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Soziale Marktwirtschaft also noch nicht tot?

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  1. Soziale Marktwirtschaft also noch nicht tot?

    Autor: David64Bit 06.12.17 - 21:07

    So was war in den 70ern und 80ern ja "in". Da war es üblich, dass Staatliche Firmen keinen Gewinn machen mussten - die Telekom hätte niemals alles ohne wenn und aber mit Telefon versorgt. Hat zwar etwas länger gedauert, aber gut Ding will halt Weile haben. Damals hatten die Telekomtechniker bzw. der Bautrupp auch noch Ahnung...Beispiel: Verlegung der Kabel in einem Kabelverzweiger. Das Kabel macht erst eine Schleife nach oben, damit Wasser bzw. Feuchtigkeit nicht rein kommt.

    Ich kenne allein im Umkreis von 30 Kilometern acht Kabelverzweiger, die neu gemacht werden müssen - komplett - weil die Kabel einfach von unten rein gezimmert wurden und die Dinger nachm ersten Regen unter Wasser stehen.

    Wir könnten Schweden Konkurrenz machen. Aber es macht wenigstens ein klein wenig Hoffnung, solche Artikel zu lesen.

  2. Re: Soziale Marktwirtschaft also noch nicht tot?

    Autor: Shismar 06.12.17 - 21:26

    Naja, die Post war aber auch teuer, die Technik 10 Jahre veraltet und die verbeamteten Techniker mögen zwar tolle Kenntnisse gehabt haben, aber auch die die Arbeitsgeschwindigkeit eines Zweizehenfaultiers. Von so Scherzen wie dem Verbot eigene Endgeräte anzuschließen mal ganz zu schweigen.

    Ich kenne die Postler noch. Viele bequeme Pöstchen für Freunde und Verwandte gab's noch obendrauf. Kein Grund für Nostalgie.

    Kommunale Eigeninitiative ist super. Aber Vorsicht, das wird schnell zum Selbstbedienungsladen für Kommunalpolitiker.

  3. Re: Soziale Marktwirtschaft also noch nicht tot?

    Autor: Faksimile 06.12.17 - 21:29

    Ah ha. Und private Unternehmen werden nicht zum "Selbstbedienungsladen" für Aufsichtsrat, Vorstand und Anteilseigner (soweit die jeweiligen Institutionen in diesem Unternehmen etabliert sind)?

  4. Re: Soziale Marktwirtschaft also noch nicht tot?

    Autor: David64Bit 06.12.17 - 21:40

    Shismar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Naja, die Post war aber auch teuer, die Technik 10 Jahre veraltet und die
    > verbeamteten Techniker mögen zwar tolle Kenntnisse gehabt haben, aber auch
    > die die Arbeitsgeschwindigkeit eines Zweizehenfaultiers. Von so Scherzen
    > wie dem Verbot eigene Endgeräte anzuschließen mal ganz zu schweigen.
    >
    > Ich kenne die Postler noch. Viele bequeme Pöstchen für Freunde und
    > Verwandte gab's noch obendrauf. Kein Grund für Nostalgie.
    >
    > Kommunale Eigeninitiative ist super. Aber Vorsicht, das wird schnell zum
    > Selbstbedienungsladen für Kommunalpolitiker.

    Genau. Weil bei der Post so viel schief gelaufen ist. Mag sein, dass es alles etwas gemütlicher zugange ging - Vetternwirtschaft ist heutzutage aber mehr "in" den je. Dagegen war die Post echt zahm.

    Das Verbot eigene Endgeräte an zu schließen hatte Vodafone/Unitymedia/Kabel Deutschland bis vor kurzem auch noch. Das ist also kein Argument. Ausserdem lag das nicht bei der Post - die Gesetze dazu haben andere gemacht (und machen inzwischen auch andere - nennen sich inzwischen Lobbyisten und da zählt, wer am meisten Geld hat)

    Sorry - mir ist ein Techniker, der sich halt mal seine 4 Stunden nimmt und dabei 'nen Käffchen trinkt oder auch mal seine Wurstsemmel gemütlich futtert lieber, als ein Pfuscher, der dann 'ne Stunde braucht aber fünf mal Antanzen muss.

