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Vertrauensarbeitszeit

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  1. Vertrauensarbeitszeit

    Autor: moepel 14.05.19 - 17:26

    Betrifft das eigentlich auch das Konzept der Vertrauensarbeitszeit?
    Widerspricht so eine Erfassung nicht dem Sinn des ganzen, oder übersehe ich hier etwas?

  2. Re: Vertrauensarbeitszeit

    Autor: ad (Golem.de) 14.05.19 - 17:29

    moepel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Betrifft das eigentlich auch das Konzept der Vertrauensarbeitszeit?
    > Widerspricht so eine Erfassung nicht dem Sinn des ganzen, oder übersehe ich
    > hier etwas?

    Es gibt Stimmen, dass damit die Vertrauenarbeitszeit erledigt ist. Ich würde aber vor Panikmache abraten und erstmal abwarten, wie das Gesetz denn in Deutschland überhaupt umgesetzt wird.

  3. Re: Vertrauensarbeitszeit

    Autor: lucem 14.05.19 - 17:32

    Das Gesetz dazu gibt es schon lange, bzw mehrere Gesetze;
    hier handelt es sich um ein Gerichtsurteil auf Basis des geltenden Rechts.

  4. Re: Vertrauensarbeitszeit

    Autor: moepel 14.05.19 - 17:49

    lucem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Gesetz dazu gibt es schon lange, bzw mehrere Gesetze;
    > hier handelt es sich um ein Gerichtsurteil auf Basis des geltenden Rechts.

    Sei mir nicht böse - aber ich verstehe deinen Beitrag inhaltlich nicht.

    > hier handelt es sich um ein Gerichtsurteil auf Basis des geltenden Rechts.
    --> Japp - hinterfrage ich gar nicht - bin eigentlich davon ausgegangen.

    > Das Gesetz dazu gibt es schon lange, bzw mehrere Gesetze
    --> Was ist dazu? Sry, hab ich nicht kapiert.

    Mir geht es ausschließlich darum, ob das Konzept der Vertrauensabeitszeit durch das Urteil gefährdet wird - mehr nicht - und das ist mir unklar.

    Ich verstehe auch nicht, warum eine Pflicht zur Erfassung von Überstunden zwangsläufig eine komplette Erfassung der Arbeitszeit im Sinne von "ich muss Stempeln" mit sich bringt.

    Dankbar ist ja auch, dass "ich muss Stempeln" im Sinne der Vertrauensarbeitszeit gar nicht zu Tragen kommt - hier hätte ich gern eine Einschätzung zu.

  5. Re: Vertrauensarbeitszeit

    Autor: ad (Golem.de) 14.05.19 - 18:08

    > Mir geht es ausschließlich darum, ob das Konzept der Vertrauensabeitszeit
    > durch das Urteil gefährdet wird - mehr nicht - und das ist mir unklar.

    https://www.presseportal.de/pm/105717/4269732
    https://www.gruenderszene.de/business/eugh-urteil-arbeitszeit-anwalt?interstitial

    Die beiden scheinen klar ein Ende der Vertrauenarbeitszeit zu sehen - wohlgemerkt wenn _weiter nichts anderes geändert wird. Da gesetzliche Rahmen aber stets einer gewissen Bewegung ausgesetzt sind, könnte bei Änderung des Arbeitszeitgesetzes durchaus wieder Bewegung in die Sache kommen. Die SPD will hier keine Flexibilisierung, die CDU/CSU in Teilen schon. Gleichzeitig will die SPD mehr Homeoffice - im Sinne einer Angebotspflicht der Arbeitgeber. Hier ist genügend Verschiebemasse drin, keine Sorge :)

