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Meine Erfahrung (3 Jahre her) - das System
Autor: Alphavader 20.11.21 - 20:10
Ich wollte mit einem Kumpel vor 3 Jahren einen Digitalisierungsservice für Praxen aufmachen..
Meine Erfahrung: 99% der Ärzte geht es zu gut.. Die Leute kommen so oder so.. Warum jetzt abstressen und effizienter werden? Dazu gibt es ganz abstruse deutsche Gesetzte.. Beispielsweise kann man nur eine Summe x an Kassenpatienten pro Monat abrechnen. Sollten mehr Patienten kommen, muss eine Teilleistung der Arzt selbst tragen.. Daher sind die immer so heiß auf Privatversicherte, weil die immer alles zahlen..
Gerade die alte Generation will 9 to 5..golf spielen und kommt auch wie bisher klar.
Die neue Generation will nicht so viel arbeiten, da ist es in eine andere Richtung abstrus.. Denn viele wollen garnicht in eine Praxis gehen und die Verantwortung tragen. D. H grosse player kaufen Praxen ohne Ende und schließen diese zusammen und verwalten diese.
Es wird wie in anderen Branchen auch sein, der Trend wird verschlafen oder verhindert und wenn sich die Gesetzeslage ändert, dann kommen startups und Firmen aus dem Ausland mit einem fertigen Konzept.
Finde den Beitrag aber sonst sehr richtig, Digitalisierung fängt im Kopf an!
2 mal bearbeitet, zuletzt am 20.11.21 20:13 durch Alphavader. -
Re: Meine Erfahrung (3 Jahre her) - das System
Autor: cybtrash 20.11.21 - 20:37
Ich kann dir sagen warum.
In Kürze: Jeder will etwas vom Kuchen. In der Praxis hast du schon massig Ausgaben. Zwangs-Telematik, absolut notwendige Versicherung(en), Zwangs-Mitgliedschaft(en), Software (durch die ständigen Änderungen bei Abrechnungen bist du auf ständige Updates = $$$ angewiesen), uvm(!)
Und dann hatte ich Bekanntschaft gemacht mit "Doctolib". Super Sache für Patienten keine Frage. Online Arzt finden, Termin buchen, SMS erhalten etc.
Und auf der Praxisinhaberseite? Ist das sowas wie Liferando! Monatliche Kosten, die langsam, aber stetig steigen, bis sie richtig schmerzen werden. Bist du nicht dabei, verlierst du irgendwann ggf. Patienten, weil sie dich nicht finden, wenn sich die Plattform etabliert hat in der Bevölkerung (aka Amazon/Liferando). Im Grunde machst du dich abhängig und wirst immer mehr ausgepresst. Prinzipiell eine tolle Sache, aber wie die Welt halt tickt - nein danke.
Und was spricht eigentlich dagegen weniger arbeiten zu wollen? Wir sind nicht in Japan hier. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir eine 50-75% Woche für jeden einführen könnten bei gleichen Gehalt oder besser gesagt gleicher Kaufkraft wenn alle mitmachen wollten (müsste natürlich auch staatlich durchgesetzt werden, wie z.B. der Mindestlohn). Aber das wollen halt nicht alle...
2 mal bearbeitet, zuletzt am 20.11.21 20:41 durch cybtrash. -
Re: Meine Erfahrung (3 Jahre her) - das System
Autor: Alphavader 20.11.21 - 20:43
Nein, aber zumindest bei meinen Interviews und Ärzten wurde Digitalisierung immer mit Effizienz und schnelleren Prozessen verstanden.. D. H. Mehr Patienten und weniger nerviger papierkram.. Super.. Aber war nicht gewollt..
Patienten kommen auch so rein..
Warum abstressen.. -
Re: Meine Erfahrung (3 Jahre her) - das System
Autor: geeky 21.11.21 - 18:41
cybtrash schrieb:
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> Und dann hatte ich Bekanntschaft gemacht mit "Doctolib". Super Sache für
> Patienten keine Frage. Online Arzt finden, Termin buchen, SMS erhalten
> etc.
Bei mir auf dem Land macht bei doctolib, samedi und co leider kein Arzt mit. Eigentlich kann man schon froh sein, wenn überhaupt eine Internetseite mit Kontaktformular / Kontaktangaben existiert. Von Terminvergabe nie auch nur eine Spur. Auf den Internetseiten steht auch nie ob überhaupt noch Patienten aufgenommen werden und man ist zu nervigem rumtelefonieren genötigt :(
Meine Zahnärztin schickt mir auch alle halbe Jahr per Post (obwohl dort auch eMail-Adresse hinterlegt wäre) - eine Erinnerung das man dran denken sollte einen Vorsorgetermin zu machen - Selbst wenn man eigentlich längt einen Termin hat. (Und da existiert nebenbei auch keine Internetseite)
Gefühlt ist aus Patientensicht das einzige, was halbwegs nach digital aussieht, das Reinstecken der Gesundheitskarte in den Kartenleser beim Arzt.



