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Tritium - interessant -

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  1. Tritium - interessant -

    Autor: WissenIstNacht 14.04.21 - 09:23

    Ich war ja einst auch so ein dezidierter Atomkraftgegener, bis ich mich mal wirklich mit dem Thema beschäftigt habe.
    Was ich neben diesem standardmäßigen, platonisch anmutenden Geschwafel ("wir können ja garnichts wissen, also lassen wir es") sehr häufig von den Atomgegnern (man müsste eher sagen Hirngegner) vernehme ist ein Agnostizismus der Art "Fusion hui - Fission pfui!".
    Es ist zwar immer unredlich gegen Leute zu Argumentieren die man sich möglicherweise ausgedacht hat, aber mich würde schon mal interessieren, ob es Leute von der Sorte Fissionsgegner gibt, die jetzt hier die Tritiumplörre verteufeln, aber es gleichzeitig für eine gute Idee halten, zur Realsierung der achso unschädlichen und supertollen Fusion, den großen chemischen, verstrahlten Bruder des Anti-Hindenburg-Atoms sogar in rauen Mengen zu fördern?
    Ist dieser superflüchtige Bombenbooster nur wenns die bösen Spalter machen Teufelszeug - aber wenn die Zeugen des Tokamak damit der starken (und der schwachen) Wechselwirkung andachtsvoll huldigen wollen, ist der flüchtige Frechdachs von Element plötzlich wieder ein harmloser Werkstoff?
    Ist das also das, was unsere Bundesregierung Wasserstoffstrategie nennt?

  2. Re: Tritium - interessant -

    Autor: Dwalinn 14.04.21 - 09:38

    Der beste Grund gegen Atomkraftwerke ist immer noch der Preis. Keine Ahnung ob England schlicht teuer ist aber da kostet die (geförderte) kWh doppel so viel wie hier ungeförderter Solarstrom. (verglichen an Hinkley Point C und dem Solarpark Weesow Wilmersdorf)

  3. Re: Tritium - interessant -

    Autor: WissenIstNacht 14.04.21 - 09:49

    Das ist durchaus ein Argument.
    Jedoch sollte beachtet werden, dass der Löwenanteil des Strommix aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird - gegen die ist die Atomkraft durchaus eine Alternative.

  4. Re: Tritium - interessant -

    Autor: Dwalinn 14.04.21 - 10:30

    Jein, klar gerade was Abgase anbelangt sind Atomkraftwerke besser als Kohle aber das Problem ist das die Kapazität begrenzt ist (selbst wenn wir die vorhandenen weiterlaufen lassen). Neubau dauert einfach zu lange mal abgesehen vom Wirtschaftlichen Risiko.

    Für das Klima ist Atomkraftwerk also durchaus super aber das Geld kann man auch gleich in erneuerbare Energie stecken. Mal davon abgesehen das die Endlagerung des Atommülls immer noch ein Problem ist. Klar in einen tiefen Bergwerk stört das erstmal nicht aber wie sieht es in hundert oder zweihundert Jahren aus?

  5. Re: Tritium - interessant -

    Autor: DieTatsaechlicheDimensionDesGanzen 14.04.21 - 10:45

    Dwalinn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mal davon abgesehen das die
    > Endlagerung des Atommülls immer
    > noch ein Problem ist.

    Weitere Faktoren gegen "Atomkraft":
    Bitte auch nicht die extrem umweltschädliche Förderung von Uranerz ausser acht lassen.

    Und dann wäre da noch die technologische Überkreuzung von Urananreicherung zur Plutoniumherstellung und anderem Spaltmaterial. Bedrohlich sind nicht nur herkömmliche Nuklearsprengköpfe, sondern auch sog. "schmutzige Bomben", die aus sämtlichen Abfällen gebaut werden können.

    Mag sein, das man den Endverbleib von Spaltmaterialien in Europa gut überwachen kann. In anderen Regionen der Welt sieht es anders aus. Das es einen Schwarzmarkt gibt, beweisen die Atomprogramme von zB Pakistan oder Nord-Korea.

