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  5. › EuGH-Urteil: IT-Wirtschaft kritisiert…

Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

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  1. Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: AllDayPiano 14.05.19 - 14:10

    Es tut mir leid, aber durch den Mangel an Arbeitszeitfestellung haben in erster Linie mal Arbeitgeber einen besseren Stand, denn sie gehen bei der Vergütung von den fixen Zeiten im Arbeitsvertrag aus. Dass viele (freiwillig aber auch oft unfreiwillig) unbezahlte Überstunden leisten, ist ein gerne gesehener Nebeneffekt. Ohne detaillierte Zeitlisten und einer Klage vorm Arbeitsgericht (mit allen daraus erwachsenden Folgen wie einer Kündigung bei der nächsten Lappalie) haben AN faktisch keine Chance, die notwendige Vergütung bzw. Freizeitausgleich zu erhalten.

    Dass der EuGH dieser Praxis nun einen Riegel vorschiebt, ist längst überfällig gewesen.

    Ja es stimmt, die Zeiterfassung stellt einen zusätzlichen Aufwand dar, aber nur für Arbeitgeber, die auf jegliche Fairness sch***en und die Angestellten buckeln lässt. Alle anderen AGs haben sich schon vor Jahren eine Stechuhr zugelegt (und sei es nur eine für 300 Euro von ELV). Das verschafft Arbeitgebern UND Arbeitnehmern die Sicherheit und das Gefühl, nicht betrogen zu werden und ist zudem auch fair allen Nichtrauchern gegenüber, in Betrieben, in denen Rauchern noch nicht stempeln müssen.

    Klar - das Homeoffice ist ein Problemfall. Für den gilt es Lösungen zu suchen. Aber auch hierfür gibt es bereits Software. Oder die klassische Vertrauensbasis. Auch daheim kann ein MA seine Arbeitszeit jederzeit unterbrechen (vulgo ausstempeln) und fortsetzen.

    Wer jetzt jammert, der sieht seine Felle davonschwimmen. Vielleicht liegt es an den bisher jährlich 1 Milliarde unbezahlten Überstunden alleine in Deutschland...

  2. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: tomate.salat.inc 14.05.19 - 14:34

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es tut mir leid, aber durch den Mangel an Arbeitszeitfestellung haben in
    > erster Linie mal Arbeitgeber einen besseren Stand,
    Stimmt nicht. Keiner hindert dich daran, auf die Uhr zu gucken wann du gekommen bist und wann du gehst. Ich mag Arbeite gerne nach dem Modell und ich weiß sehr wohl, wann ich Überstunden mache und wann ich abbaue.

    > Dass der EuGH dieser Praxis nun einen Riegel vorschiebt, ist längst
    > überfällig gewesen.
    Nö.

    > Ja es stimmt, die Zeiterfassung stellt einen zusätzlichen Aufwand dar, aber
    > nur für Arbeitgeber
    Nein - im Gegenteil. ES stellt zusätzlichen Aufwand für den MA da. Und darauf hab ich keinen Bock.

    > Angestellten buckeln lässt. Alle anderen AGs haben sich schon vor Jahren
    > eine Stechuhr zugelegt (und sei es nur eine für 300 Euro von ELV). Das
    > verschafft Arbeitgebern UND Arbeitnehmern die Sicherheit und das Gefühl,
    > nicht betrogen zu werden
    Bitte? Es schafft ein Gefühl der Kontrolle und nichts anderes. Vor allem in der IT sind Raucherpausen doch überhaupt kein Problem (und das sagt dir ein Nichtraucher!). Oder das die Leute hier am Tischkicker sind. Mir steht es frei pausen einzulegen und zu machen (wie ich jetzt gerade). Wir arbeiten am Sprint und der muss passen. Alles andere ist doch sowas von egal.

    > Klar - das Homeoffice ist ein Problemfall. Für den gilt es Lösungen zu
    > suchen. Aber auch hierfür gibt es bereits Software. Oder die klassische
    > Vertrauensbasis. Auch daheim kann ein MA seine Arbeitszeit jederzeit
    > unterbrechen (vulgo ausstempeln) und fortsetzen.
    Außer Vertrauen funktioniert hier auch nichts.

