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Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

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  1. Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: GangnamStyle 07.09.20 - 09:04

    Der grüne Wasserstoff, also durch Elektrolyse gewonnener Wasserstoff, wobei der Betrieb des Elektrolyseurs mit regenerativem Strom gespeist wird, ist in Deutschland sehr teuer - viel teurer als der graue Wasserstoff, der aus Methan durch Dampfreforming gewonnen wird (siehe Artikel). Der grüne Wasserstoff ist in Deutschland deswegen so teurer, weil der Strom so teuer istt. Aber selbst dort, wo der Strom relativ günstig ist (z.B. Island) würde der Wasserstoff immer noch zu teurer sein. Auch der graue Wasserstoff kann gegen billige Kohle nicht mithalten.

    Was im Artikel vergessen wurde: auch die konventionelle Herstellung wurde ständig verbessert. Früher hat man z.B. Koks verwendet statt Kohle. Für die Herstellung von Koks brauchte man Kokereien mit zusätzlichem Aufwand (Zeit und Energie). Heute gibt es Verfahren, wo man direkt Kohle verwenden kann. So arbeitet das FINEX-Verfahren von Posco. Dadurch konnte Kosten drastisch gesenkt werden und die Emission von schädlichen Gase konnte ebenfalls gedrückt werden.

    Der Niedergang von ThyssenKrupp hat auch damit zu tun, weil die verantwortlichen Konzernlenker sich gescheut haben rechtzeitig in neue Technologien zu investieren. Zugegeben im harten Wettbewerb gegen die Ostasiaten konnte man nicht gleichzeitig viel Geld verdienen und viel investieren. Daher ist es wichtig, Investitionen langfristig zu planen. So hat der letztes Jahr verstorbene Chef von der LG-Gruppe immer darauf bestanden die Lithiumionenbatteriesparte festzuhalten, obwohl sie lange nur Verluste (fast 10 Jahre) generierte. Letztes Jahr ist sie in Gewinnzone gekommen und LG Chem gehört zu dem größten Batteriezellenhersteller für E-Autos (vor CATL und Panasonic).

  2. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: MarcusK 07.09.20 - 09:17

    GangnamStyle schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der grüne Wasserstoff, also durch Elektrolyse gewonnener Wasserstoff, wobei
    > der Betrieb des Elektrolyseurs mit regenerativem Strom gespeist wird, ist
    > in Deutschland sehr teuer - viel teurer als der graue Wasserstoff, der aus
    > Methan durch Dampfreforming gewonnen wird (siehe Artikel). Der grüne
    > Wasserstoff ist in Deutschland deswegen so teurer, weil der Strom so teuer
    > istt. Aber selbst dort, wo der Strom relativ günstig ist (z.B. Island)
    > würde der Wasserstoff immer noch zu teurer sein. Auch der graue Wasserstoff
    > kann gegen billige Kohle nicht mithalten.

    Was ist denn die Alternative? Weitermachen? Dann kostet der Stahl halt etwas mehr. Dafür haben wir dann etwas für die Umwelt getan.
    Und das kann man leider nicht alles in Geld umrechnen.

  3. CCS - in der Stahlerzeugung vielleicht nicht sinnlos?

    Autor: mxcd 07.09.20 - 09:18

    Es ist durchaus denkbar, dass CCS in der Stahlerzeugung sinnvoll sein könnte - im Gegensatz zur Energiegewinnung aus Kohle.
    Ich halte aber nichts von Verpressung und kann mir eher vorstellen, dass man die Karbonate vor Ort erzeugt und einlagert oder aber das CO2 wieder auseinandernimmt und damit Kohlenstoffprodukte herstellt - zum Beispiel auf dem Wege künstlicher Photosynthese.

    Schließlich liegt das CO2 in hoher Konzentration vor und kann solche Prozesse effizienter machen.

