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Sehe ich anders

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  1. Re: Sehe ich anders

    Autor: Emanuele F. 15.08.20 - 09:47

    adorfer schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das hat leider etwas das Niveau von SolarRoadways.

    Die Analyse von Frank Wunderlich-Pfeiffer aber auch. Die Entwicklung mag vielleicht tatsächlich nichts taugen, aber es handelt sich um einen Kondensator. Dieser hat seit jeder andere Stärken und Schwächen, als ein Akkumulator. Nämlich deutlich geringere Energiedichte vs. deutlich höhere Leistungsdichte.

  2. Re: Sehe ich anders

    Autor: Eheran 15.08.20 - 10:51

    >Die Analyse von Frank Wunderlich-Pfeiffer aber auch.
    Bitte was?
    Er legt schlüssig und logisch dar, wie dieses System unmöglich auch nur annähern sinnvoll sein kann aufgrund der unglaublichen Mengen Ressourcen, die man dafür benötigt. Es kann auch nicht später mal sinnvoll werden, weil es einfach viel zu viele Ressourcen benötigt.

    >aber es handelt sich um einen Kondensator.
    Wenn ich Alufolie und Frischhaltefolie zusammenwichel hab ich auch einen Kondensator gebaut. Oder ein Glas mit Salzwasser mit Alufolie umwickeln. Viel einfacher als das hier. Bringt nur trotzdem nichts*, da selbst hochentwickelte Kondensatoren dieses Typs (Folien-Kondensatoren) physikalisch (wegen Ladungsdichte zu Elektrodenabstand zu Spannungsfestigkeit) nicht relevante Kapazitäten erreichen können. Wenn man 20x mehr Material aufwenden muss, um das selbe zu erreichen, diese Materialien aber unmöglich 20x günstiger sein können... funktioniert nicht.

    *Also für solche Energiespeicher, als Bauteil auf dem PCB sind Foliencaps natürlich wichtig und haben ihre Berechtigung, da sie zwar nicht viel speichern können, dafür aber einen geringen Verlustfaktor, hohe Güte, hohe Impulsfestigkeit, hohe Spannungen und geringe Induktivität haben. Abgesehen von der Spannungsfestigkeit wäre das mit so einem gigantischen Backstein-Teil übrigens nicht drin, da das nur mit kompakter Bauform möglich ist durch die geringen Wege und Massen.

  3. Re: Sehe ich anders

    Autor: Emanuele F. 15.08.20 - 12:34

    Die Entwicklung mag ja noch so nichts taugen, in einem frühen Entwicklungsstadium sein und/oder eine stark begrenzte Lebensdauer haben. Dennoch handelt es sich um einen Kondensator. Kondensatoren haben im Vergleich zu Akkumulatoren immer eine sehr viel geringere Energiedichte, dafür aber auch eine sehr viel höhere Leistungsdichte. Das Ding ist ein Kondensator und gehört mit bereits existierenden Kondensator-Technologien verglichen und nicht mit Blei- oder Li-Ion Akkus!

    Du vergleichst ja auch keinen Schwungradspeicher mit einem Akku oder gar mit Power2Gas Saisonspeichern, richtig? Alle haben ihre Berechtigung und prinzipbedingten Vorteile, je nach Einsatzzweck.

  4. Re: Sehe ich anders

    Autor: BoMbY 15.08.20 - 20:30

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Die Analyse von Frank Wunderlich-Pfeiffer aber auch.
    > Bitte was?

    Natürlich ist diese "Analyse" Quark, denn jeder Erkenntnisgewinn ist wichtig, und der Autor hat offenbar ein Problem damit.

  5. Re: Sehe ich anders

    Autor: Copper 16.08.20 - 09:30

    Das mit der guten Dampfdiffusion durch Ziegelwände ist eine urban legend.
    Wenn man sich mal die tatsächlichen Zahlen ansieht, ist diese quasi vernachlässigbar.

