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  5. › Energiespeicher: Heiße Steine sind…

Man kann auch...

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  1. Man kann auch...

    Autor: heikom36 19.06.19 - 19:01

    ...wenn es um Dämmung geht, was ja auch Speicherung oder gar Abschottung von Energie ist, mal in die Antike oder Mittelalter schauen. Die wussten schon, durch 1000de Jahre Erfahrung ohne Strom oder Öl, welche Stoffe am besten für den Bau von Häusern geeignet ist.
    Im Sommer angenehm, im Winter nicht erfrieren. Ich finde es zB in Fachwerkhäusern, die traditionell gebaut worden sind, immer erstaunlich welch angenehmes Klima die schaffen ohne, dass man groß heizen müsste. Und auch im Sommer lässt es sich, wenn man nicht gerade unterm Dach lebt, gut aushalten.
    Schade, dass man diese nachhaltigen Baustoffe zumeist vergessen hat - sie könnten helfen ganz viel Energie zu sparen. Und langlebig sind diese Häuser dazu auch noch. Zeitlos in der Optik eh.
    Umweltschutz und Energie sparen ist nicht nur Tesla reich machen - unser komplett gewohntes Leben muss man heftig umbauen....

    Früher, wo es noch den günstigen Nachtstrom gab, gab es doch diese Nachtspeicheröfen - waren da nicht schon vulkanisch entstandene Steine drin weil die eben so lange die Wärme halten. Oder im Gasgrill - ist doch der Lavastein am besten geeignet.
    Ich bin zwar absolut kein Fachmann auf diesem Gebiet - habe sogar gar keine Ahnung davon - aber es kommt mir mich so rüber als ob Siemens hier eine Erfindung macht, die doch schon bekannt ist - die nehmen halt 1000 Tonnen und nicht ein paar Steine, die man auch notfalls im Eimer transportieren kann.

  2. Re: Man kann auch...

    Autor: PerilOS 19.06.19 - 22:36

    Fachwerkhäuser winkt das Amt auf keinen Fall durch aus einer Vielzahl von Gründen.
    Brennen leicht, Strukturschwach, Wartungsintensiv etc.
    Das ist praktisch das dümmste was man sich bauen kann.

  3. Re: Man kann auch...

    Autor: heikom36 19.06.19 - 23:41

    Die sind gar nicht so brandgefährlich, Strukturschwach auch nicht - stehen nicht mal ebenso einige 100 Jahre lang - einige auch schon über 1000. Und Wartungsintensiv. Oha... ich glaube das normal gebaute Haus bedarf mehr Wartung. Ich habe ein paar Jahre in einem Fachwerkhaus gelebt.
    Nervig fand ich nur die schiefen Wände und Böden.

  4. Re: Man kann auch...

    Autor: Sharra 20.06.19 - 00:54

    Fachwerk überdauert länger, als unser ach so toller moderner Beton. Beton ist für ~50-100 Jahre ausgelegt. Fachwerk steht Jahrhunderte. Und wenn das Zeug mal abgelagert ist, brauchst du verdammt lange um so einen Balken überhaupt zum Brennen zu bringen.

  5. Re: Man kann auch...

    Autor: heikom36 20.06.19 - 02:55

    Das Haus, in dem ich lebte ist sogar mal abgebrannt. Der Onkel mit Familie meiner Freundin (Mutter, ein Kind, das Haustier) sind dabei ums Leben gekommen - als wir dort wohnten war das aber schon fast 20 Jahre her. Bei dem Feuer war ich auch damals anwesend (Kleinstadt halt). Es war Lichterloh am brennen aber nicht das Fachwerk. Das war nur angekohlt, was wir, wenn es regnete auch noch nach den vielen Jahren dann immer gerochen hatten.
    Einige Balken wurden zwar nach dem Brand ersetzt, das allermeiste, sogar der alte Putz mit den Weiden und Heu da drin, hat das überlebt.
    Dann brannte im Nachbarort ein absoluter Neubau ähnlich heftig. Da war ich auch zufällig anwesend - gerade am Grillen beim Kollegen. Das Haus wurde direkt wieder abgerissen und neu aufgebaut - die Hitze hatte es zu instabil gemacht.
    Die großen Katastrophen damals in den mittelalterlichen Orten rührten eher daher, dass die Dächer oft nur mit Heu gedeckt waren und es zwischen den Häusern keine sogenannte Brandmauer gab. Und natürlich war der Brandschutz damals noch weniger streng wie heute - war auch gar nicht in der Form möglich. Licht und heizen war offene Flamme. Durch die Kombination Dächer, enges bebauen und kaum Brandschutz, gepaart mit viel zu wenig Löschmaterial für den Fall der Fälle, führte zu den großen Katastrophen und nicht die Fachwerkhäuser. Wäre dem so, so müssten in den USA ja permanent die Häuser in Flammen stehen - da setzt man doch sehr stark auf Holz.
    Holz hält sogar im Feuer dem Baustahl länger stand - aber man kann mit Holz halt nicht so hoch und komplex bauen. Im Fachwerk stecken ja auch einige 100 Jahre Erfahrung. Ich finde so eine lange Zeit geht nur, wenn es sich wirklich bewährt hat.
    Übrigens - es wurden sogar Festungen aus Holz gebaut. Wenn es denn so leicht abrennen würde, dann wäre ja wohl die Einnahme nie schwer gewesen. Da reicht ja ein Brandpfeil und Geduld aus...

