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Wuenschen kann man sich viel

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  1. Wuenschen kann man sich viel

    Autor: gaciju 22.08.21 - 11:52

    Die Frage, warum die betroffenen Kommunen die letzten 20 Jahre lang nicht hochrentabel gebaut haben ist gestattet?

    Fuer 5 Mrd. ¤ bekommt man 5 GWp PV, das ist mehr als wir insgesamt 2020 zugebaut haben. Und das Problem ist dabei nicht fehlendes Geld sondern dass wir nicht mehr Material und Arbeitskraft haben. Dafuer hat das BMWi auch jahrelang sehr gut gesorgt. Ohne die Zerstoerung der Branche vor 10 Jahren waere das Dreifache drin.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.08.21 11:53 durch gaciju.

  2. Re: Wuenschen kann man sich viel

    Autor: Lehmmanbnhb 22.08.21 - 14:21

    gaciju schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Frage, warum die betroffenen Kommunen die letzten 20 Jahre lang nicht
    > hochrentabel gebaut haben ist gestattet?
    >
    > Fuer 5 Mrd. ¤ bekommt man 5 GWp PV, das ist mehr als wir insgesamt 2020
    > zugebaut haben. Und das Problem ist dabei nicht fehlendes Geld sondern dass
    > wir nicht mehr Material und Arbeitskraft haben. Dafuer hat das BMWi auch
    > jahrelang sehr gut gesorgt. Ohne die Zerstoerung der Branche vor 10 Jahren
    > waere das Dreifache drin.

    Weil es nicht wirtschaftlich ist?

    Nehmen wir als Beispiel eine Schule.

    Darauf möchte ich eine 200kWp Dachanlage für 200.000¤ Investitionskosten errichten.

    Sie liefert in Deutschland anfänglich pro Jahr 200.000kWh Energie, für die ich bei Inbetriebnahme im August 2021 für 20 Jahre 0,056¤ Einspeisevergütung erhalte.

    Das sind anfänglich jährlich 11.200¤ Einnahmen, und bei nur ca. 10% Degradation über 20 Jahre ca. 10.000¤ Jährlich gegen Ende der 20jährigen Abschreibedauer, also im Durchschnitt 10.600¤.

    Davon ab gehen ca. 300¤ für die Versicherung und 100¤ für den Zähler.

    Dann bleiben jährlich 200¤ über, wenn ich die Investition ohne Berücksichtung von Zinskosten linear abschreibe.

    Und dafür möchtest Du die Anlage warten (jährliche Überprüfung auf gelockerte Befestigungen, Austausch / Reparatur von 1..2 defekten Modulen oder Verbindungen jährlich) und mit recht großer Wahrscheinlichkeit ein mal über die Lebensdauer den Inverter tauschen?

    Nach 20 Jahren zurückbauen, wenn die Sicherheit der Anlage auf dem Dach über dem Schulhof laqut Planung nur solange gewährt ist?

    Verwalten, incl. Ausschreibung und Abrechnung der Reparatur- und Wartungsarbeiten?

    Das alles durch kommunale Träger, die teils mehrere Jahre brauchen, eine defekte Schultoilette zu reparieren?

    Und jetzt der weisse Ritter in schimmernder Rüstung: Eigenverbrauch!

    Mit 12 Wochen Ferien ist eine Schule 5 Tage * 40 Wochen gerade mal an 200 Tagen im Jahr in vollem Betrieb.

    Wenn im Sommer die Sonne scheint und die Solaranlage knapp 200kW Ertrag liefert, wird in den Klassenzimmern keine Beleuchtung benötigt.

    Ich habe auf die Schnelle folgende Zahlen als Beispiel für das Gymnasium Rahden im Jahr 2013 ergoogeln können:

    Grundlast: 6kW
    Spitzenlast: 50kW ("kurz nach 8 Uhr")
    jährlich ca. 120 Schüler in der 5. Klassenstufe (2012), also knapp 1000 Schüler insgesamt?

    Zwischenzeitlich sind vermutlich einige Schülerlaptops, Server und Wlan-Infrastruktur dazugekommen, aber hoffentlich auch die alten Leuchtstoffröhren durch LED-Versionen ersetzt worden.

