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Zugang zu frei veränderbaren Angeboten sehr kritisch

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  1. Zugang zu frei veränderbaren Angeboten sehr kritisch

    Autor: Nr.1 07.03.16 - 12:12

    Die Pläne an sich finde ich großartig! Ich bin der Meinung, dass der größte Teil der Häftlinge von dem Zugang zum Internet auf positive Weise beeinflusst werden kann. Es ist immerhin ein Teil unseres Lebens, völlig egal, auf welcher intellektuellen Basis es jeweils steht.

    Jedoch habe ich massive Bedenken, was den Zugang zu bestimmten Seiten angeht. Einem Häftling, der voll und ganz auf dem Weg zurück ins eigenständige und "normale" Leben ist, kann man mehr vertrauen, als einem Häftling, der z.B. im Bandenumfeld steckt.

    Letzterem könnte man über die von jedem editierbare Seite Wikipedia, bestimmte Nachrichten zukommen lassen, indem man vorher abgesprochene Themen entsprechend verändert.

    Das die Daten intern gespiegelt werden, der Zugang also nicht live ist, spielt dahingehend keine Rolle. Nicht immer ist die Wikipedia-Community so schnell, dass unpassende Teile einer Informationsseite sofort wieder korrigiert werden. Also ist die Gefahr groß, dass die zusätzlichen Geheiminformationen mitgespiegelt werden und dann stundenlang für den Häftling zugänglich sind.

    Also ist meine Meinung, dass es vorsichtshalber bei jedem kleinen Zweifel keinerlei Zugang zu öffentlich frei veränderbaren Inhalten geben darf. Dies mag stark einschränken, ist aber unvermeidlich.

    Da man Briefpost bisher meist auch erlaubt, ist ein vollständig kontrollierter Mailverkehr nicht verwerflich. (interner Gefängnisserver, auf dem Mails vorher gelesen und dann an den Empfänger durch gereicht werden) Geheimbotschaften lassen sich so natürlich auch weiterleiten, jedoch ist hier die Chance recht groß, dass der Vollzugsbeamte dies vorher entdeckt und die Mail dann nicht weiterleitet, genau wie bei Briefpost.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 07.03.16 12:13 durch Nr.1.

  2. Re: Zugang zu frei veränderbaren Angeboten sehr kritisch

    Autor: Mimus Polyglottos 07.03.16 - 13:20

    Nr.1 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Pläne an sich finde ich großartig! Ich bin der Meinung, dass der größte
    > Teil der Häftlinge von dem Zugang zum Internet auf positive Weise
    > beeinflusst werden kann. Es ist immerhin ein Teil unseres Lebens, völlig
    > egal, auf welcher intellektuellen Basis es jeweils steht.

    dito!

    >
    > Letzterem könnte man über die von jedem editierbare Seite Wikipedia,
    > bestimmte Nachrichten zukommen lassen, indem man vorher abgesprochene
    > Themen entsprechend verändert.
    >
    > Das die Daten intern gespiegelt werden, der Zugang also nicht live ist,
    > spielt dahingehend keine Rolle. Nicht immer ist die Wikipedia-Community so
    > schnell, dass unpassende Teile einer Informationsseite sofort wieder
    > korrigiert werden. Also ist die Gefahr groß, dass die zusätzlichen
    > Geheiminformationen mitgespiegelt werden und dann stundenlang für den
    > Häftling zugänglich sind.

    Das verstehe ich anders - wenn die Seiten read-only auf lokale Server gespiegelt werden, die nur vom Gefängnis aus erreichbar sind, kann die originale Wikipedia nicht verändert werden. Schlimmstenfalls nur die Version auf den Gefängnisservern, aber die wird anscheinend regelmäßig überschrieben und man kann sie halt read-only speichern.

  3. Re: Zugang zu frei veränderbaren Angeboten sehr kritisch

    Autor: tundracomp 07.03.16 - 13:30

    Der Punkt war doch, dass jemand von Außen, eine vorher vereinbarte Seite ändern kann, die wird dann nach intern gespielt und ist, praktisch ungepüft durch die Justiz, sichtbar für den Gefangenen.
    Ob das so schlimm ist, weiß ich nicht, immerhin ist es eine reine One-way-Kommunikation.

    “We all know, once you connect something to the Internet — magic happens.”

  4. Re: Zugang zu frei veränderbaren Angeboten sehr kritisch

    Autor: Nr.1 07.03.16 - 13:58

    Ich weiß, dass dies recht verquer gedacht ist. Ich habe mich schon vor einiger Zeit intensiver mit den Kommunikationswegen in und aus Gefängnissen informiert. Fakt ist, das NICHTS, absolut nichts zu schräg gedacht ist, wenn es um Mittel und Wege geht, illegal Kontakt in und aus dem Knast zu organisieren.

    So wäre z.B. eine Zweiwegekommunikation dadurch möglich, das ein Bandenchef eine vermeintlich harmlose Mail an seine Schwester schickt. In dem Text ist jedoch eine (mitunter raffiniert versteckte) Unterbotschaft enthalten. Um damit nicht aufzufallen, kann die Schwester nun völlig frei von geheimen Inhalten antworten. Die wahre Antwort jedoch, findet der Insasse nun über eine Seite wie Wikipedia. Auf diese Antwort kann der Häftling dann wieder verschlüsselt antworten. Und schon findet eine Zweiwegekommunikation statt.

    Jeder frei veränderbare Content ist davon betroffen, also Wikipedia, Foren, Gästebücher usw.

    Völlig verhindern kann man die illegale Kommunikation natürlich nicht. Es gibt nicht grundlos so manches versteckte Handy im Knast. Aber man sollte es den Insassen nicht noch leichter machen, indem man zu arglos Zugang zu (gespiegelten) Internetinhalten gibt.

  5. Re: Zugang zu frei veränderbaren Angeboten sehr kritisch

    Autor: der_wahre_hannes 07.03.16 - 15:35

    tundracomp schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Punkt war doch, dass jemand von Außen, eine vorher vereinbarte Seite
    > ändern kann, die wird dann nach intern gespielt und ist, praktisch ungepüft
    > durch die Justiz, sichtbar für den Gefangenen.

    Warum den Umweg über's Internet gehen, wenn man auch einfach ne Anzeige in irgendeiner Zeitung schalten könnte? Tageszeitungen sollte es in einer Gefängnisbibliothek wohl auch geben.
    Oder man plaudert halt mit Besuchern...

  6. Re: Zugang zu frei veränderbaren Angeboten sehr kritisch

    Autor: zipper5004 07.03.16 - 16:29

    Das Interval scheint doch gar nicht geklärt zu sein.
    Stellt Euch vor, Wikipedia wird nur alle paar Monate oder nur ein mal im Jahr synchronisiert. Ist doch trotzdem weit besser als ohne.

    Und wenn der Zeitpunkt nicht bekannt gemacht wird hilft auch ein Wikipedia-Edit nichts. Im Zweifel dauert es wieder 3 Monate bis die Synchronisation läuft und bis dahin sind die Daten entweder längst veraltet oder schon korrigiert.

  7. Re: Zugang zu frei veränderbaren Angeboten sehr kritisch

    Autor: Moe479 07.03.16 - 18:37

    Wobei doch die Einschränkung in der Kommunikation an sich ein Teil der Strafe, wenn nicht die Isolation dahingehend die eigentliche Strafe des Eingesperrt-Seins ist, sofern man den Menschen als kommunikatives Wesen sieht.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 07.03.16 18:38 durch Moe479.

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