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Die Frage: "Atomenergie oder nicht" lässt sich ganz einfach wirtschaftlich beantworten

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  1. Die Frage: "Atomenergie oder nicht" lässt sich ganz einfach wirtschaftlich beantworten

    Autor: motzerator 09.03.18 - 16:53

    Die Voraussetzung für den Betrieb eines Reaktors sollte unter anderem das Vorliegen einer ausreichenden Versicherung sein, die für alle möglichen Schäden aufkommt und auch aufkommen kann. Das versichernde Unternehmen sollte also auch nachweisen müssen, das es die Kosten im Falle einer Katastrophe aufbringen kann.

    Genau da lag ja in Fukushima das Problem. Tepco kann die Folgen nicht bezahlen und musste vom Staat gestützt werden. Eine Betriebserlaubnis für einen Reaktor sollte nur erteilt werden dürfen, wenn die Finanzierung der angemessenen Entschädigungen im Falle eines Unfalls sicher gestellt ist.

    Man weis ja nun, wie groß die Evakuierungszonen in etwa werden. Die Bewohner müssten finanziell so entschädigt werden, das sie dieses Land anderswo wieder kaufen können. Dabei sind auch Preissteigerungen durch die veränderte Marktlage zu ersetzen. Wenn Leute aus einem 20 bis 30 Kilometer Radius neues Land brauchen, ohne das die Erde größer wird, dann steigen nun mal die Preise.

    Neben dem Preis der Grundstücke ist aber auch der Produktionsausfall/Steuerausfall in dem Gebiet zu ersetzen und zwar für so lange Zeit, bis die Radioaktivität wieder unter die Grenzwerte gefallen ist.

    Darüber hinaus sollten auch die Kosten für Krebserkrankungen getragen werden und zwar unabhängig von einem konkreten Nachweis. Diese werden entsprechend nach einem Unfall steigen und das mehr an Krebserkrankungen ist pauschal den Krankenkassen zu erstatten, ebenso wie angemessene Entschädigungen der Betroffenen.

    Wenn man alle Folgen eines GAU versichern muss und dazu nachweisen muss, das die Versicherung das auch bezahlen kann, wird man ja sehen, ob es noch wirtschaftlich ist, eine derart gefährliche Technik zu betreiben.

    Ach ja: Alle Aktionäre, Eigentümer und alle Funktionäre ab einem einfachen Abteilungsleiter aufwärts eines AKW/Betreibers sollte obendrein vollumfänglich mit ihren Privatvermögen für die Folgen eines Unfalls haften.

    Der Artikel beschreibt ja schön, welche Fehler früher gemacht wurden. Gänzlich vergessen hat er natürlich die wirtschaftliche Seite des Schadens. Die sollte aber bei allen Überlegungen ebenfalls betrachtet werden.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 09.03.18 16:55 durch motzerator.

  2. Re: Die Frage: "Atomenergie oder nicht" lässt sich ganz einfach wirtschaftlich beantworten

    Autor: Eheran 09.03.18 - 17:07

    Vermutlich muss nach der selben Argumentation der Besitzer einer Solaranlage auch die Bewonhner der Stadt 10km weit entfernt entschädigen, weil die Solaranlage gerade ausgefallen war und es dadurch zum Stromausfall kam...
    Und was da so alles passiert ist beim Stromausfall, ohje! Den Unterhalt für das eine Baby muss der Betreiber definitiv auch zahlen, das gäbe es ohne diese "Zwangspause" nämlich nicht - es ist eine direkte Folge.

  3. Re: Die Frage: "Atomenergie oder nicht" lässt sich ganz einfach wirtschaftlich beantworten

    Autor: motzerator 09.03.18 - 22:36

    Eheran schrieb:
    --------------------------
    > Vermutlich muss nach der selben Argumentation der Besitzer einer
    > Solaranlage auch die Bewonhner der Stadt 10km weit entfernt entschädigen,
    > weil die Solaranlage gerade ausgefallen war und es dadurch zum Stromausfall
    > kam...
    > Und was da so alles passiert ist beim Stromausfall, ohje! Den Unterhalt für
    > das eine Baby muss der Betreiber definitiv auch zahlen, das gäbe es ohne
    > diese "Zwangspause" nämlich nicht - es ist eine direkte Folge.

    Deine Argumentation ist lächerlich. Als ob nach dem Tsunami in Fukushima und der daraus resultierenden Katastrophe nur der Strom ausgefallen wäre.