    Ich vermute, daß die Schule über das Jahr höchstens 15% des erzeugten Stroms selber nutzen könnte.

    Natürlich könnte man die Anlage kleiner dimensionieren und dadurch ein bessere Auslastung mit Eigenverbrauch erzielen, ab die Planungs-, Wartungs- und Verwaltungskosten sinken dabei auch nur stark unterproportional.

    Deshalb bin ich der Meinung, daß die begrenzten öffentlichen Mittel für Dachflächenanlagen falsch eingesetzt sind, und bei Freiflächenanlagen oder z.B. in Hochspannungstrassen quer durch Deutschland bis nach Spanien besser investiert wären.












    Davon ab gehen ca. 300¤ für die Versicherung und nach 20 Jahren noch etwa

  3. Re: Wuenschen kann man sich viel

    Autor: DieTatsaechlicheDimensionDesGanzen 22.08.21 - 15:43

    Lehmmanbnhb schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich habe auf die Schnelle folgende Zahlen als Beispiel für das Gymnasium
    > Rahden im Jahr 2013 ergoogeln können ...

    Deine Rechnung und Argumente stimmen und es ist deprimierend.

    Warum aber, müssen PV-Anlagen den eingespeisten Strom über die Börse in Leipzig vertickern?
    Und warum werden Preise ausgezahlt, die mit den Erzeugungskosten stark subventionierter Kohle- und Kernkraftwerke konkurrieren müssen?

    Wir haben prinzipiell ein Preispotential von 30 Cent pro kWh.

    Wo bleiben die Steueranteile auf Strom?
    Und wo bleiben die Anteile aus der EEG-Umlage, die überwiegend von den Bürgern aufgebracht wird?

    Insbesondere die privaten Haushalte werfen dem Staat viele milliarden Euro an künstlichen Einnahmen zu, davon wird aber nur ein kleinerer Teil zurück in den PV-Ausbau gebracht.

    Ich denke, man sollte den Strom aus privater PV zum Endkunden-Preis vor Steuern vergüten.
    Netzbetreiber kann man pauschal mit 10% beteiligen, für Durchleitung und ggflls Abrechnung, dann ist Schluss...

    Man muss diesen Strom nicht an der Börse handeln.
    Die Preisgarantie, die Verrechnung und der Verbrauch können geschützt inländisch erfolgen.

    Diese Börse ist eh ein Relikt aus den 90ern.
    Da machte sie Sinn, zur besseren Kontrolle von variablen Grundlasten und um den privatisierten Energiemarkt zur Konkurrenz zu zwingen.

    Beides will man doch gar nicht im Falle regenerativer Stromerzeugung.
    Das wird höchstens wieder nach dem Umbau interessant, aber nicht in der Zwischenzeit.

    Wir haben auch mittlerweile Lösungen, um eine Grundlast mit PV und Wind zu gewährleisten.
    Keine Anlage darf mehr ohne lokalen Akkumulator gebaut werden.
    Damit wird Erzeugung und Nutzung voneinander entkoppelt.

    Gespeichert wird zukünftig vielfach/überwiegend dezentral.

    Und mit der Einspeisevergütung steigt auch wieder ganz schnell die Investitionsbereitschft.
    Vor allem sind dann auch gepufferte Anlagen finanzierbar.
    .



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 22.08.21 15:51 durch DieTatsaechlicheDimensionDesGanzen.

  4. Re: Wuenschen kann man sich viel

    Autor: nuclear 22.08.21 - 17:40

    Ok du wirfst hier viele Dinge durcheinander:

    1. Die PV Anlage verkauft den Strom nicht an der Börse. Die genannte Vergütung ist bereits stark nach EEG subventioniert.

    2. Was für ein Preispotential haben wir? Wie kommst du auf die 30ct? Du weißt schon, dass der eigentliche Strompreis nur zwischen 7-8ct/kWh beträgt? Der Rest des Endkundenpreises sind in absteigender Reihenfolge Netzentgelte, EEG-Umlage, MWST, Stromsteuer, Konzessionsabgabe und andere Umlagen. Also selbst wenn PV genau so grundlastfähig wäre wie andere Kraftwerke, wären 8ct/kWh das Maximum was man zahlen kann.