  6. Re: Man kann auch...

    Autor: JackIsBack 20.06.19 - 09:43

    Ich persönlich würde ja gerne ein kleines Tinyhouse mit <50qm kaufen.

    Wegen den ganzen Bauvorschriften sind die Dinger in Deutschland aber Mal eben 3-4 so teuer als im Ausland - und damit nicht mehr interessant. Hier in Deutschland zahlt man gut 60.000 - 80.000¤ wo man in Ausland ~20.000 ¤ bezahlen würde..

  7. Re: Man kann auch...

    Autor: correto 20.06.19 - 09:58

    Das klingt interessant, hast du da ein paar Links für mich? Klar kann ich googeln, aber da gibt es ja auch oft genug nur Schundseiten, die nur affiliate links platzieren wollen.

  8. Re: Man kann auch...

    Autor: Adra 20.06.19 - 10:34

    Meine Oma sagte mal: "Ein Haus muss atmen können!" Sie hat recht, denn heutige, fantastischst isolierte Häuser können das nicht, und die schimmeln dir unterm Hintern weg.

  9. Re: Man kann auch...

    Autor: pumok 20.06.19 - 10:46

    Adra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Meine Oma sagte mal: "Ein Haus muss atmen können!" Sie hat recht, denn
    > heutige, fantastischst isolierte Häuser können das nicht, und die schimmeln
    > dir unterm Hintern weg.

    Das stimmt, hat aber auch noch andere Gründe. Im Neubau werden so gut wie keine Trocknungszeiten mehr eingehalten und teilweise sogar mit chemischen Beschleunigern gearbeitet. Das hat zur Folge, dass teilweise in 3 Monate jungen Häusern bereits die ersten Schimmelsanierungen gemacht werden müssen....
    Man kann ein Minergie Haus schon so konzipieren, dass da nichts schimmelt. Das kostet und man muss sich als Bewohner anders verhalten, als wir das von den alten Häusern gewohnt sind.

    Übrigens, ich halte gar nichts von Minergie. Ich finde das krampfhafte erzwingen von ganz spezifischen Anforderungen falsch. Entscheidend ist doch die Bilanz unterm Strich.
    Beispiel mit frei erfundenen Zahlen: Warum soll ich mit einer 50'000.- Dämmung 10kWh/Jahr Heizenergie sparen, wenn ich mit einer 30'000.- Solaranlage 20kWh/Jahr Energie erzeugen kann?

  10. Re: Man kann auch...

    Autor: das-emu 20.06.19 - 15:44

    Das mit dem atmen stimmt schon. Unser 90 Jahre altes Haus hat neue Fenster bekommen (vor dem Kauf) Bumms, Schimmelprobleme. (Natürlich wurde das nicht gesagt. Aber das es Schimmelfrei war mit den alte Fenster wissen wir von nem älteren Herr der hier aufgewachsen war. Ich habe auch das gefühl das man früher klüger bauen konnte.

    Wenn Holz brennt, muss erstmal auch das Wasser im Holz verdampft werden. Das sind schonmal 150kg Wasser auf eine Tonne Holz. Ausserdem wirkt die verkohlte Kruste wie eine Schutzschicht auf den rest des Balken.