    Und mal ehrlich - ist die Telekom auch nur einen Hauch schneller, als die Post bzw. verstaatlichte T-Com Mitte der 90er? Nicht wirklich. Kann mich erinnern, dass man damals den ISDN Anschluss mit einem Telefonat beliebig umschalten könnte. Die IP-Umstellung ist bei so vielen Kunden durch die Telekom versaut worden, dass ich inzwischen aufgehört hab zu zählen, wie viele unserer Kunden tagelang ohne Telefon waren - und wie oft ein Kvz die grätsche gemacht hat, weil er überbucht worden ist hab ich auch aufgehört zu zählen.

  5. Re: Soziale Marktwirtschaft also noch nicht tot?

    Autor: Faksimile 06.12.17 - 21:42

    Full Ack

  6. Re: Soziale Marktwirtschaft also noch nicht tot?

    Autor: neocron 07.12.17 - 00:22

    Faksimile schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ah ha. Und private Unternehmen werden nicht zum "Selbstbedienungsladen" für
    > Aufsichtsrat, Vorstand und Anteilseigner (soweit die jeweiligen
    > Institutionen in diesem Unternehmen etabliert sind)?
    Evtl verstehst du den Begriff Anteilseigner nicht ... das sind natürlich die ersten dke jedes Recht haben sich zu bedienen an ihrem EIGENtum ...
    Ganz im Gdgensatz zu Kommunalpolitikern, bei denen dies NICHT der Fall ist!
    Eigentümer bzw Anteilseigner profitieren von ihrem Eigentum bzw ihre Eigentümerrechten ... Skandal aber auch ...

  7. Re: Soziale Marktwirtschaft also noch nicht tot?

    Autor: David64Bit 07.12.17 - 10:57

    neocron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Faksimile schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Ah ha. Und private Unternehmen werden nicht zum "Selbstbedienungsladen"
    > für
    > > Aufsichtsrat, Vorstand und Anteilseigner (soweit die jeweiligen
    > > Institutionen in diesem Unternehmen etabliert sind)?
    > Evtl verstehst du den Begriff Anteilseigner nicht ... das sind natürlich
    > die ersten dke jedes Recht haben sich zu bedienen an ihrem EIGENtum ...
    > Ganz im Gdgensatz zu Kommunalpolitikern, bei denen dies NICHT der Fall
    > ist!
    > Eigentümer bzw Anteilseigner profitieren von ihrem Eigentum bzw ihre
    > Eigentümerrechten ... Skandal aber auch ...

    Das ist aber genau das Problem. Bei Dingen, die dem Volk gehören bzw. so immens Wichtig für die Volkswirtschaft sind (da steht Infrastruktur an erster stelle), darf es keine Anteilseigner geben. Private Straßen, Private Wasserversorgung - das darf es schlicht niemals geben, man sieht rund um die Welt beispiele, was dann passiert und wir wissen alle, dass diese Eigentümer dann auch zulangen.

  8. Re: Soziale Marktwirtschaft also noch nicht tot?

    Autor: neocron 07.12.17 - 11:11

    David64Bit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist aber genau das Problem. Bei Dingen, die dem Volk gehören bzw. so
    > immens Wichtig für die Volkswirtschaft sind (da steht Infrastruktur an
    > erster stelle), darf es keine Anteilseigner geben.
    sagt wer?
    oder haette es heissen muessen "[...] darf es meiner Meinung nach keine Anteilseigner geben."???
    das darfst du ja gern so sehen, die Bevoelkerung hat diesen schritt damals aber nicht wirklich blockiert ... es hat schlicht keine Sau interessiert. Das Gegenteil war der Fall ... auch das normale Volk wollte sich an den Aktien bereichern ... nicht wahr?


    > Private Straßen, Private
    > Wasserversorgung - das darf es schlicht niemals geben,
    > man sieht rund um
    > die Welt beispiele, was dann passiert und wir wissen alle, dass diese
    > Eigentümer dann auch zulangen.
    man sieht rud um die Welt auch Beispiele,wo es funktioniert
    Und ja, sie langen zu, das ist der SINN der Sache! Wer allerdings zulangen moechte, muss sich auch bemuehen ...

    verstehe mich nicht falsch, ich sage nicht, dass privatisierung allgemein korrekt ist. Nur warum sie allgemein falsch sein sollte, hast du bisher nicht begruenden koennen ...