  4. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: Dwalinn 07.09.20 - 09:23

    Doch man kann das durchaus in Geld umrechnen. Beispielsweise um zu gucken ob es nicht günstiger ist das CO2 im Nachhinein aus der Atmosphäre zu Filtern.

    Ansonsten könnte man zumindest kurzfristig gucken ob man in anderen Bereichen mit ähnlich viel Geldeinsatz nicht sogar bessere Ergebnisse erzielen kann.

    Das Ziel muss selbstverständlich sein langfristig CO2 Neutral zu sein der Weg dahin ist aber noch offen.

  5. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: ubuntu_user 07.09.20 - 09:32

    MarcusK schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was ist denn die Alternative? Weitermachen? Dann kostet der Stahl halt
    > etwas mehr. Dafür haben wir dann etwas für die Umwelt getan.
    > Und das kann man leider nicht alles in Geld umrechnen.

    würde das doch gar nicht so negativ sehen.
    Das Hauptproblem wird sein, das gesamtwirtschaftlich zu betrachten.
    Was hilft uns günstige Kohle und günstiger Kohlestrom, wenn die Kraftwerke dann nicht genutzt werden, weil Ökostrom zuerst eingespeist wird?
    Gearde die Möglichkeit 24h am Tag Wasserstoff umzuwandeln spart ja auch ne Menge Speichernotwendigkeit

  6. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: subjord 07.09.20 - 09:37

    Dwalinn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Doch man kann das durchaus in Geld umrechnen. Beispielsweise um zu gucken
    > ob es nicht günstiger ist das CO2 im Nachhinein aus der Atmosphäre zu
    > Filtern.
    >
    > Ansonsten könnte man zumindest kurzfristig gucken ob man in anderen
    > Bereichen mit ähnlich viel Geldeinsatz nicht sogar bessere Ergebnisse
    > erzielen kann.
    >
    > Das Ziel muss selbstverständlich sein langfristig CO2 Neutral zu sein der
    > Weg dahin ist aber noch offen.

    Das CO2 direkt aus der Atmosphäre zu filtern ist sehr sehr teuer und wird auch ziemlich teuer bleiben. Es wird fast immer günstiger bleiben CO2 Emissionen direkt zu vermeiden.
    Man müsste viele Kg Kohle verbrennen um die Energie zu erhalten um das CO2 von einem Kg Kohle wieder aus der Atmosphäre zu holen. Die ineffiziente Synthese von Wasserstoff ist viel lohnenswerter. Eine weitere Alternative ist das CO2 da abzuschöpfen wo es anfällt. Da hat es bereits einen großen Anteil und kann leichter konzentriert werden. Aber auch da bleibt dann die Frage was man damit macht.
    Es wieder unter die Erde zu pumpen ist das einfachste (aber es ist teilweise schwer die Bevölkerung davon zu überzeugen).
    Alle anderen Methoden sind auch aufwendig und teuer. Karbonate zu erzeugen kostet nochmal mehr Energie.

    Wenn das derzeit für 8% der weltweiten CO2 Emissionen verantwortlich ist, sind das 2,8 mrd Tonnen CO2 im Jahr.
    Im Vergleich die weltweite Plastik Produktion beträgt 360 Millionen Tonnen im Jahr. Also wohin mit dem ganzen CO2. Es ist viel einfacher wenn man die benötigte Energie nicht aus fossilen Quellen nimmt, dann befindet sich die Energie in einem Kreislauf und man muss nicht so sehr auf die Konsequenzen achten.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 07.09.20 09:42 durch subjord.

  7. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: Dystopinator 07.09.20 - 10:38

    Mehr elektrische Energie? Ohne Verbrennung oder Kernspaltung?

    Über den Kamineffekt einen Luftstrom gegen mit Turbinenblättern versehene Dynamos laufen zu lassen ist schon eine Idee die seit über 100 Jahren herum geistert ...

    Braucht viel mehr platz, aber kommt im Gegensatz zu PV mit viel weniger seltenen Erden aus, und ist in der Herstellung und Betrieb der Anlage deutlich günstiger ...