    3. Die EEG-Umlage dient hauptsächlich zur Subvention großer Betriebe. Diese sind ja davon befreit.

    4. Die Einkünfte der EEG Umlage sind zweckgebunden und werden vollständig wieder an die Betreiber ausgeschüttet. Jede höhere Ausschüttung erhöht die EEG Umlage die man als Endverbraucher zahlen muss. Demnach ist die Idee mit Endkundenpreis - 10% einfach nur eine Umverteilung von Arm nach Reich. Denn die Menschen die eine Immobile haben und PV bauen können würden von dem ärmeren Teil massiv subventioniert.

    5. Die Stormböse ist definitiv wichtig. So können nämlich große Verbraucher und Erzeuger die Kapazitäten gut abstimmen. Wie sollte man das denn anders lösen und regulieren? Soll dann eine zentrale Stelle etwa Strom zuweisen, oder wie stellst du dir das vor?

    6. Wie stellst du dir das mit den Speichern vor? Vor allem über die Jahreszeiten hinweg? Ich hab mir das mal spaßeshalber bei meiner Mutter ausgerechnet, da ich da einen PV Anlage mit Speicher gebaut hatte. Damit man den Winter überbrücken kann, bräuchte ich für eine 7kWp Anlage eine Speicherkapazität von über 0.5MWh. Das Gewicht des Akkus betrüge alleine über 2.5t und hätte ein Volumen von 1,3m^3.
    Und das willst du zu jeder kleinen Anlage bauen? Selbst das wäre nicht groß genug, da der Speicher nur darauf ausgelegt ist die Verbräuche für den einen Haushalt zu decken und die Anlage produziert ca. 2x des jährlichen Bedarfs. Für eine gesamte Glättung muss man wohl eher mit um die 2MWh Speicher rechnen. Bei 7kWp!
    Ja ne, is klar. Das kann man vergessen. Auch dezentral.

    7. Wie genau verbessern Speicher nochmal die Rentabilität, wenn man deine Einspeisevergütung von ungefähr 21,17ct/kWh (28ct/kWh * (1-0,16)*(1-0,1)) annimmt? Ich bin mit einem Speicher garantiert nicht günstiger als die 6,8ct/kWh die du als Differenz zu dem Endkundenpreis nimmst.
    Ich hab den Speicher meiner Mutter 100% selber gebaut und da komme ich auf etwas über 8ct/kWh über die Lebensdauer des Speichers. Bei kommerziellen Speichern bist du schnell bei dem doppelten.
    Es wäre also besser den überflüssigen Strom einfach einzuspeisen und speichern würde finanziell schlechter dar stehen. Bringt also das genaue Gegenteil.

    Irgendwie ist dein ganzer Post voll von Missverständnissen und Unwissen. So wie du dir das vorstellst wird das einfach nur Sau teuer für alle ohne Eigenheim und inzentiviert wieder die direkt Einspeisung ohne Speicher.

  5. Re: Wuenschen kann man sich viel

    Autor: Lehmmanbnhb 22.08.21 - 18:56

    nuclear schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    Vielen Dank für diese ausführliche und konzise Antwort!

    Genau diese Einwände hätte ich auch erhoben, und es nicht besser formulieren können!


    > 4. Die Einkünfte der EEG Umlage sind zweckgebunden und werden vollständig
    > wieder an die Betreiber ausgeschüttet. Jede höhere Ausschüttung erhöht die
    > EEG Umlage die man als Endverbraucher zahlen muss. Demnach ist die Idee mit
    > Endkundenpreis - 10% einfach nur eine Umverteilung von Arm nach Reich. Denn
    > die Menschen die eine Immobile haben und PV bauen können würden von dem
    > ärmeren Teil massiv subventioniert.

