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super
Autor: brainslayer 17.05.20 - 00:32
ich bin echt kein gegner der atomkraft, weil sie eigentlich eine co2 neutrale zukunft bedeuten kann bis wir eventuell mal die kernfusion im griff haben. aber vorfälle wie diese zeigen das die leute immer noch die sicherheitsmaßnahmen vernachlässigen. da dies aber schon lange zeit so ist, wird atomkraft halt keine zukunft haben, weil es für die bevölkerung in der form eine gefahr bedeutet auch wenn sie eigentlich umweltfreundlich sein kann. der mensch steht sich irgendwie selber im weg
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Re: super
Autor: Hello_World 17.05.20 - 03:10
Ausnahmslos *jede* Energiequelle ist eine Gefahr für die Bevölkerung, und die Kernenergie ist nachgewiesenermaßen eine der am wenigsten gefährlichen.
https://ourworldindata.org/what-is-the-safest-form-of-energy -
Re: super
Autor: Shrimpy 17.05.20 - 12:06
Das mag die letzten jahre stimmen, LWR DWR Reaktoren die über 70 Jahre alt sind SIND gefährlich AF.
Frankreich wirds auch treffen und mit ihnen uns.
Es gibt Fissionsreaktoren die ohne druck auskommen und vor allem nicht explodieren können, flüssigkernreaktoren regeln ihne neutronenkollison selber je nach temperatur.
Hinzukommt das durch die brennstoff beschaffenheit die resthalbwerstzeit nurnoch paar hundert jahre sind.
Wurde aber von Amis nie weiter entwickelt da es nicht zur plutonium herstellung taugt.
Ja Fission kann taugen aber nicht mit diese alten scheißdinger die überallstehen, die gehören eingestampft. -
Re: super
Autor: bplhkp 18.05.20 - 10:06
brainslayer schrieb:
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> ich bin echt kein gegner der atomkraft
FRM II hat genau nichts mit Atomkraft zu tun. Das ist eine Neutronenquelle, die u.a. dazu verwendet wird um Material für die Strahlentherapie von Krebserkrankungen zu produzieren. -
Re: super
Autor: Copper 18.05.20 - 11:50
Das Problem bei Reaktoren mit Flüssigkernen (bitte dann genau Flüssigsalzreaktoren, also MSR): Auch wenn manche von diesen Gen4-Reaktoren träumen, sind sie genau das: eine Träumerei.
Es gibt (noch?!?) keine Material, dass dem kombinierten Angriff von Temp. und Korrosion (durch das Salz) ausreichend lange standhält. Vielleicht findet man was passendes, vielleicht auch nicht.
Und dann gibt es ein Problem mit Fissionsreaktoren, auch Gen4: es wird zwar immer wieder davon geredet, dass Thorium für etwa 2000 Jahre reichen würde und Uran für ~500 Jahre (bitte hier nicht auf ein paar hundert Jahre mehr oder weniger festnageln). Es wird aber gerne unterschlagen (entweder aus Unwissen oder ganz bewusst), dass diese Reserven unter 2 Bedingungen gelten: nur für Elektrizitätserzeugung auf dem Niveau von heute.
Jeder kann grob abschätzen, wie lange die Vorräte halten, wenn wir eben auch Primärenergie ersetzen wollen/müssen und der Energiebedarf weiter steigen wird. Da werden aus 2000 Jahre sehr schnell auch mal unter hundert Jahre.
Als kurzfristige Lösung also durchaus interessant, mittel- bis langfristig aber nicht tragbar. -
Re: super
Autor: Hello_World 18.05.20 - 19:22
> Das mag die letzten jahre stimmen, LWR DWR Reaktoren die über 70 Jahre alt sind SIND gefährlich AF.
Nahezu alle kommerziellen Kernkraftwerke sind Leichtwasserreaktoren (LWR), und die meisten davon sind Druckwasserreaktoren (DWR). Daher gehen sie auch in die von mir genannte Statistik ein, die das Gegenteil deiner Behauptung beweist: genau dieser Reaktortyp hat sich in der Praxis als äußerst gut beherrschbar und sicher herausgestellt.
Ob das Kraftwerk dabei 7 oder 70 Jahre alt ist, ist weitgehend egal. Wer mit dem Alter der Anlage argumentiert, geht offenbar davon aus, dass das Kraftwerk einmal gebaut wird und dann 70 Jahre so stehen bleibt. In der Realität werden Kernkraftwerke regelmäßig (in Deutschland jährlich) bei der Revision auf Herz und Nieren geprüft. Zudem finden regelmäßig Wartungsarbeiten statt, bei denen das Kraftwerk auf den aktuellen Stand der (Sicherheits-)Technik gebracht wird und Teile, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, ausgetauscht werden. Beispielsweise wurden im Kernkraftwerk Leibstadt (Schweiz) 2010 mehrere Großkomponenten getauscht, nämlich der Blocktransformator, 2 Niederdruckvorwärmer und 3 Niederdruckturbinen, 2012 dann der Generator.
> Es gibt Fissionsreaktoren die ohne druck auskommen und vor allem nicht explodieren können, flüssigkernreaktoren regeln ihne neutronenkollison selber je nach temperatur.
Bei Leichtwasserreaktoren kann es nicht zu einer nuklearen Explosion kommen, da sie einen negativen Temperaturkoeffizienten haben, d. h. wenn die Temperatur ansteigt, sinkt die Anzahl der Kernspaltungen pro Sekunde. Nicht wegen irgendwelcher potentiell fehleranfälligen Technik, sondern aufgrund von elementaren physikalischen Vorgängen. Man spricht dann von einem negativen Temperaturkoeffizienten, und dieser ist ein zwingend notwendiges Kriterium für die Zulassung in Deutschland.
> Wurde aber von Amis nie weiter entwickelt da es nicht zur plutonium herstellung taugt.
Das tun die im zivilen Markt üblichen Leichtwasserreaktoren auch nicht. *KEINE* Atommacht hat ihr Waffenplutonium mit einem Leichtwasserreaktor hergestellt, stattdessen kamen Magnox-Reaktoren (England, Frankreich) oder Druckröhrenreaktoren (Sowjetunion, Indien) zum Einsatz. Die ständig von Anti-Atomikern wiederholte Behauptung, dass LWR irgendwas mit Atombomben zu tun hätten, ist schlicht und einfach Unsinn.