    Muss man halt mal sowieso anders schwer nutzbare Fläche bebauen, Wüsten hat die Welt ja immer mehr ... und etwas auffangbares Kondenswasser fällt dabei auch noch an ...

  8. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: MrAndersenson 07.09.20 - 10:52

    Grüner Wasserstoff aus der Zinnschmelze

    "Ausgangsprodukt ist das reichlich zur Verfügung stehende Erdgas, das hauptsächlich aus Methan besteht. Das Verfahren macht sich zunutze, dass Methan bei hohen Temperaturen instabil wird und in seine Bestandteile Kohlenstoff und Wasserstoff zerfällt.

    Die Pyrolyse-Reaktion, also die Zersetzung, findet in einem aufrecht stehenden Reaktor statt. Er ist mit flüssigem Zinn gefüllt, das eine Temperatur von rund 1.200 Grad Celsius hat. Das Methan wird unten in die Metallschmelze geleitet, in der die Gasbläschen wegen des großen Dichteunterschieds schnell aufsteigen."

    https://www.golem.de/news/energiewende-gruener-wasserstoff-aus-der-zinnschmelze-1911-145143.html

    KostenBonus: es entsteht "reines" Kohlenstoffpulver was industriell gleich weiter verwendet werden kann (Stahlherstellung)

    Wo kommts Methan her? Biogasanlagen in Russland die jetzt schon laufen sollten:

    Permafrost in Sibirien - Wenn es hier taut, ist das Weltklima in Gefahr

    Der Permafrostboden speichert gewaltige Mengen an Treibhausgasen. Wegen des Klimawandels taut er immer schneller - und setzt immer mehr Gase frei. Ein Teufelskreis.

    https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/sibieren-permafrost-klimawandel-100.html

    Wie kommts Methan her? NordStream_2?! xP

  9. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: GangnamStyle 07.09.20 - 10:55

    Dystopinator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mehr elektrische Energie? Ohne Verbrennung oder Kernspaltung?
    >
    > Über den Kamineffekt einen Luftstrom gegen mit Turbinenblättern versehene
    > Dynamos laufen zu lassen ist schon eine Idee die seit über 100 Jahren herum
    > geistert ...
    >
    > Braucht viel mehr platz, aber kommt im Gegensatz zu PV mit viel weniger
    > seltenen Erden aus, und ist in der Herstellung und Betrieb der Anlage
    > deutlich günstiger ...
    >
    > Muss man halt mal sowieso anders schwer nutzbare Fläche bebauen, Wüsten hat
    > die Welt ja immer mehr ... und etwas auffangbares Kondenswasser fällt dabei
    > auch noch an ...
    Aufwindkraftwerk-Projekte haben schon lange gezeigt, dass sie nicht rentabel arbeiten können. Abgesehen davon, diese Technik hat nicht den Lerneffekt, was konventionelle WKAs und monokristalline Si-PV-Anlagen haben.

    Da haben einige Leser mich falsch verstanden. Ich kritisiere ja nicht generell H2-Technologie, sondern kritisiere dass diese Technik aus kostengründen kaum durchsetzen kann. Vor allem ist das in der Stahlherstellung der Fall. Was bringt es, wenn der Stahl super umweltfreundlich in Deutschland hergestellt wird, wenn er 10x so teuer ist, wie der Stahl aus China? Wisst Ihr wie viele Stahlwerke in China und Indien gibt? Vielleicht sollte man erst darüber nachdenken, diese umweltfreundlicher und effizienter zu machen. Solcher Technologiewandel vollzieht sich nicht in wenigen Monaten. Man braucht Jahrzehnte dafür! Recherchiert Euch mal, wie lange Posco für die Entwicklung und Aufbau von FINIX-Anlagen gebraucht hat.