    > Wer jetzt jammert, der sieht seine Felle davonschwimmen.
    Ne - wer jetzt jammert der hat einfach nicht so ein Problem wie du mit Vertrauensarbeitszeit! Ich bin von einem Betrieb mit Stechuhr (+ Excel Dokument) in einen gekommen ohne. Und soll ich dir was sagen: Ich hab mir noch NIE die Stechuhr zurück gewünscht! Noch hab ich einen Kollegen darüber jammern hören! Ich arbeite gerne nach meiner eigenen Planung und so soll es auch bleiben!

  3. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: hevilp 14.05.19 - 14:39

    Kannst du doch, wo ist das Problem, einzig das es dokumentiert wird.
    Außerdem ist es möglich mal länger zu arbeiten, wenn dafür Ausgleich geschaffen wird...

  4. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: AllDayPiano 14.05.19 - 14:45

    Für Dich ändert sich doch auch nichts. Außer, dass die AG jetzt aufzeichnen müssen, wann Du gekommen bist, und wann du gehst.

    Nicht mehr, und nicht weniger.

    Wer darin einen persönlichen Nachteil sieht, der hat vielleicht das Glück, in einem der ganz ganz wenigen Firmen zu arbeiten, bei denen das System so funktioniert.

    Dem möchte ich aber etwas mit auf den Weg geben: Man sollte nie von sich selbst auf andere schließen. Dem Großteil geht es ohne Erfassung eben *NICHT* besser. Dass es auch die wenigen "guten" trifft, ist halt ein Kollateralschaden, aber auch die werden es überleben, täglich zusätzliche 15 Sekunden zum Ein- und Ausstempeln zu investieren.

  5. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: tomate.salat.inc 14.05.19 - 14:45

    hevilp schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Kannst du doch, wo ist das Problem, einzig das es dokumentiert wird.
    Weil ich der Depp bin, der das dokumentieren darf. Mir reichts schon, dass ich manche Sachen in Jira festhalten muss. (Und nein: das ist nicht das gleiche. Mein Jira-Log spiegelt nicht wieder, wie lange ich tatsächlich da bin. Weswegen in den Logs auch keine 40h-Woche ersichtlich sein muss).

    > Außerdem ist es möglich mal länger zu arbeiten, wenn dafür Ausgleich
    > geschaffen wird...
    Ist bei uns absolut kein Problem. Ich hab z.B. schon Mo-Do 2h dran gehängt und bin Fr dann daheim geblieben. Liegt komplett bei uns.

  6. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: AllDayPiano 14.05.19 - 14:48

    tomate.salat.inc schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > hevilp schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Kannst du doch, wo ist das Problem, einzig das es dokumentiert wird.
    > Weil ich der Depp bin, der das dokumentieren darf. Mir reichts schon, dass
    > ich manche Sachen in Jira festhalten muss. (Und nein: das ist nicht das
    > gleiche. Mein Jira-Log spiegelt nicht wieder, wie lange ich tatsächlich da
    > bin. Weswegen in den Logs auch keine 40h-Woche ersichtlich sein muss).

    Nochmal, weil das offensichtlich viele nicht verstehen: Dein *Arbeitgeber* muss *Deine* Anwesenheit zukünftig erfassen. Es geht *NICHT* darum, dass *DU* erfassen musst, wann du wieviel für was gearbeitet hast! Und das geschieht ganz primitiv durch Einstempeln beim Betreten, und Ausstempeln beim Verlassen der Arbeit.

    > > Außerdem ist es möglich mal länger zu arbeiten, wenn dafür Ausgleich
    > > geschaffen wird...
    > Ist bei uns absolut kein Problem. Ich hab z.B. schon Mo-Do 2h dran gehängt
    > und bin Fr dann daheim geblieben. Liegt komplett bei uns.

    Und daran wird sich auch zukünftig *NICHTS* ändern!

  7. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: ibsi 14.05.19 - 15:00

    Ja aber was hindert es jemanden daran - auch ohne offizielle Erfassung - sich die Zeit selbst zu erfassen und dann nach 8 Stunden den Stift fallen zu lassen? Hab ich doch auch gemacht, nur für mich selbst und um mir zu zeigen: Ok, es ist Freitag, 13 Uhr ... Du hast Überstunden gesammelt also Feierabend.
    Oder um zu sehen,... oh, insgesamt 6 Stunden minus diesen Monat. Muss ich halt ein paar Tage mal Überstunden machen.

