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Historisch wirtschaftliches Problem
Autor: Anonymer Nutzer 11.01.15 - 11:01
Das ganze Problem (egal ob man Pegida grundsätzlich befürwortet oder ablehnt) ist einfach historisch gewachsen.
Erklärung:
Nach dem 2.Weltkrieg gab es im Osten und Westen ein jeweils unterschiedliches Wirtschaftssystem und daraus bedingt, andere Umstände und Umfang von Arbeitslosigkeit. So gab es im Westen auch Aufgrund der starken Wirtschaftlichen Schwankungen seit jeher eine Arbeitslosigkeit, während im Osten durch die Planwirtschaft eine Arbeitslosigkeit nur eine geringe Randerscheinung darstellte.
Nach der Wende kam es durch den Aufbau Ost dazu, dass westliche Firmen eine hohe Beschäftigung aufwiesen, während im Osten auch durch die De-Industrialisierung (Schliessung wirtschaftlich unrentabler Firmen) eine drastische Arbeitslosigkeit einsetze. Diese steigende Arbeitslosigkeit und das Mißverhältnis zwischen Ost und West Löhnen (Im Westen reicht faktisch gesehen ein gut ausgebildeter Erwerbstätiger, während im Osten durch niedrigere Löhne 2 Facharbeiter in der Familie notwendig sind um nicht in Hartz 4 unterzukommen) trifft daher insbesondere die Ostdeutschen Bürger, die eben fast 50Jahre keine Armutsängste kannten.
Das ist der Grund, das auch trotz geringer Ausländeranteile im Osten die "Angst" größer ist als im Westen und damit der Zuspruch zu diesen Demonstrationen größer ist.
Grundsätzlich wäre es natürlich sinnvoller, man würde gemeinsam gegen die Politik demonstrieren.
Und um es noch zu vervollständigen, finde ich leider diese Ost/West "Bezeichnung" nun nach 25 Jahren Wiedervereinigung immernoch traurig.
Edit: Für Interessierte:
http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-einheit/lange-wege-der-deutschen-einheit/47242/arbeitslosigkeit?p=all
3 mal bearbeitet, zuletzt am 11.01.15 11:03 durch rakanitzu. -
Re: Historisch wirtschaftliches Problem
Autor: janitor 11.01.15 - 11:09
Sehr guter Gedanke, volle Zustimmung!
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Re: Historisch wirtschaftliches Problem
Autor: Anonymer Nutzer 11.01.15 - 11:14
Danke :)
Ich "glaube" auch, dass die Problematik generell wohl recht einfach gelöst werden könnte. Dazu müsste sich die Politik aber damit auseinandersetzen, dass man nach 25 Jahren Wiedervereinigung im Osten immernoch einige "Baustellen" hat, die es zu bearbeiten gibt.
Aber es wird lieber zum Mittel der Diffamierung gegriffen und die Pegida und deren Ableger in eine Rechte Ecke gedrängt, das kann man ohne größere Erklärungen medial verbreiten und wiegelt somit die Bevölkerung gegeneinander auf.
Das sich auch Anonymous von diesem medialen Schauspiel beindrucken lässt und unreflektiert darauf hereinfällt enttäuscht mich ein wenig. Habe ich doch bisher eine nicht allzu negative Einstellung gegenüber dieser Gruppierung besessen, zeigt es jetzt doch sehr deutlich, dass dort eben nicht nur clevere Nerds am Werk sind sondern auch leicht beeinflussbare Vertreter der Kategorie "Draufhauen bis es aufhört zu zappeln".
Ich z.b. als Fachinformatiker im HomeOffice verdiene 1000¤ Brutto weniger als meine westlichen Kollegen in der gleichen Firma. Trotz teilweise höherer Qualifizierung (Zertifikate, 2 Ausbildungen) und weit gefächertem Aufgabengebiet. Ich liege zwar über dem Durchschnittslohn der hier in der Region gezahlt wird und kann mich "eigentlich" nicht beschweren, aber "Unfair" finde ich die Unterschiede in der Größenordnung dann schon.
3 mal bearbeitet, zuletzt am 11.01.15 11:20 durch rakanitzu. -
Re: Historisch wirtschaftliches Problem
Autor: cuthbert34 11.01.15 - 11:59
rakanitzu schrieb:
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> Ich z.b. als Fachinformatiker im HomeOffice verdiene 1000¤ Brutto weniger
> als meine westlichen Kollegen in der gleichen Firma. Trotz teilweise
> höherer Qualifizierung (Zertifikate, 2 Ausbildungen) und weit gefächertem
> Aufgabengebiet. Ich liege zwar über dem Durchschnittslohn der hier in der
> Region gezahlt wird und kann mich "eigentlich" nicht beschweren, aber
> "Unfair" finde ich die Unterschiede in der Größenordnung dann schon.
Und die Politik soll jetzt wie und was am Lohnunterschied andern. Vielleicht erwarten wir alle zu viel von der Politik?! -
Re: Historisch wirtschaftliches Problem
Autor: Anonymer Nutzer 11.01.15 - 12:03
Es wurde doch zur Wiedervereinigung "versprochen" das innerhalb von 5 Jahren die Löhne angeglichen werden. Da sich hier also die Politik dazu geäußert hat, denke ich sehr wohl, dass dies irgendwann auch mal umgesetzt werden könnte, oder nicht?
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Re: Historisch wirtschaftliches Problem
Autor: Der Spatz 11.01.15 - 12:16
Das mit dem niedrigeren Lohnniveau in den neuen Bundesländern dürfte ein Versuch gewesen sein Firmen anzulocken ("Standortvorteil") - Scheint aber leider nicht ausreichend zu funktionieren.
Ein Schrittweiser Angleich des Lohnniveaus wäre schön. Allerdings darf man nicht vergessen dass man auch in den alten Bundesländern je nach Region unterschiedlich verdient.
Im Frankfurter/Münchner/Hamburger Raum dürfte man mit dem Facharbeitergehalt aus der "tiefsten Eifel" wahrscheinlich noch nicht mal die Warmmiete für eine 40qm Wohnung zahlen können.