    Man kann das auch selbst einfach testen. N dicken Holzscheit ins Lagerfeuer werfen und nach dem Abbrennen/ Grillieren das dicke verkohlte stück aufspalten es ist erstaunlich wie intakt die Fasern im innern noch sind.

    Und nein, selbst das trockste Holzscheit brennt nicht einfach so. Haltet mal n Feuerzeug dran für 5 Min. Da passiert nichts.

  11. Re: Man kann auch...

    Autor: Karsten Meyer 20.06.19 - 18:18

    Entschuldigung, aber das ist doch schlicht Unsinn und hält keiner Überprüfung stand - weder praktisch, noch theoretisch. Fachwerkhäuser haben in aller Regel recht dünne Außenwände, bis runter auf 12-15 cm. Zwar hat Holz einen höheren Wärmewiderstand gegenüber z.B. normalem Mauerwerk, aber wieviel Prozent einer Fachwerk-Außenwand sind denn Holz?

    Kurzum: Diese Bauweise als beispielhafte Isolation zu bezeichnen, ist ziemlich absurd. Vermutlich hat 1 cm Wärmedämmung (was, ist fast egal) einen besseren Wärmewiderstand als eine beliebige Fachwerkwand.

    Und auch die Behauptung, dass man früher weniger heizen musste, ist schichtweg falsch. Unsere Vorfahren haben gewaltige Mengen an Holz, Kohle und Öl verheizt - und das, wo man früher nie die gesamte Wohnung, sondern in aller Regel nur einen Raum einer Wohnun, nämlich die Stube, geheizt hat.

    (Ich sitze übrigens in einem mittelalterlichen Fachwerkhaus, das ich vor 20 Jahren mit einem WDVS mit 10 cm Mineralwolle versehen habe. Heute habe ich halbwegs normale Heizkosten bei einem Komfort, den jede moderne Wohnung auch bietet. Ich ärgere mich nur darüber, dass der Gipser damals partout nicht stärker isolieren wolle, es hätte ja kaum mehr gekostet.)

  12. Re: Man kann auch...

    Autor: JackIsBack 20.06.19 - 18:27

    correto schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das klingt interessant, hast du da ein paar Links für mich? Klar kann ich
    > googeln, aber da gibt es ja auch oft genug nur Schundseiten, die nur
    > affiliate links platzieren wollen.

    Hi,

    sorry für die späte Antwort. Das Internet von Vodafone war mal wieder weg.

    Also zu dem Thema ist https://tiny-houses.de/ eine gute Anlaufstelle. (ob da Affiliate Links dabei sind kann ich nicht sagen, aber die Seite ist aufjedenfall sehr informativ)

    Hier gibt es ein paar Anbieter in Europa: https://tiny-houses.de/minihaus-modulhaus/anbieter-singlehaeuser/

    Aber da sieht man schon: die Häuser aus Deutschland sind echt teuer.
    Das hier würde mir zB sehr gut gefallen: https://woodee.de/
    Allerdings fängt das Woodee bei 60.000¤ an (40qm), für das Geld bekommt man auch schon eine kleine Eigentumswohnung in meiner Region. Aber das Woodee soll man beim Umzug mitnehmen können. :-D (natürlich gegen entsprechendes Entgelt, für LKW und co)

    Die Anbieter aus dem Ausland sind zum teil wesentlich günstiger weil es in anderen Ländern zB nicht so strenge Bauregeln gibt (zB Brandschutz und Dämmung).

    Es gibt zB eins aus Russland welches bei 12k anfängt: http://dubldom.com/en#standart
    3d gedruckte Häuser wären auch eine Alternative: https://www.youtube.com/watch?v=xktwDfasPGQ Die Firma hat übrigens den NASA Wettbewerb für die MARS-Wohnhäuser gewonnen.
    Aber in Deutschland? Keine Chance.

    Hier noch ein paar Beispiele: https://tiny-houses.de/minihaus-modulhaus/beispiele-seite1/
    Das Fincube aus dem Topbild wäre natürlich ein Traum, fängt irgendwo bei 100k an... pro Modul.


    Wenn es noch mal minimalistischer sein soll gibt es auch Tiny Houses auf Anhängern, die kann man dann einfach "mitnehmen".

    https://www.youtube.com/watch?v=T28dGvseAVM

    Das Problem in Deutschland: du brauchst eine feste Wohnsitzadresse laut dem Einwohndermeldegesetz. Damit bist du dann halt im Endeffekt nicht wirklich viel mobiler als mit eninem größeren Tiny House welches man bei Bedarf mit einem LKW umsetzen /verschiffen könnte.