    Das Beispiel Iran zeigt, wie schwierig es ist, die zivile Nukleartechnik zur Energiegewinnung verbieten zu können.

    Man hat also ein riesiges politusches Dilemma: Wer darf eigentlich Atomkraftwerke betreiben und hierfür Uran anreichern? Wie soll sich das global durchsetzen lassen?


    > Bergwerk stört das erstmal nicht aber wie sieht es in hundert oder
    > zweihundert Jahren aus?

    Wie bitte?
    Die deutsche Gesetzgebung fordert eine sichere Lagerung über 1 Million Jahre.
    (Nein, kein Scherz ...)'

    Also rechne nochmal 2 bis 4 Ordnungen höher ... also eher tausende bis 100.000de Jahre.

    Die Halbwertzeit von Plutonium-239 beträgt 24.000 Jahre.
    (Halbwertzeit heißt, da ist dann erst die statistische Hälfte vom Plutonium weg. Irgendwann, nach x Zerfallsketten wird das alles Blei - die Zwischenprodukte sind teilweise immer noch strahlend).

    Und da rechne dann mal die Kosten dieser ewigen "Erblast" zusammen.
    Das muss ja trotz brauchbarer Endlagerung ständig überwacht und kontrolliert und gewartet werden.

    Ganz richtig:
    Die menschliche Zivilisation ist gerade erst ein paar Tausend Jahre alt - wenn man ab "Steinzeit" rechnet.

    Es ist Irrsinn und fataler Aberglaube, auf eine so lange Zeit "kontrollierte Bedingungen" garantieren zu wollen.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 14.04.21 10:57 durch DieTatsaechlicheDimensionDesGanzen.

  6. Re: Tritium - interessant -

    Autor: Dwalinn 14.04.21 - 10:55

    >Wie bitte?
    >Die deutsche Gesetzgebung fordert eine sichere Lagerung über 1 Million Jahre.
    >(Nein, kein Scherz ...)'

    Was ich damit sagen wollte: Wer weiß wie die Zukunft in 100-200 Jahre aussieht geschweige in der Zeit in der das Zeug gefährlich ist (glaube waren ja allein 24.000 Jahre Halbwertszeit)

  7. Re: Tritium - interessant -

    Autor: DieTatsaechlicheDimensionDesGanzen 14.04.21 - 11:03

    Dwalinn schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Wie bitte?
    > >Die deutsche Gesetzgebung fordert eine sichere Lagerung über 1 Million
    > Jahre.
    > >(Nein, kein Scherz ...)'
    >
    > Was ich damit sagen wollte: Wer weiß wie die Zukunft in 100-200 Jahre
    > aussieht geschweige in der Zeit in der das Zeug gefährlich ist (glaube
    > waren ja allein 24.000 Jahre Halbwertszeit)

    Korrekt ... die 24.000 Jahre gelten für Plutonium.
    Habe ich oben zeitgleich ergänzt.

    Übrigens:
    Man sollte sich auch gleich mal zu "Plastikmüll" einlesen.

    Das was in den Müllverbrennungs - und Heizwerken an Kunststoffen verbrannt wird, ist am Ende hochtoxisches Konzentrat das genau wie Atommüll "verbuddelt" wird.

    Diese Reststoffe werden wie Spaltabfälle in Glas (u.ä.) vergossen, damit sie nicht austreten und ins Grundwasser geraten können.

    Die Lagerdauer für diesen Müll?
    Ebenfalls tausende Jahre.

    Seit dem ich das gelesen habe, verzichte ich auf Kunststoff wo es geht.

    Es kann echt nicht sein, das wir für einen einmaligen Vorgang wie "Brötchen aus dem Supermarkt-Regal nehmen" eine solche Ressourcenverschwendung und Umweltbelastung erzeugen.