  8. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: lestard 14.05.19 - 15:07

    Was wenn ein Arbeitnehmer bisher weniger als seine vorgesehene Arbeitszeit leistet, quasi "Unter-Stunden" macht? Wenn er trotzdem alle seine Aufgaben schafft und niemand ein Problem damit hat? Nun fällt es auf und er muss die gesamte Zeit absitzen.
    Mag sein, dass das seltener auftritt als umgekehrt aber ich würde das nicht unterschätzen.

  9. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: ibsi 14.05.19 - 15:10

    Korrekt. Manchmal ist man auch mit einer Aufgabe fertig und die vollen 8 Stunden sind noch 10 min entfernt. Warum dann nicht einfach gehen wenn man in den 10 min nichts mehr schaffen kann?

  10. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: tomate.salat.inc 14.05.19 - 15:12

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nochmal, weil das offensichtlich viele nicht verstehen: Dein *Arbeitgeber*
    > muss *Deine* Anwesenheit zukünftig erfassen. Es geht *NICHT* darum, dass
    > *DU* erfassen musst, wann du wieviel für was gearbeitet hast! Und das
    > geschieht ganz primitiv durch Einstempeln beim Betreten, und Ausstempeln
    > beim Verlassen der Arbeit.
    Bringt genau nix - außer Kontrolle für den Arbeitgeber. Absolut einfach zu missbrauchen. Was in meinem letzten Betrieb auch vorgekommen ist. Dort durften die Außendienstler nicht stechen (auch wenn sie morgens und abends am Betrieb waren) es wurde immer "manuell" nachgetragen.

    Und einfach ein-/ausstechen? Das war ein kleiner Laden - aber immer mal wieder musste nach korrigiert werden, weil die Uhr gesponnen hatte oder der Mitarbeiter sich nicht richtig eingestochen hatte. Dann durftest du dich hinterher erklären und vorrechnen wann du wie da warst.

    Ich durfte solch ein System kennen lernen und bin froh es nicht mehr zu haben.

  11. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: tomate.salat.inc 14.05.19 - 15:13

    +1 und genau aus dem Grund sehe ich da ein win-win-situation für beide drin. Arbeitnehmer- und geber.

    Mal profitiert der Mitarbeiter und mal der Arbeitgeber von dem System.

  12. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: AllDayPiano 14.05.19 - 15:14

    Naja der sollte dann mit seinem Chef eine andere Zeitbasis vereinbaren, und falls das nicht möglich ist, ist das wirklich schlecht für ihn. Zweifelsohne.

  13. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: Palerider 14.05.19 - 15:25

    Der nächste der Arbeitszeiterfassung mit unflexiblen Arbeitszeiten gleichsetzt... ist doch Unsinn, die Erfassung unterstützt vielmehr flexibles Arbeiten.

  14. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: Wechselgänger 14.05.19 - 15:30

    ibsi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Korrekt. Manchmal ist man auch mit einer Aufgabe fertig und die vollen 8
    > Stunden sind noch 10 min entfernt. Warum dann nicht einfach gehen wenn man
    > in den 10 min nichts mehr schaffen kann?

    Das hängt von deinem Arbeitsvertrag ab: Wenn dieser vorsieht, daß du jeden Tag eine feste Anzahl an Stunden da sein musst, dann musst du die 10 Minuten halt absitzen. Wenn du flexible Arbeitszeiten hast, dann gehst du halt früher und arbeitest die 10 Minuten bei einer anderen Gelegenheit nach.

    Nur: Das was bisher auch schon so. Wenn die Arbeitszeiten erfasst werden ändert sich nicht an deinem Arbeitsvertrag oder den Regelungen innerhalb deiner Firma. Es wird halt nur irgendwo erfaßt.

    Wenn du natürlich bisher die 10 Minuten früher gegangen bist, aber die Zeit nicht nachgearbeitet hast, bist du jetzt im Nachteil. Aber das nur, weil du deinen Arbeitgeber bisher um einen Teil deiner Arbeitszeit betrogen hast.

  15. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: lestard 14.05.19 - 17:12

    Wechselgänger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn du natürlich bisher die 10 Minuten früher gegangen bist, aber die Zeit
    > nicht nachgearbeitet hast, bist du jetzt im Nachteil. Aber das nur, weil du
    > deinen Arbeitgeber bisher um einen Teil deiner Arbeitszeit betrogen hast.