    Meines Erachtens gibt es nur eine volkswirtschaftlich sinnvolle und sozial gerechte Lösung des Problems der CO2-Minderung:

    Eine CO2-Abgabe auf fossile Energieträger in Höhe von ca. 70..100¤/t (*), die Strom, der in Kohlekraftwerken erzeugt wird, um ca. 10Cent/kWh und Strom aus Gaskraftwerken um ca. 6..7 Cent verteuern würde. Diese Abgabe sollte zu etwa 60% nach Köpfen an die Bevölkerung verteilt werden, der Rest wandert in den Bundeshaushalt.

    Das macht es völlig unwirtschaftlich, bestehende Kohle- oder Gaskraftwerke anzufeuern, solange europaweit erneuerbare Energie verfügbar ist.

    Die Energieversorger, oder besser deren Kunden, müssten den Betreibern der bestehenden Kraftwerke aber weiter Geld zahlen, um die Kraftwerke als "Kaltreserve" betriebsbereit zu halten, falls es im Winter oder im Fall einer Umweltkatastrophe (z.B. Vulkanausbruch, dessen Asche die Sonnenstrahlung stark reduziert) zu Ausfällen kommt.

    Der damit einhergehende höhere Strompreis belastet natürlich sozial schwächere Bürger, die keine hohen Anfangsinvestitionen in Ernergiesparende Technik, Dämmung, etc, investieren können, stärker, aber da ihr Pro-Kopf-Verbrauch an Energie direkt wie auch indirekt über bezogene Güter und Dienstleistungen niedriger ist, wirkt sich die Pro-Kopf-Erstattung stärker aus.

    Die Differenz zwischen den Brennstoffkosten und -abgaben der fossilen Kraftwerke (ca. 10 Cent/kWh, jederzeit mit ein paar Stunden Vorlauf verfügbar)) und erneuerbarer Energie (<= 5 Cent/kWh, aber nicht immer verfügbar) könnte dann in europaweite Leitungsnetze, Speicherkapazitäten und variable Großverbraucher (z.B. Aluminiumhütte mit 50% Überkapazität, die ein Drittel des Jahres abgeschaltet wird) investiert werden.

    Es ist volkswirtschaftlich genauso sinnlos, elektrische Energie im Keller des Eigenheims in einem im Durchschnitt völlig überdimensionerten Batteriespeicher zwischenzupuffern, wie es die eigene Stromerzeugung mit einem Generator seit über hundert Jahren schon war.

    Genauso wirtschaftlich sinnlos erscheint es mir, jedes Dach mit einer vergleichsweise kleinen Solaranlage auszustatten, die einen riesigen Overhead an Planung, Installation, Wartung, Anschlusskosten, etc. nach sich zieht.

    Stattdessen erscheint es mir sinvoller, auf große Solarparks in dafür geeigneten Gegenden (niedrige Grundstückspreise, hoher Sonneneinfall insbesondere im Winter) zu setzen, die geographisch verteilt sind und so einen Teil der wetterbedingten Schwankungen gegenseitig kompensieren bzw. mit anderen Erzeugungsmechanismen (Wind, Wasser, Gezeiten, etc.) ausgleichen.

    Ein riesiger Solarpark in Spanien lässt sich in einem Jahr bauen, aber die Leitung von Spanien bis Norwegen benötigt 10 Jahre Planungs-, Genehmigungs- und Bauzeit.

    Hier ist die Politik gefragt, und auch jeder Bürger, der sich klarwerden muß, daß er nicht gleichzeitig über hohe Energiepreise und den am Horizont sichtbaren Überlandleitungsmast klagen kann.

    (*) gegenwärtig beträgt der CO2-Preis 25¤/Tonne, und soll nach den Plänen der aktuellen Regierung bis 2026 auf etwa 55..65¤/t steigen und dann stabil bleiben.

  6. Re: Wuenschen kann man sich viel

    Autor: DieTatsaechlicheDimensionDesGanzen 22.08.21 - 22:27

    nuclear schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ok du wirfst hier viele Dinge durcheinander:

    Wissen wir noch nicht.

    > 1. Die PV Anlage verkauft den Strom nicht an der Börse. Die genannte
    > Vergütung ist bereits stark nach EEG subventioniert.