  6. Re: Sehe ich anders

    Autor: Eheran 16.08.20 - 12:44

    Da kommen die Ergebnisse dieser Untersuchung aber zu einem anderen Schluss:
    >Verschiedene meßtechnische und rechnerische Untersuchungen zeigen, daß sowohl monolithischem als auch zusatzgedämmtem Ziegelmauerwerk ein gutes feuchteschutztechnisches Verhalten attestiert werden kann.
    >Die dann auftretenden Tauwassermengen sind aller Erfahrung nach unkritisch, wenn das aufgebrachte Wärmedämmverbundsystem handwerklich korrekt ausgeführt wurde

  7. Re: Sehe ich anders

    Autor: Emanuele F. 16.08.20 - 14:10

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da kommen die Ergebnisse dieser Untersuchung aber zu einem anderen
    > Schluss:
    > >Verschiedene meßtechnische und rechnerische Untersuchungen zeigen, daß
    > sowohl monolithischem als auch zusatzgedämmtem Ziegelmauerwerk ein gutes
    > feuchteschutztechnisches Verhalten attestiert werden kann.
    > >Die dann auftretenden Tauwassermengen sind aller Erfahrung nach
    > unkritisch, wenn das aufgebrachte Wärmedämmverbundsystem handwerklich
    > korrekt ausgeführt wurde

    Das eine widerspricht dem anderen doch nicht. Zu einen hat eine Ziegelmauer eine Diffusionsfähigkeit von etwa 1 - 3 %, was tatsächlich sehr wenig ist und Lüften nicht ersetzt (aber besser als nichts ist), zum anderen geht es bei der Tauwasserbildung ja vor allem auch um die Oberflächentemperatur. Und da ist beispielsweise Stahl oder auch Beton schlechter, als Ziegel.

  8. Re: Sehe ich anders

    Autor: Eheran 16.08.20 - 18:17

    >Zu einen hat eine Ziegelmauer eine Diffusionsfähigkeit von etwa 1 - 3 %, was tatsächlich sehr wenig ist
    Keine Ahnung, wie man das in % angibt. Aber die Diffusionswiderstandzahl ist da um µ=8. Reine Luft ist µ=1. Das ist also grad mal 8x schlechter als Luft und damit sogar noch besser als Holz (~25)! Wie man das als "tatsächlich wenig" abtun kann ist mir unklar. Das ist so ziemlich das beste, was es gibt, danach kommt nur noch Gips, Porenbeton oder irgendwelche Dämmmaterialien.
    Daher steht dort auch:
    >Somit kann bei monolithischen, hochwärmedammenden Mauerwerk von einem gleichmäßigen und völlig unkritischen Diffusionsverhalten ausgegangen werden.

    Beton z.B. liegt bei ~100, mal als Vergleich was bei solchen Neubauten schlecht heißt.

  9. Re: Sehe ich anders

    Autor: Emanuele F. 16.08.20 - 22:15

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Zu einen hat eine Ziegelmauer eine Diffusionsfähigkeit von etwa 1 - 3 %,
    > was tatsächlich sehr wenig ist
    > Keine Ahnung, wie man das in % angibt. Aber die Diffusionswiderstandzahl
    > ist da um µ=8. Reine Luft ist µ=1. Das ist also grad mal 8x schlechter als
    > Luft und damit sogar noch besser als Holz (~25)! Wie man das als

    So einfach ist das aber nicht. Es braucht große Druckunterschiede, damit wirklich nennenswert Luft durch die kleinen Poren einer Ziegelmauer wandert. Die hat man nur selten und auch der Staudruck von Wind reisst fast nichts. Außerdem sind Mauern ja noch beidseitig verputzt und in der Regel auch gestrichen. Deswegen die 1-3% (ich nehme an, von der Menge Luft, die sich frei mittels Konvektion bewegen würde).

    > "tatsächlich wenig" abtun kann ist mir unklar. Das ist so ziemlich das
    > beste, was es gibt, danach kommt nur noch Gips, Porenbeton oder
    > irgendwelche Dämmmaterialien.
    > Daher steht dort auch:
    > >Somit kann bei monolithischen, hochwärmedammenden Mauerwerk von einem
    > gleichmäßigen und völlig unkritischen Diffusionsverhalten ausgegangen
    > werden.