    So war es in dem von mir konstruierten Beispiel gemeint. Ich will so ein Verhalten auch nicht gutheißen sondern nur zeigen, dass es eben nicht immer nur der Arbeitnehmer der Gewinner einer solchen Neuregelung und der Arbeitgeber der Verlierer ist.

  16. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: aguentsch 14.05.19 - 17:26

    AllDayPiano schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es tut mir leid, aber durch den Mangel an Arbeitszeitfestellung haben in
    > erster Linie mal Arbeitgeber einen besseren Stand, denn sie gehen bei der
    > Vergütung von den fixen Zeiten im Arbeitsvertrag aus. Dass viele
    > (freiwillig aber auch oft unfreiwillig) unbezahlte Überstunden leisten, ist
    > ein gerne gesehener Nebeneffekt. Ohne detaillierte Zeitlisten und einer
    > Klage vorm Arbeitsgericht (mit allen daraus erwachsenden Folgen wie einer
    > Kündigung bei der nächsten Lappalie) haben AN faktisch keine Chance, die
    > notwendige Vergütung bzw. Freizeitausgleich zu erhalten.
    >
    Ob du's glaubst oder nicht: Es gibt auch Arbeitnehmer, die nicht klassenkämpferisch unterwegs sind. Ich bin für eine vernünftige Work-Life-Balance, schon deshalb, weil das der Mitarbeiterbindung zugute kommt, damit unserem Unternehmenserfolg und meinem Arbeitsplatz.
    Darüber hinaus halte ich Arbeitszeiterfassung (und v. a. -auswertung) für ein Instrument, dass geeignet ist, Eigenverantwortung als Erfolgsfaktor für ein Unternehmen zu verhindern. Und damit meine ich nicht einseitig die Pflicht zur Mehrarbeit bei Arbeitnehmern, sondern auch die Pflicht der Führungskräfte, auf die individuellen Rahmenbedingungen der Mitarbeiter einzugehen und die berechtigten Anliegen von Mitarbeitern mit den berechtigten Anforderungen des Unternehmens in Einklang zu bringen.
    Das funktioniert nicht in allen Firmen, aber doch in manchen, und das sind nicht die schlechtesten...

  17. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: lestard 14.05.19 - 17:28

    Palerider schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der nächste der Arbeitszeiterfassung mit unflexiblen Arbeitszeiten
    > gleichsetzt... ist doch Unsinn, die Erfassung unterstützt vielmehr
    > flexibles Arbeiten.

    Das stimmt doch gar nicht. Ich habe das nicht gleichgesetzt. Der Punkt war, dass erst in dem Moment, wo die Zeit erfasst wird, es auffällt, wenn man "Unterstunden" macht. Ob die jetzt in einem 9-to-5-Job sind oder bei flexiblen Arbeitszeiten ist doch egal.

    Mir geht es eher um folgendes: Es gibt Jobs, in denen ist die abgeleistete Zeit relevant, z.B. am Fließband. Aber es gibt auch andere Jobs, in denen die geleistete Arbeit wichtig ist. Wenn du deine erwartete Tagesleistung in 7,5 h schon geschafft hast, aber dein Arbeitsvertrag 8h vorschreibt, dann kannst du entweder:
    a) die restliche halbe Stunde auf Arbeit bleiben und Däumchen drehen
    b) eine halbe Stunde zeitiger gehen und es einfach gut sein lassen für den Tag
    c) eine halbe Stunde zeitiger gehen und die halbe Minus-Stunde im Zeitsystem erfassen.

    Bei c) must die die Minus-Stunde aber irgendwann nachholen. Wenn du ständig produktiver bist als gedacht, dann sammelt sich das sogar an. Und das obwohl weder bei a) noch b) irgendwem ein Schaden entsteht, denn die Arbeit ist ja erledigt. Wenn du einen coolen Chef hast, dann würde er dich inoffiziell sogar zu b) animieren bzw. es stillschweigend hinnehmen, weil das im Vergleich zu a) sicherlich deine Motivation steigert und damit auch ihm wieder zugute kommt.
    Der eigentliche Grund des ganzen Schlamassels ist natürlich die unflexible Festlegung auf 8h am Tag aber dagegen kann man als einzelner Arbeitnehmer ja nicht immer was machen. Du kannst aber eben mittels a) und b) selbst darauf reagieren und für dich deinen Frieden finden.