    Das ist natürlich korekt.

    Es ist der Netzbetreiber, der den Stom an der Börse verkauft.

    Und die Preisgarantie stammt von der BundesReg.
    Die richtet sich auch nach dem Kostenkatalog der Netzbetreiber.

    Das muss so nicht sein.
    Der Strom kann auch direkt verkauft werden, zum Endkundenpreis abzüglich sinnvoller Beteiligung an den Durchleitungskosten.

    (Bis zur Parität des Stromverbrauchs privater Haushalte, also ausgenommen Industrie)


    > 2. Was für ein Preispotential haben wir?

    Na ja ... bitte keine Rethorik.

    > 3. Die EEG-Umlage dient hauptsächlich zur Subvention großer Betriebe. Diese
    > sind ja davon befreit.

    Ja, siehe oben.
    Die können gerne in die Pflicht genommen werden, sich am Ausbau zu beteiligen.

    Das sind Geschenke des ehemaligen FDP-Wirtschaftsministers Rößler.
    Teilweise sinnvoll, aber eben nicht zielgerichtet, um den Ausbau zu fördern.

    Eher im Gegenteil.
    Es wurde bei PV ja sogar offiziell gedeckelt bei 50 GW.

    Schau ...
    Es wird immer mit dem Wirtschaftsstandort argumentiert.
    Das hin- und her unter Altmaier schädigt diesen aber.

    Hier kannst Du nachlesen, was einst mit Bremerhaven und der lokalen Offshore-Industrie passiert ist:
    https://energiewinde.orsted.de/energiepolitik/windenergie-krise-bremerhaven

    Tausende Arbeitsplätze vernichtet, Investitionen von hunderten Millionen einfach verschenkt oder versanden lassen ...

    > 4. Die Einkünfte der EEG Umlage sind zweckgebunden und werden vollständig
    > wieder an die Betreiber ausgeschüttet.

    Ich glaube, das man das EEG-Modell verlassen und zu einer direkten Förderung durch Vorfinanzierung finden muss.

    Die Renditen, die Du nicht sehen willst, erlauben es.

    Der Strompreis für private Haushalte ist aktuell zumutbar.
    Wir können ihn bis zum Vollzug der Energiewende gesetzlich festlegen.

    Ich denke die Bürger sind einverstanden, wenn wir dieses Geld tatsächlich für die Energiewende aufbringen - ohne irgendwelche Subventionsverzerrungen.

    > 5. Die Stormböse ist definitiv wichtig.

    Ja, aber nur im derzeitigen privatisierten Markt.
    Ich frage mich aber, wozu wir die Stromerzeuger überhaupt brauchen.

    Ich wünsche mir einen national organisierten Markt in Bürgerbesitz, organisiert wie einst über Stadtwerke und Gemeinden.

    Die Privatisierung der 90er muss rückgängig gemacht werden.


    > 6. Wie stellst du dir das mit den Speichern vor?

    Ich sprach von einer Pufferung über die Tageslänge.
    Wir können damit eine grundlastfähige PV-Produktion realisieren.


    > Vor allem über die
    > Jahreszeiten hinweg?

    Du hast recht, das die saisonalen Lastschwankungen damit nicht abgefangen werden können.
    Das habe ich aber auch nicht behauptet.

    Um Importe kommen wir vermutlich nicht herum.
    Das ist aber auch heute schon kein Problem.


    > Ich hab mir das mal spaßeshalber bei meiner Mutter
    > ausgerechnet, da ich da einen PV Anlage mit Speicher gebaut hatte.
    >Damit man den Winter überbrücken kann, ...

    Das ist Unsinn und unwirtschaftlich.
    Siehe oben, sowas habe ich auch nicht gefordert.


    > 7. Wie genau verbessern Speicher nochmal die Rentabilität.

    Aktuell, um den Strom nur dann einzuspeisen, wenn die stündlich ausgewürfelten Preise nicht zu niedrig sind.

    Ansonsten bieten Puffer wie geschrieben technische Vorteile, Stichwort Grundlast.