  10. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: Frank Wunderlich-Pfeiffer 07.09.20 - 10:58

    GangnamStyle schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    Was bringt es, wenn der Stahl super
    > umweltfreundlich in Deutschland hergestellt wird, wenn er 10x so teuer ist,
    > wie der Stahl aus China?

    Der Unterschied sind 20-30%.

    Frank Wunderlich-Pfeiffer (Twitter: @FrankWunderli13) - als freier Journalist bei Golem.de unterwegs - Countdown Podcast zur Raumfahrt @countdown_pod oder https://countdown.podigee.io/

  11. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: Muhaha 07.09.20 - 11:07

    GangnamStyle schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was bringt es, wenn der Stahl super
    > umweltfreundlich in Deutschland hergestellt wird, wenn er 10x so teuer ist,
    > wie der Stahl aus China?

    Das bringt schon was, weil in China und Indien der Druck aus der Bevölkerung auf die Politik immer größer wird, endlich für mehr umweltverträgliche Bedingungen zu sorgen. Gerade in China ist die Regierung sehr bemüht diesen Unmut durch entsprechende Maßnahmen zu dämpfen, weil man die eigene Machtposition nicht gefährden will.

    Auch in Indien regt sich immer mehr Protest, je größer die wachsende, immer besser ausgebildete Mittelschicht im Lande wird.

  12. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: Dystopinator 07.09.20 - 13:25

    GangnamStyle schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aufwindkraftwerk-Projekte haben schon lange gezeigt, dass sie nicht
    > rentabel arbeiten können. Abgesehen davon, diese Technik hat nicht den
    > Lerneffekt, was konventionelle WKAs und monokristalline Si-PV-Anlagen
    > haben.

    Sie wurden auch noch nie in ernstzunehmender Größenordnung gebaut, 200m Versuchsanlagen sind keine Größe in denen der Temperaturunterschied groß genug für eine baldige Wirtschaftlichkeit wäre ...

    Es geht um wirkliche Nachaltigkeit bei möglichst wenig Emmissionen auf Dauer dafür, nicht darum Spielgeld möglichst bald erlogen und erstunken von Halunken zu vermehren.

    Das einzige wirkliche Verschleißteil an solchen Anlagen wären die Turbinenblätter und deren Lager, hier könnte eine elektromagnetische/abriebfreie Lagerung die Betriebskosten senken, die Energie dafür liefert die Anlage selbst - bei mehreren Turbinen pro Kamin, oder eine benachbarte Anlage.

    Wo der Schrott von PV-Anlagen in 10 bis 50 Jahren landet wissen deren Hersteller heute selbst nicht, sie hoffen dafür auf "innovative Lösungen aus der Industrie" ... sry das sind für mich *großartige* Aussichten ... also weil ich dann wenn der Hammer zurück schwingt wahrscheinlich eh nicht mehr Lebe ...

    Eine Aufwindanlage hat halt keinen ROI von vier oder 40 Jahren sondern über 400 Jahre Lebenbserwartung zu bieten, bei einer soliden Stahlbetonausführung, also wenn man soetwas richtig bauen kann ... daran zweifle ich aber mittlerweile, wir bekommen ja nicht einmal mehr hin den Beton für Fahrbahnen richtig anzumischen, weil die heilige Beschisswirtschaft uns regiert und nicht Ehrlichkeit und über einen selbst hinausreichender Verstand uns führt!



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 07.09.20 13:37 durch Dystopinator.

  13. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: Ach 07.09.20 - 13:45

    Die Mehrkosten werden durch Umweltabgaben für Stähle ausgeglichen, die keine Zertifikate für kohlenstoffarme Produktion mit bringen. Das steht quasi jetzt schon fest, dass Europa seine Umweltschutzbemühungen in der Fertigung, und zwar nicht nur in der Fertigung von Stahl, gegen umweltschädliche hergestellte Güter aus dem Ausland auf diese Weise schützen wird.