  6. Re: Vertrauensarbeitszeit

    Autor: lucem 14.05.19 - 18:32

    moepel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > lucem schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Das Gesetz dazu gibt es schon lange, bzw mehrere Gesetze;
    > > hier handelt es sich um ein Gerichtsurteil auf Basis des geltenden
    > Rechts.
    >
    > Sei mir nicht böse - aber ich verstehe deinen Beitrag inhaltlich nicht.
    >
    > > hier handelt es sich um ein Gerichtsurteil auf Basis des geltenden
    > Rechts.
    > --> Japp - hinterfrage ich gar nicht - bin eigentlich davon ausgegangen.
    >
    > > Das Gesetz dazu gibt es schon lange, bzw mehrere Gesetze
    > --> Was ist dazu? Sry, hab ich nicht kapiert.
    Die Gesetze zu dem URTEIL.
    Der Kommentar bezog sich auf:

    ad (Golem.de) schrieb:
    > wie das Gesetz denn in Deutschland überhaupt umgesetzt wird.
    Hier ist ganz klar (im zweiten Post des Threads) von einem neuen Gesetz die Rede, um das es hier eben nicht geht. Wie die deutsche Gesetzgebung angewendet wird braucht auch nicht abgewartet werden, das wissen wir schon.

    > Mir geht es ausschließlich darum, ob das Konzept der Vertrauensabeitszeit
    > durch das Urteil gefährdet wird - mehr nicht - und das ist mir unklar.
    Und mir ging es darum, dass es eben ein Urteil und kein neues Gesetz ist; die Gesetze, die in Deutschland in diesem Kontext anzuwenden sind gibt es schon und im Sinne dieses Urteils ist dort noch nicht einmal eine Anpassung erforderlich.

    > Ich verstehe auch nicht, warum eine Pflicht zur Erfassung von Überstunden
    > zwangsläufig eine komplette Erfassung der Arbeitszeit im Sinne von "ich
    > muss Stempeln" mit sich bringt.
    Weil in dem Urteil ganz klar von einer vollständigen Arbeitszeitdokumentation und nicht von einer Überstundendokumentation gesprochen wird.


    > Dankbar ist ja auch, dass "ich muss Stempeln" im Sinne der
    > Vertrauensarbeitszeit gar nicht zu Tragen kommt - hier hätte ich gern eine
    > Einschätzung zu.
    Nach diesem Urteil wird es das althergebrachte Konzept von Vertrauensarbeitszeit ohne Dokumentation der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden nicht mehr geben.

  7. Re: Vertrauensarbeitszeit

    Autor: ManuPhennic 14.05.19 - 18:34

    In meinem Fall bringt das trotz Vertrauensarbeitszeit sogar noch Nachteile. Aktuell komme ich unter der Woche nicht früher raus und mache dafür Freitags immer eher Schluss um ein wenig Überstunden abzugelten. Wenn jetzt plötzlich gestempelt wird dann sagt HR einfach PECH GEHABT nichts mit eher am Freitag gehen. In ihrem Gehalt sind nämlich bis zu 20 Überstunden im Monat bereits vertraglich abgegolten

  8. Re: Vertrauensarbeitszeit

    Autor: flashboy 14.05.19 - 19:16

    ManuPhennic schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > In meinem Fall bringt das trotz Vertrauensarbeitszeit sogar noch Nachteile.
    > Aktuell komme ich unter der Woche nicht früher raus und mache dafür
    > Freitags immer eher Schluss um ein wenig Überstunden abzugelten. Wenn jetzt
    > plötzlich gestempelt wird dann sagt HR einfach PECH GEHABT nichts mit eher
    > am Freitag gehen. In ihrem Gehalt sind nämlich bis zu 20 Überstunden im
    > Monat bereits vertraglich abgegolten

    Ähm was? Du hast eine vereinbarte Arbeitszeit in deinem Vertrag, wenn eine Gleitzeitvereinbarung herrscht, dann kannst du die in diesem Rahmen erfüllen. Entweder du schaffst deine Arbeit in dieser Zeit, oder es gibt einen Personalmangel. Vor allem wenn es ein Dauerzustand ist.

  9. Re: Vertrauensarbeitszeit

    Autor: moepel 14.05.19 - 21:09

    Merci für die gedanklichen Schuppser zum Thema.

