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Krankensystem

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  1. Krankensystem

    Autor: Crass Spektakel 17.06.21 - 00:10

    Die Darstellung des US-Krankensystems ist so nicht ganz korrekt.

    Es gibt grob gesagt vier Versicherungssysteme und lediglich bei einem ist man auf eine begrenzte Auswahl von Ärzten beschränkt. Wer sich jetzt fragt was das vierte ist: Das ist "freiwillig nicht versichert".

    In Deutschland gibt es auch zwei Systeme. Kasse und Privat. Und ich kenne genügend Ärzte die Versicherte aus der falschen Versicherung nicht annehmen. Insofern ist der einzige Unterschied daß man in Deutschland immer versichert sein muß.

    Da der nächste häufige Trollbait meistens lautet "das US-Krankenversicherungssystem ist scheisse" hier auch ein paar Korrekturen:

    Bei den drei Pflichtsystemen ist spätestens mit der Obama-Reform der ärgste Mißbrauch durch Versicherer unterbunden, man kann Versicherte kaum noch rauswerfen solange sie nicht jahrelang im Verzug sind. Und dann fallen sie inzwischen in die Wohlfahrt. Vor sehr langer Zeit war es ja durchaus üblich Versicherte rauszuwerfen sobald sie grössere Kosten verursachen. Das geht bei einem System schon ewig nicht mehr und bei den zwei anderen inzwischen auch nicht mehr. Auch besteht eine Aufnahmepflicht die sogar strenger als in Deutschland ist, zumindestens für zwei Systeme. Ergo wenn man wirklich rausfällt landet man mindestens in der Wohlfahrtsversicherung.

    Die Qualität... ist man wohlstaatlich versichert dann ist sie in einem Punkt deutlich schlechter als in Deutschland weil man abgesehen von Notfällen im Wartesaal immer als letzter drankommt. Da wartet man dann halt 12 Stunden in der Halle. Aber gut Arbeitslose haben ja Zeit. Allerdings habe ich auch schon mehrmals 5-6 Stunden bei Fachärzten im Wartesaal rumgegammelt und ich zahle meine Krankenversicherung selber. Die eigentlich ärztliche Versorgung ist dann halbwegs ok und etwas unter europäischem Niveau. Das gilt auch für die allerbilligsten Versicherungen die allerdings deutlich weniger als eine deutsche Versicherung kosten.

    Zahlt man hingegen mehr - was ja beim ohnehin höherem Durchschnittseinkommen in der USA durchaus machbar ist - dann ist sie vergleichbar mit leichten Vorzügen - kurze Wartezeiten, Chefarzttermine, bessere Kranken- und Besucherzimmer.

    Und wer richtig Kohle hat der wird sowieso auf Händen getragen. Ein Verwandter zahlt für seine fünfköpfige Familie $1800 Krankversicherung im Monat - was angesichts seines Gehaltes kein Drama ist - und da wurde schon zweimal ein krankes Familienmitglied mit dem Krankentransport auf einen anderen Kontinent geflogen weil es dort bessere Ärzte gibt. Unter "Herr Professor Doktor Oberarzt" wird da garnicht geredet und jedem Patienten steht deutlich mehr Pflegepersonal zur Seite. Und oben drauf gibt es ein Gratishotelzimmer für eine Begleitperson.

    Was mich dabei amüsierte, einer der drei weltweit führenden Aneurysma-Experten behandelte meinen Bekannten. Der gleiche Experte behandelte auch meine Mutter. Die ist allerdigns AOK-Rentnerin. Geht also auch billiger wenn man sowieso in Steinwurfweite von Klinikum Großhadern wohnt ;-) ich hatte beinahe den Eindruck daß mein Verwandter ein wenig gewurmt war daß meine Mutter für fast kein Geld die gleiche Behandlung erhalten hat. Das ging so weit daß sie ihm erklärt hat was auf ihn zukommt und zwar so genau daß er vom Professor per se nichts anderes gehört hat.,



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 17.06.21 00:15 durch Crass Spektakel.

  2. Re: Krankensystem

    Autor: chefin 17.06.21 - 08:51

    Du schreibst das es mehr als in Deutschland kostet. Stellst dann 1800$ in den Raum. Das sind 1500 Euro. Nimm 2 Berufstätige mit Durchschnittslohn, dann kommt man auf 8000 Brutto. 14,5% KV, zuzüglich AG-Anteil von 14,5% ergibt 29% von 8000. Wir zahlen 2400 Euro KV im Monat.

    Allerdings zahlen wir die auch ohne Kinder. USA ist hier doch deutlich billiger. 3 Kinder ist in den Industrienationen stark die Ausnahme. Wir stehen statistisch bei weniger als 1,57 Kinder pro Frau. Ziehen wir die männerlosen Frauen ab, dürften normale Familien trotzdem die 2 Kinder nicht erreichen...natürlich statistisch gesehen. Es wird sicherlich auch Frauen mit 10 Kinder geben.

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