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  5. › Galileo: Europa weiß, wo es langgeht

Ursachen für die Verzögerung

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  1. Ursachen für die Verzögerung

    Autor: schily 15.12.16 - 12:50

    Eine der wichtigsten Gründe, die aber fast nie erwähnt wird ist daß man für Galileo völlig neue Atomuhren entwickeln und im All testen mußte.

    Dazu hat die PTB mehrere Testvarianten gebaut und diese wurden im All getestet.

    Schon GPS hat Probleme mit der Relativität, denn da die Erde eine Kartoffel ist, schwankt die Schwerkraft unter den Sateliten und das verändert die Zeit in den Atomuhren darin. Das muß korrigiert werden.

    Wenn man aber Atomuhren bauen will, die 100x genauer gehen als die von GPS, dann ist diese Korrektur noch viel schwieriger.

  2. Re: Ursachen für die Verzögerung

    Autor: rizzorat 16.12.16 - 08:48

    Ich habe selbst 4 Jahre an den FOC satelliten im engineering mitgebaut. Die Uhren waren meiner ansich nach das kleinste Problem.

    OHB als Hersteller der Satelliten (von den ersten Testsatelliten mal abgesehen) war ansich zu klein ein solchen Riesenprojekt zu stemmen. ESA war es aber Leid sich von AIRBUS (damals Astrium) verarschen zu lassen und wollte OHB als Konkurrenz zu AIRBUS positionieren. Das und das OHB doch verdammt billig angeboten hat, hat dazugeführt das OHB den Auftrag bekommen hat. OHB ist halt auch ned IG Metall, die Ingenieure damit weitaus billiger.

    Aber OHB musste lernen, und lernen kostet Zeit, eine Satelliten-Serienproduktion aufzubauen ist ein Mammutakt. Die Zusammenarbeit mit ESA muss gelernt sein, es ist ne Behörde, die Leute wollen umgarnt und geschmeichelt werden, was da an Zeit drauf ging.....

    OHB hatte auch nicht viele erfahrene Ingenieure, die alten Haudegen die da waren, waren seit 20 Jahren in der Firma, aber das Groß waren neulinge und Quereinsteiger. Die Alten mussten die neuen anlernen und unterstützen. Als Jungingenieur war das fantastisch, man wurde an Sachen rangelassen, da hätte man bei Airbus jahrelang drauf warten müssen, man hat Verantwortung bekommen, das einem ab und zu das Unterhöschen feucht geworden ist bei einigen Meetings und Reviews. Aber man hat in kurzer Zeit so abartig viel gelernt, die Lernkurve entprache eher einer Sprungfunktion als einer Kurve, aber die Meisten von uns sind dabei extrem schnell fachlich wie persönlich gewachsen. Speziell das innere Kernteam bestand aus echten Machern die sich auch gegen ESA gestellt haben wenn da mal wieder Blödsinn über den Äther kam :-D

    Der leitende Systemingenieur war persönlich wie fachlich eine absolute Topbesetzung, hat die Jungen gut zusammengehalten und hat bei den Nachtschichten auch mal die Pizza besorgt.

    Aber bei soviel neuem und den Wachstumsschmerzen der Firma ist halt einiges an Zeit flöten gegangen, wir waren aber immer noch schneller als AIRBUS es jeh geschafft hätte, dass hat uns im vertrauen auch mal einer von Airbus mal gesagt "Es wäre unerhört in welchem Tempo ihr die Dinger gebaut habt"

    Nach unserem offiziellen Projektplan waren wir allerdings trotzdem zu spät :-|

  3. Re: Ursachen für die Verzögerung

    Autor: Sharra 17.12.16 - 22:17

    Naja, Firmen wie Airbus können auch nur eines: Tolle Prospekte und Präsentationen.
    Dann hat man den Auftrag in der Tasche, und das wars dann auch schon.
    Danach fängt die Schlamperei an. Verzögerungen, Kostenexplosionen, Probleme, Ausfälle.

    Und nein, das ist kein exklusives Problem bei Airbus. Das "können" Konzerne wie Siemens, Telekom (T-Systems) und Co. auch in Perfektion.

    Im Grunde kann man sagen: Wenn man teuer für etwas bezahlen will das man niemals zum vereinbarten Zeitpunkt, und wohl erst recht nicht im erhofften Umfang bekommen möchte, nimmt man die Großen.
    Falls man Wert drauf legt, das Ding (was auch immer es sein mag) zu nutzen, vergibt man den Auftrag an einen spezialisierten Mittelständler. Mag erst einmal teurer aussehen, aber es kommen meist keine Milliarden an Zusatzkosten hinterhergeschissen.

  4. Re: Ursachen für die Verzögerung

    Autor: bitlbee 18.12.16 - 11:05

    Sehr interessante Einblicke! Danke!

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