    > Dankbar ist ja auch, dass "ich muss Stempeln" im Sinne der
    > Vertrauensarbeitszeit gar nicht zu Tragen kommt - hier hätte ich gern eine
    > Einschätzung zu.
    Nach diesem Urteil wird es das althergebrachte Konzept von Vertrauensarbeitszeit ohne Dokumentation der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden nicht mehr geben.

    Danke für das Detail - das war mir nicht bewusst.
    Wer erhält eigentlich diese Dokumentation und wenn in welcher Form ?
    Würde da gerne mal so ein Meldeformular sehen.

    In der Umsetzung kann mein Arbeitgeber schlicht die 40 Stunden pro Woche "melden" ohne von der gelebten Praxis der Vertrauensarbeitszeit abzuweichen und ein "Stempeln" einzuführen.

    Wird so oder so interessant wie sich das für jeden ausprägt und ob das doch irgendwo einen gesellschaftlichen positiven Effekt hat den ich noch nicht erkenne.

  10. Re: Vertrauensarbeitszeit

    Autor: ManuPhennic 14.05.19 - 21:40

    flashboy schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ManuPhennic schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > In meinem Fall bringt das trotz Vertrauensarbeitszeit sogar noch
    > Nachteile.
    > > Aktuell komme ich unter der Woche nicht früher raus und mache dafür
    > > Freitags immer eher Schluss um ein wenig Überstunden abzugelten. Wenn
    > jetzt
    > > plötzlich gestempelt wird dann sagt HR einfach PECH GEHABT nichts mit
    > eher
    > > am Freitag gehen. In ihrem Gehalt sind nämlich bis zu 20 Überstunden im
    > > Monat bereits vertraglich abgegolten
    >
    > Ähm was? Du hast eine vereinbarte Arbeitszeit in deinem Vertrag, wenn eine
    > Gleitzeitvereinbarung herrscht, dann kannst du die in diesem Rahmen
    > erfüllen. Entweder du schaffst deine Arbeit in dieser Zeit, oder es gibt
    > einen Personalmangel. Vor allem wenn es ein Dauerzustand ist.

    Also bei uns ist es nicht unüblich das manche von 9 Uhr bis 21:30 arbeiten und nichts davon haben. Am Ende wird man noch angemotzt wenn man mal einen Tag eher gehen will.

    Ich bin da anders und lasse aus Prinzip um 18 Uhr spätestens den Stift fallen. Wenn ich nach fast 3 Jahren noch immer keine Gehaltsanpassung bekommen habe, dann mache ich auch nicht mehr als das Nötige. Andere sind leider nicht so konsequent.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 14.05.19 21:41 durch ManuPhennic.

  11. Re: Vertrauensarbeitszeit

    Autor: Faksimile 14.05.19 - 21:44

    Abwarten. Die deutsche Rechtsprechung hat da schon ganz andere europäisch höchstrichterliche Urteile versaut.

  12. Re: Vertrauensarbeitszeit

    Autor: moepel 14.05.19 - 21:58

    > Also bei uns ist es nicht unüblich das manche von 9 Uhr bis 21:30 arbeiten
    > und nichts davon haben. Am Ende wird man noch angemotzt wenn man mal einen
    > Tag eher gehen will.

    Ein Arbeitgeber der meine Zeit so wenig Wert schätzt - da kann man nur kündigen.
    Deal ist für X Stunden der Betrag Y.

    Ich bekomme auch keine Sekunde meines Lebens zurück, die gebe ich freiwillig nur her wenn die Arbeit so richtig Spaß macht und die Überstunden auch ausgeglichen werden.

    Überstunden ohne Ausgleich als Normalzustand zu akzeptieren - damit Entwerte ich mich doch selbst.

    Wenn meine Glaskugel "Also bei uns ist es nicht unüblich" in
    "eine Teamstärke von unter 20 bei Budget-Zwangs-Erfüllungs-Projekten" übersetzt - passt das in Etwa oder bin ich da Klischeebehaftet?

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