    Was mich weiterhin ganz schön stört : bei deinen Ausführungen legst du nahe, dass die Energiekostenverhältnisse zwischen den Europäischen Staaten so wie beim Haushaltsstrom zu verstehen wären, wobei die Stahlfertigung nicht das Geringste mit dem Europäischem Haushaltsstrompreisverhältnissen zu tun hat.

  14. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: richtchri 07.09.20 - 14:30

    Warum nutzt man nicht Strom, der aus Laufwellenreaktoren gewonnen wird?

  15. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: pp 07.09.20 - 14:35

    Genau, die BASF baut gerade zusammen mit Partnern an einer Testanlage im indusriellen Maßstab. Um den Teufelsreis zu durchbrechen müssten wir eigentlich sofort die Emittierung von CO2 stoppen und vie CCS speichern. Das CO2 könnte man via Schiff nach Aftrika bringen, wo es mit Sunfire wieder in Methan gewandelt wird. Das Methan bringt man wieder zurück und holt mit der Methanpyrolyse den Kohenstoff wieder als Feststoff raus. Somit wären Kohlekraftwerkte zumindest für die Restzaufzeit weitgehend Klimaneutral.

    Entzieht man CO2 via Biogas oder direkter CO2 Absorbtion der Atmosphäre, wird das zusammen mit der Methanpyrolyse CO2 negativ.

    Daher bin ich der Meinung das der Klimawandel nur mit einer Kombination solcher Techniken zurück gedreht werden kann. Was wir brauchen ist eine Wasserstoff Wirtschaft.

    Die Plasmalyse wäre auch so eine.

  16. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: Michael H. 07.09.20 - 15:00

    GangnamStyle schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der grüne Wasserstoff, also durch Elektrolyse gewonnener Wasserstoff, wobei
    > der Betrieb des Elektrolyseurs mit regenerativem Strom gespeist wird, ist
    > in Deutschland sehr teuer

    Was in meinen Augen aber auch unnötig ist... extra Strom bereitstellen, damit dieser unter beschissenem Wirkungsgrad verbraten wird.

    Im Endeffekt ist es doch so... also korrigier mich wenn ich mich irre... aber man stellt ja nicht eine Menge X an Strom her, sondern stellt eine anliegende Leistung von x kW, MW oder GW bereit.

    Ein Kraftwerk produziert 400MWh, während keine Ahnung, 320MWh Leistung von Verbrauchern am Netz anliegen. Die 80MWh mehr, gehen dabei doch so oder so verloren wenn sie nicht zeitgleich verbraucht werden. Diese 80MWh Delta dazwischen, sind ja nur dafür da um Spitzen und Zeug auszugleichen... ein Puffer einfach... weil das Kraftwerk eben nicht im Millisekunden bis Sekundenbereich leistung hoch und runterfahren kann wenn benötigt. Mal davon abgesehen, dass da ne richtig gute Glaskugel für die Zukunftsvorhersage nötig wäre.

    Warum lässt man dann nicht "Akkus" mit am Netz laufen, die als Puffer für entsprechende "Elektrolyseurs" verwendet werden.

    Sodass wenn 80MWh frei sind, diese zu 100% verwendet werden und die Akkus quasi die Spannungsspitzen ausgleichen.

    Quasi das Stromnetz effektiver nutzen... mit nem Puffer wird die Energie die Produziert wird auch zu 100 und nicht zu nur 30 oder 40% voll ausgenutzt.

  17. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: MarcusK 07.09.20 - 15:59

    Michael H. schrieb:
    > Ein Kraftwerk produziert 400MWh, während keine Ahnung, 320MWh Leistung von
    > Verbrauchern am Netz anliegen. Die 80MWh mehr, gehen dabei doch so oder so
    > verloren wenn sie nicht zeitgleich verbraucht werden.
    nein, die würde sich in ein Erhöhung der Netzfrequenz bemerkbar machen und damit die würde die Verbraucher sich mehr Energie nehmen.