    Unabhängig davon finde ich persönlich die Zeiterfassung nicht per se schlecht, einfach weil das hier beschriebene natürlich ein Luxus-Problem ist im Vergleich zu den Leuten, die unbezahlte Überstunden leisten müssen. Ich mache mir eben auch über Gegenargumente gedanken.

  18. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: lucem 14.05.19 - 17:31

    Wie mir scheint, mangelt es hier so einigen an Vorstellungsvermögen, woher die Gesetzgebung denn kam, die hier zu ihren Gunsten angewendet wird.
    Das Arbeitszeitgesetz mag zwar ein wenig starr sein, und vielleicht muss es überarbeitet werden; es ist aber geltendes Recht, und das ist einzuhalten, ob es gefällt oder nicht. AN, AG, egal.
    Wer das ändern möchte, wir leben in einer Republik...

  19. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: My2Cents 15.05.19 - 06:40

    lestard schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Palerider schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Der nächste der Arbeitszeiterfassung mit unflexiblen Arbeitszeiten
    > > gleichsetzt... ist doch Unsinn, die Erfassung unterstützt vielmehr
    > > flexibles Arbeiten.
    >
    > Das stimmt doch gar nicht. Ich habe das nicht gleichgesetzt. Der Punkt war,
    > dass erst in dem Moment, wo die Zeit erfasst wird, es auffällt, wenn man
    > "Unterstunden" macht. Ob die jetzt in einem 9-to-5-Job sind oder bei
    > flexiblen Arbeitszeiten ist doch egal.
    >
    > Mir geht es eher um folgendes: Es gibt Jobs, in denen ist die abgeleistete
    > Zeit relevant, z.B. am Fließband. Aber es gibt auch andere Jobs, in denen
    > die geleistete Arbeit wichtig ist. Wenn du deine erwartete Tagesleistung in
    > 7,5 h schon geschafft hast, aber dein Arbeitsvertrag 8h vorschreibt, dann
    > kannst du entweder:
    > a) die restliche halbe Stunde auf Arbeit bleiben und Däumchen drehen
    > b) eine halbe Stunde zeitiger gehen und es einfach gut sein lassen für den
    > Tag
    > c) eine halbe Stunde zeitiger gehen und die halbe Minus-Stunde im
    > Zeitsystem erfassen.
    >
    > Bei c) must die die Minus-Stunde aber irgendwann nachholen. Wenn du ständig
    > produktiver bist als gedacht, dann sammelt sich das sogar an. Und das
    > obwohl weder bei a) noch b) irgendwem ein Schaden entsteht, denn die Arbeit
    > ist ja erledigt. Wenn du einen coolen Chef hast, dann würde er dich
    > inoffiziell sogar zu b) animieren bzw. es stillschweigend hinnehmen, weil
    > das im Vergleich zu a) sicherlich deine Motivation steigert und damit auch
    > ihm wieder zugute kommt.
    > Der eigentliche Grund des ganzen Schlamassels ist natürlich die unflexible
    > Festlegung auf 8h am Tag aber dagegen kann man als einzelner Arbeitnehmer
    > ja nicht immer was machen. Du kannst aber eben mittels a) und b) selbst
    > darauf reagieren und für dich deinen Frieden finden.
    >
    > Unabhängig davon finde ich persönlich die Zeiterfassung nicht per se
    > schlecht, einfach weil das hier beschriebene natürlich ein Luxus-Problem
    > ist im Vergleich zu den Leuten, die unbezahlte Überstunden leisten müssen.
    > Ich mache mir eben auch über Gegenargumente gedanken.

    Wir haben in Deutschland Vertragsfreiheit. Wenn dein AG dich für einen tollen Mitarbeiter hält der seine Aufgaben westentlich schneller schafft als der Rest - was hindert ihn daran dein Gehalt so zu belassen und deine Arbeitszeit um die entsprechende Zeit zu kürzen? Oder in den Vertrag zu schreiben "muss die gestellten Aufgaben erfüllen, die vorgesehene Zeit von 40 Wochenstunden darf dabei ohne Gehaltseinbußen um bis zu 20% unterschritten werden"?
    Es geht nur darum dass die Zeiten dokumentiert werden. Nicht darum was AN und AG damit dann anstellen. Im Falle einer Klage oder eines Wegeunfalls kann man dann nachweisen wie die Arbeitszeiten ausgesehen haben.
    Oder verstehe ich hier was falsch?