    Ist ja schön und gut, ich wollte es nur mal in Relation setzen. Schön nachzulesen auch bei Wikipedia:
    de.wikipedia(PUNKT)org/wiki/Atmende_Wand

    > Beton z.B. liegt bei ~100, mal als Vergleich was bei solchen Neubauten
    > schlecht heißt.

    Habe nichts anderes behauptet.

  10. [+] Re: Sehe ich anders

    Autor: Enyaw 17.08.20 - 08:44

    +



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.08.20 08:44 durch Enyaw.

  11. Re: Sehe ich anders

    Autor: Eheran 17.08.20 - 11:18

    Ah... 1 bis 3% der freigesetzten Wassermenge kann über die Wände abtransportiert werden. Das ist natürlich wirklich nicht viel und klingt eher nach einer urban legend, allerdings für quasi alle Baustoffe.

    >Es braucht große Druckunterschiede, damit wirklich nennenswert Luft durch die kleinen Poren einer Ziegelmauer wandert.
    Eins noch dazu: Für die Diffusion braucht es zwar einen Druckunterschied, aber nur vom Wasserdampfdruck, also eine andere Luftfeuchte auf beiden Seiten der Wand. Der Druck an sich kann auch genau gleich sein, Diffusion findet dann trotzdem noch statt durch die Konzentrationsunterschiede. Und dazu muss auch keine Luft mitwandern, das passiert wirklich nur mit dem Wasser, auch in einem Vakuum würde das gehen.

  12. Re: Sehe ich anders

    Autor: Emanuele F. 17.08.20 - 12:21

    Eheran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ah... 1 bis 3% der freigesetzten Wassermenge kann über die Wände
    > abtransportiert werden. Das ist natürlich wirklich nicht viel und klingt
    > eher nach einer urban legend, allerdings für quasi alle Baustoffe.
    >
    > >Es braucht große Druckunterschiede, damit wirklich nennenswert Luft durch
    > die kleinen Poren einer Ziegelmauer wandert.
    > Eins noch dazu: Für die Diffusion braucht es zwar einen Druckunterschied,
    > aber nur vom Wasserdampfdruck, also eine andere Luftfeuchte auf beiden
    > Seiten der Wand. Der Druck an sich kann auch genau gleich sein, Diffusion
    > findet dann trotzdem noch statt durch die Konzentrationsunterschiede. Und
    > dazu muss auch keine Luft mitwandern, das passiert wirklich nur mit dem
    > Wasser, auch in einem Vakuum würde das gehen.

    Du hast Recht, dennoch ist die Diffusion selbst einer Ziegelmauer am Ende in der Praxis ziemlich gering. Wäre dem nicht so, bräuchte man bei neu gebauten, dichten Häusern mit gut abgedichteten Fenstern auch keine Wohnraum- bzw. Zwangsbelüftung.

  13. Re: Sehe ich anders

    Autor: DinJuan 18.08.20 - 07:03

    bernstein schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Quantium40 schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > GwhE schrieb:
    > > > Dafür hat eine lüftungsanlage.
    > >
    > > Lüftungsanlagen verbrauchen aber Energie.
    > > Und so doll ist der Speicher nicht, als das sich das dann noch lohnen
    > > würde.
    > Ja aber schon heute verbraucht ein State of the Art wärmegedämmtes Haus mit
    > einer Lüftungsanlage massiv weniger Energie als eines ohne. Ausser
    > derjenige Ohne lüftet nie und lebt in brutal schlechter Luft (viel CO2,
    > viel Feuchte, wenig O2)...

    Das halte ich für ein Gerücht, das gerne von der Lüftungsanlagen-Lobby verbreitet wird.
    Aus eigene Vergleichen mit einem Kollegen, der zeitgleich mit mir ein KfW 55 Haus gebaut hat, ist das BESTENFALLS ein Nullsummenspiel.
    Das was er bei der Wärmepumpe weniger braucht, hat er er beim Nutzstromzähler (mit teurerem Tarif) mehr. Da läuft nämlich die Lüftung drüber und so wird es verschleiert.

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