    Klar, ein paar wenige Jahrzehnte kann man das vielleicht machen.
    Aber die Menschen wollen ja möglichst noch ein paar tausend Jahre überleben.

    Da sollte man dann doch einmal die Konzepte überdenken und nicht einfach so weiter machen wie bisher.
    .



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 14.04.21 11:13 durch DieTatsaechlicheDimensionDesGanzen.

  8. Re: Tritium - interessant -

    Autor: spyro2000 14.04.21 - 11:43

    > zur Realsierung der achso unschädlichen und supertollen Fusion, den großen chemischen, verstrahlten Bruder des Anti-Hindenburg-Atoms sogar in rauen Mengen zu fördern

    Von was redest du eigentlich? Und ja, natürlich ist Fusion etwas komplett anderes und mit Spaltung (Fission) absolut nicht zu vergleichen. Weder von der Technik noch was Atommüll anbelangt (den es so bei Fusion so eigentlich nicht gibt).

  9. Re: Tritium - interessant -

    Autor: Snoozel 14.04.21 - 11:51

    Das ist nicht nur bei Kunststoffen so. Sehr viele hoch giftige Abfälle der gesamten chemischen Industrie werden endgelagert. Auch da hat keiner einen Plan was damit über die Jahrhunderte passieren soll.

  10. Re: Tritium - interessant -

    Autor: deisi 14.04.21 - 14:07

    Wir sollten an Energiegewinnung mittels Schwarzerlöcher forschen. Es gibt im Universum quasi keinen effektiveren Strahler als ein rotierendes schwarzes Loch. 20% -30% Energieconversation wenn ich mich recht erinnere. (Achtung alles nur gefährliches Halbwissen)

    Die Risk-to-Value Analyse stelle ich mir da super vor. Strom für alle, oder Vernichtung des Sonnensystems. Aber vielleicht gibt's ja ne möglichkeit instabiele schwarze Microlöcher zu züchten und zu halten. Das wäre jedenfalls die beste Energiequelle die man sich vorstellen kann. Sogar der Treibstoff ist egal. Da kann man alles an Materie rein werfen was man kennt. Hauptsache es hat Masse.

  11. Re: Tritium - interessant -

    Autor: Frank Wunderlich-Pfeiffer 14.04.21 - 14:18

    deisi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wir sollten an Energiegewinnung mittels Schwarzerlöcher forschen. Es gibt
    > im Universum quasi keinen effektiveren Strahler als ein rotierendes
    > schwarzes Loch. 20% -30% Energieconversation wenn ich mich recht erinnere.
    > (Achtung alles nur gefährliches Halbwissen)
    >
    > Die Risk-to-Value Analyse stelle ich mir da super vor. Strom für alle, oder
    > Vernichtung des Sonnensystems. Aber vielleicht gibt's ja ne möglichkeit
    > instabiele schwarze Microlöcher zu züchten und zu halten. Das wäre
    > jedenfalls die beste Energiequelle die man sich vorstellen kann. Sogar der
    > Treibstoff ist egal. Da kann man alles an Materie rein werfen was man
    > kennt. Hauptsache es hat Masse.

    Also, nach meinem Austauschjahr auf einem Romulanischen Warbird, würde ich davor dringend abraten. Schwarze Löcher können zwar durch die Hawking-Strahlung in der Tat sehr effizient Masse in Energie umwandeln, geben sie aber nur in Form von Gammastrahlung ab. Die muss dann erst absorbiert und umgewandelt werden. Das größte Problem ist aber, dass die Schwarzen Löcher durch die Abstrahlung an Masse verlieren, die Hawking-Strahlung aber um so intensiver wird, je weniger Masse das Schwarze Loch hat. Die letzten Momente eines Schwarzen Lochs sind von einer sehr großen Wasserstoffbombe nicht mehr zu unterscheiden und man muss es regelmäßig füttern, damit es nicht in den gefährlichen Bereich gelangt.

    gez. Geordi La Forge

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