  20. Re: Doofes Genöhle einer ausbeuterischen Branche!

    Autor: FomerMay 15.05.19 - 07:48

    aguentsch schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > AllDayPiano schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Es tut mir leid, aber durch den Mangel an Arbeitszeitfestellung haben in
    > > erster Linie mal Arbeitgeber einen besseren Stand, denn sie gehen bei
    > der
    > > Vergütung von den fixen Zeiten im Arbeitsvertrag aus. Dass viele
    > > (freiwillig aber auch oft unfreiwillig) unbezahlte Überstunden leisten,
    > ist
    > > ein gerne gesehener Nebeneffekt. Ohne detaillierte Zeitlisten und einer
    > > Klage vorm Arbeitsgericht (mit allen daraus erwachsenden Folgen wie
    > einer
    > > Kündigung bei der nächsten Lappalie) haben AN faktisch keine Chance, die
    > > notwendige Vergütung bzw. Freizeitausgleich zu erhalten.
    > >
    > Ob du's glaubst oder nicht: Es gibt auch Arbeitnehmer, die nicht
    > klassenkämpferisch unterwegs sind. Ich bin für eine vernünftige
    > Work-Life-Balance, schon deshalb, weil das der Mitarbeiterbindung zugute
    > kommt, damit unserem Unternehmenserfolg und meinem Arbeitsplatz.
    > Darüber hinaus halte ich Arbeitszeiterfassung (und v. a. -auswertung) für
    > ein Instrument, dass geeignet ist, Eigenverantwortung als Erfolgsfaktor für
    > ein Unternehmen zu verhindern. Und damit meine ich nicht einseitig die
    > Pflicht zur Mehrarbeit bei Arbeitnehmern, sondern auch die Pflicht der
    > Führungskräfte, auf die individuellen Rahmenbedingungen der Mitarbeiter
    > einzugehen und die berechtigten Anliegen von Mitarbeitern mit den
    > berechtigten Anforderungen des Unternehmens in Einklang zu bringen.
    > Das funktioniert nicht in allen Firmen, aber doch in manchen, und das sind
    > nicht die schlechtesten...

    Ich hab vor ein paar Monaten den Job gewechselt und hatte 2 Angebote, eins mit Zeiterfassung eins ohne. Mein potenzieller Chef beim Job ohne Zeiterfassung hat mir sehr glaubhaft rüber gebracht das er dafür Sorge tragen wird das wenn er das Gefühl hat das ich zuviel arbeite wir nach einer Lösung suchen werden. Als ich ihn gefragt hatte ob es dann auch mögliche wäre als Ausgleich einen oder zwei Tage frei zunehmen sagte er mir auch ganz klar für ganze Tage muss ich Urlaub nehmen, er könnte sich aber vorstellen das ich nach einer Phase mit viel Arbeit die Woche danach nur 6h pro Tag arbeite. Da habe ich dankend abgelehnt und mich für das andere Angebot entschieden (ansonsten waren die beiden in Aufgaben, Bezahlung, etc ziemlich ähnlich).
    Ich kann natürlich verstehen das mein Wunsch ohne Zeiterfassung nicht möglich ist, aber das ist für mich Work-Life-Balance.

    Mal so als Hausnummer, bei meinem letzten Arbeitgeber habe ich 2018 ca. 12 Tage (bin mir nicht mehr ganz sicher) extra Überstunden abgebummelt, die Hälfte davon war durch Reisezeiten entstanden. Also sagen wir realistisch, ohne jeden Tag 10h zu arbeiten, hatte ich 2018 ca. 36 Tage Urlaub (30 Tage regulär + 6 Tage Überstunden + 6 Tage für Überstunden aus Reisen, erwähne ich nur damit die niemand sagt ich hätte das nur wegen der Reisen machen können ;)) und ich konnte den ganzen Tag über Termine wahrnehmen (früher kommen, später gehen, während des Mittags 3 Stunden weg) solange mein Stunden Konto ok war.

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