    Natürlich müssen auch Solaranlagen und Windräder gleichermaßen versichert werden, wenn etwa die Halterung durchrostet und das Panel einen Hasen erschlägt und auch für den Fall, das ein Windrad so krass in Flammen aufgeht, das ein Auto von dem brennenden Windrad getroffen und zerstört wird. Nun vergleiche mal diesen Schadensfall mit einem Gau wie Tschernobyl und Fukushima, wo im Radius von 20-30 Kilometern Land langfristig verstrahlt und für Menschen unbewohnbar ist.

    Sicher hat man in den letzten 6 Jahrzehnten viele Erfahrungen sammeln können und ist in der Lage, viele Probleme bei modernen Reaktoren zu umgehen. Das Problem bei Kernenergie ist das gigantische Risiko, das selbst bei sehr geringen Chancen für einen GAU das Ganze halt inklusive aller Folgen unversicherbar macht.

  4. Re: Die Frage: "Atomenergie oder nicht" lässt sich ganz einfach wirtschaftlich beantworten

    Autor: Abstragento 09.03.18 - 23:29

    Die Mutter einer Bekannten, arbeitet bei irgendjemand Amt und meinte keine Versicherung ist bereit diesen Sachverhalt wie im ersten Kommentar erwähnt, ab zu decken daher wird es auch nicht versichert.
    Die wissen warum das ist auch für den Kontostand der Supergau...

  5. Re: Die Frage: "Atomenergie oder nicht" lässt sich ganz einfach wirtschaftlich beantworten

    Autor: motzerator 10.03.18 - 15:21

    Abstragento schrieb:
    ----------------------------------
    > Die Mutter einer Bekannten, arbeitet bei irgendjemand Amt und
    > meinte keine Versicherung ist bereit diesen Sachverhalt wie im
    > ersten Kommentar erwähnt, ab zu decken daher wird es auch
    > nicht versichert. Die wissen warum das ist auch für den Konto-
    > stand der Supergau...

    Wenn sich nicht genug Leute finden, die mit ihrem Kapital für
    den Fall eines Gaus bürgen, dann ist das eben das Aus für die
    Atomkraft.

    Ach ja, neben dem Gau sollte auch der Rückbau komplett von
    den Konzernen bezahlt werden müssen. Das dauert nämlich
    auch endlos und verursacht endlose Kosten.

  6. Re: Die Frage: "Atomenergie oder nicht" lässt sich ganz einfach wirtschaftlich beantworten

    Autor: Anonymer Nutzer 10.03.18 - 15:44

    motzerator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Abstragento schrieb:
    > ----------------------------------
    > > Die Mutter einer Bekannten, arbeitet bei irgendjemand Amt und
    > > meinte keine Versicherung ist bereit diesen Sachverhalt wie im
    > > ersten Kommentar erwähnt, ab zu decken daher wird es auch
    > > nicht versichert. Die wissen warum das ist auch für den Konto-
    > > stand der Supergau...
    >
    > Wenn sich nicht genug Leute finden, die mit ihrem Kapital für
    > den Fall eines Gaus bürgen, dann ist das eben das Aus für die
    > Atomkraft.
    >
    > Ach ja, neben dem Gau sollte auch der Rückbau komplett von
    > den Konzernen bezahlt werden müssen. Das dauert nämlich
    > auch endlos und verursacht endlose Kosten.

    +1

  7. Re: Die Frage: "Atomenergie oder nicht" lässt sich ganz einfach wirtschaftlich beantworten

    Autor: flauschi123 13.03.18 - 03:00

    Was ist billiger von den Auswirkungen ? Ein AKW Unfall alle 25J oder die globale Klimakatastrophe durch fossile Energien?

    Egal wie teuer ein AKW Unfall ist - die Kosten von Klimawandel toppen das um etliche Faktoren.

    Ergo - was muss zuerst abgeschaltet werden? AKWs oder Gas/Kohlekraftwerke?

  8. Re: Die Frage: "Atomenergie oder nicht" lässt sich ganz einfach wirtschaftlich beantworten

    Autor: Anonymer Nutzer 13.03.18 - 08:25

    flauschi123 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was ist billiger von den Auswirkungen ? Ein AKW Unfall alle 25J oder die
    > globale Klimakatastrophe durch fossile Energien?
    >
    > Egal wie teuer ein AKW Unfall ist - die Kosten von Klimawandel toppen das
    > um etliche Faktoren.
    >
    > Ergo - was muss zuerst abgeschaltet werden? AKWs oder Gas/Kohlekraftwerke?