  9. Re: Soziale Marktwirtschaft also noch nicht tot?

    Autor: David64Bit 07.12.17 - 13:30

    neocron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > sagt wer?
    > oder haette es heissen muessen "[...] darf es meiner Meinung nach keine
    > Anteilseigner geben."???
    > das darfst du ja gern so sehen, die Bevoelkerung hat diesen schritt damals
    > aber nicht wirklich blockiert ... es hat schlicht keine Sau interessiert.
    > Das Gegenteil war der Fall ... auch das normale Volk wollte sich an den
    > Aktien bereichern ... nicht wahr?

    Ich hab das damals schon für "schlecht" gehalten und es gab einige, die das Blockieren wollten. Die Regierung hats aber einfach durch gesetzt.

    Ich komm gleich noch mal darauf, warum es keine Anteilseigner bei bestimmten Dingen geben darf.

    > > Private Straßen, Private
    > > Wasserversorgung - das darf es schlicht niemals geben,
    > > man sieht rund um
    > > die Welt beispiele, was dann passiert und wir wissen alle, dass diese
    > > Eigentümer dann auch zulangen.
    > man sieht rud um die Welt auch Beispiele,wo es funktioniert
    > Und ja, sie langen zu, das ist der SINN der Sache! Wer allerdings zulangen
    > moechte, muss sich auch bemuehen ...

    Das funktioniert bei uns nicht. Wir haben schon so flache Kommunalhierachien. Monheim am Rhein ist davon abgesehen wohl das Paradebeispiel, wie gut Dinge funktionieren können, wenn man die richtigen Leute einsetzt.

    Dort gibt es z.B. gar keine Kita-Gebühren mehr, die Mietpreise/Grundsteuern sind relativ Niedrig für so eine große Stadt, es gibt einen haufen Bürgerentscheide und die Wirtschaft boomt ohne Ende durch die niedrigen Grundsteuern. Und die Stadt hat dieses Jahr fast 100 Mio. Euro Rücklagen gebildet.

    Das alleine hat also keine Aussagekraft für oder gegen eine Privatisierung.

    > verstehe mich nicht falsch, ich sage nicht, dass privatisierung allgemein
    > korrekt ist. Nur warum sie allgemein falsch sein sollte, hast du bisher
    > nicht begruenden koennen ...

    Allgemein (es gibt sicherlich ausnahmen) ist sie Falsch, weil man mit manchen Dingen schlicht kein (großes, also eher +-0) Geld verdienen kann. Aussedem gibt's ja einen Unterschied zwischen Staatseigentum oder Kommunaleigentum. Wird es richtig gemacht, können manche Sachen einfach zu unschlagbar günstigen Preisen angeboten werden. Durch das Kollektiveigentum hat auch jeder das Recht etwas zu nutzen - Feuerwehr, Gesundheitswesen, Polizei, öffentliche Toiletten und diverse andere Dinge.

    Dass das in einigen Städten trotzdem schief läuft, steht ausser Frage. Schlussendlich bekommen Politiker einfach zu viel Geld von aussen und blockieren dann Dinge, die fürs Allgemeinwohl "wichtiger" sind, als der Vorteil von "einzelnen". Lobbyismus setzt das ganze ja wieder ausser Kraft - vorallem in den USA wo der Verwaltungsapperat noch mal erheblich schwerer wiegt, als hier in Deutschland.

    Wir sind da - entgegen aller Unkenrufe - im Vergleich sehr Effizient. Beispiel? Zulassung eines Autos. Das ist in Deutschland (ohne Wartezeit) eine Sache von ~ 10 Minuten. In den USA dauert das je nach Bundesstaat bis zu 5 Tage.

    Noch ein Beispiel: Firmengründung.
    Kann in den USA bis zu 90 Tage dauern. In Deutschland dauert es höchstens 4 Stunden inkl notarieller Bestätigung.

    Selbst Planfeststellungsverfahren sind hier schneller, als in den USA - die können da drüben bis zu 10 Monate dauern, während die hier in DE oft 6-8 Wochen dauern.
    Viele Baustellen hier stehen, weil wir Bürger sehr viele rechte und möglichkeiten haben, dagegen vor zu gehen. Das kann natürlich ein deutlicher Nachteil sein - abgesehen von der Zeit finde ich das aber doch eher einen großen Vorteil.

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