    > Irgendwie ist dein ganzer Post voll von Missverständnissen und Unwissen


    Es kommt noch besser:
    Ich will das der Staat zinslos allen den PV-Ausbau vorfinanziert.
    Er soll sogar dazu verpflichten, wo es der Ausbau fordert.

    Ohne Kompromisse.

    Ich möchte, das bei fixiertem Strompreis aus jeder investierten Milliarde 3 zurückfliessen und wiederum in den Ausbau reinvestiert werden.

    Und dann möchte ich, das wir die Netze zurückkaufen und die 4 großen Betreibergesellschaften mitsamt ihrer Kohleverstromung in die Wüste schicken.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.08.21 22:34 durch DieTatsaechlicheDimensionDesGanzen.

  7. Re: Wuenschen kann man sich viel

    Autor: gaciju 22.08.21 - 22:34

    nuclear schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Jede höhere Ausschüttung erhöht die
    > EEG Umlage die man als Endverbraucher zahlen muss.

    Das stimmt nicht, solange die Einspeiseverguetung unter dem Boersenpreis liegt, und das ist seit mehreren Monaten der Fall. Der Boersenpreis wird auch bei dem lahmen Ausbautempo von EE noch weiter steigen, wegen der CO2 Abgaben. Wenn der Trend anhaelt springen entweder bald ein paar Marktteilnehmer auf und bieten sich auch fuer kleinere Anlagen als Direktvermarkter an oder das EEG-Konto wird entlastet weil die NB mehr Umsatz an der Boerse erzielen als sie an die neuen Anlagenbetreiber auszahlen muessen.

  8. Re: Wuenschen kann man sich viel

    Autor: gaciju 22.08.21 - 22:37

    Eine 200 kWp Anlage kostet aber bei weitem keine 200.000 ¤. Meine Zahl bezieht sich auf Kleinanlagen weil ich davon ausging dass man das auf jedes Dorfrathaus klatschen will statt weniger grosser Anlagen.

    Wieso sollen oeffentliche Gelder in den Trassenausbau? Die Netzbetreiber haben bereits zugesicherte Renditen, da ist mehr als genug Geld da. Problematisch ist da dass sich an jeder Ecke Leute beschweren wenn ein Kabel kommen soll.
    Sagt auch niemand dass die Kommune das selbst bezahlen soll. Machen die Banken gerne, weil sie PV verstanden haben. Die Anlage zahlt sich selbst ab, die Kommune senkt ihre laufenden Kosten. Win-win.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.08.21 22:38 durch gaciju.

  9. Re: Wuenschen kann man sich viel

    Autor: Lehmmanbnhb 23.08.21 - 11:14

    gaciju schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eine 200 kWp Anlage kostet aber bei weitem keine 200.000 ¤. Meine Zahl
    > bezieht sich auf Kleinanlagen weil ich davon ausging dass man das auf jedes
    > Dorfrathaus klatschen will statt weniger grosser Anlagen.

    Kannst Du konkrete Beispiele benennen, wo Solaranlagen auf öffentlichen Dächern für deutlich unter 1000¤/kWp für die Komplettanlage (incl. Planungs- und Anschlußkosten) errichtet wurden?

    Ich habe hier ein Beispiel gefunden, wo die Kosten für konkrete Installationen im Jahr 2021 genannt werden:

    wochenblatt-online.de slash die-stadt-tuttlingen-ruestet-13-weitere-staedtische-gebaeude-mit-photovoltaikanlagen-aus

    "25. Juli 2021

    TUTTLINGEN — Die Stadt Tuttlingen rüstet 13 weitere städtische Gebäude mit Photovoltaikanlagen aus. Die ent-sprechenden Aufträge vergab der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause.


    Alle städtischen Dächer, die sich für Photovoltaik eignen, sollen künftig auch entsprechend genutzt werden. Dies hatte der Gemeinderat im letzten Jahr beschlossen und daraufhin 14 Gebäude untersuchen lassen. Bis auf die Möhringer Angerhalle, bei der statische Gründe gegen die Anlagen sprachen, wurden alle anderen untersuchten Liegenschaften für geeignet befunden.

    Mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet werden nun die Feuer-wache, die Stadthalle, die Anton-Braun-Schule Möhringen, der Neubauteil des Rathauses, die Nendinger Donauhallen, der CUBE, die Sporthalle Möhringen, der Bauhof Tuttlingen, der Kindergarten Möhringer Vorstadt, die Grundschule Holderstöckle, der Bauhof Möhringen, die Karlschule und die Sporthalle der Albert-Schweitzer-Schule.

    Alle Gebäude erhalten hochwertige PV-Module mit einer Spitzenleistung von 375 Watt pro Modul. Pro Jahr wird eine produzierte Leistung von insgesamt 890.000 Kilowattstunden erwartet. Dies entspricht eine CO2–Einsparung von rund 355Tonnen.

    Eingeteit wurden die Aufträge in drei Lose. Den Zuschlag er-hielt in allen Fällen mit der De Limes Energy GmbH aus Pfullendorf ein regionales Unternehmen. Alles in allem investiert die Stadt in der Projekt 1,13 Millionen Euro."


    Bei einer geplanten Leistungserzeugung von 890.000kWh/a kann man von etwa 950kWp Kapazität ausgehen.

    Die Kosten für die Kommune liegen also bei etwa

    1.13Mio.¤ / 950kWp = 1190¤/kWp

    Das wären 14 Anlagen mit einer mittleren Größe von etwa 70kWp.

    Ich glaube nicht, daß sich die Kosten bei einer Steigerung der Anlagengröße von 70kWp auf 200kWp um mehr als 15..20% reduzieren.

    Das Problem liegt darin, daß die Kosten für Solarmodule in den letzten zehn Jahren vielleicht um den Faktor vier gesunken sind, aber die Kosten für die Arbeitsstunde eines Dachdeckers, Gerüstbauers oder Elektrikers eher um 20% gestiegen sind.

    Deshalb sind Dachanlagen gegenüber Freiflächenanlagen, wo der Arbeitsanteil an den Errichtungskosten wesentlich geringer ist, immer weniger attraktiv geworden.


    > Wieso sollen oeffentliche Gelder in den Trassenausbau? Die Netzbetreiber
    > haben bereits zugesicherte Renditen, da ist mehr als genug Geld da.

    Du hast recht, Geld für die Investitionen können die Netzbetreiber leicht aufbringen.

    Woran es hapert, ist die Rechtssicherheit und die Planbarkeit der Investition bezüglich einer verbindlichen Aussage über die zukünftigen Marktstrukturen und die Höhe der CO2-Abgaben.

    Der Staat (oder besser "die Staaten" der EU) müssten also entweder selbst investieren, oder verlässliche Rahmenbedingungen schaffen.

    > Problematisch ist da dass sich an jeder Ecke Leute beschweren wenn ein
    > Kabel kommen soll.
    > Sagt auch niemand dass die Kommune das selbst bezahlen soll. Machen die
    > Banken gerne, weil sie PV verstanden haben. Die Anlage zahlt sich selbst
    > ab, die Kommune senkt ihre laufenden Kosten. Win-win.

    Um solche Projekte scheint es ruhig geworden zu sein. Bei reiner Netzeinspeisung lohnt es für die Anbieter wohl nicht mehr, oder hast Du Beispiele für solche Projekte, die 2021 vergeben wurden?

    Ich habe nur Beispiele gefunden, wo vor ein paar Jahren die Kommunen mit den privaten Betreibern Verträge über die Abnahme des Stroms für den Eigenverbrauch geschlossen haben, z.B. einen Bezugspreis von 13Cent/kWh über 20 Jahr für ein Hallenbad aus 2019.

    Letzendlich unterstreicht das aber meine obige Aussage über das Problem der Planbarkeit, denn die Kommune übernimmt hier das alleinige Risiko einer Veränderung der Preisstruktur im Strommarkt!

    Was, wenn zum Beispiel in zehn Jahre nach einem großen EE-Ausbauschub Netztstrom mittags im Juli, wenn auch die Dachanlage des Hallenbades Spitzenerträge liefert, nur noch 2 Cent kostet, an einem windigen Januartag aber 50 Cent?

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