    Reine Spekulation und eigentlich auch irrelevant, wenn eine 100%ige Versorgung über Erneuerbare Energien machbar wäre - und dies sogar unter Nutzung ausreichender Speicherkapazitäten (Power2Gas) günstiger als Atomkraft jemals war und sein wird...

  9. Re: Die Frage: "Atomenergie oder nicht" lässt sich ganz einfach wirtschaftlich beantworten

    Autor: Emulex 13.03.18 - 08:26

    motzerator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > Ach ja: Alle Aktionäre, Eigentümer und alle Funktionäre ab einem einfachen
    > Abteilungsleiter aufwärts eines AKW/Betreibers sollte obendrein
    > vollumfänglich mit ihren Privatvermögen für die Folgen eines Unfalls
    > haften.

    Spätestens da wird es lächerlich.

  10. Re: Die Frage: "Atomenergie oder nicht" lässt sich ganz einfach wirtschaftlich beantworten

    Autor: Markus08 13.03.18 - 09:31

    motzerator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Abstragento schrieb:
    > ----------------------------------
    > > Die Mutter einer Bekannten, arbeitet bei irgendjemand Amt und
    > > meinte keine Versicherung ist bereit diesen Sachverhalt wie im
    > > ersten Kommentar erwähnt, ab zu decken daher wird es auch
    > > nicht versichert. Die wissen warum das ist auch für den Konto-
    > > stand der Supergau...
    >
    > Wenn sich nicht genug Leute finden, die mit ihrem Kapital für
    > den Fall eines Gaus bürgen, dann ist das eben das Aus für die
    > Atomkraft.
    >
    > Ach ja, neben dem Gau sollte auch der Rückbau komplett von
    > den Konzernen bezahlt werden müssen. Das dauert nämlich
    > auch endlos und verursacht endlose Kosten.

    Ich glaube wenn man die Kosten für Lagerung und Entsorgung komplett dem Energieversorger zahlen lassen würde, dann wäre schon längst mehr Geld in Entwicklung in andere Techniken geflossen.

  11. Re: Die Frage: "Atomenergie oder nicht" lässt sich ganz einfach wirtschaftlich beantworten

    Autor: Anonymer Nutzer 13.03.18 - 10:49

    Markus08 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > motzerator schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Abstragento schrieb:
    > > ----------------------------------
    > > > Die Mutter einer Bekannten, arbeitet bei irgendjemand Amt und
    > > > meinte keine Versicherung ist bereit diesen Sachverhalt wie im
    > > > ersten Kommentar erwähnt, ab zu decken daher wird es auch
    > > > nicht versichert. Die wissen warum das ist auch für den Konto-
    > > > stand der Supergau...
    > >
    > > Wenn sich nicht genug Leute finden, die mit ihrem Kapital für
    > > den Fall eines Gaus bürgen, dann ist das eben das Aus für die
    > > Atomkraft.
    > >
    > > Ach ja, neben dem Gau sollte auch der Rückbau komplett von
    > > den Konzernen bezahlt werden müssen. Das dauert nämlich
    > > auch endlos und verursacht endlose Kosten.
    >
    > Ich glaube wenn man die Kosten für Lagerung und Entsorgung komplett dem
    > Energieversorger zahlen lassen würde, dann wäre schon längst mehr Geld in
    > Entwicklung in andere Techniken geflossen.

    Atomkraft realistisch gesehen mindestens 50 Cent/kWh (andere Schätzungen gehen von 2 Euro/kWh aus), Photovoltaik und Wind mittlerweile nur noch 4,5 Cent/kWh inkl. aller Kosten. Speicherung mittels Power2Gas im bereits vorhandenen Erdgasnetz mit bis zu ca. 80% Gesamtwirkungsgrad bei Kraft-Wärme-Kopplung möglich. Fazit: weg mit dem Atom-Dreck, aber schnell!

    Das Problem ist noch nicht einmal die Entwicklung (die bereits weit fortgeschritten ist), das Problem sind die Hürden, Stolpersteine und teilweise sogar Strafsteuern ("EEG-Umlage" auf eigenverbrauchten Solarstrom aka "Sonnensteuer"), mit denen die GroKo scheinbar nur Erneuerbare Energien belegt, während Braunkohle und insbesondere Atomkraft auch noch großzügig subventioniert werden.

    https://www.pv-magazine.de/2018/02/21/sternstunde-der-photovoltaik-auf-augenhoehe-mit-wind-und-kohlestrom/



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.03.18 10:52 durch osolemio84.