    Das das zum glück nicht schnell passiert, wirken die Generatoren mit ihrer (rotierenden) Masse als Puffer. Wenn also mehr Energie erzeugt wird, als entnommen wird, dann beschleunigt langsam diese Masse. Das ist genug zeit damit die Erzeugerleistung reduziert werden kann.

    Genauso andersrum, wenn spontan mehr Energie gebraucht wird, wird der Generator langsamer und gibt damit Energie ab ohne das das Kraftwerk sie selber zuführt.

    > Diese 80MWh Delta
    > dazwischen, sind ja nur dafür da um Spitzen und Zeug auszugleichen... ein
    > Puffer einfach... weil das Kraftwerk eben nicht im Millisekunden bis
    > Sekundenbereich leistung hoch und runterfahren kann wenn benötigt. Mal
    > davon abgesehen, dass da ne richtig gute Glaskugel für die
    > Zukunftsvorhersage nötig wäre.
    Genau der Puffer gibt es in Form von Masse im Generator - so lange es noch Generatoren gibt. Wenn wir alle Energie aus kleinen Umrichter ( PV-Anlangen ) erzeugen, müssen wir die Leistungsregelung umplanen.

  18. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: Ach 07.09.20 - 16:20

    > Genau der Puffer gibt es in Form von Masse im Generator - so lange es noch Generatoren gibt. Wenn wir alle Energie aus kleinen Umrichter ( PV-Anlangen ) erzeugen, müssen wir die Leistungsregelung umplanen.

    Genau diese spannungsregelnde Rolle übernehmen ja Stück für Stück die Batteriekraftwerke. Die reagieren sogar nochmal schneller und präziser als die Schwungmasse in den Kraftwerken, und prinzipbedingt bringen die ganz nebenbei die viel besseren Schwarzstarteigenschaften mit. Ansosnten dienen und dienten als "Batterien" seit jeher Staudämme, Pumpspeicherkraftwerke und auf Verbraucherseite, Nachtspeicheröfen, Aluminiumwerke und andere Großverbraucher, deren Energiebezug sich zeitliche in gewissen Grenzen verschieben lässt.

  19. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: MarcusK 07.09.20 - 16:46

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Genau der Puffer gibt es in Form von Masse im Generator - so lange es
    > noch Generatoren gibt. Wenn wir alle Energie aus kleinen Umrichter (
    > PV-Anlangen ) erzeugen, müssen wir die Leistungsregelung umplanen.
    >
    > Genau diese spannungsregelnde Rolle übernehmen ja Stück für Stück die
    > Batteriekraftwerke.
    Die Spannung wird überhaupt nicht geregelt, die einzige Größe dafür die Frequenz die überall im Netzt gleich ist. Die Spannung ist an jeden Punkt anders und schwankt durch unterschiedliche Lasten im Netz. An der Frequenz kann man überall erkennen ob mehr Verbraucher oder mehr Einspeisung vorhanden ist.

    > Die reagieren sogar nochmal schneller und präziser als
    > die Schwungmasse in den Kraftwerken,
    ganz bestimmt nicht. Schneller als eine Masse mit ein paar kupferspulen dran, kann keine digitale Regelung sein.

  20. Re: Der Knackpunkt ist wie der Wasserstoff hergestellt wird

    Autor: Faraaday 07.09.20 - 17:10

    Jeder der eine "größere" Solaranlage auf dem Dach hat, muss auch netzdienliche Aufgaben übernehmen.
    Diese sind in die Wechselrichter integriert.
    Schieflasten, Frequenzanpassungen, Begrenzung der Ausgangsleistung, Blindleistungsbereitstellung, etc. müssen vom Wechselrichter abhängig von seiner Leistung übernommen werden.
    (https://files.sma.de/downloads/STP50-40-BE-de-17.pdf)

    Neben der kurzfristigen (millisekunden) wird auch an stundenweiser Netzdienlichkeit gearbeitet:
    https://www.baulinks.de/webplugin/2018/1008.php4

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