Arbeitsbedingungen für Inhalteersteller. Die Parteien werden im Oktober miteinander sprechen. Beide Seiten sind in ihren Ansichten recht weit voneinander entfernt.


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