  12. Re: Die Frage: "Atomenergie oder nicht" lässt sich ganz einfach wirtschaftlich beantworten

    Autor: Marvin-42 13.03.18 - 10:58

    Ich finde es nicht lächerlich und das obwohl ich mein Geld zu 80% in Aktien habe.

    Geldanlage ist immer mit einem Risiko verbunden. Und bei anderen Anlagen ist eine Nachschusspflicht in unbegrenzter Höhe ja auch üblich. Selbst ein simpler Autokauf führt bei einem nicht versicherten Unfall zum Privatkonkurs.

    Ich würde also durchaus begrüßen, dass man auch bei der Atomkraft als Anleger mit seinem gesamten Vermögen haftet. Letztlich hat ja auch Fukushima gezeigt, dass die Katastrophe dadurch entstanden ist, dass man sich das Geld für Sicherheit gespart hat.

    Auch wäre zu überlegen, wer bei einem Unfall die Drecksarbeit machen muss. Warum nicht der Gutachter, der Ingenieur und alle anderen, die die Sicherheit bestätigt haben?

  13. Re: Die Frage: "Atomenergie oder nicht" lässt sich ganz einfach wirtschaftlich beantworten

    Autor: teenriot* 13.03.18 - 20:23

    Das ist schlich Bullshit. Um mit Atomkraft gegen den Klimawandel vorzugehen müssten man TAUSENDE neue AKWs weltweit bauen. Versuch das mal in Afrika. Wo soll die Kompetenz kommen? Die, die AKWs bauen können einfach mal klonen? Und dann wären da noch die Brennelemente die schlicht nicht vorhanden sind für eine derartige Steigerung. Aber der wirkliche Grund weswegen Atomkraft nicht entscheidend gegen den Klimawandel beitragen kann ist die Bauzeit. Schau dir mal an wie lange diverse AKWs bereits gebaut werden. Bis tausende neue AKWs gebaut sind, fängt unsere Jahreszahl mit 21 an. So viel Zeit hat man schlicht nicht wenn es um den Klimawandel geht.

  14. Re: Die Frage: "Atomenergie oder nicht" lässt sich ganz einfach wirtschaftlich beantworten

    Autor: subjord 14.03.18 - 11:39

    Marvin-42 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich finde es nicht lächerlich und das obwohl ich mein Geld zu 80% in Aktien
    > habe.
    >
    > Geldanlage ist immer mit einem Risiko verbunden. Und bei anderen Anlagen
    > ist eine Nachschusspflicht in unbegrenzter Höhe ja auch üblich. Selbst ein
    > simpler Autokauf führt bei einem nicht versicherten Unfall zum
    > Privatkonkurs.
    >
    > Ich würde also durchaus begrüßen, dass man auch bei der Atomkraft als
    > Anleger mit seinem gesamten Vermögen haftet. Letztlich hat ja auch
    > Fukushima gezeigt, dass die Katastrophe dadurch entstanden ist, dass man
    > sich das Geld für Sicherheit gespart hat.
    >
    > Auch wäre zu überlegen, wer bei einem Unfall die Drecksarbeit machen muss.
    > Warum nicht der Gutachter, der Ingenieur und alle anderen, die die
    > Sicherheit bestätigt haben?

    Sie haben ja nicht die Sicherheit bestätigt. Sie haben nur bestätigt, dass das Kraftwerk den Richtlinien entspricht. Das die Richtlinien so waren, was politisch so gewollt. Daran kann ein Ingeneur auch nichts ändern.

  15. Re: Die Frage: "Atomenergie oder nicht" lässt sich ganz einfach wirtschaftlich beantworten

    Autor: bk78 15.03.18 - 15:21

    Nein, diese Frage lässt sich so NICHT beantworten. Schließlich sind beispielsweise auch keine Chemiewerke und Staudämme für den schlimmstmöglichen Fall versichert.

    Der riesige Unterschied zwischen Versicherungskosten und tatsächlichen sozialen Kosten durch Unfälle ist, das erstere mit dem Kapitalzins vergütet werden, welcher tausende Male höher ist als das Eintrittsrisiko.
    Eine Studie zu den sozialen Kosten gibt es z.B. hier:
    http://www.externe.info/externe_2006/results.html
    Diese beinhalten den gesamten Lebenszyklus, also beispielsweise auch Umweltverschmutzung durch Uranminen.

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