  13. Re: Man kann auch...

    Autor: correto 20.06.19 - 20:41

    Besten Dank für die ausführliche Antwort!

  14. Re: Man kann auch...

    Autor: Eheran 20.06.19 - 22:39

    >Die sind gar nicht so brandgefährlich,
    Joa, ne, sind ja früher nur ganze Städte abgebrannt...

  15. Re: Man kann auch...

    Autor: Eheran 20.06.19 - 22:42

    >Holz hält sogar im Feuer dem Baustahl länger stand
    Und wie kommst du darauf?
    Tatsächlich würde mir ein Szenario einfallen, wo das stimmen würde. Das ist allerdings realitätsfern. Im Zweifel gibt es aber natürlich auch noch Brandschutzanstriche.

  16. Re: Man kann auch...

    Autor: floxiii 20.06.19 - 23:27

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Holz hält sogar im Feuer dem Baustahl länger stand
    > Und wie kommst du darauf?

    Uff, das ist doch Allgemeinwissen.
    Holz behält bei Bränden seine statischen Eigenschaften weit länger als Stahlkonstruktionen.

    Beispiel:
    https://www.thoma.at/brandschutz/



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 20.06.19 23:33 durch floxiii.

  17. Re: Man kann auch...

    Autor: das-emu 20.06.19 - 23:51

    Scheinbar wird man hier gerne überlesen, ich legte nämlich bereits dar wieso Holz im Brandfall stabiler ist.

    "Wenn Holz brennt, muss erstmal auch das Wasser im Holz verdampft werden. Das sind schonmal 150kg Wasser auf eine Tonne Holz. Ausserdem wirkt die verkohlte Kruste wie eine Schutzschicht auf den rest des Balken." = Die Fasern bleiben intakt.

  18. Re: Man kann auch...

    Autor: Eheran 21.06.19 - 09:07

    Und genau sowas hatte ich erwartet. Da wird mit großen Temperaturen geworben, wo ein Holzstück einfach mit dem Brenner an einer Stelle angekokelt wurde. Real brennt aber der ganze Raum, weil überall Holz ist. Und nicht wie mit dem Feuerzeug an einem größeren Stück Holz. Wie bei einem Feuer eben nicht nur ein Scheit brennt, sondern sehr viele gemeinsam. Bei Stahl oder Beton brennt nicht alles inkl. Boden, Wand und Decke.
    Wo Brandschutz bei Stahlkonstruktionen wichtig ist, da kommt einfach ein Brandschutzanstrich drauf und gut ist. Man überlege sich mal, wie Wolkenkratzer mitunter stundenlang brennen und nichts passiert. Was bei Holz natürlich nicht möglich wäre, denn dann brennt es eben nicht nur ein bissen mit dem Brenner an einer Seite... sondern von allen Seiten und mit richtig Leistung dahinter. [https://de.wikipedia.org/wiki/The_Torch]Beispiel[/url] brennt mal eben von der 52. bis in die 70. Etage und nichts passiert.

  19. Re: Man kann auch...

    Autor: osolemiox 21.06.19 - 12:24

    pumok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Beispiel mit frei erfundenen Zahlen: Warum soll ich mit einer 50'000.-
    > Dämmung 10kWh/Jahr Heizenergie sparen, wenn ich mit einer 30'000.-
    > Solaranlage 20kWh/Jahr Energie erzeugen kann?

    Frei erfunden meinetwegen, aber ein bisschen sollte man sich mit Zahlen schon auskennen. Vielleicht meintest du 20.000 kWh/Jahr..?

  20. Re: Man kann auch...

    Autor: heikom36 21.06.19 - 12:48

    Holz schafft sich seine eigene Schutzschicht - es ist auch haltbarer trotz Schutzanstriche am Stahl.
    Weiterhin leitet der Stahl die Hitze sehr gut weiter und kann dafür sorgen, dass zB Kabel an anderen Stellen schmelzen und so noch zusätzlich hochgiftige Gase freisetzen - Holz isoliert auch noch hervorragend.
    Man kann aber eben mit Holz nicht in die Höhe wie mit Stahl bauen - sonst hätte man sicher Gerüste aus Holz und nicht aus Stahl. Holz ist zudem auch noch günstiger und nachhaltiger.

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